a mano versus tip a mano

von Fingertricks, 11.04.16.

  1. Fingertricks

    Fingertricks Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.04.16   #1
    Ist das ein grosser Unterschied ?

    Ist das ein "echtes" Qualitätsmerkmal wenn sowas verbaut ist ?

    Oder wird das totale überbewertet ?
     
  2. suxeedJo

    suxeedJo Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 11.04.16   #2
    Also hier scheiden sich die Geister. Eines ist in gewisser Weise logisch: Hersteller verbauen hochwertige Stimmplatten wohl eher auch in hochwertige Instrumente. Allerdings kommt es bei den Stimmplatten nicht nur drauf an ob sie A Mano oder Tipo A Mano sind sondern auch auf die Einstellung, Stimmung, die generelle Qualität und, und, und... Nur weil da mal einer mit dem Hämmerchen auf dem Nietkopf rumgeklopft hat muss nicht eine A Mano immer besser sein als eine Tipo A Mano Stimmplatte.... Eine gewisse Tendenz gibt es aber wohl schon.

    Gruß, Jochen
     
  3. Fingertricks

    Fingertricks Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.04.16   #3
    Ist Tip a mano bereits als hochwertig einzustufen ?
     
  4. maxito

    maxito Mod Akkordeon Moderator HFU

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    Erstellt: 11.04.16   #4
    Daie Fragen könnte man kurz und einfach beantworten:

    teilweise schon.


    Aber das ist dann schon wieder so verkürzt, dass es dier Sache schon nicht mehr richtig trifft. Drum muss man das schon noch etwas relativieren.

    1. "Tipo a mano" und "A Mano" wird bei den meisten Stimmplattenherstellern von der geometrischen Form her gleich gebaut und unterscheidet sich vor allem durch die sorgfältigere Bearbeitung und durch engere Toleranzen. Was jeweils sich A Mano bezeichnen darf, ist nicht definiert - das entscheidet also jeder Hersteller selbst. Und damit ist auch automatisch schon mal klar, dass sich die beiden Bereiche nicht scharf gegeneinander abgrenzen lassen und ineinander übergehen.

    2. Gute und sehr gute Stimmplatten verbaut man in der Regel erst in Instrumente, die insgesamt sorgfältig und hochwertig gebaut sind. Somit ergänzt das eine das andere und in der Summe entsteht ein hochwertiges Produkt.

    3. Die Stimmplatte macht zwar viel aus, ist aber noch lange nicht alles, was für die Gesamtqualität entscheidend ist. Eine gute Stimmplatte von einem schlechten Stimer eingestellt verliert viel ihrer möglcihen Qualität. Und eine mittelmäßige Stimmplatte vom Stimmer perfekt eingestellt kann Möglichkeiten bieten, die man nie für möglcihgehalten hätte. Ersteres giobts leider öfter mal. letzeres eher selten, denn einfachere Qualitäten haben größere Fertigungstoleranzen und deswegen auch größerere Schwankungen. Das kann bedeuten, dass man auch mit viel Aufwand nicht mehr viel mehr aus der paltte herausholen kann. Zudem sind die Instrumente günstiger und der Kunde erwartet auch einen im verhältniss stehenden Preis für die handwerklichen Arbeiten. Drum wird ein Fachmann i.d.R hochwertige Instrumente mit mehr Aufwand bearbeiten und mittlere mit weniger, einfach , weil er beim hochweertigen Instrument eher die Arbeitszeit bezahlt bekommt, als beim mittleren.

    Aus dem ergibt sich indirekt, dass ein hochwertiges Instrument mit hochwertigen Stimmplatten mit höherer Wahrscheinlichkeit eine hochwertige Wartung und Pflege erfahren wird und somit auf Dauer eine bessere Qualität halten kann, als nicht so gute Instrumente. Ein vermutlcih zeimlicht zutreffendes Beispiel: Für eine Gola wird sich so gut wie jeder Stimmer ins zeug legen, weil sich keiner nachsagen lassen will, er habe eine Gola verhunzt. Bei einer Verdi oder Concerto würde der Stimmer bei dem Vorwurf vermutlich grad mal etwas grummeln und ansonsten mit den Schultern zucken.

    4. aus Punkt 3 ergibt sich sogar die Möglichkeit, dass sich die Qualität des Instruments sogar noch steigern lässt, wenn man den perfekten Stimmer hierfür findet.



    Insgesamt lässt sich das Thema aber nciht eindeutig klären, weshalb hierzu logischerweise jede Menge Diskussion en hierüber entstehen und ebenso logisch auch mitunter genausokonträr enden. Liegt einfach daran, dass eben sehr viele Faktoren mit eine Rolle am Gesamtklang und der Gesamtqualität spielen, so dass sich solche Einzelpunkte im Gesamtsystem betrachtet nicht mehr separieren lassen.

    Hier mal eine kleine Auswahl an weiteren Diskussionen zu dem und über das Thema:

    https://www.musiker-board.de/thread...tten-ha-1-a-mano-und-ha-2-tipo-a-mano.400001/

    https://www.musiker-board.de/threads/a-mano-stimmplatten-nietkopf.573912/


    https://www.musiker-board.de/threads/a-mano-stimmplatten-nietkopf.573912/

    Viel Spaß beim durchstöbern:)
     
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  5. morigol

    morigol Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 21.04.16   #5
    Es gibt keine Norm, was in etwa wie eine DIN funktionieren würde um verschiedene Qualitätsstufen bei Stimmplatten auseinander zu halten.

    Jeder schreibt drauf, wie er gerade denkt, dass das so passt.

    Wenn wir jetzt bei a mano Platten bleiben:
    Auch bei denen gibt es recht breite Unterschiede, einmal von Hersteller zu Hersteller und dann noch einmal in der Zeit.
     
  6. Stoager

    Stoager Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.04.16   #6
    Ist also leider wie in der Auto-(Abgas-)Branche.

    "Jeder schreibt drauf, wie er gerade denkt, dass das so passt." (Zitat morigol)

    Dachte z.B. beim Kauf meiner Steirischen damals auch, dass es richtige Tipo a mano wären,
    wie im Internet und Firmen-Prospekt ersichtlich.
    Aber auch bei den Tipos gibt es großen Variantenreichtum bzw. "Kreativität".
    Und scheinbar dürfen sich auch zylindrische Nietköpfe Tipo a mano ...... nennen.

    Gruß Stoager
     
  7. morigol

    morigol Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 21.04.16   #7
    Da kursieren eh viele Halbweisheiten. Was da so alles behauptet wird, woran man gute Stimmplatten erkennt...

    Letztendlich hängt es an deinem eigenen spielgefühl, zu erkennen, was du da gerade in den fingern hast.
     
  8. lil

    lil Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 21.04.16   #8
    und wie @maxito weiter oben schon sagte, ist es beinahe wichtiger, wer seit der "Geburt" das Instrument stimmte. Ein guter Stimmer kann aus "schlechteren" Stimmzungen erstklassige machen, während ein schlechter Stimmer auch A-Mano-Platten versauen kann ...
     
  9. maxito

    maxito Mod Akkordeon Moderator HFU

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    Erstellt: 22.04.16   #9
    So isses! Und sogar bei den tipo a Mano sind zylinderische Nietköpfe erlaubt!

    A Mano und tipo a mano sind sowieso irreführende Begriffe. Viel sinnvoller wäre es , wenn man die Klassifizierung nach Gütestufe bezeichnen würde. Also z.B. "Superior Qualität" und "Premium Qualität" oder meinetwegen, was schon öfter verwendet wird: "Handarbeitsklasse 2" und "Handarbeitsklasse1" , bzw. kurz: HA1 und HA2!

    Auch wenn ich mich wiederhole: weder der pyramidenförmig verdengelte Nietkopf, noch die gebläuten Seitenkante sind in irgend einer Form ein verbrieftes Erkennungsmerkmal für die beste Güteklasse.

    Gute Stimmplatten erkennt man in allererster Linie an guter bzw. sehr guter Funktion.

    Tut mir leid, wenn ihr nun allen die ein totsicheres Erkennungsmerkmal für beste Stimmplattenqualität erhofft hattet und ich euch einen Dämpfer verpasst habe - aber so isses nun mal leider.

    Und obendrein werden sehr gute Stimmplatten nur dann zu hervorragenden Stimmplatten, wenn auch noch der Stimmer mit der entsprechenden feinen Hand das Tuning vollendet hat. Und bei gebrauchten hängt auch noch die Lebensgeschichte mit dran. Wir haben bei unseren Treffen schon des öfteren feststellen können, dass sogar bei bauartgleichen Golas noch feine Unterschiede feststellbar sind.

    Man kann sich nun bemitleiden ,dass man leider nicht objektiv feststellen kann dass man die beste Stimmplatte der Welt im Spielbesitz hat, oder man kann sich dran freuen, dass man schon eine sehr gute Qualität hat und schauen, was man alles damit machen kann. Ich persönlich bevorzuge letzteres und mir reicht es zu wissen, dass ich vielleicht nicht das aller-aller-allerbeste, aber immerhin (sehr) gutes Material zur Verfügung habe und versuche das richtig auszureizen und damit Musik zu machen, die mir und auch anderen richtig Freude macht.
     
  10. Stoager

    Stoager Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.04.16   #10
    ... ist halt auch menschlich nach "Höherem" streben zu wollen :-(
    Wichtig: Das Spielen nicht außer Acht lassen und sich dabei erfreuen ;-)
     
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  11. Ippenstein

    Ippenstein Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.04.16   #11
    Um mal aus der Praxis zu erzählen: Einerseits unterscheiden sich je nach Hersteller die Parameter und Maße bei den einzelnen Qualitätsstufen. So kann z.B. die Aluminiumlegierung härter sein oder die Stimmplatte dicker (und damit das ganze Akkordeon schwerer). Oder die Stimmzunge ist noch breiter, damit der Klang noch fetter wird, der Luftspalt ist kleiner usw... Man merkt das als Stimmer und Spieler schon, wenn man vergleichbare Akkordeons hat, die mit unterschiedlicher Qualität bestückt sind. Während sich bis in die 60er Jahre die Qualitätsstufen deutlich unterschieden (und auch die Hersteller zueinander), nähern sich ab den 70er Jahren die einzelnen Qualitätsstufen immer mehr an, indem auch die einfachen Qualitätsstufen besser werden. Vergleicht man die Entwicklung bis zurück in die 20er Jahre, so wird der Ton immer kräftiger, Luftnebengeräusche weniger usw., je jünger die Stimmplatten sind. (Natürlich ist das auch vom Hersteller abhängig).
    Als Reparateur/Stimmer ist man die hochwertigen Akkordeons gewohnt und versucht, auch bei den einfachen (alten) Akkordeons möglichst viel rauszuholen. Da verzweifelt man dann schon mal, weil die Stimmplatten einfach nicht mehr hergeben. Da passen dann einfach die wichtigen Parameter nicht und macht man den Lösabstand kleiner, "verschluckt" sich die Stimmplatte viel schneller, weil das Zungenmaterial zu weich ist. Da ist dann nichts mit konzertant laut und leise spielen.
     
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