Interessante Beobachtung... gibt es überhaupt noch (Allround-)Keyboarder?

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Mal wieder ein paar schöne Beispiele für Mit-Absicht-nicht-verstehen-Wollen hier. :cool:

Immerhin mach ich es besser: Ich spiele alles gleich schlecht.
 
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Die die Geld mit Musik verdienen, müssen das.
Dann kann der Geldgeber einen Organisten buchen, wenn über der Notation Orgel steht, einen, der nach Noten spielen muss, weil er Geld damit verdient.

Den Schlagzeuger bezahlt er fürs Schlagzeugspielen, nur nach Noten, versteht sich.
 
Dann kann der Geldgeber einen Organisten buchen, wenn über der Notation Orgel steht, einen, der nach Noten spielen muss, weil er Geld damit verdient.
Jetzt wird endlich klar warum die meisten Jazzer/Blueser etc. so wenig verdienen... je mehr Improvisation desto weniger Noten desto weniger Knete....
🙃
 
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Jazzer schauen ins Realbook. Da steht die Melodie und die Harmonie. Erst nach der Melodie wird improvisiert.

Die mit dem Notenblatt sind die Jazzer.

Ein Rockmusiker spielt Rockmusik.
Ein Popmusiker spielt Popmusik.
Ein Bluesmusiker spielt Blues.
Ein Jazzer spielt das alles, wenn du ihm die Noten hinlegst.
 
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Mit Verlaub - falsch. Zitat eines meiner seinerzeitigen Klavierlehrer (Prof. Hubert Nuss, Jazzpiano): vergiss Realbooks. Lerne zu hören.
Es gibt da ganz spannende Jazzbands die komplett ohne Noten auskommen bzw. ausgekommen sind.
Ciao,
Stefan
 
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diese Allesspieler sind m.E. überbewertet. Besser ist doch, wenn jemand in seinem Metier hervorragend spielt, sei es als Rock-, Blues-, Jazz- oder sonstwas für Musiker.
Allrounder die wirklich alles sehr gut (mit Herzblut und "Seele" hätte mein Opa gesagt, der ganz gut Geige spielte) können, dürften die großen Ausnahmen sein.
 
Mit Verlaub - falsch. Zitat eines meiner seinerzeitigen Klavierlehrer (Prof. Hubert Nuss, Jazzpiano): vergiss Realbooks. Lerne zu hören.
Es gibt da ganz spannende Jazzbands die komplett ohne Noten auskommen bzw. ausgekommen sind.
Klar falsch, weil Du kennst Bands, die ohne Noten spielen. Das widerlegt natürlich alles, was in vielen Realbooks steht. Gut, dass Du mich informiert hast. Ich geb die Info gleich an alle Jazzer, die ich kenne, weiter. Schmeißt die 15-30 Realbooks einfach weg, Hubertus Nuss sagt , die braucht man nicht.

Wenn ich die üblichen Standards alá Mercy, Mercy, Mercy, Camelion, Girl from..., Autumn Leaves spiele, braucht keiner Noten. Wenn eigene Stücke einer "spannenden" Band gespielt werden sicher auch nicht. Wenn einer aus dem Publikum ruft "Spielt Someday my Prince.." dann schon.
 
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So sehen first world problems aus, wir können uns ja gar nicht einigen.

Lieblingszitat, Grußwort von Ron Carter zum new real book:

Das Buch ist super praktisch für Anfänger die die ersten Jazzstücke spielen wollen - und genauso gut für die, die das bisher nach Gehör gespielt haben (so wie Du sicherlich) ;-)
 
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Woher sollen sie die denn haben? Die Zeit der Hammond liegt weit zurück, sie wird nur noch selten verwendet / gebraucht - ebenso ist die Anwendung eines Synthi auf bestimmte Musikstile beschränkt. Die "Klangteppiche" der 80-er Jahre sind auch schon verklungen ...
Die Zeit der Hammond liegt weit zurück, wird aber immer wieder hervorgeholt. Gerade Rock-Coverbands spielen oft Zeug aus den 70ern nach, und da gab's noch viel Hammond. Ich sag nur Deep Purple Mk II, die mehr Jon Lord + Begleitband als Ritchie Blackmore + Begleitband waren.

Natürlich kann man deren Songs auf modernen Alternative Rock mit zwei Bratgitarren und ohne Keys ummünzen. Aber mit einer gurgelnden, röhrenden, kreischenden Hammond ist es immer noch amtlicher. Auch 2022 noch.

Vielleicht ist es auch ein Problem, dass der "Band-Keyboarder" garnicht genau definiert ist. Je nach Band ist auch was anderes gefragt?
Das ist es nämlich auch, das kann man nicht über einen Kamm scheren.

Richtung Rock, Nachkriegs-Jazz oder Soul braucht man nur AP/EP/B3, das aber perfekt amtlich. Richtung Funk kommt das Clavinet dazu, aber dann muß das auch abgehen wie Stevie Wonder. Im Progrock kommen auf einmal Effektkaskaden jenseits des Leslie dazu, außerdem Mellotron und die Anfang der 70er weithin verfügbaren vorverdrahteten Monosynths (je nach Budget irgendwo zwischen ARP ProSoloist und Minimoog). Aber "Synth" heißt auch, daß man sich seine Sounds from scratch aus Init-Patches zusammendrehen können muß. Und "Mellotron" heißt: Spiderwalk nicht vergessen. Die Bänder sind nur 8 Sekunden lang.

In Top40-Bands muß man alles können. In Studioqualität. Bis hin zum Produzieren und Einfliegen von dutzendweise Backingspuren, weil die anderen Bandmitglieder sich zu fein dafür sind. Oder auch mal Acid-House-mäßiges 303-Filtergeschraube, weil jemand meinte, die Band müsse unbedingt "Sexy And I Know It" spielen.

Von der großen Bandbreite von Tributebands will ich gar nicht erst reden. Wer nur Klavier oder Hammond spielen kann, wird an Depeche-Mode-Replica-Tribute scheitern, Punkt. Umgekehrt könnte man einen zweiten Vince Clarke in einer Boogie-Woogie-Formation nicht gebrauchen.

Dass allerdings keine Synth-Spieler da sind wunder mich schon, wenn man sieht, wie aktuell die doch zu sein scheinen...
Nur wenige Synth-Spieler sind heutzutage dazu fähig und dafür gerüstet, live aufzutreten. Und die allerwenigsten sind fähig und dafür gerüstet, in Bands zu spielen, die ansonsten nicht nur aus anderen Elektronikern bestehen, sondern wo womöglich Gesang und Katzendarm™ dominieren.

Bevor du einen Vollblut-Synthesizerspieler findest, der in eine Top40- oder gar Rock-Coverband einsteigen kann, findest du 20, die in eine Berliner-Schule-Formation einsteigen könnten. Und 500, die solo mit ihrem Geraffel auf ein, zwei Tapeziertischen einen amtlichen Clubgig hinlegen könnten.

Ich glaube, viele Vollblut-Synthesizerspieler, die mal in gemischten, nicht vollelektronischen Bands gespielt haben, sind gebrannte Kinder und machen das nicht mehr. Irgendwann hast du keinen Bock mehr auf einerseits egomanische Selbstdarsteller, die dem Tastenmann kein Rampenlicht gönnen, und andererseits Totalignoranten, die glauben, jeder Amateurkeyboarder könnte auf jeglichem Equipment ohne Vorbereitung von jetzt auf gleich mehr, als was Trevor Horn in den 80ern mit seinem Synclavier gemacht hat (und auf dem Ding hat er die komplette Slave To The Rhythm von Grace Jones masteringreif durchproduziert). Da können tausend Bands bei dir anfragen, und trotzdem machst du sowas nicht mehr, weil du gelernt hast, daß das einfach scheiße ist.

Wenn man dann überhaupt noch zum Giggen rausgeht, dann bestenfalls à la Kebu, und schlimmstenfalls wird man zum reinen Knöpfchendreher. Viele hört man dann aber, wenn überhaupt, nur noch auf Soundcloud oder Bandcamp.

Der Unterschied ist, Du kannst auf der Orgel draufhaun wie Du willst, es wird nicht lauter. Ansonsten spiel einfach was die kleinen Kugeln auf den Zeilen anschaffen.
Nein, der Unterschied ist, daß du ein zweites Manual, ein mehroktaviges Baßpedal, einen Fußschweller (eine Hammond B3 hat 23 Pedale mehr als ein Klavier), 36 Zugriegel, Percussion-Switches und einen Halfmoon-Switch zusätzlich zu bedienen hast. Und zwar in vollem Fluge. (Du glaubst doch selber nicht, daß Hammondorgler ihr Instrument immer nur zwischen den Songs umregistrieren, oder?)

Ganz einfach: Wir bieten Bandunterricht an. Wir hatten gerade am letzten Samstag ein wunderbares Stadtfest-Event, bei dem die Schülerbands aus unserer Musikschule das komplette Programm bestritten haben, und das war vom Niveau her wirklich Klasse und stilistisch sehr vielseitig. Das "Allround" geht heute auch deutlich weiter als früher. Da muß man nicht nur Hammond, Rhodes, Synth, Clavinet und Mellotron können, sondern auch noch Loops, Launchkeys und Computer zum Einsatz bringen. Das wird aber alles an den modernen Musikschulen gelehrt, da gibt es dann auch Fachleute, die für bestimmte Bereiche zuständig sind und einen regen Austausch unter den Kollegen.
Was mich da interessieren würde, gerade im Elektronikbereich, ist: Kriegen die Schüler da den Stil des Lehrers aufgedrückt plus festes Klangmaterial, mit dem sie arbeiten müssen? Oder können die kreativ werden, ihren eigenen Stil entwickeln und ihr eigenes Zeug bauen und performen?

Die die Geld mit Musik verdienen, müssen das.
Wann hast du das letzte Mal Andy Fletcher, Jean-Michel Jarre, Ralf Hütter, Edgar Froese, Keith Emerson, Manfred Mann oder Jordan Rudess mit Noten gesehen?

Die mit dem Notenblatt sind die Jazzer.
Wann hast du das letzte Mal Joe Zawinul oder Chick Corea mit Noten gesehen? Oder Helge Schneider, und es war nicht Teil der Show?


Martman
 
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Wann hast du das letzte Mal Andy Fletcher, Jean-Michel Jarre, Ralf Hütter, Edgar Froese, Keith Emerson, Manfred Mann oder Jordan Rudess mit Noten gesehen?
Wann hast du das letzte Mal Joe Zawinul oder Chick Corea mit Noten gesehen? Oder Helge Schneider, und es war nicht Teil der Show?
Ich sehe eben auch Unberühmte, die spielen müssen, was ein bisschen Geld bringt und das in diversen Combos mit diversen Programmen.

Deine zitierten von oben siehst Du mit Noten, wenn sie zum ersten Mal woanders spielen. Und klar, Autumn Leaves spielen die auch ohne Noten.
 
Deine zitierten von oben siehst Du mit Noten, wenn sie zum ersten Mal woanders spielen. Und klar, Autumn Leaves spielen die auch ohne Noten.
Daß du glaubst, ich hätte lauter Jazzpianisten aufgezählt, disqualifiziert dich schon mal als jemand, der keine Ahnung hat.

Und ich habe dutzendweise Konzerte von Jean-Michel Jarre gesehen, sechs davon live, den Rest als Aufzeichnungen. Der Mann hatte nie Noten im Einsatz. Nie. Kein einziges Mal. Der spielt aber auch nicht Klavier in kleinen Jazzkaschemmen, sondern vollelektronische Multimedia-Spektakel mit bombastischen Lightshows auf nicht unbedingt kleinen Bühnen.

Ralf Hütter wiederum hat seit Ende der 60er nie in einer anderen Formation gespielt als der von ihm gegründeten Organisation (ab 1970 Kraftwerk). Und auch das war nie eine Jazzcombo. Und auch die haben nie Noten verwendet – zumal Kraftwerk nie irgendwas gecovert haben.


Martman
 
Daß du glaubst, ich hätte lauter Jazzpianisten aufgezählt, disqualifiziert dich schon mal als jemand, der keine Ahnung hat.
? Bei mir im Keller spielen die Schlagzeuger nach Noten, wenn Prüfung ist.

Wo hab ich was von Piano geschrieben?

Was hat Jean Michel Jarre nochmal mit Jazz zu tun?
 
Wird mal wieder Zeit für dieses Zitat:


“Ich glaube, ihr lernt alle die Musik verkehrt herum: von den Fingern in die Ohren, statt von den Ohren in die Finger. Das ist, als ob man Tricks lernt, um das Leben zu imitieren."

Papa Oyeah Makenzie zitiert in Volker Biesenbinder: "Von der unerträglichen Leichtigkeit des Instrumentalspiels"

Sowie im Vorwort von Volker Wiedemann: "Klavier Improvisation Klang"
 
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Was mich da interessieren würde, gerade im Elektronikbereich, ist: Kriegen die Schüler da den Stil des Lehrers aufgedrückt plus festes Klangmaterial, mit dem sie arbeiten müssen? Oder können die kreativ werden, ihren eigenen Stil entwickeln und ihr eigenes Zeug bauen und performen?
Ich rege meine Schüler immer zur Kreativität an. Aber ich bin ja sowieso kein 1zu1-Covermusiker, da höre ich mir lieber gleich die Originale an. In meinen Schülerbands soll jeder sich selbst ausprobieren und Eigenes entwickeln. Es klingt auch jedesmal anders, je nachdem, wer mitspielt. Und bevor jemand versucht, meinen Stil zu kopieren, spiele ich lieber selber.

Wann hast du das letzte Mal Joe Zawinul oder Chick Corea mit Noten gesehen?
Alles Bilder von Auftritten:

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Meistens schimpfen diejenigen am lautesten gegen Noten, die selber im Lesen nicht so fit sind. Ich finde es jedenfalls immer gut - und gerade bei der Frage nach Allround-Keyboardern hilfreich, wenn man einem Musiker auf der Bühne Noten vor die Nase legen kann und dann nur noch einzählen muß.

Viele Grüße,
McCoy
 
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Meistens schimpfen diejenigen am lautesten gegen Noten, die selber im Lesen nicht so fit sind.
Noch nie habe ich von jemanden, der kein Analphabet ist, gehört, dass das Lesen und Schreiben überbewertet sei.
 
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Ja, es gibt aber Fälle, wo jemand den Zugang zum Instrument auf andere Art hatte und der durch den Weg über Noten da nie hingekommen wäre. Kommt natürlich auch drauf an, wie der jeweilige Lehrer das Notenlesen einführt.

In meinem Früherziehungszeugnis stand, dass ich wegen schwacher Theoriekenntnisse das 2. Jahr wiederholen sollte. Ein Sitzenbleiber in der Früherziehung.

Kunze Zitat:

Im Radio John Lennon

Auch so'n schräger Brillenspinner

Er zeigt dass Noten Töne sind

Ein Notausgang für'n kluges Kind

Und Träumer sind Gewinner.





Für mich war das Kennenlernen von Akkorden die Offenbarung.
 
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In meinem Früherziehungszeugnis stand, dass ich wegen schwacher Theoriekenntnisse das 2. Jahr wiederholen sollte. Ein Sitzenbleiber in der Früherziehung.
Oft wird in der Erziehung Langeweile beim Fortschritt der Lehre mit Unfähigkeit des Schülers verwechselt.
 
Nur, damit hier keine Mißverständnisse aufkommen: Ich habe absolute Hochachtung vor guten Musikern, die keine Noten lesen können. Ich habe in meinem Leben mit einer ganzen Menge von hervorragenden Musikern musiziert, die keine einzige Noten lesen können, insbesondere aus dem Bereich der Sinti. Diese Menschen sind mir aber auch immer mit höchstem Respekt gegenübergetreten, weil ich Noten lesen und fast alles vom Leadsheet jammen kann.

Was ich aber überhaupt nicht mag, sind Musiker, die keine Notenlesen können und despektierlich über über diejenigen Musiker sprechen, die nach Noten spielen. Umgekehrt das Gleiche: Ich kann nicht verstehen, warum notenkundige Musiker abfällig über diejenigen Musiker sprechen, die nicht so gut im Lesen sind.

Muß eigentlich nicht sein. Vielfalt ist was Schönes.

Viele Grüße,
McCoy
 
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