Akustisches Phänomen

von Gika, 07.05.05.

  1. Gika

    Gika Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.05.05   #1
    Hilfe! Ich will schon seit Langem etwas herausfinden, hab schon Akustikprofessoren gefragt, aber keiner kan mir eine Antwort geben. Die Frage ist die:

    Am Synthie, am Klavier, auch an der Gitarre höre ich, wenn ich den Ton anschlage eine Art Leslieeffekt - einfach so, ohne irgend einen Effekt angeschlossen zu haben. Am besten höre ich es beim Klaviersound meines Synthies. Ich höre für jeden Oberton, wie er in einer bestimmten Frequenz (Proportional zur Frequenz des Obertons) schwebt, oder schwirrt oder so... Manchmal habe ich schon fast das Gefühl, das Klavier schwirre mir um die Ohren. Meine Kollegen sagten dann: Pah, du hast dir zu viele Leslies reingezogen, jetzt läuft dir das Zeug nach! Darauf habe ich diese Signale mal aufgenommen, analisiert, um zu schauen, ob das Mikro das auch hört, oder ob es an den Ohren liegt. Auf der Grafik habe ich genau diesen Effekt wieder erkannt: Eine periodische Klagfarbveränderung! Bei den einen Sounds bleibt die Welle immer gleich in der Form und der Grösse, bei dem Klavier beisbielsweise ändert sich die Amplitude aber auch die Wellenform oszilierend. Von was kann das kommen? Resonanz? Überlagerungen von etwas schrägen Obertönen, das eine Schwebung erzeugt? Ich bin ziemlich ratlos! :confused:

    Jetzt wollte ich eigentlich fragen, ob jemand von euch dieses Phänomen auch kennt. Und vielleicht ist sogar irgend so ein Organist und Sound Syntheser hier, der sich mit so Sachen beschäftigt und der weiss worum es hier geht.
    Oder bin ich definitiv im falschen Forum? Ich und meine ganze Kollegschaft und Lehrerschaft und Mitschülerschaft freuen sich auf eine Antwort. Bitte! :o

    PS Hab noch die Grafik angehängt. Die rote Kurve ist der Klang zu einem bestimmten Zeitpunkt und die schwarze ist der Klang zu einem anderen Zeitpunkt
     

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  2. MeatMuffin

    MeatMuffin Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.05.05   #2
    Also von der Gitarre kenne ich das Phänomen, das du beschreibst, wenn man auf zwei Saiten den Selben Ton spielt, aber eine Seite um weniger als einen Viertelton verstimmt ist. Dann kriegt man so ne Art Tremoloeffekt.
    Ich meine mal irgendwo gelesen zu haben, dass es mit destruktiver Interferenz zusammenhängt.
     
  3. Gika

    Gika Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.05.05   #3
    Das Phänomen das du meinst, ist mir bekannt. Das sind Schwebungen - Interferrenzen. Die gibt es immer, wenn zwei verschiedene Töne überlagert werden. Die brauch ich jeweils, um meine Gitarre zu stimmen, denn: Je kleiner die Schwebungsfrequenz, desto näher sind die Töne beieinander.
    Aber das Problem das ich beschrieben habe, bezieht sich auf den Anschlag einer saite oder einer Taste. Ich hatte dann die Vermutug, dass durch die überlagerung der Obertöne Interferenzen entstehen und habe mal die Frequenzen berechnet (sowas lernt man in der Schule) und dann herausgefunden, dass diese Frequenzen viel viel höher sind, als die, die ich höre, nämlich wieder die Frequenzen der Obertöne (is eigentlich logisch, mathematisch betrachtet). Die Frequenzen, die ich höre sind etwa um 1 Hertz herum, also ziemlich langsam und nicht als Ton wahrnehmbar, sondern als Klangveränderung - einfach kompliziert, das Ganze!
     
  4. Chaos Keeper

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    Erstellt: 07.05.05   #4
    Juhuu, ich kann (halbwegs) helfen, wenn ich dein Problem richtig verstanden habe (was ich bezweifle). Also, dank der Facharbeit, die ich zum Thema Chaos-Theorie schrieb, weiß ich, dass das beschriebene Problem der Anfang eines chaotischen Zustandes ist: Mehrere verschiedene Frequenzen überlagern sich und ergeben ein neues Klanggebilde. Vergleichbar mit z.B. einem Gebirgsfluss. Im Grunde genommen sind es lauter kleine Wellen, die in der immer gleichen Frequenz vor sich hin schwappen. Doch weil die verschiedenen Wellen verschiedene Frequenzen haben, überlagern sie sich und es schäumt nur noch. Also sind aus mehreren geordneten Frequenzen eine chaotisches System geworden. Theoretisch dürfte dein Klang nach gewisser Zeit einen neuen Klang ergeben, der dann allerdings relativ konstant bleibt, bis ein neuer hinzukommt. Das System gibt es auch bei den sog. Killerwellen auf dem Meer, die jedoch sehr selten sind. Sah ich vor kurzem eine Doku drüber. Die haben in einem länglichen Schuppen in einem künstlichen Wasserlauf mehrere Wellen mit unterschiedlicher Frequenz entweder gegeneinander laufen lassen oder einander folgen lassen. Heraus kamen die Killerwellen, von denen Seemänner schon so manche Horrorgeschichte erzählt haben. Obwohl die Wassertiefe nur 1m betrug, ist eine solche Welle enstanden, dass sie das 2,50 hohe Flachdach durchschlagen hat.
    Ein ähnliches Phänomen dürfte das von dir beobachtete sein., denke ich, nur dass deine Klangwelle (hoffentlich) keine Dächer zerstören kann!
     
  5. Guallamalla

    Guallamalla Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.05.05   #5
    Es gibt sogar Hersteller, die Lautsprecher bauen, um Frequenzen darstellen zu können, die der Mensch eigentlich nicht mehr wahrnimmt. Diese Frequenzen beinflussen jedoch die unteren um ein anderes (besseres?) Klangbild zu ergeben.

    Sorry, falls das jetzt zu O-T wurde.
     
  6. Gika

    Gika Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.05.05   #6
    Die KLangveränderungen in meinem Fall sind aber nicht dauerhaft, sondern regelmässig immer wiederkehrend und zwar schön harmonisch