Möglichst originalgetreu covern? Wo bekommt man die Sounds? Welchen Aufwand betreibt ihr?

  • Ersteller Gregor07
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Dafür hat man doch zwei Synths, oder nicht ;) Wobei ich derzeit nur einen habe und nicht genug vermisse, um mir einen zweiten zulegen zu wollen. Außer der Orgel natürlich, aber das ist ein Spleen ;)
 
Da las ich gerade im Büro in einem Interview mit Nick Mason, der offenbar in kürze mit frühen Sid Barrett/Floyd-Songs auf Tour gehen will, folgendes zum Thema Covern/Tribute Band:

Mason: [...] Diese Konzerte sollen eine Feier von Syd Barretts Songs sein, wir führen viel von seiner Musik auf. Aber anstelle einer Syd-Kopie versuchen wir eher, den Zeitgeist jener Jahre zu beschwören und die Herangehensweise an Musik. Die Songs, in denen damals improvisiert wurde, improvisieren wir auch. Ich wollte vermeiden, eine Pink-Floyd-Tribute-Band zu sein, denn von denen gibt es genug.
einestages: Haben Sie sich mal eine dieser Coverbands angeschaut?
Mason: Ja, The Australian Pink Floyd Show und Brit Floyd - die waren erschreckend gut. Sie kopieren sogar meine Fehler. Mir wäre das aber zu wenig. Bei Musik geht's doch auch darum, etwas Eigenes zu schaffen. Ein Hauch von Originalität sollte im Spiel sein.
 
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Das ist ja noch ulkiger. wenn die Band genau einen Keyboarder hat - wer glaubst du, außer dem Keyboarder, wird da noch Sounddesign für den Synth machen? richtig, KEINER.
Aber der Keyboarder kümmert sich nur um seine Sachen – und nicht um Schlagzeug, Baß und Gitarren. Das von mir Beschriebene träfe nur zu bei Ein-Mann-Elektronik-Tribute-Geschichten.

Wenn in einer Band mit einem leibhaftigen Schlagzeuger der Keyboarder ankäme mit einem akribisch erstellten Linn-LM-1-Kit – oder, wenn auch sehr unwahrscheinlich aufgrund der geringen produzierten Stückzahlen, einer Linn LM-1 – und in irgendeinem Song die Drums selbst von der Maschine kommen lassen will, wird ihm der Schlagzeuger gehörig Bescheid stoßen. Das ist sein Job und nicht der des Keyboarders.

Und um das mal direkt zu sagen... Ich möchte nur einen Sound hören, der im Ansatz ans Original ran kommt.
Einen wirst du doch haben?
Zunächst mal gibt es sonst keine aktuellen offiziellen Aufnahmen von uns außer "Boogie Wonderland" – und, wie ich hier schon mehrfach erwähnt hatte, ich wollte überhaupt nicht, daß wir diesen Song nehmen, weil der von meiner Seite her sehr kompliziert und unfertig ist. Meine sämtlichen Bandkollegen bekommen aber weder das "kompliziert" mit (außer wenn bei einer Probe der Gitarrist mehr oder weniger aus dem Augenwinkel sieht, wie ich innerhalb von Sekundenbruchteilen zwischen Tastaturbereichen und anderen Bedienelementen hin- und herfliege, und vielleicht noch, wenn ich bei einem Song darauf beharre, daß er ohne Sequencereinsatz nicht spielbar ist), noch hören sie das "unfertig".

Es gibt Probenmitschnitte, aber ich bin nicht autorisiert, die ins Internet zu stellen.

Für Aufnahmen einzelner Sounds müßte ich erst in den Probenraum fahren (Distanz mindestens eine halbe Stunde pro Richtung, wenn nicht gerade SEV ist) und da dann entsprechendes Recording-Equipment installieren. Ich kann kaum bis keine Sounds zu Hause demoen.

Die meisten meiner Songs sind WIPs. Meine Bandkollegen juckt das kein Stück. Ich kann mit einem Song zu 10% fertig sein, dann tragen die den schon gnadenlos auf die Bühne. Und es gibt praktisch nichts, wo ich wirklich mal die Ruhe gehabt habe, mir mal einen Abend (z. B. Feierabend 18:30 – Ankunft Probenraum direkt von der Arbeit aus 19:00 – Abgang Probenraum 22:00 – Ankunft zu Hause 22:45, und dann habe ich noch kein Abendbrot gegessen) oder mehrere (jeweils derselbe Zeitablauf) Zeit zu nehmen und alle Sounds wirklich exakt mit der originalen Studioaufnahme abzugleichen.

Dann muß ich allerdings auch sagen, dann kann es durchaus passieren, daß ich noch länger zum Soundbau brauche als ihr, weil ich mich in Details verliere, die mich stören. Da wird auch mal zwei-, dreimal der Sound weggeworfen und neu angefangen, weil ich mich in eine völlig falsche Richtung vergaloppiert habe oder den Sound dann doch lieber auf dem jeweils anderen VA bauen will. Oder da belege ich drei Modulationsslots, damit sich eine der beiden Hüllkurven selbst modulieren kann, weil die standardmäßige und anderweitig nicht veränderliche Hüllkurvencharakteristik des Virus C nicht zu dem paßt, was ich auf der Aufnahme höre.

Deswegen bin ich mit etlichen Sounds Marke "Scheißegal, das laß ich jetzt erstmal so und polier das später zurecht, jetzt hab ich erstmal was, womit ich spielen kann" unterwegs (und die Restband ist trotzdem zufrieden bis außerhäusig) unterwegs, um überhaupt irgendwas zu haben. Einige Sounds sind während Bandproben zwischen Tür und Angel entstanden, und meine Bandkollegen wissen weder, daß ein anständig nachgebauter Analogsynth-Sound schon mal mehrere Stunden in Anspruch nehmen kann, noch akzeptieren sie, daß ich mehr als zwei, drei Minuten am Stück an einem Sound schraube (und auch nicht mal eben mittendrin speichern und aufhören kann).

Außerdem: Bevor ich dazu kommen kann, etwas richtig zu komplettieren, kommen meistens meine Bandkollegen mit der nächsten hochkomplexen Nummer an, wo ich ASAP alles parat haben muß, was ich spielen will. Und ich selbst hätte auch das gern in einer für mich zufriedenstellenden Qualität, und ich bin wesentlich weniger leicht zufriedenzustellen als der Rest der Band.

Meinen Bandkollegen ist nur wichtig, daß ich irgendwas spiele. Wie gesagt, wenn etwas unfertig ist, nehmen sie es weder wahr, noch interessiert es sie, noch nehmen sie darauf Rücksicht. Sie wissen auch nicht, was für mich einigermaßen spielbar ist, noch interessiert es sie. Wo ich sowieso noch einige WIPs habe, wollen sie dann auf einmal "Clouds Across The Moon" spielen, und der andere Keyboarder weigert sich, irgendwas von der Platte zu spielen bis auf ein paar Noten (und das ist dann noch nicht mal alles, was der Sound in dem Stück spielt, und zu dem Rest läßt er sich partout nicht überreden). Und ich steh dann da, muß mal eben fünf Synthsounds from scratch bauen, darunter zwei hochkomplexe liegende LFO-Geschichten, die im Original wahrscheinlich von einem umfangreichen Modularsynthesizer kamen, und damit leben, daß unsere Version keine Strings hat, weil ich die nicht auch noch spielen kann. Oder sie wollen auf einmal "Ain't Nobody" nicht mehr in einer Eigenbearbeitung spielen, sondern in der Originalfassung von Rufus. (Wenn ich die irgendwann mal spielbar haben sollte, wird die Band in eine Krise stürzen, weil ich auf dem Einsatz einer 9/16-Sequenz im Intro bestehen werde, die alsbald im allgemeinen Sound-Mus versinken wird.)

Selbst wenn ich dazu kommen sollte, ein paar hinreichend vorzeigbare Sounds aufzunehmen, wird das nicht sehr bald sein.


Martman
 
Ich denke, das was Martman hier beschreibt, findet sich in vielen Bands wieder, wundert mich, dass es hier nicht schon längst zur Krise gekommen ist. Die Bands will Songs covern, ist sich anscheinend aber nicht einig, wie das umgesetzt wird. Man nimmt sich vielleicht sogar eine spezielle Version als Basis, aber nicht jeder hat offensichtlich den selben Anspruch, dass das dann auch 1:1 gespielt werden muss. Damit stehen sich dann zwangsweise einige im Weg, und es heißt vermutlich "Spielt ihr schon, oder programmiert ihr noch Sounds?"
Ich glaube ich hatte das schon mal erwähnt: Für mich wär die Art und Weise, wie Martman das angeht, nichts. Ich muss auch Spaß beim Mucken haben. Dieses
...innerhalb von Sekundenbruchteilen zwischen Tastaturbereichen und anderen Bedienelementen hin- und herfliege, ...
...die ganze Zeit hochkonzentriert sein, jeder Griff muss 100% passen, ist nichts für mich, wär auch nichts für mich, wenn ich das aus Publikumssicht betrachte. Ich hab mehr Freude dran, einer Band zu lauschen, wenn ich sehe, dass sie Spaß haben, dass es ihnen locker von der Hand geht. Ich finde es auch immer gut, wenn mal was nicht 1:1 kommt, sondern auch mal ein 'Aha'-Effekt dabei ist, weil mal etwas kreativ anders und interessant interpretiert wird. Hat für mich auch etwas von Musikalität, und nicht zu wenig.
 
@Martman

Also wenn ich Deine wiederholt geschrieben Äußerungen zusammenfasse, haben Deine Bandkollegen keine Ahnung, was für einen Song wichtig ist, sie haben durch die Bank schlechte Ohren, können nicht beurteilen, was Du Dir als Einziger für eine Mühe gibst, geben sich selber mit ihren Instrumenten/Parts überhaupt keine Mühe, und am schlimmsten, sie wollen einfach nur Musik machen. Wieso tust Du Dir sowas an?!
 
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Was mir dazu gerade einfällt....

Bla... bla... bla bla.. Sorry. Das soll in keiner Weise abfällig sein, aber du wiederholst dich. Glaub mir, ich bin nicht der klügste Knabe auf der Welt, aber mein Schulabschluss befähigt mich zu lesen und die Texte auch zu verstehen.

Hast du ein Smartphone mit Kamera? Dann nimm das mit. Da hört man keine 100%, aber zumindest einen Ansatz, wenn es nicht übersteuert.

Leider klingt das für mich wieder wie: Ich habe einen Anspruch, preise den hoch an, sage gleichzeitig, dass ich das gar nicht bieten kann, aber alles versuche um es doch zu erreichen.

Vollkommen in Ordnung. Aber dann gesteh bitte uns anderen zu, diesen Anspruch nicht zu haben und trotzdem ordentliche Musiker zu sein!

Ich warte auf jeden Fall weiter auf Aufnahmen, auch wenn es nur ein Sound ist.
 
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Also bei uns läuft es in der Coverband (zum Glück!) eher anders: Wenn wir uns auf einen neuen Song geeinigt haben, bereitet sich erst einmal jeder selber drauf vor. Der eine mehr, der andere weniger, zumindest so weit, dass wir den Song anspielen können, um zu sehen, ob er uns überhaupt liegt, ob was draus werden kann. Dann feilen wir am Arrangement, denn mit Standardbesetzung (Git, Bass, Keys, Drums - je einer) gibt es nun mal Grenzen. Der Gitarrist muss genauso oft Parts weglassen, wie das Keyboard, der Drummer muss ggf. Percussion kompensieren. Erst wenn wir sehen, dass aus dem Song etwas werden könnte, fangen wir auch an, die Sounds anzupassen. Da kann es schon mal vorkommen, dass den Kollegen mein Synthsound nicht gefällt, die Orgel etwas dreckiger, das Piano nicht genug Presence hat usw. Genauso wird mit dem Drummer diskutiert, ob er anstelle 16tel auf der HiHat nicht 8tel auf dem Ride-Becken spielt. Genau in diesen Fällen bewegen wir usn eher vom Original weg, bringen das in eine Richtung, wie es uns gefällt.
Und genauso, wie niemand von mir erwartet, dass ich mir für irgendeinen Song einen bestimmten Synthesizer zulege, und sei es nur als VSTi, genausowenig würde jemand vom Gitarristen erwarten, dass er sich für einen bestimmten Song eine spezielle Gitarre oder Effekt oder Amp zulegt - 'Also den Queen Song den kannst Du mir mit der Red Special, einem Vox (am besten gleich drei) und Roland Bandecho spielen'
Genauso legt sich der Bassmann nicht 5 Bässe und drei Amps zu, und ich vergaß: Für den Song braucht man unbedingt ein Ludwig Drumset.
Quatsch mit Soße, oder?
Und warum zum Teufel sollte man das gerade von einem Keyboarder erwarten, dass er so authentisch reproduzieren muss? Ich denke, das ist ein selbstgemachtes Problem eines Einzelnen ;)
 
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Vor allem,

es ist ja so, dass der Keyboarder in den meisten Fällen wesentlich näher dran ist, als alle anderen. Da juckt es nur keinen. Gezerrte Gitarre und alle sind glücklich. Egal wie die klingt.
 
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Also zumindest bei der Gitarre kann ich das von mir nicht behaupten. Da erwarte ich schon eine gewisse Ähnlichkeit von meinem Gitarristen und nicht einfach irgendeine Zerre.
 
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Ich meinte da auch eher den "allgemeinen" Anspruch als unseren.

In den Handelsüblichen Coverbands macht sich kaum einer die Mühe, den Sound pro Song anzupassen.
 
Es gibt Probenmitschnitte, aber ich bin nicht autorisiert, die ins Internet zu stellen.

Für Aufnahmen einzelner Sounds müßte ich erst in den Probenraum fahren (Distanz mindestens eine halbe Stunde pro Richtung, wenn nicht gerade SEV ist) und da dann entsprechendes Recording-Equipment installieren. Ich kann kaum bis keine Sounds zu Hause demoen.
Es bestätigt sich langsam mein Eindruck, dass dein vermeintlich hoher Anspruch im Endeffekt nichts weiter ist als eine Ausrede, die erklärt, warum man "noch nicht" fertig ist. Ich kenne das von einem Kollegen, der in seiner wissenschaftlichen Karriere genug Material für mindestens drei vollständige Doktorarbeiten "erwirtschaftet" hat. Selbst wenn er der Prüfungskommission das als Loseblattsammlung auf den Tisch knallen würde, würde das dicke für ein summa cum laude reichen. Aber er drückt sich seit 10 Jahren (ungelogen) vor dem Zusammenschreiben, weil keines der Themen in seinen Augen "abschließend und vollständig" behandelt ist.

Dann muß ich allerdings auch sagen, dann kann es durchaus passieren, daß ich noch länger zum Soundbau brauche als ihr, weil ich mich in Details verliere, die mich stören.
...
Selbst wenn ich dazu kommen sollte, ein paar hinreichend vorzeigbare Sounds aufzunehmen, wird das nicht sehr bald sein.
Das, lieber Martman, ist aber dann definitiv der Punkt, wo man sagen muss: wenn in den über 10 Jahren, die du nun hier schon von der ganz hohen Kanzel über andere herziehst, die sich mit "Romplern" begnügen und den nächstbesten Sound hernehmen etc., wenn da nicht wenigstens ein Schnipselchen Audiomaterial irgendwo entstanden ist, wo du selbst auch nur zu 90% sagst "so in etwa", dann kann ich dich nicht ernstnehmen. Wenn alles, was von dir kommt, Ausflüchte sind, warum es leider keine Aufnahmen gibt, dann solltest du vielleicht etwas kleinere Brötchen backen, wenn es darum geht, anderen deinen Anspruch überzustülpen bzw. denen, die diesen nicht teilen, indirekt Dilettantismus vorzuwerfen... Sprich: du reitest ein ganz schön hohes Ross.
 
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Also bei uns läuft es in der Coverband (zum Glück!) eher anders: Wenn wir uns auf einen neuen Song geeinigt haben, bereitet sich erst einmal jeder selber drauf vor. Der eine mehr, der andere weniger, zumindest so weit, dass wir den Song anspielen können, um zu sehen, ob er uns überhaupt liegt, ob was draus werden kann.
Da wird's dann schon häßlich, wenn der (oder einer der) Keyboarder derart komplexe Parts hat, daß er schon einen Riesenaufwand vorab hat, damit er überhaupt das spielen kann, was er spielen will, damit dann der Rest der Band sieht, was er zu spielen vorhat – und die Band dann entscheidet, daß der Song nicht gespielt wird.

Wir hatten auch schon den Fall, daß ein für mich ziemlich komplexer Song, den ich sogar nach meinem eigenen Anspruch auftrittsreif (!) hatte, gestrichen wurde, weil der Bassist damit nicht klarkam. Und den hätte ich hier vorstellen können, aber einige markante Parts von mir hätten kaum Aussagekraft gehabt ohne Bandkontext (z. B. ohne gleichzeitiges Spiel des Gitarristen).

Und warum zum Teufel sollte man das gerade von einem Keyboarder erwarten, dass er so authentisch reproduzieren muss? Ich denke, das ist ein selbstgemachtes Problem eines Einzelnen ;)
Entweder ist es notwendig im Rahmen des Gesamtkonzepts der Band.

Oder – in meinem Fall – der Keyboarder ist nicht nur ein Dienstleister für den Veranstalter und fürs Publikum und für den Rest der Band, sondern er macht Musik auch für sich und will selbst damit zufrieden sein.

wo du selbst auch nur zu 90% sagst "so in etwa"
Problem an dieser Stelle: Meine 90% sind für andere Leute schon mindestens 99,9%. Um also nach meinen Maßstäben zu 90% "so in etwa" zu erreichen, muß ich etwas bauen, was sehr viele andere Hörer vom Original überhaupt nicht mehr unterscheiden können. Dann sind vielleicht meine 90% erreicht.

Problem Nr. 2: Ich kann nicht ausschließen, daß einige von euch tatsächlich noch genauer hinhören als ich, an das, was ich hier abliefere, noch höhere Maßstäbe ansetzen als ich – und nur darauf warten, es verreißen zu können. Um die zufriedenzustellen, muß ich beispielsweise Filtercharakteristiken verändern können (z. B. die etwas sehr kräftig zupackenden Filter des Virus zähmen und abschwächen, damit sie charakterlich mehr z. B. in Richtung Roland Juno-6/60/106 gehen – das Problem hatte ich gestern abend tatsächlich, und es war frustrierend).


Martman
 
Da wird's dann schon häßlich, wenn der (oder einer der) Keyboarder derart komplexe Parts hat, daß er schon einen Riesenaufwand vorab hat, damit er überhaupt das spielen kann, was er spielen will, damit dann der Rest der Band sieht, was er zu spielen vorhat – und die Band dann entscheidet, daß der Song nicht gespielt wird.

Hatte ich auch schon fallweise. Muss man leider damit leben.

Um die zufriedenzustellen, muß ich beispielsweise Filtercharakteristiken verändern können (z. B. die etwas sehr kräftig zupackenden Filter des Virus zähmen und abschwächen, damit sie charakterlich mehr z. B. in Richtung Roland Juno-6/60/106 gehen – das Problem hatte ich gestern abend tatsächlich, und es war frustrierend).

Den Virus kann man dafür auch eher vergessen mMn. Deswegen ist der bei mir auch wieder raus geflogen, weil ich genau dieses Problem ebenfalls hatte.
 
..., wenn der (oder einer der) Keyboarder derart komplexe Parts hat, daß er schon einen Riesenaufwand vorab hat, damit er überhaupt das spielen kann, was er spielen will, damit dann der Rest der Band sieht, was er zu spielen vorhat – und die Band dann entscheidet, daß der Song nicht gespielt wird.
Ich glaube, du hast meinen Ansatz nicht verstanden: Bevor wir uns an die Detailarbeit machen, testen wir erst einmal, ob der Song generell für uns geeignet ist, ob wir den gesanglich hinbekommen, ob wir den Song zum Grooven bekommen usw. Und hierfür müssen die Sounds alles andere als perfekt sein.

Beispiel 1: Don Henley - Boys of Summer, da ist jede Menge Keyboard drin. Aber zum Anspielen nehme ich einen E-Piano-mäßigen Synthsound in der rechten Hand für die durchlaufende Melodie, spiele im Refrain mit der linken Hand eine Orgel dazu, das reicht erst einmal völlig. Die Synthbläser-Einwürfe, die ganzen Flächensounds sind erst einmal komplett über, wenn man nur mal mit dem Song starten möchte.

Beispiel 2: Earth, Wind & Fire - Boogie Wonderland, eher eine Herausforderung, was die Reproduktion der Bläser auf dem Keyboard angeht, wenn man keine echten Bläser dabei hat. Da hätte ich einiges an Vorarbeit, um einige markante Bläsereinwürfe rauszuhören, würde dann aber mit einem glockanartigen E-Piano-Sound in der linken Hand und einem eher standard Brass-Sound in der rechten Hand an den Start gehen.

Für beide Beispiele würde ich vielleicht 10min für das Erstellen eines Setups benötigen. Alles weitere kommt dann später, und hängt davon ab, ob wir weitere Arbeit in den Song stecken wollen, und worauf wir uns einigen, welche Parts weggelassen werden, welche ggf. hinzugenommen werden.

Problem an dieser Stelle: Meine 90% sind für andere Leute schon mindestens 99,9%. Um also nach meinen Maßstäben zu 90% "so in etwa" zu erreichen, muß ich etwas bauen, was sehr viele andere Hörer vom Original überhaupt nicht mehr unterscheiden können. Dann sind vielleicht meine 90% erreicht.
Jetzt wirst Du arrogant - sorry, wenn ich das mal so direkt schreiben muss.

Problem Nr. 2: Ich kann nicht ausschließen, daß einige von euch tatsächlich noch genauer hinhören als ich, an das, was ich hier abliefere, noch höhere Maßstäbe ansetzen als ich – und nur darauf warten, es verreißen zu können. Um die zufriedenzustellen, muß ich beispielsweise Filtercharakteristiken verändern können (z. B. die etwas sehr kräftig zupackenden Filter des Virus zähmen und abschwächen, damit sie charakterlich mehr z. B. in Richtung Roland Juno-6/60/106 gehen – das Problem hatte ich gestern abend tatsächlich, und es war frustrierend).
Angst vor der Muckerpolizei? Dann dürftest Du auch nicht auf die Bühne gehen. Hier im Board bekommst Du wenigstens produktives Feedback.
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Ich meinte da auch eher den "allgemeinen" Anspruch als unseren.
In den Handelsüblichen Coverbands macht sich kaum einer die Mühe, den Sound pro Song anzupassen.
Da muss ich mal unseren Gitarristen loben. Er ist da sehr pedantisch, und ich weiß nicht, wie viel Zeit und Arbeit er letztlich in die Programmierung seiner Sounds steckt. Er hat für jeden Song den in meinen Augen perfekten Sound, meistens sehr nah am Original, arbeitet auch viel mit Tremolo- oder Rotary-Effekt, und sehr gerne nutzt er Harmonizer, und wenn es nur für kurze Passagen ist, wie z.B. die letzten beiden Takte des Solos von 'Hold the Line'. Und er hat auch verschiedene Gitarren, die er gezielt für bestimmte Songs einsetzt. Aber er nutzt weder authentisches Equipment (sein Röhrenamp ist selbstgebaut) und auch keine Modelling-Technik. Seit kurzem eine DI-Box mit IR Simulation, mit der er aber lediglich die Nachbildung der Speaker in seiner 2x12er Box und Abnahme über ein MD441 (glaube ich zumindest) simuliert.

Neulich war ich mit meinem Bruder im Auto unterwegs und da hatte sich in meine Playlist ein Probebmitschnitt von 'Owner of a Lonely Heart' geschmuggelt. Mein Bruder - selbst Gitarrist - war fest der Meinung, dass das Gitarren-intro gesampelt gewesen wäre...
 
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Problem an dieser Stelle: Meine 90% sind für andere Leute schon mindestens 99,9%. Um also nach meinen Maßstäben zu 90% "so in etwa" zu erreichen, muß ich etwas bauen, was sehr viele andere Hörer vom Original überhaupt nicht mehr unterscheiden können. Dann sind vielleicht meine 90% erreicht.

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Oje Oje, mal eben in einem Satz das gesamte Tastenforum vor den Kopf stoßen. :weird:

Ich weiß schon warum ich mich bisher nicht groß aktiv an dieser Diskussion beteiligt habe, es führt zu nichts ausser beschleunigtem Puls.

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Problem Nr. 2: Ich kann nicht ausschließen, daß einige von euch tatsächlich noch genauer hinhören als ich, an das, was ich hier abliefere, noch höhere Maßstäbe ansetzen als ich – und nur darauf warten, es verreißen zu können. Um die zufriedenzustellen, muß ich beispielsweise Filtercharakteristiken verändern können (z. B. die etwas sehr kräftig zupackenden Filter des Virus zähmen und abschwächen, damit sie charakterlich mehr z. B. in Richtung Roland Juno-6/60/106 gehen – das Problem hatte ich gestern abend tatsächlich, und es war frustrierend).

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Naja, Mut zur Lücke. Deine 90% sind doch meine 99,999999%. Was soll da schon passieren? Ich höre das ja eh nicht. :opa:

Ich meinte da auch eher den "allgemeinen" Anspruch als unseren.

In den Handelsüblichen Coverbands macht sich kaum einer die Mühe, den Sound pro Song anzupassen.


Also man muss auch mal eine Lanze für die Saitenfraktion brechen. In Zeiten eines Kemper-Amps ist das Vier-Sound-Setup - Clean, Crunch, Zerre und Funky (und Funky bekommst du auch nur bei Funky-Gitarristen) - zum Glück etwas seltener geworden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Also man muss auch mal eine Lanze für die Saitenfratkion brechen. In Zeiten eines Kemper-Amps ist das Vier-Sound-Setup - Clean, Crunch, Zerre und Funky (und Funky bekommst du auch nur bei Funky-Gitarristen) - zum Glück etwas seltener geworden.

Einer der wenigen guten Entwicklungen für Coverbands angesichts der plasikverseuchten Populärmusik heutzutage; variablere Gitarrensounds, weils ohne oft nicht mehr geht.


Was die Diskussion angeht; Groundhog Day in seiner pursten Form. Aber schöne Details, pro Debatte immer ein Aspekt mehr in der Debatte.
 
Da wird's dann schon häßlich, wenn der (oder einer der) Keyboarder derart komplexe Parts hat, daß er schon einen Riesenaufwand vorab hat, damit er überhaupt das spielen kann, was er spielen will, damit dann der Rest der Band sieht, was er zu spielen vorhat – und die Band dann entscheidet, daß der Song nicht gespielt wird.
Bei der ersten Probe kann ich gerade mal die Akkorde und ein paar markante Stellen... Außer, wir wissen schon ganz sicher, der Song muss rein. Wenn man da mehr macht kann ich nur sagen: Selber Schuld. Kommunikation ist das wichtigste und nicht nur in der Band. Das sollte man dann eben vorher klären.

Problem an dieser Stelle: Meine 90% sind für andere Leute schon mindestens 99,9%. Um also nach meinen Maßstäben zu 90% "so in etwa" zu erreichen, muß ich etwas bauen, was sehr viele andere Hörer vom Original überhaupt nicht mehr unterscheiden können. Dann sind vielleicht meine 90% erreicht.

Problem Nr. 2: Ich kann nicht ausschließen, daß einige von euch tatsächlich noch genauer hinhören als ich, an das, was ich hier abliefere, noch höhere Maßstäbe ansetzen als ich – und nur darauf warten, es verreißen zu können. Um die zufriedenzustellen, muß ich beispielsweise Filtercharakteristiken verändern können (z. B. die etwas sehr kräftig zupackenden Filter des Virus zähmen und abschwächen, damit sie charakterlich mehr z. B. in Richtung Roland Juno-6/60/106 gehen – das Problem hatte ich gestern abend tatsächlich, und es war frustrierend).

Eigentlich bin ich dagegen, dass man so frech ist... aber ich habe ehrlich gesagt noch nicht einmal meine 80% von dir gehört.... da würde ich mich schon drüber freuen und meine Ansprüche liegen deutlich unter dem, was du hier ständig propagierst würde ich sagen. Also gibt mir einfach und einfach mal Futter.... und das es von anderen vielleicht zerrissen wird (das machen wir doch schon, oder nicht?) hast du leider selber zu verantworten.
 
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Oder – in meinem Fall – der Keyboarder ist nicht nur ein Dienstleister für den Veranstalter und fürs Publikum und für den Rest der Band, sondern er macht Musik auch für sich und will selbst damit zufrieden sein.
Martman, jetzt wird es wirklich FRECH, ARROGANT und ÜBERHEBLICH: Wir alle sind Musiker, die Musik (auch, wenn nicht sowieso ausschließlich) für sich selbst machen und damit zufrieden sein wollen. Aber genau das ist das Problem mit Dir: Alle anderen außer Dir sind natürlich nur Mietmucker, die mit Kunst nix am Hut haben und nur der Kohle wegen mit der Tischhupe auf die Bühne gehen.

Problem an dieser Stelle: Meine 90% sind für andere Leute schon mindestens 99,9%. Um also nach meinen Maßstäben zu 90% "so in etwa" zu erreichen, muß ich etwas bauen, was sehr viele andere Hörer vom Original überhaupt nicht mehr unterscheiden können. Dann sind vielleicht meine 90% erreicht.

Problem Nr. 2: Ich kann nicht ausschließen, daß einige von euch tatsächlich noch genauer hinhören als ich, an das, was ich hier abliefere, noch höhere Maßstäbe ansetzen als ich – und nur darauf warten, es verreißen zu können. Um die zufriedenzustellen, muß ich beispielsweise Filtercharakteristiken verändern können (z. B. die etwas sehr kräftig zupackenden Filter des Virus zähmen und abschwächen, damit sie charakterlich mehr z. B. in Richtung Roland Juno-6/60/106 gehen – das Problem hatte ich gestern abend tatsächlich, und es war frustrierend).

Bla bla - Ausreden, Ausreden, Ausreden. Dann liefer mal deine 70% oder 80% ab. Liefer überhaupt mal was ab, außer das Zepter über andere oder große Reden zu schwingen.

Eigentlich bin ich dagegen, dass man so frech ist... aber ich habe ehrlich gesagt noch nicht einmal meine 80% von dir gehört.... da würde ich mich schon drüber freuen und meine Ansprüche liegen deutlich unter dem, was du hier ständig propagierst würde ich sagen. Also gibt mir einfach und einfach mal Futter.... und das es von anderen vielleicht zerrissen wird (das machen wir doch schon, oder nicht?) hast du leider selber zu verantworten.
So ist es. Glashaus - Steine und so weiter. Bzw. bei dir muss man sagen, du sitzt nicht nur im Glashaus und wirfst Steine, du stehst im Glaspalast unter Flutlicht und wirfst mit Handgranaten um dich.
Sorry, ich bin raus. Das ist echt albern hier. Wir werden in 20 Jahren noch nichts von dir gehört haben.
 
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Irgendwie wärs eh cool, wenn wir wieder konstruktives zum Thema diskutieren könnten. Ich dachte eigentlich Martman hätten wir schon vor Jahren abgehandelt, aber das dreht sich doch immer wieder im Kreis. Groundhog Day triffts ganz gut. :rolleyes:

Ich bin auf jeden Fall froh, dass er da ist, auch wenn ich in diesem Fall nie mit ihm einer Meinung bin und war. Einiges hätte ich auch nicht ganz so schlimm verstanden wie manche hier, und ich glaube er meint das nicht so böse wie es im Internet im geschriebenen Wort rüber kommt. Ich denke das konkret führt jetzt zu nichts mehr...diese hitzige Diskussion hatte ich schon vor Jahren mit Martman und habe damit abgeschlossen.

Bei der ersten Probe kann ich gerade mal die Akkorde und ein paar markante Stellen... Außer, wir wissen schon ganz sicher, der Song muss rein. Wenn man da mehr macht kann ich nur sagen: Selber Schuld.

Jep, mittlerweile mach ich das auch mehr oder weniger so.

Da muss ich mal unseren Gitarristen loben. Er ist da sehr pedantisch, und ich weiß nicht, wie viel Zeit und Arbeit er letztlich in die Programmierung seiner Sounds steckt.

Ja, da bin ich auch verwöhnt und genieße das sehr. Auch haben wir mittlerweile beide schon ein ganz gutes Gespür, uns soundtechnisch nicht in die Quere zu kommen.
 
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