Workstation oder PC?

Alderaan
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Hallo, liebe Experten!

Stehe vor der Entscheidung Workstation oder PC.
Tendiere eigentlich zu PC & Masterkeyboard, weil ich Samples spielen möchte, aber auch längere Musikstücke aufnehmen und verspreche mir mit großem Monitor dafür ein besseres Handling. Habe aber neulich einen Korg Kronos gehört und bin beeindruckt von der fast schon dramatischen Klangfülle. Kann ich Klänge solcher Qualität auch per Samples bekommen? Der PC wird unterm Strich vielseitiger sein?

Gruß vom Alderaan!
 
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Software hat ne Menge Vorteile gegenüber einer Keyboard-Hardware. Natürlich auch ein paar Nachteile.
Das Keyboard schmeißt Du an, und kannst loslegen. Die heutigen Keyboards haben in der Regel Flash-Samplespeicher, d.h. die nachträglich reingeladenen Samples sind beim Einschalten auch sofort verfügbar (Zumindest bei Kurzweil - PC3K und Forte ist das so, beim Kronos sicher auch).
Den Rechner musst Du erst hochfahren, dann die Software starten, und das Projekt öffnen, wobei dann erst die Samples in den Speicher geladen werden. Das dauert schon mal länger. Dafür kannst Du den Rechner einfacher und schneller aufrüsten, bist in der Auswahl der verschiedenen Sound-Erzeuger flexibler, bist auch mobiler (so fern Du ein Laptop nutzt), weil Du nicht die komplette Tastatur mitschleppen musst, sondern im Prinzip jedes Midifähige Keyboard verwenden kannst.
Von der Betriebssicherheit ist die Keyboard/Workstation-Lösung immer noch besser, wobei sich da in den letzten Jahren schon ne Menge verändert hat.
Persönlich kann ich da nur für Apple Macbook sprechen, auf das ich mich ziemlich gut verlassen kann. Mit einer Windows basierten Lösung würde ich mich zumindest nicht auf die Bühne trauen. Zu Hause wäre das weniger bedenklich.
 
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Der PC wird unterm Strich vielseitiger sein?
So ist es. Aber wie mein Vorredner schon sagte: "Einschalten und Los" geht mit dem Rechner nicht. Man muss jeden Furz anlegen und vorbereiten. Das ist deutlich weniger intuitiv als eine Workstation und lädt entsprechend wenig zum "einfach mal daddeln" ein.
 
...Man muss jeden Furz anlegen und vorbereiten. Das ist deutlich weniger intuitiv als eine Workstation und lädt entsprechend wenig zum "einfach mal daddeln" ein.
Da würde ich sagen JEIN... kommt wohl auch auf die verwendete Software an.
Generell muss ich sagen, dass ein Kronos zum Hochfahren gefühlt deutlich länger braucht als mein Laptop (hab im Geschäft mal einen angespielt und war erschrocken).
Was das 'daddeln' angeht, und Soundschrauben angeht, finde ich die Softwarelösung eigentlich angenehmer, weil übersichtlicher - am Monitor zu werkeln ist doch was anderes als auf einem Display.
 
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Generell muss ich sagen, dass ein Kronos zum Hochfahren gefühlt deutlich länger braucht als mein Laptop (hab im Geschäft mal einen angespielt und war erschrocken).

Wenn du deinen Laptop bzw. deinen VST Host genauso mit Instrumenten vollknallen würdest wie den Kronos, würdest du sicher auch eine ganze Weile warten müssen, bis du spielbereit bist. Klar... ein leeres MainStage-Konzert ist schnell geöffnet.

Was das 'daddeln' angeht, und Soundschrauben angeht,
Und das unterscheide ich. Fürs Soundschrauben stimme ich dir zu. Beim "daddeln" (=sich hinsetzen, anschalten und ein bisschen rumprobieren und einfach jammen) hat meiner Meinung nach die Workstation klar die Nase vorn. Da muss ich nicht erst das ModWheel auf den CutOff legen... oder Split & Layer-Zonen anlegen. Das ist da alles fertig oder mit sehr wenig Handgriffen erledigt. Da hat konzept-bedingt jeder VST-Host Nachteile.
 
Kann ich Klänge solcher Qualität auch per Samples bekommen?
Kronos kann Samples und Synthesizer.
Computer kann Samples und Synthesizer.
Kronos ist ein spezialisierter Computer mit eingebauter Tastatur.
Aber mit einem kleineren Bildschirm und mit einem einfacheren Sequencer.
Auf einem "normalen" Computer kann man alle mögliche Software und Sound Libraries benutzen.
Auf dem Kronos nur das, was drin ist, bzw. nur spezielle Libraries. Oder selber Samples reinladen und Programme erstellen.
Man kann aber auch kombinieren: Kronos für das, was er kann, und einen Computer für das, was ein Computer besser kann.
 
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@FantomXR: Da sind wir doch fast einer Meinung - ist lediglich eine Definitionssache, was man unter "daddeln" versteht. Und mit
Wenn du deinen Laptop bzw. deinen VST Host genauso mit Instrumenten vollknallen würdest wie den Kronos...
da hast du sicher Recht. Erschrocken bin ich beim Kronos trotzdem, weil ich das bisher noch bei keinem Instrument vorher so erlebt hatte...
Ich war bislang gewohnt, dass ein Keyboard (auch eine Workstation) nach dem Einschalten relativ schnell "da" ist, was ich immer als einen der Vorzüge bei "richtigen" Keyboards gesehen habe - gerade wenn es um "daddeln" (nach deiner Definition geht).
Wenn ich mich schnell mal hinsetzen und ein bisschen klimpern will, ist so ein langer Startvorgang nicht förderlich (egal ob PC oder Über-Workstation).
 
Hast du dich mal an den GrandStage gesetzt? DA war ich erschrocken. Das ist ein StagePiano... und die Kiste braucht wirklich ewig (eben dafür, dass es "nur" ein StagePiano ist).

Sind scheinbar alles "nur noch" PCs, die eben ihre Zeit brauchen.
 
Hui, da entspannt sich ja eine lebhafte Diskussion:). Cool. Ich will mich jetzt erstmal wieder auf Homerecording konzentrieren, da spielt das Thema "Schleppen" oder "System-Stabilität auf der Bühne" keine Rolle.

Ich bin da absolut noch Neuling in dem Thema und deshalb die naive Frage, ob die Samples für PC die gleiche Klangqualität erreichen. Und muss ich für jeden Sample-Hersteller ein eigenes Abspielprogramm haben? Und ich würde auch gerne einen Vocoder nutzen, das gibts wahrscheinlich auch als Progranmm? Bevor ich euch mit Grundfragen-Details löchre, evtl. ein Link auf eine entsprechende Seite?

Gruß vom Alderaan!
 
Nen Link auf eine Seite, wo das alles erklärt wird, kenne ich auch nicht.

Vorweg, ich mache relativ wenig mit customized Samples. Meinen letzten Hardware-Sampler, einen Yamaha A3000 habe ich erst kürzlich verscherbelt, weil ich ihn nicht nutze. Ich verwende hier und dort mal einen Loop, einen Soundschnipsel, einen OneShot - mehr nicht. Und die erstelle ich mir i.d.R. selber, indem ich sie entweder aus einem original Song heraus schneide, oder ich suche mir in den unendlichen Tiefen der frei verfügbaren Sound Libraries im Netz einen geeigneten Sound, i.d.R. WAV-Format. Dafür brauchst Du nicht unterschiedliche Abspielprogramme. Jedes das ich kenne, kann WAV-Formate verarbeiten.

Zum Thema Klangqualität der Samples bzw. Unterschied wäre meine Antwort erst einmal nein. Eingefleischte Freaks beharren zwar bestimmt immer noch darauf, dass Samples auf einem AKAI 3000 nicht zu schlagen sind, von wegen ganz bestimmte Wandler mit speziellem Klangcharakter bla bla bla, oder das es unbedingt ein EMU xyz sein muss. Ich behaupte, das ist alles Blödsinn. Es kommt sicherlich darauf an, was Du machen willst. Willst Du Samples als Soundsschnippsel, Loops, Phrase etc. nutzen? Oder willst Du sie aufwendig bearbeiten? Es gibt ja kaum noch Leute, die sich aufwendig irgend ein Instrument samplen, wobei ich da das gesamte Klangspektrum dieses Instrument meine, mit verschiedenen Layern und Velocitystufen bis hin zum Erstellen einer aufwendigen Keymap um dann diesen Sound wie z.B. einen Piano-Sound zu nutzen.
Ich würde sogar behaupten, dass selbst hier eine PC basierte Lösung, also Software und Hardware eher noch Vorteile hat, weil bessere und komfortablere Editoroberfläche, keine Limits, was Speicherkapazität angeht usw.

Vocoder auf Software Basis gibt's auch. Ich hab mir mal 'The Mouth' von Native Instruments gekauft, bin aber noch nicht dazu gekommen, es einzusetzen.
 
Das liegt zwar neben dem eigentlichen Thema, aber um der Korrektheit willen...
Eingefleischte Freaks beharren zwar bestimmt immer noch darauf, dass Samples auf einem AKAI 3000 nicht zu schlagen sind, von wegen ganz bestimmte Wandler mit speziellem Klangcharakter bla bla bla, oder das es unbedingt ein EMU xyz sein muss. Ich behaupte, das ist alles Blödsinn.
Es ist tatsächlich kein Blödsinn. Ich habe einen EMU ESI32 Sampler und dieselben Bibliotheken im Akai und Soundfont Format.
Den letzten beiden fehlt (logischerweise) die umfangreiche Programmierung für die original Engine, da sind nur die Rohsamples und velocity-switches gleich, Hüllkurven, Filter etc fehlen. Das klingt deutlich flacher.
Auf dem Sampler kann man sich die Programmierung im Detail ansehen - ich war ziemlich geschockt mit welcher Akribie diese Sounds bearbeitet waren.

Das habe ich auch mal umgekehrt erlebt:
ein wirklich gutes Soundfont Piano Sample in einen Akai kompatiblen Software Sampler geladen.
Von der ganzen Pracht war nichts mehr übrig. Der Soundfont war extrem auf Filternutzung der Soudfont Engine getuned.

ps: heute aber kein Thema mehr, weil 90% der Samples im Kontakt-Format veröffentlicht werden.
 
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