Alte Schneider Anlage repariert… mein Trip durch die Queens RC200

LordB

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Hallo zusammen,

Neben dem Musik machen bin ich auch immer wieder von älterer HiFi Hardware aus meiner Jugendzeit fasziniert. Ich habe noch sehr lange nebenbei Mini Disk benutzt.
Aus einer Laune heraus habe ich neulich eine alte Schneider Kompaktanlage (1992 gekauft) per Kleinanzeigen erstanden. Queens RC200.
Mein Vater hat zu meiner Teenagerzeit das etwas kleinere Modell RC160 gekauft - und innerhalb einer Woche wieder zum Händler zurückgebracht. 😁 Und dann Technics Einzelkomponenten erworben.

Die Anzeige versprach sehr guten Zustand und volle Funktionstüchtigkeit. Die Realität sah ein kleines bisschen anders aus. :LOL:

Nun möchte ich den Verkäufern keinen allzu großen Vorwurf machen, die kennen sich wahrscheinlich am wenigsten damit aus und waren so freundlich die Anlage gut zu verpacken und zu versenden.

Jedenfalls möchte ich euch einladen, mein (teils sehr frustrierendes) Erlebnis mit der RC200 zu begleiten.


View: https://youtu.be/Andec6aWyKA

Zur Info: mein YT Kanal ist nicht monetarisiert und ich habe keinen finanziellen Vorteil davon, das Video hier zu teilen.
Ich möchte euch einfach ein bisschen Unterhaltung gönnen.

Viel Spaß.
 
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Was fèr ein Aufwand. Ich schätze mal mehrere Wochen, natürlich mit Unterbrechungen zwischendurch?

Und Schneider. Kenne ich aus meiner Ausbildung. Hatte ich auch ab und an auf dem Tisch.
 
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  • #3
Ca. 30h reine Arbeitszeit für die Reparatur. Das Video dann nochmal ca. 20h oben drauf.
 
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Ich bin noch nicht ganz durch mit dem ausführlichen Video, schaue es aber in den letzten Tagen immer mal etwas weiter. Schön zu sehen, wie du dem Gerät so viel Liebe schenkst und es Stück für Stück in Angriff nimmst. Bin gespannt auf das Ende. Ich würde mich bei so einem Gerät nur fragen, ob es den Aufwand wert wäre. Immerhin zählte Schneider nicht gerade zur High-End-Fraktion. Aber wenn man etwas mit so einem Gerät verbindet, dann macht man es vielleicht doch gern.

Ich hatte nie eine Schneider-Anlage, aber auch ich hatte in meiner frühen Jugend natürlich deren Prospekte und hatte eine Kompaktanlage auf meiner Wunschliste. Zum Glück musste ich noch ein wenig sparen und ein guter Freund kam mir mit dem Kauf zuvor. Danach erfuhr ich z. B. aus Stiftung Warentest (mein Vater kaufte die Hefte immer), dass z. B. der Plattenspieler-Tonarm ein vielfaches an Auflagegewicht hat im Vergleich zu üblichen Geräten. Mit der Schneider-Anlage zerstörte man sich also schneller als nötig seine wertvollen Schallplatten. Ich kann mich noch dran erinnern, dass wir dann einfach ein paar Geldmünzen an das Gegengewicht geklebt hatten, um diesen Effekt etwas zu verringern. Eine Einstellmöglichkeit für das Auflagegewicht gab es natürlich nicht. ;)

Nun ja, ich bin da noch vor dem Kauf umgeschwenkt und habe begonnen, mir lieber einzelne HiFi-Komponenten zu kaufen, die ich mit der Zeit durch immer bessere Geräte ersetzt hatte. Aber Schneider hatte auf jeden Fall ein interessantes Angebot damals.
 
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  • #5
Ich würde mich bei so einem Gerät nur fragen, ob es den Aufwand wert wäre. Immerhin zählte Schneider nicht gerade zur High-End-Fraktion.
Das ist eine gute Frage.
Aber sind es denn immer nur die High-End Sachen, die Erhaltenswert sind?

Ich erlebe das auch bei meinem Oldtimer. Ist ein 1986er Opel Senator.
Der soll seit einiger Zeit verkauft werden.
Wie oft ich schon den Satz gehört habe: Ja, wenn das jetzt ein Mercedes wäre…
Sind nur Mercedes Erhaltenswert? Die Welt war auch damals schon differenzierter als diese eine Automarke.

Entweder nur das Unterste oder das oberste Ende werden anscheinend gerne aufbewahrt.
Finde ich irgendwie schade.
Viele „normale“ Dinge sind aufgrund dieser Haltung/Meinung wahrscheinlich schon verloren gegangen.

Ich selber hatte als Kind die Nordmende Kompaktanlage meines Großvaters geerbt (noch ohne CD Player). Von meinem ersten Lehrlingsgehältern gab es dann aber ein Sony Tapdeck und später weitere Sony-Komponenten, CD Player, Verstärker etc. Boxen baute ich aus Visaton Komponenten selbst.
 
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So meinte ich das auch nicht. Aber schon aufgrund der vermutlich längeren Haltbarkeit eines schon damals hochwertigeren Geräts, würde es sich rein rational eher lohnen, die Arbeit in so etwas reinzustecken.

Aber es ist ja ein Hobby und da machen wir oft Dinge, die andere nicht unbedingt als "sinnvoll" betrachten. Es muss auch nicht sinnvoll für andere sein. Man selbst muss nur Spaß dran haben und sich drüber freuen.

Wenn ich überlege, wie viele Stunden meines Lebens ich schon an meinem Gitarren-Setup herumgebastelt, gelötet, allein nur konzeptionell überlegt habe, dann ergibt das auch keinen ökonomischen Sinn. Aber ich hatte Lust drauf, wollte es machen und hatte eine gute Zeit, habe mich am Ende über das Ergebnis gefreut (meistens). Nur darum geht es.

Und Dinge zu erhalten, zu reparieren, zu retten, das ist mir auch ein großes Anliegen. Bevor ich was wegschmeiße, war es schon mehrmals auf meinem Werk- oder Schreibtisch. ;) Allerdings würde ich mir nicht unbedingt ein defektes Gerät kaufen ohne guten Grund. Aber das hast du ja auch nicht getan. Die Beschreibung suggerierte ja schon einen ganz anderen Zustand als das, was du dann erhalten hattest.

Du wirst vermutlich einer von ganz wenigen - wenn nicht der einzige Mensch auf der Welt sein - dessen Schneider Queens in so einem hervorragenden Zustand ist. ;)
 
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  • #7
@suckspeed , das war auch nicht persönlich an Dich gerichtet, sondern ganz allgemein.
 
vermutlich längeren Haltbarkeit eines schon damals hochwertigeren Geräts
Das habe ich mich auch schon oft gefragt, ob das so wirklich stimmt. Alte Gummibänder lösen sich auf, und alte Elkos trocken aus. Da ist ganz normal. Niemand hat vor 40 Jahren Bauteile daraufhin testen können, wie viele Jahre sie wirklich halten würden. Da gab es zwar Versuche mit künstlicher Alterung etc...
Das passiert dir bei der hochwertigen und bei der billigen Anlage.

Die Frage ist ja auch noch, was man unter einem hochwertigen Gerät versteht.
Wenn ich da an mein Fahrrad denke... Die Ketten und Kassetten wurden immer teurer und wie die Firmen behaupteten "hochwertiger". Das Hochwertiger bezog sich nach meiner Meinung aber nur auf die Masse. Damit wird bei Fahrrädern Werbung gemacht. Dass die Teile dann aber schneller kaputt gehen sagt dir niemand.

Ich bin auch eher der Typ von Mensch, der alles repariert. Selbst den Spülknopf an einem Toilettenwasserkasten habe ich letztens genietet. :eek2:
Ich hatte einfach keine Lust schon wieder ein großes Kunststoffteil in den Müll zu werfen und 25€ auszugeben.
 
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Mir geht es auch nicht darum, dass eine Schneider-Anlage aus Plastik ist, während es aus der gleichen Zeit Geräte mit Metallgehäuse und insgesamt wertigerem Erscheinungsbild gibt. Mir geht es z. B. bei einer HiFi-Anlage natürlich auch um die technischen Werte. Ein Gerät mit eher mittelmäßigen Cassettenlaufwerken und einem vermutlich eher nicht so guten Plattenspieler zu restaurieren würde mir eben widerstreben. Als optisches Stück Nostalgie, bei dem alles wieder funktioniert und leuchtet, wäre es mir das nicht wert. Wenn mir dieses Gerät aber aus irgendwelchen Gründen am Herzen liegen würde und mir das mit den mittelmäßigen Audio-Qualitäten nicht wichtig wäre, dann gut.
Der Vergleich mit Opel Senator und Mercedes hinkt da meiner Meinung schon etwas. Auch ein Senator war zu der Zeit ein tolles Auto, sehr gut ausgestattet, qualitativ sehr hochwertig. Dass Mercedes als Marke nun einen anderen Marktwert hat, ist einfach so. Dass manche nur darin Qualität sehen, ist einfach dumm.
Aber wir können bei dem Beispiel Auto bleiben: Wenn jemand eine Ente oder einen Trabi restauriert, dann tut er es auch nicht, um danach ein supertolles Fahrgefühl zu haben in Sachen Komfort. Da geht es auch um Nostalgie, um Liebhaberei usw. In die gleiche Kategorie kann man wohl diese Schneider-Restauration packen. Hauptsache es macht Spaß und man freut sich über den Weg und das erreichte Ziel. ;)
 
  • #10
"Kulturhistorisch" ist vermutlich die Schneider-Anlage "erhaltenswerter" als iwelche JVC- oder Sony-Einzelkomponenten, da sie doch prototypisch für etwas ist, das in D eine ganze Generation an "HiFi" und Audiohören herangebracht hat. Für's Kulturmuseum müsste sie aber nicht unbedingt funktionieren...

Vielleicht vergleichbar mit 80er Passat Kombi vs. 911 Carrera aus der Zeit,-) Wobei ich den Passat auch dem 911er vorgezogen hätte, wenn ich beide geschenkt bekommen hätte. Die Schneider-Anlage gegenüber Sony-Komponentne eher nicht,-)
 
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  • #11
Hat Schneider nicht DUAL geschluckt ?
 
  • #12
Keine Ahnung. Und Saba gab es auch noch in dem Segment meine ich... Ich habe hier sogar noch einen Dual-Plattenspieler stehen.
Ist kein High-End-Teil, aber noch aus den 80ern/90ern und ich mag ihn immer noch. Habe ihn sogar mal reparieren lassen vor ein paar Jahren. Da war der Direktantrieb kaputt. Hat schon ein bisschen was gekostet, aber da war ich dann auch einfach der Meinung: der soll noch weiter im Amt bleiben. ;)
 
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  • #13
  • #14
Es war ja generell die Zeit, zu der alle namhaften deutschen Hersteller irgendwie irgendwo anders gelandet sind. Wenn ich mich nicht täusche betraf das auch Grundig, Telefunken usw. Die lebten nur noch von ihrem guten Ruf, aber was da an Geräten rauskam, war den Namen kaum noch wert... Tja, so war das "damals".
Zu der Zeit war ich aber sowieso schon längst auf Japaner umgeschwenkt und nicht unglücklich damit. ;)
 
  • #16
Stimmt, jetzt wo du es sagst. Das war der große Name, unter dem sich zu der Zeit sehr viele Tech-Firmen dieser Art versammelt hatten.
Mein Vater war ja noch ein großer Fan der deutschen Marken - zu seiner Zeit sicher auch nicht ohne Grund. Aber in den 80ern/90ern war es damit definitiv vorbei. Schade eigentlich...
 
  • #17
Hallo,
ich fand das Video zwar lang, aber auch unterhaltsam und lehrreich.
Schneider-Anlagen sahen von außen recht eindrucksvoll aus.
Aber das Gewusel von Kabeln, und die Puzzelei mit den vielen Platinen ist schon etwas frustrierend bei Reparaturen.
Vermutlich sind die ganzen vielen Platinen bei der Produktion von Hand und mit viel Arbeitszeit dort reingepuzzelt worden. Was die Herstellung wohl nicht gerade preisgünstig gemacht hatte.

Schön, dass du es am Ende wieder hinbekommen hast.

Grüße
 
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  • #18
Jetzt habe ich das Video ma komplett durch. Danke, sehr interessant, wie du mit den verschiedenen Probleme umgegangen bist. Tolles Ergebnis! Nur eine Frage: ist es schlau, eine Anlage mit Plattenspieler auf einen Subwoofer zu stellen? Irgendwie wäre das das letzte, was ich tun würde. Bei CDs oder Tape ist es ebenso wenig hilfreich denke ich...
 
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