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88jaehriger ex-SS Soldat fuer Kriegsverbrechen angeklagt.

von Surf Solar, 29.10.09.

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  1. Surf Solar

    Surf Solar Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.09   #1
    ( Mir ist keine bessere Ueberschrift eingefallen, falls das nicht passt - bitte aendern. :o )

    Ich bin eben ueber diesen Link gestolpert und muß schon irgendwie ueberlegen, ob das wirklich noch sinnvoll ist. (leider nur auf Englisch, ich suche gerade schon einen deutschen Artikel und werde ihn hier reineditieren).

    http://blog.taragana.com/n/nazi-hit...der-for-3-wartime-killings-in-holland-209484/


    Was haltet ihr davon? :gruebel:


    EDIT: hier der versprochene deutsche Link. : http://www.welt.de/politik/deutschland/article5008452/65-Jahre-danach-Mordprozess-gegen-SS-Mann.html
     
  2. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann v.i.S.d.P. Administrator

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    Erstellt: 29.10.09   #2
    wenn er ein Mörder ist, habe ich kein Mitleid, wenn ihm das jetzt vielleicht einen netten Lebensabend im Kreise seiner Enkel versaut.
     
  3. LennyNero

    LennyNero HCA Gitarre: Racks & MIDI Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 29.10.09   #3
    Mord verjährt nicht.

    Wenn sich die Morde beweisen lassen, gehört er verurteilt, bzw. ggf. eben an die Holländer ausgeliefert, dort ist e ja schon rechtskräftig verurteilt.
     
  4. Samuel_Groth

    Samuel_Groth Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 29.10.09   #4
    Tja, was soll man dazu schon sagen? Wenn er dieser Verbrechen schuldig ist, dann soll er auch dafür mit seiner Freiheit zahlen, so wie es das Gesetz vorsieht.

    Nur schade dass der Prozeß erst heute stattfindet wo wahrscheinlich schon einige der Angehörigen der Opfer inzwischen das Zeitliche gesegnet haben, denn vielleicht hätte ihnen zu Lebzeiten eine Verurteilung (für den Fall dass die Anschuldigungen zutreffen) des Mörders dabei geholfen ihr schreckliches Schicksal zu verarbeiten.
     
  5. Surf Solar

    Surf Solar Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.09   #5
    Nun, ich wollte damit ansprechen, dass viele ja dann diese "Befehl ist Befehl" Sache diskutieren.
    Ich selbst sehe es auch so wie ihr, man kann es halt auch nicht mehr wirklich zurueckverfolgen.
     
  6. void

    void Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.09   #6
    Es ist nicht bekannt dass auch nur ein Soldat, egal ob Wehrmacht oder SS in irgendeiner Art Nachteile erfahren hat weil er sich gegen einen Tötungsbefehl gewehrt hat. Von daher seh ich diese Argumentationsweise als unzulässig an
     
  7. Surf Solar

    Surf Solar Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.09   #7
    Ueberhaupt keinen?
    Dann moechte ich meinen letzten Post zurueckziehen, die Diskussion wird dadurch auch fast obsolet.

    Es stellt sich halt nur noch die Frage, ob es (neben der gerechten Strafe, auch im Alter) jetzt noch viel Sinn ergiebt, ihn fuer ein paar Jahre noch einzusperren. Ist dann wohl eher eine Art Schauprozess (imo :o ).
     
  8. void

    void Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.09   #8
    Soweit ich weiss, ja :)
     
  9. Absint

    Absint Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.09   #9
    Nach § 46 StGB gilt gleichermaßen die Kantsche Vergeltungstheorie zum Strafzweck, wie auch die positive Spezialprävention.

    Den Tatverdächtigen jetzt noch hinter schwedische Gardinen zu bringen, würde der positiven Spezialprävention, die den Verurteilten erziehen und resozialisieren soll, widersprechen, nicht aber der Vergeltungstheorie, nach der durch die Strafe die begangene Straftat am Täter aufgewogen werden soll.

    Welchen Strafzweck die Richter jetzt sehen (Befriedigung der Hinterbliebenen oder der Opfer ist ja nun strafrechtlich nicht wirklich relevant - Schadenersatzregelungen ausgenommen) hängt ganz von ihnen selbst ab.
     
  10. doesofskaipod

    doesofskaipod Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.09   #10
    Dieser Schauprozess ruft es aber wenigstens nochmal in Erinnerung und wenn man sich anschaut, wie viele junge Leute keine/kaum Ahnung mehr von dem Thema haben, finde ich es gut es wenigstens so nochmal zu diskutieren und zu zeigen. Und wenn die Morde nachweißbar sind, sind die paar Jahre im Gefängnis die ihm noch bleiben, imho viel zu wenig, egal ob er auf Befehl gehandelt hat oder nicht…
     
  11. Quir

    Quir Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.09   #11
    Das musst du jetzt aber einmal etwas präziser erläutern.

    Aus welchen Gründen wurden denn Befehlsverweigerungen in der SS oder der Wehrmacht mit rein gar keinen Konsequenzen bedacht? Wie waren diese Militärorganisationen denn deines Wissens nach aufgestellt, dass Befehlsverweigerung ohne Maßnahmen und nach der Entscheidungswillkür von einfachen Soldaten verweigert werden konnten?

    Führ das doch bitte einmal näher aus, deine Aussage widerspricht so ziemlich meinem gesamten Wissen über diese Organisationen, aber wenn du derartige Argumentationen als unzulässig erklären kannst, musst du ja noch weitergehendes Wissen zu diesem Thema haben.
     
  12. vanderhank

    vanderhank Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.09   #12
    In der Wehrmacht ebenso wie in der Waffen SS, in der dieselbe Militärgerichtsbarkeit galt, durfte ein Soldat keinen Befehl befolgen, der von ihm eine Straftat verlangte. Dass ein Mord eine Straftat ist, dürfte unstreitig sein.

    Aus diesem Grund ist die Argumentation "Befehl ist Befehl" gegenstandslos, was von vielen Apologeten missachtet wird. Also hat er für seine Taten im Rahmen eines rechtstaatlichen Verfahrens gerade zu stehen.

    Gruß
    Hank
     
  13. LennyNero

    LennyNero HCA Gitarre: Racks & MIDI Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 29.10.09   #13
    Das entspricht auch meinem Wissensstand.
     
  14. jackson

    jackson Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.09   #14
    man oh man die justiz....da wird ein SS Mann wegen Kriegsverbrechen und Mordes im Ausland zu lebenslanger Haft verurteilt,flüchtet und kann hier unbehelligt jahrzehntelang weiter in Freiheit leben als ob nix wär! und dann seit den 80er Jahren läuft ein Auslieferungsantrag der Niederländer und nichts wird getan !!! nein , ich habe da kein Verständnis für unsere Justiz. Aber verurteilt werden muss er , keine Frage!
     
  15. Absint

    Absint Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.09   #15
    Wobei da zwischen de facto- und pro forma-Zuständen unterschieden werden müsste.
    Das dritte Reich als Meilenstein zur de facto-Rechtstaatlichkeit... das wäre mir auch neu.
     
  16. LennyNero

    LennyNero HCA Gitarre: Racks & MIDI Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 29.10.09   #16
    Es ist wohl tatsächlich so, das niemand rechtlich belangt worden ist, der sich geweigert hat an einem Kriegsverbrechen teilzunehmen.

    Ich bin mir nichtmal sicher, ob solche Verweigere sonst irgendwelche Dransalierungen (seitens "Kameraden" und Vorgesetzter) erleben mussten.
     
  17. vanderhank

    vanderhank Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.09   #17
    Eher eine Unterscheidung zwischen de iure und de facto. ;)

    Und Du hast Recht - in vielen Fällen wurden Straftaten von Soldaten, nicht den geltenden Strafgesetzen und Militärstrafgesetzen entsprechend verfolgt. Das ändert aber nicht an der eigentlichen Rechtslage damals, die eben ein bloßes Zurückziehen auf die Gehorsamspflicht nicht erlaubte.

    Gruß
    Hank
     
  18. void

    void Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.09   #18
    Also ich hab das in ner Doku über die Wehrmachtsausstellung auf Arte oder 3sat gesehen. Da wurde gezeigt, dass es z.B. Polizeikommandanten gab, denen aufgetragen wurde die gesamt jüdische Bevölkerung zu liquidieren. Da wurden drei verschiedene verglichen, der eine hat direkt den Befehl ausgeführt, ohne zu zögern. Der zweite hat sich erst geweigert, hat dann allerdings auf drängen der Führung nachgegeben. Und der dritte hat sich durchweg geweigert. Er wurde weder versetzt, noch bestraft noch sonst irgendwas. In dem Zusammenhang wurde dann angeführt, dass es keinen einzigen bekannten Fall gab in dem ein Soldat/General/was auch immer in irgendeine Weise Nachteile erfuhr weil er einen solchen Befehl nicht ausgeführt hätte.
    Ich lass mich natürlich durch Gegenbeispiele vom Gegenteil überzeugen, aber ich bezweifle dass du welche findest ;)
     
  19. carrot

    carrot Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.09   #19
    das ist mal krass, das hätte ich nicht gedacht. werd mal meinen geschi lehrer drüber ausfragen, ehrlich gesagt kann ich mir kaum vorstellen, dass befehlsverweigerung absolut ungestraft gelassen wurde ...
    aber wenn die das in ner arte oder 3sat doku zeigen, die ja immer ziemlich anti-ns sind...
    ein denkanstoß, danke :)
     
  20. Absint

    Absint Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.09   #20
    Das stimmt nicht ganz. Befehlsverweigerung wurde bestraft, aber nicht, wenn der Befehl gegen geltendes (Kriegs-)recht verstieß, so wie ich das bislang verstehe.

    Ein Soldat, der sich weigert auf andere Soldaten zu schießen, wurde unter verschärften Arrest gestellt. Ein Soldat, der sich aber weigerte, auf Zivilisten zu schießen, konnte wohl nicht dafür rechtlich belangt werden. Das galt zumindest für die Wehrmacht.

    Da die SS aber nichtsdestotrotz rechtlichen Sonderstatus genoss, gehe ich jetzt - ohne mich näher damit beschäftigt zu haben - davon aus, dass es inoffizielle Bestrafungsrichtlinien gegeben haben muss.