A Swashbuckler's Fanfare - Musik für einen Abenteurer-Film?

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Baumstumpf
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Hallo zusammen,

nach langer langer Zeit der kompositorischen Abstinenz melde ich mich wieder zurück. Schon seit langem mach ich hobbymäßig Musik am Rechner, meist so Richtung Soundtracks, vom Klangergebnis am Ende wars aber oft nicht so überzeugend, lag meist an mangelndem Equipment. Vor einiger Zeit aber hab ich meine Hard- und Software aufgebessert und mittlerweile bin ich wohl auch ganz solide darin eingearbeitet, gibt aber trotzdem noch viel zu lernen für mich, vor allem beim Thema Abmischen. Jetzt hatte ich endlich noch Zeit dafür. Hab was Orchestrales gemacht, um mal die Grenzen meine Samples auszureizen. Bin mal gespannt, was ihr dazu zu sagen habt. Für die notentechnisch Interessierten hab ich auch ein kleines Partiturvideo erstellt. Leider hat das nicht die gewünschte Qualität, war aber trotzdem ziemlich kniffelig.

Viele Grüße :)

Dustin

http://www.soundclick.com/bands/page_music.cfm?bandID=674265

https://www.youtube.com/watch?v=f1JjRaLCdjk

Dustin
 
Eigenschaft
 
Hi Dustin,

tolle Komposition, und toll Orchestriert. Schöne Arbeit!

Beim Mockup könnte man einige Sachen noch verbessern. Ich geb dir einfach mal ein paar Anhaltspunkte:
-Die Blechbläser sind im Vergleich zu den Streichern ziemlich leise. Die Blechbläser sind die lautesten Instrumente im ganzen Orchester. Im Normalfall kann eine einzelne Trompete oder Posaune - insofern in einer günstigen Lage, die Streicher und Holzbläser übertönen. Hier gehen die Blechbläser vorallem hinter den Streichern ziemlich unter.
-Das ganze klingt im Moment ziemlich quantisiert und statisch. Schreibst du in einem Notensatzprogramm oder in einer DAW? Um ein realistisches Klangergebnis zu erzeugen, ist es wichtig, dass Ungenauigkeiten vorkommen - das heißt nicht alle Töne genau auf den Schlag, Temposchwankungen, etc. Wichtig sind auch Lautstärkekurven, die sich während des klingenden Tones ändern - mit Velocity allein kommt man hier nicht weit (Außer bei Instrumenten wie Harfe, Percussion und bei Staccato-Samples)
-An der Stelle, wo die Hörner die Dreiklänge spielen wäre es sinnvoll, andere Samples zu verwenden, als die für die Section. Schließlich spielen an der Stelle ja nicht plötzlich 12 statt 4 Hörnern (oder?). Für Akkorde in allen Blasinstrumenten verwende ich immer Solo-Samples, die Sections nur dann, wenn auch wirklich alle Instrumente der Gruppe das gleiche Spielen.

Was für Samples verwendest du denn?
In der Partitur sind die ständigen Triolen übrigens ziemlich schwer zu lesen. Eigentlich würde man das Stück im 12/8 Takt Notieren und ein dementsprechend höheres Tempo angeben.
 
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Hi, vielen lieben Dank für den ausführlichen Kommentar, das ist mir eine große Hilfe. Was du so schreibst, klingt sehr schlüssig, scheinst da schon ordentlich Ahnung zu haben ;-) also freut mich auf jede Fall, dass es dir gefällt!
An 12/8tel hatte ich später auch gedacht, aber da hatte ich schon mehr als die Hälfte der Partitur fertig und mein Notenprogramm kann bei nem Taktartwechsel die Notenwerte nachträglich nicht mehr sinnvoll umrechnen, da war mir das per Hand einfach zu viel Arbeit! ;-) Hätte aber auf jeden Fall mehr Sinn gemacht. Da ich mit den quakigen Sound auch selbst recht unzufrieden bin, hab ich das ganze die Tage mal mit Klavier eingespielt, eine Heidenarbeit... Für die Transkription hab ich sinnvollerweise auch 12/8tel genommen, sieht so echt übersichtlicher aus ;-)

http://www.youtube.com/watch?v=TypTaDVoBbM

Also als Samples hab ich eine recht frühe Version von EWQL benutzt, die Komposition selbst hab ich mit Notenprogramm erstellt, anders wär ich total überfordert gewesen. Die Partitur hab ich als Midi in eine DAW reingeladen und dann abgemischt und ein bisschen Humanizing gemacht (variable Anschlagstärke und ein bisschen dequantisiert), aber scheinbar ja nicht genug :p Ich hab sogar an der Tempospur rumgefummelt, immer wieder leichte Temposchwankungen und zum Ende hin ein leichtes Accelerando eingebaut... werd ich mal versuchen, da noch ein bisschen mehr zu machen. Wie genau kann man denn die Lautstärkenkurven beeinflussen? Das sagt mir nichts.
Das mit dem auf ganze Sektionen verzichten und jede jede Einzelstimme separat aufnehmen und dann alles untermischen ist auf jeden Fall ein sehr guter Tipp! Würde den Hornsound bestimmt um einiges bereichen. Das ist für mich auch das Hauptproblem klangtechnisch: Die Hörner und generell das Blech nerven mich echt am meisten. Ansonsten bin ich mit meiner Library im Großen und Ganzen sehr zufrieden und für das, was ich mache, reicht das total. Ins Blech werd ich aber noch mal investieren müssen, sobald ich als armer Student mal was locker hab ;-) Was gibts denn da Standalone-mäßig, was du empfehlen könntest? Geht mir wirklich nur um Brass und am meisten eben um Waldhörner, ohne die ist ja jede Art von Filmmusik undenkbar. Abgesehen von vielleicht Bernhard Hermanns Streicherkonzert Psycho :p

Danke noch mal für die Tipps :)
 
Hi,

Mit Lautstärkekurven meine ich Controller-Kurven. In der Anleitung von deiner Sample-Library muss irgendwo stehen, mit welchem Controller du die Lautstärke kontrollieren kannst. Im Zweifelsfall einfach mal Expression und Main Volume versuchen.
Um Dynamik zu erzeugen ist Anschlagsstärke nur für Schlaginstrumente und kurze Artikulationen (wie Staccato, Pizzicato, etc.) geeignet. Die meisten Instrumente können die Lautstärke während eines Tones ändern und tun das auch. Spielen die Geigen z.B ein crescendo über eine legato-Phrase, ist nicht jeder neue Ton ein Stückchen lauter, sondern die Lautstärke ändert sich auch während der Töne. Außerdem ist es wichtig, Lautstärkeänderungen zu machen, die man nicht notieren würde. Computerprogramme ermöglichen es, eine Phrase permanent mit der exakt selben Lautstärke zu spielen, in der Realität ist das unmöglich und wirkt unnatürlich. Im Normalfall beginnt wird eine Phrase mit einem kleinen cresendo und endet mit einem decrescendo, dass man nicht notwendigerweise notieren würde, aber trotzdem machen würde, weil es natürlich ist.
Mit Blechbläser-Libraries habe ich keine allzu große Erfahrung. Ich benutze die Special Edition von VSL und bin sehr zufrieden damit, mir fehlt ein Stück weit aber der Vergleich zu anderen Libraries. Für Blechbläser von VSL kann man zwischen 100 und mehreren 1000 € bezahlen, schätze ich, jenachdem, welchen Umfang man haben möchte.
Ich schätze allerdings, mit der Abmischung und etwas EQ kann man aus deinen Bläser auch noch einiges rausholen.
 

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