Neulich bei YouTube...

  • Ersteller olaf_berlin
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... Knallhart: Nicht der Musikwissenschaftler befindet über die Qualität des Künstlers anhand des Notentextes. Der Medien-Informatiker zählt beispielsweise Links und Zitate im Netz. Nach dieser Auffassung macht der Künstler die beste Kunst, der am meisten zitiert wird. Und der Künstler ist herausragend, der auch noch in zwanzig Jahren zitiert wird. Es gibt also eine Evolution in der Musik, die wir quantitativ sichten und beschreiben können. ...

Das gilt auf anderen Feldern vergleichbar: z.B. bekommt man in der Wissenschaft umso eher eine Förderung bzw. eine Verlängerung des (befristeten!) Arbeitsvertrags, je mehr Veröffentlichungen geschrieben wurden und je öfter man zitiert wurde. Auch das Gehalt von unbefristet Angestellten Wissenschaftlern und sogar Professoren hängt oft von solchen Kriterien ab. Die Anzahl von Aktivitäten, das ist etwas, was die auf den Geldsäcken sitzenden ministerialen Buchhalter abzählen können. Auf die auch in der Wissenschaft oft seichten Inhalte kommt es weniger an. Das hat insbesondere in den USA, aber mittlerweile auch in Europa und Asien dazu geführt, dass - früher - die Druckmaschine angeworfen wurde, - heute - das Internet vollgemüllt wird. Es werden seitenlange Veröffentlichungen über Kleinigkeiten verfasst, die der Kenner nebenbei in einem Halbsatz vollumfänglich abhandelt. Zielführende Alternativvorschläge: Fehlanzeige.

In Sachen Musik grüßen die Selbstdarsteller-Orgien aus dem Internet. Erst in mittlerer Zukunft wird sich zeigen, was vom heutigen Übermaß an Musikschaffen die Qualität hat zu überleben. Aber davon kann der heutige Musikschaffende nicht leben, weswegen er sich wohl oder übel am Wohlgefallen der übersättigten Masse oder, seltener, eines großzügigen Gönners orientieren muss.

Meint der Musik-spielende

morino47
 
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je mehr Veröffentlichungen geschrieben wurden und je öfter man zitiert wurde
Ja, das kenne ich auch. Diese Medieninformatiker sind aber etwas cleverer. Es geht nicht nur um pure Zahlen. Man konstruiert verschiedene Blasen, z.B. die Blase der Jazzliebhaber, die am liebsten Jazztrio in der Besetzung Klavier, Schlagzeug und Bass hören. Vielleicht gibt es auch eine Blase aller Eltern, die abends in Clubs unterwegs sind und gerne House auf Spotify hören. Oder eine der Leute, die sich nur Vinyl-Schaltplatten kaufen und mit Karte zahlen. Beliebig viele Blasen halt, die man voneinander abgrenzen kann und die sich natürlich gleichzeitig überlagern. Erfolgreich und innovativ ist der, der es schafft, sich in verschiedenen Blasen hörbar, sichtbar und erlebbar zu machen.

In Sachen Musik grüßen die Selbstdarsteller-Orgien aus dem Internet. Erst in mittlerer Zukunft wird sich zeigen, was vom heutigen Übermaß an Musikschaffen die Qualität hat zu überleben.
Exakt so ist das. Aber das war schon in früherer Zeit so. Bach, Beethoven oder Mozart haben ja nicht alleine Musik komponiert, aufgeführt und Noten verkauft. Da gab es viele, die das auch gemacht haben. Die Zeit zeigt, ob etwas überlebt oder nicht. Survival of the fittest halt, ohne dass man weiß, was sich durchsetzt und woran sich die Qualität dessen bemisst.

oft seichten Inhalte
Ja und nein. Wer bestimmt, ob etwas seicht ist oder nicht? Gibt es klare Kriterien dafür? Einer meiner Söhne hat im Rahmen seines Musikstudiums ein Seminar über musikalische Ästhetik besucht. Er hat mir gesagt, da gibt es Autoren, die genau definieren können, was Qualität hat und was nicht. Die üblichen Verdächtigen werden sofort genannt: Bach, Beethoven, Mozart, Brahms, aber auch Arnold Schönberg oder Alban Berg, obwohl letztere wohl nicht dem Zeitgeschmack der meisten Hörer entsprechen. Wie sieht es mit den Beatles aus oder den Stones? Oder wie mit Miles Davis? Fehlanzeige. Zitate zählen ist demütig. Der der zählt sagt, ich habe keine Ahnung, was gut ist und was nicht. Ich überlasse das dem Urteil der Zeit. Ich finde das gar nicht mal so schlecht. Mir ist das lieber als einer der brüllt: "Das ist gut!" und "Das ist total furchtbar!"

Als Musiker ist das bestimmt hart. Denn man muss akzeptieren, dass es das Schicksal ist, das dich auf die großen Bühnen spült oder nicht. Man selber kann nur eingeschränkt etwas tun. Nur eins ist gewiss: Der eigene Charakter, das eigene Image und die eigenen Fähigkeiten sind nur EIN Baustein zum Erfolg. Spielen können ist nicht alles.
 
Als Musiker ist das bestimmt hart
Auf jeden Fall !
Das ist bestimmt nur noch mit großem Idealismus zu ertragen.
Der Sohn eines befreundeten Musikers wurde bei Beginn seines Studiums als Konzertpianist mit den Worten begrüßt :
"Ich hoffe Sie bringen Geld von zuhause mit , denn der Wunsch als Musiker von seiner Leidenschaft leben zu wollen, wird sich wahrscheinlich nicht erfüllen"
Wohlgefallen der übersättigten Masse
Auch wenn es wohl der Masse gefallen mag, wie zaht sich so was aus ?
Ich kaufe Musik bei ITunes oder den anderen Portalen.
Da nur so auch sicher ist, daß auch bei dem einzelnen Musikschaffenden was ankommt.
Ein Grund warum ich dagegen meinen Kinder Spotify verbiete :
https://www.musicaustria.at/spotify-zahlt-nachtraeglich-21-mio-dollar-musikerinnen/
darin : "Auch Pharrell Williams stieß ins gleiche Horn, als er sich darüber beschwerte, dass sein Welthit „Happy“ im letzten Jahr 43 Millionen Mal gestreamt worden war, er aber nur 2.700 Dollar dafür erhalten habe."

Ich weiß nicht, wie viel youtube zahlt , wenn Videos mit Werbeeinlagen tausenfach gespielt werden,
ich benutze die Plattform eher um Musik kennen zu lernen , oder auch um gute Musikvideos zu sehen.
( Dafür gab es mal gut laufende Fernsehsender , auch schon wieder 30 Jahre her...)
Ob man aber Geld damit verdienen kann ?
 
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'The Rose Tree' wird bezeichnet als Morris Tune, Polka Step (in den Noten, die ich habe) oder als etwa zwischen Marsch und Reel. Auf alle Fälle ist diese Version von Tom Moor & Archie Moss besonders schön:

watch

Frei verfügbare Noten dazu gibt es hier: https://thesession.org/tunes/1123 - wenn man ein bisschen im Internet stöbert, findet sich sicher auch noch eine Version mit Akkorden.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Jetzt habe ich die Tradfolk Videos fast alle gepostet... aber die Stücke sind einfach alle wunderschön und absolut fantastisch gespielt. Das hier ist 'Cotillion' - gespielt von Leveret (die sind auch ab und zu mal in Deutschland unterwegs- ein Konzert zu besuchen lohnt sich absolut, auch wenn es gefühlt viel zu kurz ist)

watch

Hier bin ich mir nicht ganz sicher, ob das wirklich die Noten zum Stück sind: http://www.traditionalmusic.co.uk/folk-music-mandolin-tab/cotillion.htm - wer gerne in Folksongs kramt, ist auf der Webseite absolut goldrichtig.
 
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Klausner-Alm - eine Reise wert

 
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Ich war mal als Kleinkind auf der Daffneralm wo aufgespielt wurde. Vergesse ich nie.
 

Für alle, die schon jetzt den Sommer und die langen hellen Nächte vermissen.
 
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So kann man den Herbst genießen, auch wenn es draußen grau, kühl und nass ist. Schöne beschwingende Musik.
 
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Wunderbar, @Tygge, das Du das gefunden hast. Hier gibt es das ganze Konzert, wenn man mehr Lust hat:

 
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nix mehr versäumen mit einem Abo (y)
 
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Sehr schöne Musik, Uwe mit dem Jupiter ist Weltklasse (y)
.. aber dann komme ich ins Grübeln .. den Zuhörern des Akkordeonfestivals ist es offenbar egal das hier kein Akkordeon spielt sondern ein elektronisches Instrument ?
.. die augenscheinliche Bauform reicht wohl um ein Akkordeon zu sein?
.. Warum wechselt er das Instrument?

brauch ich auch so ein Bugari evo?
Was sind die Vorteile gegenüber einem Akkordeon?
 
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Liebe @Balgseele

natürlich reicht das nicht !! @Bernnt hat ja das ganze Konzert verlinkt, da siehst Du dass ich sehr viel hin und her wechsle.

Den Sommer und den Winter (link gibts im Winter) hätte ich sehr gern mit dem Jupiter gespielt, aber die Wechselei zwischen den Sätzen ging mir auf den Keks.
Bei Frühling und Herbst wollte ich aber keinesfalls auf das Tremplo verzichten, was das Jupiter leider nicht kann, so fiel die Wahl in dem Fall auf Bugari evo komplett.

Kannst Du Dir den Frühling und den Herbst ohne Tremolo gut vorstellen?
 
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.. OK .. beim Klaviersound ist es längst sehr egal ob Yamaha oder Korg epiano ..
somit nur alte Gedanken ..
@Klangbutter danke für die schnelle erklärung ..
So ein frei wählbares tremolo hat bestimmt seienen Reiz !
.. profis beherschen eben die jeweilige Materie in allen Erscheinigsformen .. das ist die schon alte Wahrheit

.. keyboardburgen sind auch nicht mehr angesagt hihi
.. nur wo sind die e-geigen ?

was zählt ..tolles konzert
 
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Danke! Ich war früher sogar enttäuscht, wenn ich einen Solisten erwartet habe und dann kam er im Duo oder mit einem Ensemble.
Ich wollte nur ihn hören - ganz pur und aus direkter Nähe. Alles andere fand ich enttäuschend.

Insofern kann ich nachvollziehen, dass jede Abweichung vom puren Erlebnis eine Enttäuschung sein kann. Manchmal ist man sogar enttäuscht, wenn ein erwartetes Stück nicht im Programm ist...
Aber jetzt als Musiker sehe es doch eher zielorientiert.
 
Viellieber Uwe .. keine "Enttäuschung" meinerseit .. nur Gedanken die sich ergeben .. und hier kann man Fragen und bekommt direkte Antworten .. wie schön :)
 
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So kann man den Herbst genießen, auch wenn es draußen grau, kühl und nass ist. Schöne beschwingende Musik.

Der erste kammermusikalische Stehgeiger lässt dem Akkordeonisten in puncto spielerischer Präzision und musikalischem Ausdruck den unüberhörbaren Vortritt.
 
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