Hochwertiges Mikrophon in Amateursetup sinnvoll?

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Ich beabsichtige ein paar Schnipsel parallel mit M930TS und NT1A aufzunehmen, Kapsel an Kapsel, für einen A/B Vergleich.
Eim paar Tipps hierzu:
Probiere bitte auch unterschiedliche Abstände, 30cm, 20cm umd 10cm zu den Mikros.
Wenn zeitgleiche Aufnahme dann durch die Mitte der beiden Mikros singen.
Denke bitte auch daran, jedes Mikro hat seinen Sweetspot, das Besingen der Mikros einzeln ist natürlich das Beste.
Die Aufnahmen sollten an der besten Stelle im Raum stattfinden.
Wenn nacheinander aufnehmen, dann immer in derselben Session, die Stimme verändert sich, Stichwort: die berühmte Tagesform :)

Nun kann ich nur viel Freude wünschen :)
 
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Denke bitte auch daran, jedes Mikro hat seinen Sweetspot, das Besingen der Mikros einzeln ist natürlich das Beste
Auch ausserhalb des sweetspots kann die Reaktion eines Mikros stark von Richtung, Entfernung und Einsprech- bzw Stimmintensität abhängen (also praktisch alle Parameter betroffen).
Speziell der Korb des NT1a (seinerzeit eine bewusste Design-Entscheidung) wäre da ein Thema.
 
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Ja, stimmt,
Aber außerhalb des Sweetspots betreibe ich Mikros ungerne, denn dann bin ich ja außerhalb des sweetspots, und da klingts dann gerne mau.

Gut ist, wenn das Mikro einen großen Sweetspot zu lässt (Winkel, Abstände etc.)
Dann können auch "bewegungstüchtige" Sänger gut eingefangen werden ;-)

Es gibt natürlich auch Ausnahmen, wer mal gesehen hat wie Björk oder Bono durch die Studioräume "hasten", versteht man warum es dann ab und zu ein Handheld-Mikro sein muss :-D
 
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So, jetzt habe ich mal was aufgenommen. Die Mikrophone waren folgendermaßen aufgestellt:

MicSetup.jpg


Abstand zu den Mikrophonen war ca 40 - 50 cm.

Aufgenommen habe ich Gesang aus drei Genres: Klassik, Musical und Pop.
  • Klassik: "Bella siccome un angelo" aus Don Pasquale (Donizetti)
  • Musical: "This is the moment" aus Jekyll and Hyde - The Gothic Musical (Frank Wildhorn)
  • Pop: "Angels" von Robbie Williams
An "Bella siccome un angelo" habe ich etwa eine Stunde herum gedoktort daher ist mir dann für "This is the moment" und "Angels" die Zeit ausgegangen, weswegen diese beiden First Take aus der Hüfte geschossen wurden. Man verzeihe mir Text- und eventuell auch Intonationsfehler, aber im Fokus steht ja eigentlich das Mikrophon.

Für alle drei Songs habe ich eine produzierte Mix & Master Version (MP3) und die rohen Gesangsspuren (WAV) bereitgestellt, jeweils mit dem Rode NT1A und dem Microtech Gefell M 930 TS. Die Schnipsel sind auch entsprechend benannt.

Bella siccome un angelo Mix



Bella siccome un angelo Spuren
https://www.dropbox.com/s/u29mhjaciyk4jr6/BelleSicomeUnAngelo-M930TS-consolidated.wav?dl=0
https://www.dropbox.com/s/d7d6dddijqbr62v/BelleSicomeUnAngelo-NT1A-consolidated.wav?dl=0

This is the moment Mix:



This is the moment Spuren:
https://www.dropbox.com/s/9wmbx1eevez7kpo/ThisIsTheMoment-M960TS-consolidated.wav?dl=0
https://www.dropbox.com/s/eyklt2o13m4wlvd/ThisIsTheMoment-NT1A-consolidated.wav?dl=0

Angels Mix:



Angels Spuren:
https://www.dropbox.com/s/8m1oh7dy3p0ncp6/Angels-M930TS-consolidated.wav?dl=0
https://www.dropbox.com/s/t0nyoylcgr6s7si/Angels-NT1A-consolidated.wav?dl=0


Die Gesangsspuren im Mix sind mit exakt den selben Einstellungen für EQ, Kompressor und Hall bearbeitet worden. Die Preamps waren - soweit es meine plumpen Finger zulassen - auch gleich eingestellt, denn beide Micros scheinen so ziemlich den selben Pegel zu liefern.

Jetzt bin ich gespannt auf eure Meinung.

LG Robert
 
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Ooooh, sehr spannend! Heute komme ich nicht dazu, aber Dienstag zieh ich mir alles rein. :)
 
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Hallo drowo!

Für mich recht eindeutig. In der Einzelspuren klar, aber auch sehr eindrücklich in der Spur mit dem Playback, gerade bei "Bella ...", das ist der Unterschied zwischen Amateuer und SemiPro :)
Die legendäre Schwäche des NT1 ist hier auch gut zu hören, nämlich das Zischeln der Höhen.
Interessanterweise fällt das bei "Angels" gar nicht so ins Gewicht. Ich glaube, Du magst das Rode einfach :)
Leider ist Dein Aufnahmeraum ziemlich hallig, was ich in den Aufnahmen mit Playback zunächst als seltsames Phasenphänomen interpretiert hatte.
So zusammengefasst: Das Gefell ist schon deutlich runder, weicher in den Höhen und geht mit S-Lauten viel besser um.
Aber wenn Du mich fragen würdest, solltest Du echt eine Stufe höher einsteigen, mit einem Röhrenmikrofon (ZB das M990 oder das M92.1, wenn es Gefell bleiben soll).

Was hast Du da für einen Preamp oder Interface? Das spielt auch eine Rolle.
 
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Als Späteinsteiger in diesem Thread überkommt mich etwas das Gefühl, wie wenn Buben Auto-Quartett spielen. Alle reden gerne über Porsche, Ferrari, Maserati… für die, die aufs Geld kucken müssen werfe ich mal in den Raum: Lewitt LCT440 Pure an einem Focusrite-Audio-Interface.

Weder ein Mikrotech Gefell noch ein Neumann noch ein Brauner. Aber auch kein Gerät, für das man sich verstecken muss. Das LCT440 ist für seinen Preis vielen Konkurrenten im gleichen Segment deutlich voraus.

Wer Menschen mit (Halb)Ahnung beeindrucken muss, also quasi zu Marketingzwecken, kauft sich vielleicht eher das günstigste Neumann TLM, das dann nebenbei auch ein gutes Mikrofon abgibt. :evil:
 
Aber wenn Du mich fragen würdest, solltest Du echt eine Stufe höher einsteigen, mit einem Röhrenmikrofon (ZB das M990 oder das M92.1, wenn es Gefell bleiben soll).
Danke für den Tip, aber zu spät: ich habe das Teil schon gekauft :) Hat mein Budget dann auch erstmal ausgereizt. War als Versandrückläufer 10% ermäßigt, da habe ich zugeschlagen.
Was hast Du da für einen Preamp oder Interface?
Der Preamp ist ein Kanalzug meines Soundcraft M8 Analog Mixers aus welchem ich per Direkt Out (pre fader) in einen Behringer XR18 Digitalmixer gehe.
 
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mich etwas das Gefühl, wie wenn Buben Auto-Quartett spielen. Alle reden gerne über Porsche, Ferrari, Maserati…
In unserem Fall sind die Buben schon etwas älter und kucken sich die Autos nicht nur an ;)
 
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Allerdings! Und das ist in jeder Hinsicht grandios :mmmh:
 
Ups, das hat ja ein Jahr seit Threaderstellung gedauert, besser spät als nie :-D

Das M930TS ist zwar angenehmer als das NT1-A, was nicht überrascht, kann aber sein Potenzial nicht wirklich ausspielen.

Warum?
Der Raum ist definitiv zu hallig!
Du singst als guter Sänger voll, der Raum wird so deutlich angeregt, und das muss der Raum "abkönnen" in der Form, dass er nicht auffällig dazwischenfunkt ;-)


Ich würde dringend dazu raten raumakustische Maßnahmen vorzunehmen.

Was kann man tun?
Mobile und kostengünstige Basotect-Aborberwände bauen, 3 Stück und um sich herum aufstellen, um den Klang trocken zu bekommen.

Wie? --> siehe hier:
https://recording.de/threads/diy-bau-mobiler-absorber.220957/

Dies bringt Dich mit dem M930TS gemeinsam eine deutliche Runde weiter.
Denn, sobald Du bearbeitest mit Kompressoren und EQ, ziehst Du unweigerlich auch die Raummoden mit hoch.
 
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Das M930TS ist zwar angenehmer als das NT1-A, was nicht überrascht, kann aber sein Potenzial nicht wirklich ausspielen.
Hmm ... das war auch mein Eindruck, ich halte mich als Hörgeräteträger allerdings für keine Referenz.
Der Raum ist definitiv zu hallig!
Würde es die Situation verbessern wenn ich etwas näher rangehe? Weiter oben hast du geschrieben:
Abstände, 30cm, 20cm umd 10cm zu den Mikros.
Da bin ich "meilenweit" davon entfernt. Ich singe typischerweise bei einem Abstand zum Mikro von ca einem halben bis dreiviertel Meter. Wenn ich auf ein Viertel der Entfernung verkürze, sollte sich der Signal zu Raumhall-Abstand um 6 dB verbessern (oder 12dB? :confused: ... geht mit 1/r² ... lang ist's her). Hm ... :gruebel: ... ist auch nicht die Welt ... die Absorber "fressen" da wahrscheinlich eher 30 dB.
Mobile und kostengünstige Basotect-Aborberwände ... Wie? --> siehe hier:
:great::great::great: Das sollte auch einem handwerklichen Totalausfall wie mir noch gelingen.
 
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  1. Würde bei meiner ansonsten eher mediokren Ausstattung ein U87 (Gfell, Schoeps, etc ...) überhaupt hörbar besser klingen als z.B ein TLM 102?
  2. Macht ein Mikro der Referenzklasse NUR dann Sinn, wenn auch der Rest mindestens Oberklasse wäre?
  3. Was wäre ggf. die höchste empfolene Mikrophon-Klasse wenn mein übriges Amateursetup gleich bleibt?
1. Ja, 2. Nein, 3. Das U87
Du kannst das U87 auch mit einem Focusrite 2i2 benutzen, der Qualitätsunterschied ist auch dann ganz klar hörbar. Wenn das Budget-technisch geht, kauf dir unbedingt das U87. Du wirst dir dann nämlich nie mehr ein neues kaufen müssen für Gesang :)
 
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Danke für die Antwort. Inzwischen habe ich mir ein Microtech Gefell M 930 TS gekauft.
 
Da bin ich "meilenweit" davon entfernt. Ich singe typischerweise bei einem Abstand zum Mikro von ca einem halben bis dreiviertel Meter.

Sänger von Deiner Qualität, damit meine ich auch Stimmbildung und Lautstärke gehen gerne auf 40cm, weiter weg würde ich aber nicht machen.
Also, so ist das dann verständlich, das man sehr viel Raum hört.
Also, nähere Dich auf 40cm ran, gerne auch 30cm.

:great::great::great: Das sollte auch einem handwerklichen Totalausfall wie mir noch gelingen.

Das ist die richtige Einstellung, ich bin auch weit davon entfernt ein Handwerker zu sein ;-), aus diesem Grunde probiere das gerne.
Wichtig ist eben auch, dass Du die Basotect-wände mindestens so hoch wie Deine Größe machst, gerne 10-20cm dazu.

Auch wichtig, ich sehe Fliesen auf Deinem Boden, unbedingt einen Läufer unter Dich stellen, Fliesen sind nix gut für Klang :-D
 
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Beton :eek1: :govampire:, das wird ja immer schlimmer ;-)

Hier würde ich mich einfach schrittweise nähern:
Also:
1. Mobile Basotectständer wie oben beschrieben aufbauen und um Dich platzieren
2. Teppichläufer auf den Boden, wo Du aufnimmst

Dann aufnehmen und hören, ist es ausreichend gedämmt oder nicht.

Die mobilen Ständer kann man ja eng um sich platzieren, oder etwas weiter weg, damit kann man ja schonmal spielen.

Wenn es aber harte Reflexionen in der Aufnahme gibt, dann oben an der Decke im Schachbrettmuster Basotect 5-7cm und Diffusoren im Wechsel anbringen.
Oben meint, oberhalb der Aufnahmestelle.

Alles kein Hexenwerk, einfach Schritt für Schritt machen!
 
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