Agent Steel / Omega Conspiracy / 1999 / CD

von Loomis, 13.11.04.

  1. Loomis

    Loomis Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    19.08.03
    Zuletzt hier:
    6.12.16
    Beiträge:
    1.868
    Ort:
    Mountains of Madness
    Zustimmungen:
    19
    Kekse:
    1.818
    Erstellt: 13.11.04   #1
    Agent Steel – Omega Conspiracy (1999) US-/Speed-/Thrash-Metal
    [​IMG]

    1. Destroy The Hush
    2. Illuminati Is Machine
    3. Fighting Backwards
    4. New Godz
    5. Know Your Master
    6. Infinity
    7. Awaken The Swarm
    8. Into The Nowhere
    9. Bleed Forever
    10. It's Not What You Think

    Agent Steel waren in den Achtzigern mal schwer angesagt, allerdings leider nur für kurze Zeit. Dies hängt sicherlich damit zusammen, daß die Band gerade an der Schwelle zum Durchbruch stehend zerbrach und sich die Mitglieder in alle Winde zerstreuten, bzw. „zu den Aliens gingen“ (John Cyriis). Ihre halsbrecherische Verbindung von Maiden-Melodien und US-Speed Metal war einfach genial. Na ja, etwa zehn Jahre nach ihrer Auflösung sah es dann so ähnlich wie bei Exodus aus: Agent Steel waren in Musikerkreisen hoch geachtet, eine (Underground-)Kultband, aber erfolglos und größtenteils vergessen.
    Doch da geschah das Wunder: Die Jungs rauften sich wieder zusammen. Die Gitarristen Bernie Versailles und Juan Garcia (die in meinen Augen einem Team wie Murray/Smith oder Hetfield/Hammet in nichts nachstehen), Drummer Chuck Profus und Neuzugang Karlos Medina (ex-Evildead) am Bass bildeten die „neuen“ Agent Steel. Bruce Hall ersetzte den legendären John Cyriis, der ja damals immer noch „bei den Außerirdischen“ weilte.
    In dieser Besetzung nahmen sie dann ihr bärenstarkes Comeback-Studioalbum „Omega Conspiracy“ auf und machten somit nicht den gleichen Fehler wie kurz zuvor Exodus, die zwar zum Comeback ein Livealbum veröffentlichten, aber nicht schnell genug mit neuem Material aus dem Quark kamen.
    Und was gibt es jetzt auf Omega Conspiracy zu hören?
    An den Lyrics hat sich natürlich zu den Achtzigern nichts verändert, auch weiterhin geht es um Aliens, die Illuminaten, Verschwörungen und dergleichen.
    Die große Frage, ob Bruce Hall den ehemaligen Banddiktator Cyriis ersetzen kann, beantworte ich mit einem klaren ja, denn er versucht nicht ihn zu imitieren, sondern setzt seine eigenen Akzente, obwohl er natürlich ein typischer US-Metal-Sänger ist: Oft hoher kraftvoller Gesang (der jedoch nicht mit Sängern wie Michael Kiske oder Joacim Cans zu vergleichen ist) unterstützt von den eher Thrash-artigen Shouts von Juan, Bernie und Chuck.
    Auch musikalisch haben Agent Steel heutzutage viele Thrash-Elemente einfließen lassen, die den Sound insgesamt düsterer und härter als auf dem Vorgängeralbum „Unstoppable Force“ von 1987 erscheinen lassen. Die Riffs sind progressiver und breaklastiger als damals.
    Fast jeder Song strotzt nur so vor Energie und Speed. 3 Songs sind speziell hervorzuheben: „Into The Nowhere“, das stark an Iced Earth erinnert, sich vor ihnen aber keinesfalls verstecken braucht, die geniale Ballade „Bleed Forever“ mit Klavierintro und „Awaken The Swarm“, das man eigentlich gar nicht beschreiben kann, sondern einfach gehört haben muß. Die Strophen sind eher schleppend und sehr atmosphärisch, zwischen denen immer wieder der Speed Metal-Refrain durchbricht (im wahrsten Sinne des Wortes). Und gegen Ende des Songs eine Dynamiksteigerung, daß einem Hören und Sehen vergeht. Einfach genial.
    Aber vorsicht: Dieses Album hat absolut Zeitzünderfunktion! Beim ersten paar Mal hören, ziehen die Songs an einem Vorbei, ohne großen Eindruck zu hinterlassen, und ohne daß man viel behalten könnte (wahrscheinlich der Hauptgrund, warum dieses Album nicht als Sensation erkannt wurde). Aber ab einem gewissen Punkt greift das Album und lässt einen dann auch nicht mehr los. Mit jedem Hören wächst die Scheibe zu einer Art musikalischem Schwarzen Loch, dem man nicht entkommt, so geil ist es dann.

    Na ja OK, vielleicht gefällt das Album nicht jedem so wahnsinnig wie mir, aber zumindest sollte jeder ein paar Mal (nehmt euch die Zeit, das ist wirklich nötig) reingehört haben, um zu wissen ob hier auch für ihn eine vergessene Perle ruht.

    10/10

    P.S. Das mit Cyriis bei den Außerirdischen war so:
    Nachdem er Ende der Achtziger nach Florida umgezogen war um „näher am Bermuda-Dreieck“ zu sein, erzählte er immer wieder, er werde zu den Aliens gehen und erst 2011 zurückkehren. Kurz darauf war er dann tatsächlich für Jahre verschwunden. Im Jahr 2000 kehrte er dann unerwartet zurück, allerdings mitnichten von den Aliens, sondern aus Japan, wo er die letzten Jahre verbrachte. Kaum zurück, klagte er als erstes gegen seine früheren Kollegen, die darum vorerst nicht mehr als Agent Steel auftreten dürfen und sich deshalb in „Order Of The Illuminati“ umbenannt haben.
    Inzwischen haben sich die Parteien aber wieder geeinigt und Agent Steel heißen wieder Agent Steel ;-)

    // Edit im Auftrag von Loomis: Genre nachgetragen von Peegee
     
Die Seite wird geladen...