Just Music schließt Filialen in Hamburg, München und Dortmund

Nun ist es so, dass an mind. 2/3 oder eher mehr aller Gitarren, entweder direkt an einzelnen oder für die ganze Reihe ein deutliches Schild zu verlesen ist : "Bitte nicht berühren!"
du konntest aber einen Verkäufer holen und fragen ob du eine in die Hand nehmen darfst
 
Ja, so schlau bin ich natürlich auch.

Aber mal ehrlich, willst du alleine für noch nicht mal oder sogar in die Hand nehmen jedes Mal wo hinlatschen und dir ne extra Genehmigung holen,
ala es steht zwar auf zig Schildern aber darf ich mal ev. ausnahmsweise ? Da kommt man sich doch schon sehr als Bittsteller vor..
Oder zu den Effekten, soll ich jetzt den Mitarbeiter im 1. Stock, recht beschäftigt mit ner Lieferliste auffordern mal den Schlüssel zu organisieren um unten im EG
mal vielleicht 2 Strymon effekte aus der Vitrine zu befreien, + Kabel und Netzteile aufzubauen, weil ich da jetzt gerade vorbeischneie und mal neugierig bin?

Nene, das kann man anders machen. ich bin mir sicher, das schreckt nicht nur mich ab.
 
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Nene, das kann man anders machen. ich bin mir sicher, das schreckt nicht nur mich ab.

Das denke ich auch.

Es ist für die Händler verlockend, diese Barrieren aufstellen zu wollen, man will die Ware schützen. Ich glaube auch gerne, dass aufs Jahrs gesehen auch gerne mal Schäden im vierstelligen Bereich (mal mehr, mal weniger je nach Größe) entstehen. Trotzdem ist die Möglichkeit des Instruments-Erlebens vor Ort das wohl größte Pfund, das die lokalen Anbieter noch haben.

Wenn man das dem Kunden vergällt, spart man sich vielleicht ein paar Schäden (entstehen tun sicher immer noch welche), aber was bringt das, wenn man dann einfach kaum noch etwas verkauft?

Vielleicht überschätzen wir diesen Einfluss bzw unterschätzen, wie dreist dann manche Leute halt ausprobieren, aber wegen 50 Euro bei einem 900 Euro Instrument dann doch woanders ordern. Wenn das so ist, will ich nichts gesagt haben, aber dann muss man wohl eingestehen, dass das Ladengeschäft WIRKLICH keine Zukunft mehr hat, so sehr es mich schmerzt, das zu sagen.
 
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Ich war bisher bei Musik-Produktiv (Osnabrück), PPC (Hannover), Just Music (Hamburg) und Music Store (Köln). Alles große Läden mit jeweils einem Onlineshop.

Bei deutlich kleineren Musikläden hatte ich definitiv gute Gespräche mit Inhabern oder angestellten, was meist auch daran liegt dass man im "Dorf-Rock-Gitarrenladen", wenn es mal einen gibt, doch eher ins Gespräch kommt.

Klar, man konnte alle Instrumente anspielen und ggf. mal "eben schnell Saiten kaufen fahren" oder Instrumente vor Ort antesten. Aber ich hatte so oft schon irgendwelche Studenten-Nebenjobbler als "Berater", die konnten gefühlt nicht mal einen Klinkenadapter von einer Steckdose unterscheiden.

Ich verstehe die Sympathie, die man guter Beratung, schneller Verfügbarkeit und dem direkten Antesten von Instrumenten entgegenbringt. Aber diese großen "Home Base" Geschäfte der Onlinehändler sind nicht wirklich so das Gelbe vom Ei. Was wirklich schade ist, dass diese Läden oft auch günstige Angebote für Technik-Bereitstellung haben oder Werkstätten/Instrumentenbauer dabei haben. Da geht vielleicht was verloren. Aber für das "Shopping-Erlebnis" würde ich keinem dieser großen Geschäfte hinterherweinen.
 
Das denke ich auch.

Es ist für die Händler verlockend, diese Barrieren aufstellen zu wollen, man will die Ware schützen. Ich glaube auch gerne, dass aufs Jahrs gesehen auch gerne mal Schäden im vierstelligen Bereich (mal mehr, mal weniger je nach Größe) entstehen. Trotzdem ist die Möglichkeit des Instruments-Erlebens vor Ort das wohl größte Pfund, das die lokalen Anbieter noch haben.
......

Vor allem die Art und Weise fand ich unverständlich, echt viele Schilder " Bitte nicht berühren ! " selbst bei Standard 7ender Strats..
Ich meine in nem Gitarrenladen steht in etwa "Finger weg!" dann ist doch was schiefgelaufen..
Sichert man halt paar teurere Modelle extra textlich oder technisch ab, dies aber bitte auf eine andere Art und Weise. Ein Raum mit zig hochpreisigen gibts ja auch schon..

Ich bin mir auch ziemlich sicher, stünde sowas nicht da, oder nur selten und wo es verständlich ist - muss nicht jeder gleich nach der teuersten greifen -
würden viele Kunden doch erstmal nachfragen und nicht selbstständig irgendwas nur runternehmen..
fühlten sich aber eher eingeladen überhaupt das zu tun..

Mir reichte es z.B. schonmal überhaupt die Saiten anzustreichen im hängen, wie klingt das Teil akustisch so wie es da hängt.
Selbst das ist ja dann schon unerwünscht bis untersagt..

Ich denke ich muss da sowieso mal wieder vorbei und sprech dann das höflich mal an..warum nicht, faires Feedback.
 
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Statt "Bitte nicht berühren" ein "Anfassen und Antesten gerne nach Rücksprache mit einem Mitarbeiter" klänge schon viel einladender.
Ich vermute aber, dass man sich die Dreistigkeit mancher Kunden (oder eher Besucher) als Außenstehender schlecht vorstellen kann. Diese ganzen Schilder und Verbote kamen auf, als immer mehr Leute ohne (auch langfristiges) Kaufinteresse einfach mal alles anspielen wollten, um zu Spielen und nicht um zu Testen.
 
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Ja, es klingt schon ein bisschen alles nach frustvoller Vorgeschichte...aber wie du schon sagtest mit deinem Beispiel und ja auch meine Hauptkritik ist,
da hätte man schon andere Möglichkeiten im Auftritt nutzen können, um nicht die Achtsamen mit den Grobschlächtigen pauschal in einen Sack zu packen..
 
echt viele Schilder " Bitte nicht berühren !

Diese Schilder hängen, seitdem die "Smoke On The Water- und Nothing Else Matter-Phobie" eine anerkannte Berufskrankheit bei Gitarrenverkäufern ist. :D
 
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Lester im Musikgeschäft / Eine wahre Geschichte

Samstach Mittag, Lester betritt das hiesige Musikgeschäft. Am Empfang begegnen ihm zwei gut gelaunte Skaterboys. Beide volle Lunte am Aufpassen, dass der Tresen nicht umfällt. Hauptthema: „Wat machste heute Abend? Club oder Netflix?“ Absolut gar kein Thema: „Hallo potentieller Kunde, kann ich Ihnen helfen?“. Wat soll’s, ich bin einfach uncool ohne Snapback und Halstattoo. Im Gänseschritt watschle ich in den 1. Stock, wo ich ein paar mehr Gleichgesinnte vermute.

1. Stock: Gitarren und Bässe. Glasdach, 32°C, Luftfeuchtigkeit wie im vietnamesischen Dschungel. Ein Königreich für einen Getränkeautomat. Wasser spenden will auch keiner. Ich laufe zuerst einmal in den teuren Raum, Gibson, Fender, Gretsch, Maybach. Ein Bild an der Wand verkündet, dass Mark Knopfler sich hier mal ein paar Saiten gekauft hat. In der Ecke stehen zwei dickliche Verkäufer, beide betrachten sie alarmiert eine Setzer Gretsch. Die wochenlange Sonneneinstrahlung hat der Klampfe nicht gutgetan – eine völlig neue Erfahrung für die beiden. Doof und Doof fragen sich nun hektisch, was man da noch kaschieren kann. Vielleicht Fachwissen. Mir ist das zu viel Drama, ich drehe mich um und gehe zu den bezahlbaren Äxten. Dort gibt es zumindest kein Fenster auf der Südseite.

Angekommen im El Dorado frage ich einen Verkäufer nach einem bestimmten Modell. Der ist aus der Schlagzeugabteilung, und er ist sich auch nicht zu schade dafür, dass ständig zu wiederholen. „Ich hole einen aus der Gitarrenabteilung“ sagt er nicht, dafür verschwindet er aber ziemlich schnell. Ein langhaariger Metaller zischt an mir vorbei – wenn der nicht Gitarre spielt, dann spiel ich Oboe! Er ist ziemlich on the run, beantwortet zwei Fragen jedoch fast mit Subjekt, Prädikat, Objekt. In einem Raum, an dessen Tür „Kein Zutritt“ steht, muss es wohl Freibier geben. Darin verschwindet das Personal am liebsten. Verlassen schnappe ich mir eine Yamaha Revstar und mache mich auf den Weg zum Amp Room. Wird schon werden.

Im Amp Room gibt es nur eines noch weniger als Kaltgerätekabel: Gitarrenständer. Ich lehne die Revstar behutsam an einen Full Stack, der stabil wie Stonehenge wirkt. Mission Impossible: diesen VOX AC30 mit Strom zu versorgen. Ein Königreich für eine Stromzufuhr. Zwei Minuten und zwanzig Spinnweben später werde ich fündig. Es folgt die Suche nach einem Klinkenkabel. Gäbe es nur Läden, die sowas verkaufen. Allem zum Trotz werde ich fündig. Amp an, Revstar dran, jetzt darf die Yamaha singen. Oder husten. Das Setup lässt sich mit dem Adjektiv „abstrakt“ ganz gut beschreiben. Beim Saitenabstand bekomme ich Höhenangst. Ist aber auch echt nicht einfach heute.

„Bang for the buck!“ meint der Metaller von eben. Da ist er wieder, frisch aus dem „Kein Zutritt“ Raum und der Meinung, dass die Revstar voll oft gekauft wird. „Ab Werk ist die aber echt nicht gut eingestellt“ meine ich, „macht Ihr noch ein Setup, wenn ich die mitnehme?“. Elvis-Lippe, Zweifeln im Blick, peinliche Pause. „Die sollte eigentlich eingestellt worden sein“ meint er und spielt sie selbst an: chug-chug-chug. Ich kriege die Gitarre wieder, jedoch keine Antwort. Der Langhaarige frägt mich, warum der AC30 an ist. Ich frage mich, warum nicht. Wir werden uns heute einfach nicht einig.

Keine Stunde später sitze ich wieder im Auto auf dem Weg nach Hause. Auf dem Beifahrersitz: Gitarrensaiten und Pleks.

Epilog:
Ich kaufe heute ehrlich gesagt lieber günstiger online oder gebraucht und investiere dann ein paar Euro in ein wirklich vernünftiges Setup beim Gitarrenbauer, als das gleiche Geld im Musikgeschäft zu lassen, wo ein Setup nicht über das Stimmen der Saiten hinaus geht. Verkäufer im Musikgeschäft haben heutzutage leider zu oft genauso viel Ahnung von Instrumenten, wie Deichmann Schuhverkäuferinnen von Orthopädie. Gerne lasse ich mich belehren, doch Grund dazu gab es bislang leider keinen.
 
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ein deutliches Schild zu verlesen ist : "Bitte nicht berühren!"
Das hat mich nie davon angehalten, höflich zu fragen, ob ich das mal ausprobieren darf (vorausgesetzt, es interessiert mich wirklich) ... und bisher hat noch niemand "nein" gesagt. Ich sehe da kein Problem. Beim Autohändler stecken bei den Vorführwagen die Schlüssel auch nicht im Schloss, warum muss es bei Musikinstrumenten anders sein?

Letztlich kauf ich dann meine Saiten, Plektren, mal ein Kabel und lauf dann ohne was in die Hände genommen zu haben wieder raus...
Da meine ich: Selbst schuld! ;)

In den einzelnen Kabinen für die Amps ist es so, dass sehr wenig bis null Effekte mal zum austesten angeschlossen sind. ...
Das muss schlimm sein für jemanden, der "einfach mal alles, was zugänglich ist, ausprobieren" möchte. :gruebel:
Ist es aber nicht so, dass man meistens auf der Suche nach einem bestimmten Teil oder Sound ist? Wenn ich einen Chorus suche, ist es dann wichtig, ob da auch Verzerrer, Octaver, Looper etc. rumstehen oder gar angeschlossen sind? Dann lasse ich halt aus "der Glasvitrine" alle Chorusse anliefern, und gut isses ... oder bin ich da falsch gepolt?

Oje, das war jetzt wahrscheinlich OT :whistle:
 
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Da seid ihr zwei wohl einfach unterschiedliche Kunden bzw. mit unterschiedlichen Zielen da. Der eine weiß, was ihm fehlt, und will im Laden herausfinden, welches Teil ihm da weiterhilft. Der andere geht in den Laden, um mal zu schauen und zu testen, was es so gibt und kauft dann spontan, wenn ihm was gefällt (oder speichert es auf seiner imaginären Wunschliste für einen späteren Besuch oder Anlass ab). Je mehr ansprechend, einladend und zugänglich im Laden bereit steht, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kaufreize geweckt werden.

Ist eigentlich wie überall und immer: Mal geht man in einen Laden, um einen Pulli zu kaufen und mal geht man ohne konkreten Wunsch und probiert einfach an, was einen anlacht. Letzteres würde man sich aber sicher zweimal überlegen, wenn man für jedes Teil einen Mitarbeiter bemühen müsste.

Jetzt ist es bei Klamotten natürlich kein Problem, weil niemand die Möglichkeiten ausnutzt, weil er einfach gerne seine Zeit mit fremden Klamotten verbringt. Spielekonsolen und Ähnliches sind da das andere Extrem. Wenn solche Teile testbereit und frei zugänglich im Laden stehen, werden sie meistens durch Kinder / Leute blockiert, die einfach zocken wollen. Musikinstrumente liegen wohl irgendwo dazwischen. Da gibt es auch viele, die einfach nur im Laden spielen wollen. Es ist halt die Frage, ob man, um diese fernzuhalten, bereit ist, es den "Flanierern" und Spontankäufern schwerer zu machen. Ich kenne mich da zu wenig aus, um abschätzen zu können, in welchem Verhältnis die Kundentypen die Läden besuchen.
 
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Was wirklich schade ist, dass diese Läden oft auch günstige Angebote für Technik-Bereitstellung haben oder Werkstätten/Instrumentenbauer dabei haben. Da geht vielleicht was verloren.
Das ist auch meine Einschätzung. Ein "kleiner" Laden kann das oft nicht leisten / bieten.

Aber für das "Shopping-Erlebnis" würde ich keinem dieser großen Geschäfte hinterherweinen.
Da habe ich bisher entweder Glück gehabt, oder meine Erwartungshaltung ist niedriger: Nach meinen Erfahrungen mit Thomann, Musicstore Köln, Session Frankfurt, MusicShop und JustMusic München, JustMusic Berlin, MusikProduktiv Ibbenbüren, StationMusic Jettingen-Scheppach und noch ein paar anderen "nicht ganz kleinen" Geschäften kann ich sagen, dass ich in allen Geschäften nicht nur "aus dem Vollen schöpfen" konnte, sondern meistens auch recht gut bedient worden bin. Wo kann man z.B. 10 Fünfsaiter von Sandberg oder 20 von 7ender antesten, um "den Einen" zu finden, wenn nicht bei großen Geschäften? Die "Wall of Stratocaster" (nur als Beispiel) gibt's halt nur bei den "Großen". Der kleine Laden kann sich gar nicht so viel Ware bereitlegen, und ich kann / will es mir nicht antun, so viele Instrumente online zu bestellen, den Direktvergleich zuhause durchzuführen und dann alles (ggf. bis auf ein Teil) wieder zurückzusenden.

Natürlich braucht man vor Ort etwas Geduld, wenn der Laden rappelvoll ist. Aber für solche Aktionen nehme ich mir Zeit / einen Tag Urlaub, und Dienstag bis Donnerstag ist erfahrungsgemäß nicht so viel los. Da kann ich, wie gesagt, alles infrage Kommende direkt miteinander vergleichen, und dieses "Shopping-Erlebnis" fehlt mir schon, wenn ein großes Musikgeschäft dicht macht.

So ein Ladenbesuch kann durchaus auch mal "in die Hose gehen": Ein größeres Geschäft im Südosten Bayerns hatte bei meinem Besuch die Bassabteilung so gut ausgestattet, dass von den ersten 10 in die Hand genommenen Bässen tatsächlich 8 eine Macke hatten (Batterie fehlt, Gurtpin ausgerissen, Regler ohne Funktion, eine Saite fehlt, Klinkenbuchse frei hängend, etc.). Ich habe das jeweils moniert, die Batterie konnte man schnell einsetzen, der Rest .... war für's Personal nicht so interessant, man telefonierte lieber mit irgendwelchen Spezln über das geile letzte Wochenende. In dieses Ladengeschäft muss ich nicht unbedingt wieder ...
 
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Schade,

gitarrentechnisch sind mein Vater und Bruder öfter dort gewesen und haben etwas gekauft. Ich bin tatsächlich nur hin, wenn ich ganz dringend irgendwas haben musste, da die Tastenabteilung zu Beginn nicht der Hit gewesen ist.
Mit den Kollegen dort konnte ich auch nicht so viel anfangen.

Nach der Öffnung des hinteren Bereichs hat sich aber zumindest die Auswahl für mich verbessert.

Auf jeden Fall schade und es tut mir für die Kollegen leid. Hoffentlich kommen Sie unter oder können das Alter genießen!
 
Hoffentlich kommen Sie unter oder können das Alter genießen!

Der war ja aber mal richtig böse... :rolleyes:

Da kann man ja nur hoffen, dass die Freitags-Schulschwäntzer und die anderen Weltverbesserer Alternativen für die Betroffenen haben.
Bestimmt haben sie dafür eine App.;)
 
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Was genau war daran böse?
 
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Das ist auch meine Einschätzung. Ein "kleiner" Laden kann das oft nicht leisten / bieten.


Da habe ich bisher entweder Glück gehabt, oder meine Erwartungshaltung ist niedriger: Nach meinen Erfahrungen mit Thomann, Musicstore Köln, Session Frankfurt, MusicShop und JustMusic München, JustMusic Berlin, MusikProduktiv Ibbenbüren, StationMusic Jettingen-Scheppach und noch ein paar anderen "nicht ganz kleinen" Geschäften kann ich sagen, dass ich in allen Geschäften nicht nur "aus dem Vollen schöpfen" konnte, sondern meistens auch recht gut bedient worden bin. Wo kann man z.B. 10 Fünfsaiter von Sandberg oder 20 von 7ender antesten, um "den Einen" zu finden, wenn nicht bei großen Geschäften? Die "Wall of Stratocaster" (nur als Beispiel) gibt's halt nur bei den "Großen". Der kleine Laden kann sich gar nicht so viel Ware bereitlegen, und ich kann / will es mir nicht antun, so viele Instrumente online zu bestellen, den Direktvergleich zuhause durchzuführen und dann alles (ggf. bis auf ein Teil) wieder zurückzusenden.

Natürlich braucht man vor Ort etwas Geduld, wenn der Laden rappelvoll ist. Aber für solche Aktionen nehme ich mir Zeit / einen Tag Urlaub, und Dienstag bis Donnerstag ist erfahrungsgemäß nicht so viel los. Da kann ich, wie gesagt, alles infrage Kommende direkt miteinander vergleichen, und dieses "Shopping-Erlebnis" fehlt mir schon, wenn ein großes Musikgeschäft dicht macht.

So ein Ladenbesuch kann durchaus auch mal "in die Hose gehen": Ein größeres Geschäft im Südosten Bayerns hatte bei meinem Besuch die Bassabteilung so gut ausgestattet, dass von den ersten 10 in die Hand genommenen Bässen tatsächlich 8 eine Macke hatten (Batterie fehlt, Gurtpin ausgerissen, Regler ohne Funktion, eine Saite fehlt, Klinkenbuchse frei hängend, etc.). Ich habe das jeweils moniert, die Batterie konnte man schnell einsetzen, der Rest .... war für's Personal nicht so interessant, man telefonierte lieber mit irgendwelchen Spezln über das geile letzte Wochenende. In dieses Ladengeschäft muss ich nicht unbedingt wieder ...

Ich wohne seit ein paar Jahren nahe an FFM und bin die paar Male, die ich bei Session war, auch sehr gut bedient worden und habe sogar eine nicht gerade niedrigpreisige Les Paul dort erstanden. Die waren da auch ziemlich entspannt wenn es um das Antesten von teuren Gitarren und Amps geht. Aber vielleicht sehe ich auch zu harmlos aus :D

Schade um (fast) jeden Laden der verschwindet.
 
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Ach Du je. Ich mochte den Laden in Dortmund-Dorstfeld. Aber hatten die in Dortmund nicht zwei Läden? Auch einen in der Innenstadt? Wie auch immer, ich kenne nur den außerhalb und der war OK. Es war halt die Mischung aus PA-Tech, Keyboards, Gitarren, Schlagzeug und Krempel, aber - wie ich finde - in einer angenehmen Größe.

Aber klar, dass der Online-Handel das Leben schwermacht, egal ob Saiten und Kleinkram oder ganze Instrumente.
 
Wie viele bereits schrieben, ist es schade, sicherlich wenn sich eine der Filialen (oder mehrere) durch kompetente Beratung einen Namen gemacht hat.

Die Geschichte mit dem Online Handel ist schwierig - ich denke, langfristig kommt man, wenn man nicht etwas supernischenmäßiges zu bieten hat, nicht um ein Online-Angebot herum. Und da hinken doch viele deutsche Stores hinterher. Mal abgesehen von oft schlechten Websites, wo es manchmal sogar nur Herstellerfotos gibt, machen viele Läden zu wenig, um auf sich aufmerksam zu machen, zB mit Produktvideos.

Es gibt aber auch Läden, die erkannt haben, dass das inzwischen zum Job dazugehört. Session zB oder in letzter Zeit auch Musik Produktiv geben sich da noch recht viel Mühe, aber bei anderen Geschäften ist es oftmals von schlechter Qualität (sowohl Bild als auch Ton). Man kann ja vom Gelaber von Captain Anderton halten, was man will, aber es gibt zu wirklich vielen Produkten hochwertig produzierte Videos oder die "Sound like..." Videos (die haben auch mal klein angefangen aber das stetig weiter entwickelt). Ebenso inzwischen bei Peach Guitars.

Das erfordert natürlich erst einmal Investitionen, aber in Zeiten wo man auf jedem Smartphone in HD filmen und es hinterher am PC/MAC bearbeiten kann, ist das überschaubar. Teurer ist da Equipment für Tonaufnahmen, aber das sollte ja zumindest in jedem "Gemischtmusikwarenladen" vorhanden sein.

Was außerdem einen guten Läden auszeichnet, ist, dass die Leute wissen worüber sie reden. Ich denke mal, dass viele von uns, die in ein Geschäft gehen, schon ziemlich gut informiert sind. Ein Verkäufer, der weniger über die Produktpalette eines Herstellers im Sortiment weiß als ich und mir dann auch noch irgendwelchen Blödsinn auftischt um seine Unwissenheit zu verblümen, ist direkt unten durch. Solche Läden braucht man dann auch nicht...
 
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