Noten lesen können usw. erforderlich?

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Saranja
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Hallo an alle,
bin eine 60-jährige Frau, die schon länger in Bands singt. In meiner aktuellen Band fehlt ein Basser, so dass ich mich entschlossen habe, das mal zu versuchen (ich habe null Ahnung, kann 3 Gitarrengriffe auf der Akkustik-Gitarre und bin nie über diesen Status hinausgekommen).
Meine Jungs haben mir jetzt erfreut einen Bass mit nachhause gegeben und ich versuche mich mit Online-Kursen, was recht gut funktioniert. Das alles ist erst paar Wochen her und meine Leute meinten, ich solle doch schon mal gleich ein Stück mitspielen, was ich zuerst entsetzt
abgelehnt habe (natürlich geht es nur um Proben ;) ). Aber man zeigte mir 4 Noten zum Greifen, die zu einem Stück passten, und ich spielte mit. Da ich sehr gut höre, wann ein Wechsel ist bzw. was wozu passt, hat das recht gut funktioniert zu meinem großen Erstaunen!
Meine Frage ist jetzt - muss ich zwingend Noten kennen? Ich kann Noten auf dem Blatt lesen (hatte als Kind Klavierunterricht und Gesangsunterricht), aber ich weiß nicht, wo die jeweils auf dem Bass sind. Natürlich könnte ich den Sitz der jeweiligen Noten auf den jeweiligen Saiten
schlichtweg auswendig lernen, aber muss man das zwingend können?
Oder anders gefragt - welche Möglichkeiten der Darstellung gibt es für mich, damit ich weiß, welche Noten ich zu welchem Stück spiele?
Ich hoffe, ich habe mich einigermaßen klar ausgedrückt... ;)
Danke an alle und ... hoffe auf Tipps:great:
 
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Moin Saranja,

willkommen im Team und Gratulation, dass du dich zum besten aller Instrumente entschieden hast :)

Zu deinen Fragen:

- nein, du musst nicht zwingend Noten lesen können. Das können hier beileibe nicht alle, da gibt es andere Möglichkeiten.

- ich bevorzuge beispielsweise Leadsheets, d.h. Zettelchen, auf denen steht, welcher Akkord wieviele Takte gespielt wird. Das reicht, um eine sinnvolle Bassbegleiting spielen zu können (https://de.wikipedia.org/wiki/Leadsheet)

- Ja, du musst unbeding wissen welcher Ton auf jeder Saite wie heisst. Das ist Grundvoraussetzung, um mit anderen über Musik reden zu können und das Besprochene umzusetzen. Auswändig lernen, machen, tun, beim Üben laut sagen, was man grad spielt (E-E-E-E-A-cis-E ...). Das kommt mit der Zeit. musst du ja nicht Morgen vorführen.

- einige Grundlagen in Harmonielehre sind seeeeehhhhhrrrr (!!!) hilfreich. Google mal nach "triad bass" - wenn du das 'drauf hast bist du für 90% der Spielsituationen gerüstet. Und das ist wirklich nicht kompli.

- der Drummer ist dein Freund (!). Hör zu, was der Drummer spielt und versuche, dich da rhythmisch einzulocken. Für den Anfang - hör auf die Bassrum und versuche, das gleiche Pattern zu spielen ....


Viel Spaß und gutes Gelingen!

Tom
 
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Hallo und willkommen im MB,

erst mal alle Achtung! Ich kann zwar nicht wirklich nachfühlen, wie es als absoluter Instrumental-Laie ist, aber sich zu dem Zeitpunkt noch an sowas 'von Grund auf' ranzutrauen, nötigt mir schon einen gewissen Respekt ab!
Grundsätzlich muß man vermutlich für kein Instrument Noten kennen, es hilft aber schonmal, wenn man weiß, wie die Grundtöne der Saiten heißen und wo in dem Zusammenhang zB das G oder das C ist. Ich persönlich übe die meisten Stücke nach Hören, dh ich spiele mir das Stück über Kopfhörer vor und spiele dann dazu.. dazu brauche ich keine Noten. Was man über dieses Verfahren nicht lernt sind Grifftechniken, Anschlagtechniken, Dämpfungsmethoden etc. Insofern würde ich vorschlagen, mal zumindest ein paar Stunden bei einem Basslehrer zu verbringen, bevor man sich irgendwelche Sünden angewöhnt hat, die wieder schwer loszuwerden sind.
 
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Tabulaturen sind eine sehr einfache und zugängliche Art, Noten zu transkribieren, ohne Noten zu können. Das reicht völlig aus.
Alternativ - wie schon erwähnt - Leadsheets.

Du MUSST aber auf jeden Fall lernen, wo die Noten auf dem Griffbrett liegen, wobei man das im Laufe der Zeit eigentlich gar nicht NICHT lernen kann. ;)
 
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Hallo ihr Lieben,
vielen Dank für die Tipps.
Dann werde ich wohl nicht umhin kommen, den Sitz der einzelnen NOten auswendig zu lernen. Danke !
 
Ich spielte mal in einer Amateur Big Band, bei der die E-Bassistin keine Noten lesen konnte. Sie hörte sich den Bass aus den Originalaufnahmen heraus (z.B. Bob Mintzer) und spielte ihre Stimme wirklich gut.
Soll heißen - es geht. :)

Allerdings ist Notenlesen lernen eigentlich eine Kleinigkeit, wenn man es mit dem Anfang auf einem Instrument verbindet und übt.
Meine Lieblings-Anfängerschule ist eigentlich für Walking Bass, aber man lernt mit ihr das wesentliche, nämlich die gut klingende Verbindung von Akkorden. Der zweite Band ist fortgeschritten und für dich nicht unbedingt relevant.
Ed Friedland, Building Walking Bass Lines
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Vom gleichen Autor gibt es auch eine komplette Bass-Schule für den Einstieg in notiertes Bass-Spiel, die ich aber nicht näher kenne:
Ed Friedland, Hal Leonard Bass Method Complete Edition Second Ed Bk/3Cd

Einen Tip habe ich: übe mit Metronom. Bass-Spieler sollten rhythmisch präzise sein und die Zeit halten können. In der Band ist der Schlagzeuger für dich entscheidend - aber zum "Zusammenspielen", nicht zum "Dranhängen".

Gruß Claus
 
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Ach komm, so schlimm ist das nicht. (1) Du kannst Noten lesen. (2) Du hast musikalische Erfahrung. (3) Vermutlich spielt Ihr keine Bebop-Prog-Rock-Mischung, sondern etwas Erdverbundeneres, sonst hätte das am Anfang mit den vier Noten nicht geklappt.

Du wirst am Anfang nicht das ganze Griffbrett brauchen, sondern da reicht die I. Lage. (Ich weiß, dass viele das anders sehen und gerne in der V. Lage oder so anfangen, aber wenn ich auf dem Bass nicht die tiefen Töne nutzen möchte, dann brauche ich auch keinen. Basta:)) Das sind dann 4 Saiten x 5 Töne = 20 Töne, von denen auch noch nicht mal alle brauchst. Und die sind dann auch noch logisch angeordnet, je Bund ein Halbton. Das kennst Du auch vom Klavier.

Das Situation ist also überschaubar, der Rest kommt mit der Erfahrung. Und mit dem Spaß.
 
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Hi rw,
ja da hast wohl Recht. Ich hab mir auch schon Gedanken gemacht, ob ich wirklich das komplette Spektrum brauche, und ich denke, NEIN.
Da meine Band tatsächlich schon dankbar ist für jegliche "tiefe" Unterstützung und auch keine komplizierten Bass-Melodien erwartet, könnte das hinkommen.
Gibt es denn IRGENDWO zu Songs die passenden Bass-Noten (also tatsächlich auch als Noten "g", "a" usw. geschrieben) abzulesen? Für Gitarren steht immer alles da, aber für Bass?
Dann könnte ich nämlich mal in meinem Musikkeller (hab da da ganze Equipment mit Verstärker, Mischpult, Mikro, PC) nen Song laufen lassen und dazu Bass probieren.
Nur wenn ich dann ziellos auf den Saiten herumsuche, um herauszuhören, welcher Ton jeweils harmoniert, dann ist das recht aufwändig.
Ihr wisst, was ich meine? :gruebel:
 
Hallo Saranja, erst mal herzlichen Glückwunsch allein für die Idee, in einer Band Bass spielen zu wollen. Und..... keine Panik! Du hast (normalerweise) nur 4 Saiten, von denen du als Anfängerin maximal 3 brauchst. Und bei den dreien auch jeweils erst mal nur den Ton der leeren Saite und jeweils zwei andere Töne der Saite. Dann hast du schon mal alle sieben Töne zusammen, mit denen du prima loslegen kannst.

Bei den Anweisungen für die Gitarre steht eine Menge Zeugs, dass dich als Tieftönerin überhaupt nicht zu interessieren braucht. Wenn da G steht (egal, ob moll oder dur oder so kryptische Dinge wie Gsusmaj7 oder G5 oder Gmin6sub28 oder was auch immer, ist das für den Bass nur ein G und das findet sich auf der E-Saite im dritten Bund. Nimm also einfach die Songanweiseungen für die Gitarre und ignoriere jeweils alles hinter dem ersten Buchstaben.

Will sagen: Merke dir für den Anfang die Namen der ersten drei Saiten E A D.

Dann brauchst du noch folgendes: Auf der E-Saite (die erste von oben, die dickste) brauchst du den Ton der leeren Saite, den Ton im ersten Bund (F) und wie gesagt, den Ton im dritten Bund (G). Auf der A-Saite (die zweite von oben also) brauchst du das A (leere Saite) das H (erster Bund) und das C (dritter Bund). Auf der D-Saite (dritte Saite) brauchst du erstmal nur den Ton der leeren Saite, denn danach kommt schon wieder ein E.

Das waren jetzt 3 Zeilen zu merken und schon hast du für den Anfang alle Töne der C-Dur-Tonleiter zusammen. Damit kann man wunderbar anfangen.

Alles kein Hexenwerk (für den Anfang jedenfalls nicht).

Viel Spass und

keep on bassin`
 
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Hi :great:
vielen Dank für diese absolut klare Ansage!!
Es bringt ein bisschen Licht in mein absolutes Dunkel! Genau SO wollte ich das wissen, um einfach mal loslegen zu können.
Das werde ich die nächsten Tage verinnerlichen und vielleicht schon bei der nächsten Probe son bisschen meine Bandmitglieder überraschen ;)
Danke :m_git1:
 
... hat @punkadiddle schön beschrieben. Irgendwann kommen - das kennst Du vermutlich vom Klavier - noch Durchgänge dazu (vom G zurück auf's C: g - a - h - c) usw.

Nur die Aussage

Bei den Anweisungen für die Gitarre steht eine Menge Zeugs, dass dich als Tieftönerin überhaupt nicht zu interessieren braucht.

würde ich doch gerne um das Wort "anfangs" (vor "überhaupt") erweitern, das ist sonst bassschädigendes Verhalten:) Aber doch richtig, weil Du BRAUCHST es nicht, es macht aber Spaß... Und wenn man mal genau auf viele Tanz-Hits, Songs etc. guckt, passiert da auch nicht viel mehr. Viel Bass-Spezifisches wird über Rhythmik gemacht.

Ein Punkt sollte aber noch erwähnt werden: Oft wird das Singen zum Bass schwieriger empfunden, als das zur Gitarre. Da ist m.E was dran (wobei ich weder zur Gitarre noch zum Bass singen kann... - und auch nicht ohne Instrument). Nicht wundern.
 
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