Abitur - und dann?

p0wl
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Hallo zusammen,
ich hoffe mal hier etwas Hilfe oder Inspiration zu finden...
Es ist so, ich habe nun bald mein Abi in der Tasche und habe wenig konkrete Pläne...

D.h., ich weiß zwar, dass ich etwas mit Musik im weitesten Sinne bzw mit dem Bau/Konstruktion von Instrumenten machen möchte. Hatte deswegen auch schon mit einem befreundeten Gitarrenbauer gesprochen, die Unsicherheit / relativ schlechte Bezahlung für sehr viel Arbeit schreckt mich aber ehrlich ab.

Nun meine Frage an euch:
Kennt ihr weitere Berufe / Studiengänge die auf mein Interessengebiet passen würden? Evtl. studierte Berufe, bei denen man dann bei einem Unternehmen wie Warwick o.ä. unterkommen kann?
Hatte mal was von Instrumentendesign gehört, kann mir darunter aber auch nicht wirklich viel vorstellen.

Musiklehrer / Berufsmusiker sind eigentlich keine Option...



Ich hoffe auf Hilfe!

Gruß
p0wl
 
Eigenschaft
 
Ich war nach dem Abi auch mehr oder weniger planlos und damit sicherlich nicht allein.

Für meinen Erstwunsch, Beamter im gehobenen Strafvollzugsdienst, war ich mit 19/20 noch zu jung. Da muß mind. 21 Jahre alt sein. Wegen geistiger Reife und so ;-)

Zivi/Bund mußte eh sein, als hab ich glatt mal 4 Jahre die Weltmeere unsicher gemacht.

Dann direkt das langersehnte BWL-Studium angefangen und erfolgreich wieder abgebrochen, um nun etwas zu studieren, währenddessen sich meine eigentliche Berufung eröffnet hat. Wie als hätte sich über mir der Himmel aufgetan, wußte ich plötzlich wohin ich gehöre. Und das wohlgemerkt 10 Jahre nachdem ich mein Abi abgeschlossen habe.

Was ich damit sagen will: Wenn du meinst, dass dich irgendetwas wirklich interessiert, vergiss, dass du bei anderen Ausbildungen 50 Euro mehr im Monat bekommst.
Harte Arbeit kann auch sehr spannend und erfüllend sein. Stell dir einfach vor, du würdest den ganzen Tag in einem grauen Büro sitzen und die Decke anstarren. Das wäre zumindest für mich der absolute Tod!

Das Instrumentenbauerhandwerk ist in den letzten Jahrzehnten immer weiter dezimiert worden und der Markt teilt sich auf immer weniger Handwerker auf. Wenn du einen guten Kontakt zu einem gefunden hast, der dann sogar noch ausbildet, ist das aus meiner Sicht schon ein doller Zufall.
Probieren geht über studieren. Mach doch einfach mal ein Probepraktikum um zu sehen, wie es dir gefällt und ob du talentiert bist.

Das, was du mit Freude lernst, ist viel wertvoller als eine gut bezahlte Ausbildung in einem langweiligen Job.
 
Du könntest ja etwas in Richtung Ingenieur oder Designer/Holzverarbeitung studieren und dann
z.B. ein Praktikum bei einem Gitarrenbauer machen.
Warwick sucht öfters Leute, allerdings meist im Vertriebsbereich.

Ich finde, man sollte seinen Beruf nicht NUR des Geldes wegen wählen, schließlich macht man das
in der Regel doch ziemlich lange und von daher sollte es einen schon ausfüllen.

Es gibt z.B. meiner Meinung nach zu viele Betriebswirte, die das Studium nur mit Hintergedanken
an den späteren Verdienst gewählt haben, mit Ausblick auf einen angenehmen Schreibtischjob.
So arbeiten viele davon aber leider auch, was in meinen Augen vielen Betrieben hinter vorgehaltener
Hand zu schaffen macht. In Führungspositionen kann so was größere Probleme verursachen,
wo aber dann meistens der studierte vor dem Erfahrenen "recht" bekommt.

Gehe in Dich, informiere Dich gut und folge Deinem Herzen (so lange Du noch kannst:) )
 
Was auch immer du tust, such dir was aus, womit du deinen Lebensunterhalt bestreiten kannst! Das sollte dein primäres Ziel sein, darum gehts, das ist unterm Strich der Sinn von Arbeit. Verlier das nicht aus den Augen, für deine Hobbys und Interessen ist deine Freizeit da.

Was den Gitarrenbauer angeht, so hab ich vor ein paar Wochen mit Florian Jäger über das Thema gesprochen. Jäger ist einer der renommiertesten Gitarrenbauer Deutschlands (und vermutlich auch darüber hinaus); er weiß also, wovon er spricht. Er schrieb mir:

"Gitarrenbauer werden ist schwierig; ist aber einfacher, als es zu bleiben!
Es gibt so gut wie keine Gesellenstellen. Von Vorteil für die Erlangung eines
Ausbildungsplatzes ist intensive Auseinandersetzung theoretisch (über
Literatur) und besonders praktisch. Die meisten meiner Kollegen haben wie
ich vor der Lehre schon jahrelang in Eigenregie Gitarren, und nicht nur
E-Gitarren, gebaut. In der Küche/Wohnzimmer etc. Man hat oft schon vorher
alle Werkzeuge über Jahre gekauft. Viele machen eine Schreinerlehre als
"Parkplatz", und das schadet keinem, um in der Werkstatt dann nicht völlig
unwissend dazustehen, wenn man mit der Handsäge einen 100 %ig geraden
Schnitt produzieren muß.

2. Möglichkeit: an der Geigenbauschule Mittenwald in Vollzeit. Da stellt
sich die Frage nach der Praxistauglichkeit; denn der Gesellenbrief allein
nützt einem nichts, wenn man nichts kann.

Tipp: persönlich vorstellig werden bei einem Meister; Anrufe werden immer
abgewimmelt. Hat man ein in Eigenregie gebautes Instrument dabei, steigen
die Chancen stark.

In erster Linie ist das ein Handwerk, kein künstlerischer Beruf!"

http://www.jaegerguitars.com/werkstatt.html
 
Hallo,
mir gehts beinahe genauso:
bald habe ich hoffentlich mein abi und was dann?
ich würde gerne irgendwas mit musik und in richtung technik (recording und/oder irgendwas mit PCs; Tontechnik o.Ä.) machen. kann mir jemand ein paar kleine berufs- oder studien vorschläge machen über die ich mich mal informieren kann? wie siehts mit toningenieur aus? kann mir jemand was darüber sagen? was für qualifikationen braucht man (habe gehört man muss klavier spielen können..etc.)?
würde mich sehr über antworten freuen:)
gruß
Michi
 
Also ich studier gerade Medientechnik und -design und wenn man will kann man da auch viel in Richtung Toningnieur machen (was ich auch tue). Mir gefällst gut, weil man einen guten Überblick über Mediengestalltung bekommt
 
klingt schonmal sehr interessant, aber hat jetzt finde ich nicht allzuviel mit musik zu tun, obwohl man natürlich viele möglichkeiten offen hat danach. vielen dank für den vorschlag, ich hätte aber gerne noch mehr vorschläge.
Michi
 
Muss ja auch nicht zwnagslöäufig mit Musik zu tun haben, siehe meine Fragestellung im Ausgangspost...


An alle Poster bisher vielen Dank!
Nett wären noch mehr (persönliche) Berichte über Ausbildungen/Studiengänge.
 
studier Sozpäd. Dann kannst Musik auch integriern;)
wenn du Fragen hast , kannst mir ne PN schreiben
 
Muss ja auch nicht zwnagslöäufig mit Musik zu tun haben, siehe meine Fragestellung im Ausgangspost...

ja bei mir sollte es das aber schon, siehe meinen ersten post;)
 
ich weiss ja nicht wie weit dein Beruf in einen sozialen Bereich einschlagen kann, aber sowas wie Musik-Therapeut kann bestimmt auch mal was interessantes sein, vorallem auch weil du den Kontakt mit Menschen hast und nicht nur "für dich alleine" den Job erledigst. Is wie gesagt ein Vorschlag und wirklich viel Erfahrung hab ich damit selber noch nicht gemacht( eher gesagt 0). Du kannst dich ja mal erkundigen falls es dich interessiert.
 
mich persönlich betrifft das nicht, vielleicht den threadersteller.
ich will eher mein "eigenes ding" machen, meine mum ist schon psychologin;)
 
Wie du schon sagst, für den Threadersteller ist es vll. doch relevant!
Also pick dir doch lieber die Antworten heraus, die auch für dich interessant sind, als diesen Thread hier zu kapern und immer wieder Einwürfe zu bringen, die keinen irgendwie weiterbringen....
 
sorrysorry,
ich dachte es ist nicht nötig extra einen eigenen thread aufzumachen.
dann werd ich mir halt jetzt nur die interessanten antworten heraus picken;) und nichts mehr schreiben:( ich wollte hier ja nichts kapern, da komm ich mir ja vor wie ein pirat:D,
sorry
ciao:)
 
die Unsicherheit / relativ schlechte Bezahlung für sehr viel Arbeit schreckt mich aber ehrlich ab.
Willkommen in der Realität. Es gibt keine Ausbildung, die eine Garantie ist, daß man Dir die Knete hinterherwirft.
Ein immer noch guter Tip: Mach erst mal eine Lehre, das ist immer eine gute Grundlage. Eine Fortbildung/weitere Ausbildung bleibt Dir danach unbenommen. Damit hast Du die Chance, auch mal etwas für die Solidargemeinschaft zu leisten, bevor Du sie in Anspruch nimmst. Ich spare trotzdem schon mal für Deine Rente...
 

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