6 saitige Violine einstimmen: wie? (stimmungsfrage)

von maffyn, 10.04.12.

  1. maffyn

    maffyn Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.04.12   #1
    Hallo allerseits. Da ich auf der 6 saiter violine absolut neu bin, mal die Frage wie ihr die einstimmt...?

    Schon bei der 4 saiter ist ja e und g saite etwas zu gespreizt (also das e zu hoch, oder das g zu tief, je nachdem) durch die reinen quinten.

    wie handhabt ihr das nun bei der 6 saitigen? (oder auch 5 saitigen;-). wie bei einer klavierstimmung alle quinten etwas einreduzieren? oder F und C-saite rein stimmen, aber gesamt etwas anheben?

    Stopperstimmung ? (hihi, da wurde ein post von mir gelöscht, weil ich es gewagt hatte im gitarrenforum auf den preis (27 euro) des stimmapps von herrn stopper zu verweisen).

    Oder anstelle nach "a", nach "g" z.b. einstimmen und dann reine quinten? grad wenn man loopt fällt diese spreizung schon stark auf und auf dauer ist das für die intonation nicht so vorteilhaft...

    eure erfahrungen würden mich interessieren.
     
  2. suamor

    suamor Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 10.04.12   #2
    Willst Du die 6-Saitige Geige (oder gar Gambe ?) in Quinten stimmen ?
    Falls es um die Art der Intonation geht (natürlich bzw. wohltemperiert), so gilt für mich: Ich ziehe die natürliche Stimmung vor. Beim 5-Saiter ist das auch noch kein Problem, selbst wenn man mit Klavier spielt, da "open string" v.a. im Barock üblich war und dort gab es keine wohltemperierte Stimmung (die Leute, die barocke Stücke nicht im barocken/historisierenden Stil spielen, spielen dann i.d.R. auch nicht auf Leersaiten).

    Für Klavier bzw. Gitarre: Da würde ich mir im Zweifelsfall mir alle Töne vorgeben lassen bzw. nach einem Stimmgerät stimmen (die haben i.d.R. keine natürliche Stimmung). Wenn man spielt hört sich das dann häufig etwas unrein an, v.a. wenn man auf die Obertöne achtet.

    Wenn Du in Quarten stimmen willst, gilt das o.g. natürlich auch. Dann sind es natürlich andere Töne (und man muß evtl. andere Saiten aufziehen, da der Tonumfang dann ja reduziert ist, bspw.

    E unverändert
    A -> B
    A -> G
    D unverändert
    G -> A
    C -> E

    Gruß
     
  3. maffyn

    maffyn Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.04.12   #3
    es geht darum über loop mit sich selbst zu spielen (also wie wenn man mit einem cello zusammen spielt) und natürlich "harmonisch" zu intonieren.
    mit instrument (klavier) stellt sich das problem nicht.

    also wenn z.b. ein groove auf der c-saite gelegt ist, sollte das e der e-saite nicht gleich sonstwie zu hoch sein. bei der temperierten stimmung (klavier) sind ja genau die terzen viel zu hoch und klingen gräßlich.
    fakt ist: wenn ich die quinten wirklich rein stimme, dann ist die f-saite viel zu tief um auf der e-saite normal spielen zu können, oder umgedreht: wenn ich oben auf der e-saite mir was einloope, dann muß ich unten viel zu hoch greifen. deshalb muß ich irgendwie die stimmung anpassen. reine quinten sind wiederum nicht unnötig, wenn man eben selbige dann auch mal als doppelgriffe nutzen will ;-)

    die kurz erwähnte stopperstimmung könnte hier evtl. wirklich was bringen, aber ich kaufe kein app für 27 euro. da rechne ich mir die lieber aus und stimm nach stimmgerät. bin gespannt, was sich ergibt beim weiteren probieren.
     
  4. suamor

    suamor Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 11.04.12   #4
    Stimme doch einfach so, wie ein Cello, mit zwei Flageolett-Tönen. Damit erhältst Du automatisch die harmonische Stimmung. Wenn Du die leere F-Saite spielst, sollten dann die passenden Saiten (kleine Übung :) ) der Geige mitschwingen.

    Das habe ich mit meiner Viper Viola schon öfters praktiziert. Man sieht da recht gut, wie die Saiten dann mitschwingen.
     
  5. maffyn

    maffyn Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.04.12   #5
    wie sollen bei einer e-geige die saiten mitschwingen (kleine gedankenanregung;-)) da ist kein korpus, der die schwingung zurücküberträgt...

    also du meinst (ich kann dann nochmal cellisten fragen) also die F-saite quasi terzrein zur A-saite. gdae quintenrein und die C dann als Quint zu F oder auch Terzrein zu E? keine saorge- ich probiere beides aus, will aber nochmal nachfragen, wie genau du das über die saiten verteilst meinst. klingt theoretisch erstmal ganz vernünftig. flagoelets sind eh immer etwas zu tief, dadurch kommt die F-saite quasi von selbst etwas höher.

    danke für die anregung!
     
  6. JuST

    JuST Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.04.12   #6
    Keine Ahnung, wie das genau funktioniert. Aber seine Viper ist auch eine E-Geige.
     
  7. maffyn

    maffyn Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.04.12   #7
    dann muß ich nochmal genau hinschauen...;-) möglich, daß sie schon etwas mitschwingen, aber im vergleich zum mitschwingen auf ner akustischen, ist es auf jeden fall sehr wenig.
    suamor: die terzenmethode funktioniert für einen ersten test sehr gut.
    hab jetzt F und C quasi quintenrein und Terzenrein bezogen auf a und e gestimmt. mal sehen wie sich das jetzt langfristig schlägt (quintdoppelgriffe zwischen g und C saite sind jetzt nicht gaanz so einfach, aber braucht man evtl. auch gar nicht so oft (??). man wird sehen. aber die akkorde sind jetzt mit leersaiten gut zu spielen und die linke hand muß nicht ständig "umdenken".

    btw.: ich bin so aufgewachsen, daß man auch auf einer verstimmten geige (z.b. während man ein konzert spielt) noch sauber intonieren können muß. das trainiert, aber wenn man ständig ausgleichen muß, insbesondere leersaiten, dann ists schon anstrengend.
     
  8. fiddlersear

    fiddlersear Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.04.12   #8
    Hallo,
    also mich hat diese Problematik mal komplett an "unserem" temperierten, auf jeden Fall am gleichschwebenden 12-Tonsystem zweifeln lassen und nach Indien zur "reingestimmten" Musik getrieben. Als Jünger (oder mittlerweile Älterer) der "neuen" Musik konnte ich da aber auch nicht bei bleiben.
    Habe aber den Eindruck, daß seit Bach bzw. Werckmeister irgendwas nicht richtig zuende diskutiert wurde. Fakt ist: es gibt - gut gestimmte Klaviere -, wenige zwar und
    das sind meißt welche, die nur mit einer bzw. zwei Stimmgabeln von einem begnadeten Klavierstimmer gestimmten. Auch kommt es mir so vor, als ob wir Streicher bzw.
    Fretless-Spieler die letzten sind, die immer wieder nachfragen, "was denn nun wirklich STIMMT "
    Die reine Wahrheit
    Gruß Eugen
     
  9. maffyn

    maffyn Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.05.12   #9
    wenn du dich da richtig reindenken willst, kommt du um ein paar studien nicht herum. "synthetische harmonielehre" heißt ein sehr gutes buch, wo es um das poblem von den tatsächlichen tönen geht:-)

    mit der geige haben stimmungssysteme erstmal wenig zu tun: wir intonieren schon immer multitimbral. oder halt so wie es grad passt. und das ist dann nicht nur ne frage des stimmungssystems, sondern der komposition.
    bezüglich der instrumentenstimmungen ist immer der klang des instruments natürlich die frage- deshalb deine beobachtung und unterscheidung zwischen hörenden stimmern (denen mit stimmgabel) und solchen die nur eine temperatur legen, aber die tatsächlichen obertöne des klaviers nicht mit einbeziehen.

    naja- kurzer zwischenstand bei mir: ich probiere noch rum. die nach oben ausprobiertem "system" entstehende wolfsquinte zwischen C und g stört mich nun doch etwas und ich muß die quinte noch etwas verteilen auf dei umliegenden saiten. das schöne ist ja, das man das auf der geige in ruhe ausprobieren kann ;-) im ernstfall muß man halt etwas korrigieren.
     
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