Gitarrenverstärker (Marshall JVM410H) direkt an Focusrite Scarlett anschließen

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Shmenkman
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Hallo liebe Leute,

ich hoffe, ich bin nicht der hundertste, der diese Frage stellt. Habe das Forum hier schon durchforstet und hab viele ähnliche Artikel gefunden, aber leider konnte mir nichts helfen, da meine Frage doch sehr spezifisch ist. Ich hoffe, dass ich hier im richtigen Unterforum bin!

Ich würde gerne meinen Marshall JVM410H an mein Audiointerface (Focusrite Scarlett) anschließen um den Sound direkt am Computer aufzunehmen. Ich weiß schon, dass der Sound ganz anders sein wird, als in "real", da die Box den Klang noch einmal ganz anders einfärbt. Aber ich hoffe, dass ich über Boxsimulationen in meiner DAW dann doch an einen guten Klang herankomme.

Ich habe mir auf Youtube schon einige Videos angesehen, wie man seinen Verstärker direkt über ein Audiointerface verbindet. In jedem Video, das ich gefunden habe, verbinden die Leute ihren Verstärker über den Line Out-Ausgang mit ihrem Interface (wie zb hier bei Minute 10:54 ... ).

Das Problem bei mir ist, dass mein Verstärker so einen Line Out-Ausgang nicht hat. Wenn ihr auf dieser Seite ein wenig runterscrollt, seht ihr ein Bild von der Rückseite von meinem Amp: https://www.marshallamps.de/produkte/jvm410h.html

Wie ihr sehen könnt, gibt es zwar einen Line Out. Allerdings als XLR. Kann ich da mit einem XLR-Kabel einfach den Amp mit meinem Focusrite verbinden, so wie ich ein normales Studio-Mikrofon an das Focusrite anschließen würde? Ich frage deswegen so doof, weil in jedem Video, das ich gesehen hab, die Leute einen ganz normalen Line Out-Ausgang hatten (so wie im Video oben), also mit "normalem Klinkenkabel".

Wie ihr in dem Foto auch noch sehen könnte, gäbe es links vom XLR-Line Out auch einen Pre Amp Out / Send. Hier mit normalem Klinkenanschluss. Ist das vielleicht doch der richtige Ausgang?

Ich wär wirklich dankbar, wenn mir hier jemand einen Rat geben könnte. Ich möchte am Ende nicht, dass ich irgendwas falsch verkabel und mir dann irgendwas abraucht oder so (bin ein echter Technik-Profi :D ).

Danke euch!

Liebe Grüße,
Marco
 
Eigenschaft
 
XLR-Kabel ins Interface, im Focusrite Control auf Line-Level stellen, done.
 
Echt so einfach? Super, danke!! :)
 
Beachte dass dein Röhrenamp ggf an einer Box angeschlossen sein muss! Es gibt welche, die man auch ohne Box betreiben darf. Bei dem weiß ich es nicht sicher, würde aber sagen: NEIN!
 
XLR-Kabel ins Interface, im Focusrite Control auf Line-Level stellen, done.

so sieht's aus.

@PugMe

Wie Du richtig schreibst, wird der Klang allerdings nicht (ganz) so sein, als wenn Du den JVM410 mit Mic aufnehmen oder eine zwischen geschaltete Boxensimulation aufnehmen würdest.
(Der Lineout umgeht die Endstufen-Sektion des JVMs, d.h. nur die Vorstufe ist klangbildend im Spiel. Mastervolumen, Ressonance und Presence ebenfalls nicht. Darüber hinaus verfügt der Emulated Lineout auch über eine eigene 4x12 Boxensimulation).

So schlecht sind derartige Aufnahmen jedoch nun auch wieder nicht. Ich hatte vor einigen Jahren 'mal welche gemacht, die waren etwas steril, aber ok.

Wenn Du allerdings einen authentischen JVM-Sound erzielen möchtest, dann solltest Du entweder - wie gesagt - mikrofonieren oder mit zwischen geschalteten (zwischen Amp und Audiointerface) Geräten wie einer Blubox von Bluguitar, einem Two Notes Torpedo Captor, einer Universal Audio OX Amp Top Box oder ähnlichen Geräten aufnehmen.

Suche ggf. mal im MB-Forum nach derartigen Beiträgen. Die gibt es.


Grüße aus Franken - wolbai :great:

--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Beachte dass dein Röhrenamp ggf an einer Box angeschlossen sein muss! Es gibt welche, die man auch ohne Box betreiben darf. Bei dem weiß ich es nicht sicher, würde aber sagen: NEIN!

Das ist grundsätzlich schon richtig, aber eben nicht beim JVM410 zwingend erforderlich.


Hier der relevante Auszug aus dem JVM-Benutzerhandbuch:

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STANDBYSCHALTER & Silent Recording(19)

Wie eben schon erwähnt, nutzt man den STANDBY Schalter in Verbindung mit dem Netzschalter, um den Röhren die Chance zu geben, sich vor der Arbeit aufzuheizen (und so ihre Lebenserwartung spürbar zu erhöhen).

Da der Standbymodus nur auf die Endstufe wirkt, die gesamte Vorstufe aber voll funktionsfähig bleibt, lässt er sich für das so genannte Silent Recording (und andere Preampanwendungen) nutzen.

Keine Box am Start? Nur wenn der Standbyschalterin der „Off-Position“steht, darf der Verstärkerganzohne angeschlossene Box betriebenwerden. Stelle aber, bevor du den Standbyschalter wieder in die On-Position bringst, unbedingt sicher,dass eine Box mit passender Impedanz angeschlossen ist.

Denn du willst doch noch viel Spaß mit deinem Verstärkerhaben,oder?!


---------------------------------------------------------------------

Aus Sicherheitsgründen würde ich allerdings dennoch auch eine Box anschließen, um eine eventuelle Fehlbedienung erst gar nicht zu ermöglichen.
 
Danke Rubbl für den Tipp!! Und Wolbai ebenfalls für deine sehr ausführliche Antwort!!

Jetzt habe ich doch noch ein sehr spezielles Video entdeckt. Von Marshall direkt, genau über den JVM410H. Bei Minute 1:25 und auch bei Minute 12:30 erklärt er, dass man die Box über Standby stummschalten kann und "Silent Recording" machen kann. Endstufe wird stummgeschaltet, aber Vorstufe bleibt bestehen (alle Effekte bleiben ebenfalls erhalten). Dann kann man das Signal über den Emulated Line Out (XLR) zum Interface rausschicken, so wie ich das verstehe. Er erklärt auch, dass der Emulated Line Out eine Simulation einer 4x12 Box hat. Bin echt mal gespannt, wie das klingt! :)

Demnach was er im Video erklärt, nehme ich aber an, dass eine Box angeschlossen sein muss (so wie Rubbl es erklärt hat). Weil er spricht nur davon die Box mittels Standby stummzuschalten, nicht aber den Amp ganz alleine zu verwenden. Seht ihr das auch so?
 
Demnach was er im Video erklärt, nehme ich aber an, dass eine Box angeschlossen sein muss (so wie Rubbl es erklärt hat). Weil er spricht nur davon die Box mittels Standby stummzuschalten, nicht aber den Amp ganz alleine zu verwenden. Seht ihr das auch so?


Nein, Du benötigest für Silent Recording beim JVM410 im STANDBY-Modus (ganz WICHTIG !) KEINE angeschlossene Box. Das habe ich Dir so geschrieben UND den entsprechenden Auszug aus DEINEM Benutzerhandbuch in den Post kopiert.


Ich rate jedoch immer dazu - wenn eine Box vorhanden ist - eine anzuschließen, weil es manchmal sein kann, dass man den STANDBY-Schalter eben NICHT auf Standby belässt und dann eben doch Schäden am Amp entstehen können.


Lies' bitte auch DEIN Benutzerhandbuch. Das empfehle ich Dir in jedem Falle ...
 
Ach super Wolbai, jetzt kam deine Antwort schon, bevor ich überhaupt die Frage stellen konnte! :D

Perfekt, dann schließe ich einfach zur Sicherheit noch die Box mit an! :)

Jetzt hätte ich noch eine ganz andere Frage: Ich hatte meinen Verstärker aus Mangel eines Proberaums schon seit Jahren nicht mehr in Betrieb, was für die Röhren natürlich nicht so toll ist! Meint ihr, dass ich den Verstärker vorher mal abchecken lassen sollte, bevor ich ihn wieder das erste Mal aufdrehe?
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Du bist mir immer voraus, Wolbai! :) Ich hab verstanden! Box ist nicht zwingend notwendig, aber besser, falls man mal aus Versehen den Standbye verlässt und keine Box angeschlossen ist!
 
@PugMe - Wie gesagt, wenn Du eh eine Box hast, schließe sie aus Sicherheitsgründen (zwecks Fehlbedienung des STANDBA-Schalters) an. Das ist am besten.

Den Amp würde ich, auch nach längerem Nicht-Betrieb, einfach einschalten. Anders kriegst Du ja auch nicht mit, ob ggf. etwas defekt wäre, wovon Du aber erst einmal nicht ausgehen solltest.
 
@PugMe - Wie gesagt, wenn Du eh eine Box hast, schließe sie aus Sicherheitsgründen (zwecks Fehlbedienung des STANDBA-Schalters) an. Das ist am besten.

Den Amp würde ich, auch nach längerem Nicht-Betrieb, einfach einschalten. Anders kriegst Du ja auch nicht mit, ob ggf. etwas defekt wäre, wovon Du aber erst einmal nicht ausgehen solltest.

Ok verstehe! Ich frage nur deshalb, weil ich mir einbilde einmal gelesen zu haben, dass man seinen Verstärker nach längerem Nicht-Betrieb vorher mal abchecken lassen sollte. Ich will nur verhinden, dass mir eine Röhre durchbrennt. Aber das würde sich ja sowieso nicht mehr verhindern lassen, auch wenn ich den Verstärker mal durchchecken lasse! :)

Danke euch für eure Antworten! Damit habt ihr mir mega geholfen!

LG,
Marco
 
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dass man seinen Verstärker nach längerem Nicht-Betrieb vorher mal abchecken lassen sollte. Ich will nur verhinden, dass mir eine Röhre durchbrennt.
Wenn das dann ein Techniker "anschaut", was meinst du, wird der als erstes tun?
Genau, der schaltet die Kiste einfach ein, und lässt sich überraschen, was passiert.
Eine Röhre hat keinen Anlass durchzubrennen, auch wenn der Amp 20 Jahre nicht lief.
 
Eine Röhre hat keinen Anlass durchzubrennen, auch wenn der Amp 20 Jahre nicht lief
genau Röhren altern nur durch Benutzung, wobei es da nur die Leistungsröhren ( Endstufe) betrifft.
 
Wenn das dann ein Techniker "anschaut", was meinst du, wird der als erstes tun?
Genau, der schaltet die Kiste einfach ein, und lässt sich überraschen, was passiert.
Eine Röhre hat keinen Anlass durchzubrennen, auch wenn der Amp 20 Jahre nicht lief.

Ja der Gedanke kam mir im Nachhinein dann auch :'D

Danke für eure Antworten!!

LG,
Marco
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Ich hätte doch noch eine Frage. Ich würde meinen Verstärker (Marhsall JVM410H) gerne mit dem Computer verbinden, aber nicht über den Emulated Line Out. Ich find den Sound zwar ganz nice und man würde dafür sicher auch ne Anwendung finden, aber ich hätte dann doch gerne den "richtigen" Sound. Da ich in einer Wohnung mit dünnen Wände wohne und kein Geld habe dauernd ins Studio zu gehen, ist es per Mikrofonabnahme leider nicht möglich. Daher würde ich gerne das Amp-Signal direkt in mein Interface leiten und dann in meiner DAW eine simulierte Box bzw. Impulse Response dazugeben (an der Stelle hätte ich gleich auch noch die Frage, ob mir jemand den Unterschied erklären kann. Ich hab im Internet schon so viel durchstöbert, aber mir erschließt sich der Unterschied nicht ganz).

Das Problem: Mein Verstärker hat kein Line Out. Nur den Emulated Line Out. Könnt ihr mir da hefen? Oder muss ich mich gar damit abfinden, dass ich auf meinem Line Out Signal immer eine simulierte Box mit bei habe? :/

Dank euch!

LG
 
Ich habe den Eindruck, dass Du noch ziemlich gar nicht weißt, wo bei Dir die Gitarren-Equipmentreise hingeht ...


Da Dein neues Vorhaben nun mit weiteren Investitionen verbunden ist, rate ich Dir erst einmal darüber nachzudenken, ob Dein neuer Weg nun auch alles umfasst was Du mit dem JVM410 in der Zukunft vorhast, oder ob ggf. auch noch Band/Live-Musik ansteht.


Eine Lösung das JVM-Signal der Endstufe - ohne Mikrofonierung - abzunehmen (also das vollständige JVM-Signal, so wie es an ein Ausgabesystem "Lautsprecher" ausgegeben werden würde) ist die Verwendung von Two Notes Torpedo Captor Produkten. Es gibt die Captor-Produkte in 4/8/16 Ohm (ca. 220 EUR) und es gibt den Captor X (ca. 540 EUR).

Hier eine deutsche Erklärungsweise der Captor 4/8/16 Ohm-Produkte:




Hier ein englischer Link zur Erklärung des Captor X:





Ich finde den Captor X deutlich variabler (aber eben auch teurer), weil er mehr Verwendungsmöglichkeiten hat. Die Attenuator-Funktion ist meines Wissen bei beiden Geräten nicht so stufenlos regelbar wie bei guten separaten Attenuatoren (Leistungsreduzierer). An meinen Rivera Rockcrusher wird der nicht ran kommen. Software-IR-Loads kannst Du wohl mit beiden Two Notes Produkten machen.

Hier noch ein Link, der die Unterschiede der beiden TWO NOTES-Lösungen näher erklärt:

https://support.two-notes.com/knowledgebase.php?article=352

Eine zweite Lösung wäre Dir jeweils separate Geräte für Dein Vorhaben zu kaufen. Ich habe diesen Weg gewählt, weil ich schon Teilgeräte für den Live-Einsatz hatte, bevor ich mit dem Recording begonnen habe. Eine solche Lösung wäre z.B. die Anschaffung eines Leistungsreduzierers und z.B. eine Blubox-Speakersimulation von BluGuitar. Sie hat IRs allerdings fest installiert im Gerät. Diese sind sehr gut. Ich benötige eben keine 10.000 Software IR-Speakersimulationen und eine SQL-Datenbank zur Verwaltung (für alle Fälle wie es wohl so schön heißt).
Diese Lösung ist interessant, wenn man bereits Teile der Geräte hat, so wie ich und ggf. mit dem Leistungsreduzierer flexibler sein möchte.


Eine dritte Lösung ist die Universal Audio OX Amp Top Box (ca.1.250 EUR). Diese kann alles was die vorherigen Lösungen anbieten und hat auch noch Effekte wie Reverb.
Das ist eine High-Lösung, die man sowohl fürs Recording als auch im Live-Einsatz nutzen kann.


Hier ein Link in englischer Sprache, der die Unterschiede zwischen Two Notes-Produkten und der Universal Audio-Lösung erklärt:





Und sicher gibt es auch noch weitere Lösungen. Für Dein Vorhaben brauchst Du aber Zusatzgeräte die folgende Funktionen haben, um Dein JVM-Signal (ohne Mikrofonierung) über das Audiointerface in Deine DAW zu bekommen:

- Loadbox-Funktion
- falls gewünscht: Attenuator-Funktion
- DI-Funktion (mit einem XLR- Line Out)
- Speaker-Simulationsfunktion (IR-Loader: entweder fest im Gerät oder per Software über ein Plugin im PC)

Welche Lösung Du wählst hängt - wie gesagt - von Deinen möglichst konkreten zukünftigen Einsatzgebieten mit dem JVM ab.


Grüße - wolbai


P.S: Am Ende kann man natürlich auch leidenschaftliche Diskussionen führen, ob ein abgenommenes Röhrenamp-Signal über Mikrofonierung oder über eine Art Speaker-Emulation den "richtigen Sound" (Deine Worte) erzeugen.
 
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Danke für deine sehr ausführliche Antwort, Wolbai!! Und da hast du recht! Wo meine Reise hingeht bzw. wo mein Ziel schlussendlich liegt, weiß ich tatsächlich noch gar nicht. Da stößt man im Internet auf die verschiedensten Sachen von denen man vorher gar nicht mal wusste, dass sowas existiert bzw. dass sowas überhaupt geht. IRs zB. Einen Sinus-Ton durch das Rig jagen und damit den kompletten Klang einfangen. Krass!

Auf die Two Notes-Produkte bin ich auch schon gestoßen. Da muss ich mich mal direkt einlesen, welchen Vorteil mir diese Produkte bringen und ob ich sie schlussendlich denn tatsächlich brauche.

Aber zuallererst wäre mein Ziel einmal nur herauszufinden, wie ich das Signal meines JVM410H in den Computer bekomme und zwar nicht über den Emulated Line Out, weil der schon die simulierte Box dabei hat. Die Box würde ich mir lieber nachträglich entweder mittels IR oder simulierter Box dazugeben.
Ich habe früher über eine 4x12 Marshall Box (1960BV) gespielt. Auf der Hersteller-Seite habe ich gelesen, dass hier 4 x 12“ Celestion / Marshall G12 Vintage Speaker verbaut sind.

https://www.marshallamps.de/produkte/1960bv.html

Ich habe dann herausgefunden, dass Celestion den IR eines 4x12 Cab anbietet:

https://www.celestionplus.com/product/vintage-30-4x12-closed/

Also kann ich mir eventuall sogar den Sound meines Rigs reproduzieren. Aber zuerst, wie gesagt, will ich nur gerne einmal wissen, wie ich das Signal meines Amps ohne den Emulated Line Out in den Verstärker bekomme.


Ich bin ich dann noch auf diese beiden Videos gestoßen:





Hier wird erklärt, dass man das Signal am FX-Send abzapfen kann und dann halt einfach nicht mehr zurückführt. Im ersten Video steckt er noch ein unverbundenes Kabel in den FX Return. Der soll als "Silencer" fungieren damit kein Signal bei der Box ankommt. Im zweiten Video wird das allerdings nicht gemacht. Hier wird nur der Master runtergedreht. Ich konnte das leider allerdings noch nicht ausprobieren, weil ich bei mir zuhause gerade nur ein einziges Instrumenten-Kabel zur Verfügung habe.

Apropos, im FX-Send-Loop verwende ich Instrumenten-Kabel, richtig? Bei Google gibts manche die sagen, man soll ein Lautsprecher-Kabel nehmen, aber die meisten meinen Instrumenten-Kabel. Ich will nur verhindern, dass mir irgendwas abraucht. Zwischen Verstärker und Box ist es ja auch ganz wichtig, dass man ein Lautsprecherkabel verwendet. Ich weiß, dass der Grund hierfür ein anderer ist, aber ich gehe lieber auf Nummer Sicher und frage noch einmal :)

Und erst wenn ich das Signal meines Amps dann mal im Computer habe (plus IR oder simulierte Box), kann ich entscheiden ob ich jetzt den Sound meines Marshalls bevorzuge oder eventuell doch auf einen normalen Amp-Sim zurückgreife. Ich hab halt zu Beginn mit den Amp Sims von Logic begonnen. Die sind schon ganz geil eigentlich. Es kommt halt drauf an, ob man wirklich so nah wie möglich an einen „echten“ Verstärker-Sound rankommen will oder ob man die Amp Sims von Logic als das annimmt, was sie sind. Sind ja keine schlechten Klänge, die da rauskommen. Aber halt anders.
Später bin ich dann auf Guitar Rig 5 gestoßen. Und die Sounds fand ich dann noch einmal viel besser und eben näher am „echten“ Sound dran. Und dann hab ich mir die Demo des Plugins Kerry King von der Firma Softube runtergeladen. Die sind anscheinend offiziell lizensiert. Am Plug-In steht auch ganz offiziell Marshall drauf und kein Eigennahme mit dem Schriftzug von Marshall :D Und ich muss sagen, als ich mir die Kopfhörer aufgesetzt hab und meine Gitarre ans Interface angeschlossen hab, hats mich echt umgehauen. Hab mich direkt wieder gefühlt als wär ich mit meiner Band im Proberaum. Und das will ich eigentlich haben. So nah wie möglich an den echten Marshall-Sound rankommen. Und das natürlich am liebsten mit meinem eigenen Marshall. Dann hat er auch wieder einmal einen Zweck :)

Danke noch einmal für deine ausführliche Antwort!!

LG
 
Na dann, viel Spaß :great:
 
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Na dann, viel Spaß :great:

Danke, werde ich sicher haben!! :)

Meinst du, dass das ne gute Idee ist das Signal beim FX Send abzugreifen? Mich wundert es nur, weil ich außer diese beiden Videos nichts zu dieser Variante gefunden habe.
 
@PugMe :

Du kannst auch das FX-Sendsignal über ein Gitarrenkabel mit Deinem Audiointerface verbinden und im PC mit IR-Loadersoftware eine Boxensimulation hinzufügen (was zwingend notwendig ist, damit es nach was klingt). Es ist aber wie bei der Aufnahme über den Emulated Line des JVMs das PREAMP-Signal und eben nicht das komplette JVM-Signal (inkl. Endstufe).

Dass es sich bei der FX-Send Recordingmethode um das Preamp-Signal handelt wird auch in Deinem Video erwähnt.

Das ist aber nicht das, was Du ja wolltest. Du wolltest "das richtige JVM-Signal" (inkl. Endstufe) aufnehmen, weil Dir das Emulated Line Out-Signal das JVMs nicht ganz gefallen hat.
Das geht über die drei von mir beschriebenen Lösungen und den erwähnten Zusatzinvestitionen.


Der Vorteil dieser FX-Send Lösung ist jedoch, dass Du dabei die interne Speakersimulation des JVMs umgehst.


Da ich das selbst noch nie ausprobiert habe, kann ich Dir nun nicht sagen, ob das besser klingt als eine Aufnahme über den Emulated Lineout.


Ich schlage Dir vor, dass Du zunächst diese FX-Sendlösung einmal mit deiner IR-Loader Software ausprobierst. Eventuell klingt das für Dich besser als über den Emulated Lineout.

Bedenke aber, dass es eben weiterhin "nur" das Preamp-Signal des JVMs ist - was Du ja in Deinem nunmehr zweiten Ansatz ja nicht wolltest.


Zum Thema Boxenkabel vs. Gitarrenkabel:

Boxenkabel dann nutzen, wenn man Box mit dem Amp verbindet. Bei Nutzung von FX-Send und FX-Return (z.B. bei Nutzung der 4-Kabelmethode) werden Gitarrenkabel verwendet.
Nähere Details kannst Du sicher im MB-Forum bzw. bei delamar nachlesen.
 
Danke für deine Antwort, Wolbai!! Dann werd ich diese Lösung einmal versuchen! :)

Bzgl. dessen, dass es sich hierbei nur um das Pre-Amp-Signal handelt: Ich hatte eigentlich angenommen, dass das im Klang keinen Unterschied macht, wenn ich dann im Nachhinein noch die Box-Simulation hinzufüge, da die Endstufe das Signal ja eigentlich nur noch lauter macht (also keine "Klangeinfärbung" mehr passiert). So hatte ich das bis jetzt zumindest immer verstanden.

LG
 
Nein, die Endstufe eines Röhrenamps hat schon einen klangbildenden Charakter und ist nicht nur reine Lautstärke.

Das ist auch bei neueren Amps - wie dem JVM - der Fall, bei denen die Vorstufe maßgeblich den Sound beeinflußt.

Den Unterschied hört man, wenn man einen solchen Amp auf Proberaum- / Bühnenlaustärkenniveau spielt bzw. ihn mit einem Leistungsreduzierer auf ein solches Lautstärkenniveau in der Betriebstemperatur anhebt.
 

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