Alter Philips Plattenspieleramp als Übungsamp

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Hey! Ich habe mir heute am Trödel für 10 € diesen alten Philips Plattenspieler im coolen Mahagonigehäuse (keine Angst: furnierte Spanplatten) gekauft, da er mir einfach gefiel.
Der Plattenspieler war ziemlich hinüber, so habe ich ihn einfach ausgebaut und eine Buchse, wo das Kabel zur Nadel war, angelötet.
Der Amp ist denkbar simpel: eine ECC83er als Vorverstärker, eine EL95 als Endstufe. Ein Volume- und ein Tonregler.
Ohne Effekt eingestöpselt klingt er sehr leise und clean. Nun gut war ja auch ein 2 Watt Plattenspieler.
Aber wenn man einen einfachen Ü-Amp wie meinen Mini EVH 5150 über den Kopfhörerausgang als Vorvorverstärker anschließt wird er auffallend laut und hat einen fantastischen Klang. EVH wäre stolz auf mich (;)).
So lange man kein Spezialkabel hat, kann man den Stecker nur halb in die Ohrhörerbuchse reinstecken, da ja der Ausgang Stereo, der Eingang in den Amp mono ist. Ich werde dazu noch ein Spezialkabel löten.
Aber jetzt kann ich mir EVH geben, ohne meine Ohren und Röhren zu zermatschen, für das ja Eddie berühmt berüchtigt war. Seine Konzerte waren der reinste EL34er Friedhof.

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...yeah...back to the roots!😉
 
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Du brauchst da einen Stereo auf Mono Summierer, kein Kabel welches beide Kanäle auf einen brückt.

Soweit ich weiß, ist das keine gute Idee, weil man damit die beiden Stereo-Ausgänge kurzschließen kann.

Das kann bei deinen EVH gut gehen, kann aber auch schjef gehen.

Ansonsten ist das eine sehr originelle Idee. 👍
 

Ansonsten ist das eine sehr originelle Idee. 👍

Vor allem, um sich im Fehlerfall aufgrund der nicht vorhandenen (?) Schutzerdung gut bestromt u.U. zügig in den Gitarristenhimmel zu verabschieden.

Und klar: Die Plattenspieler hatten ein Kristallsystem dran als Nadel. So ein Piezoding liefert i.d.R. eine relativ hohe Ausgangsspannung. Da kommt das Ausgangssignal einer Gitarre aufgrund des entsprechend dimensionierten Vorverstärkers nicht mit.
 
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Es lebe das Vinyl :coffee:
 
Er benutzt den alten Plattenspieler ja nur zum Lautmachen des Line-Out/Kopfhörer-Signals seines Gitarrenamps, nicht als Gitarrenamp selber oder hab ich da was falsch verstanden?
 
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Das ist eine Notlösung, da der Mini EVH leider kein Line out hat.
Das Ergebnis ist akzeptabel.
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Du brauchst da einen Stereo auf Mono Summierer, kein Kabel welches beide Kanäle auf einen brückt.

Soweit ich weiß, ist das keine gute Idee, weil man damit die beiden Stereo-Ausgänge kurzschließen kann.

Das kann bei deinen EVH gut gehen, kann aber auch schjef gehen.

Ansonsten ist das eine sehr originelle Idee. 👍
Ich habe jetzt in meinem Fundus einen uralten Stereo in zwei Mono Ausgänge gefunden. Das Ding funktioniert einwandfrei!
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Du brauchst da einen Stereo auf Mono Summierer, kein Kabel welches beide Kanäle auf einen brückt.

Soweit ich weiß, ist das keine gute Idee, weil man damit die beiden Stereo-Ausgänge kurzschließen kann.

Das kann bei deinen EVH gut gehen, kann aber auch schjef gehen.

Ansonsten ist das eine sehr originelle Idee. 👍
Vielleicht wäre das eine besser Lösung. Kannst Du mir so ein Produkt empfehlen?
 

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Hallo,

es gibt mehrere Möglichkeiten: Aber bitte erstmal weiter unten die Sicherheits-Warnung lesen!
  1. Adapter von Stereoklinkenstecker auf 1 mal Mono-Klinke (links): Jeweils die Massen/Schaft der Stecker verbinden, und nur Tip der Stereo-Klinke auf Tip der Mono-Klinke; der rechte Stereo-Kanal wird "weggeworfen".
  2. Adapter von Stereoklinkenstecker auf 1 mal Mono (links und rechts): Einfach Tip und Ring der Stereo-Klinke auf Tip der Mono-Klinke zusammen löten; Massen/Schaft der Klinkenstecker einfach durch verbinden. Funktioniert in den meisten Fällen.
  3. Adapter von Stereoklinkenstecker auf 1 mal Mono-Stecker: Massen/Schaft der Klinkenstecker einfach durch verbinden. Jeweils über einen eigenen Vor-Widerstand Ring und Tip der Stereoklinke zum Tip der Mono-Klinke verbinden. Die Vorwiderstände sollten gleich groß sein und in der Größenordnung von 220Ohm bis 4,7kOhm liegen (ausprobieren).
Hintergrund:
  1. Wenn aus dem Kopfhöreranschluss eh praktisch nur ein Mono-Signal herauskommt (rechter und linker Kanal im wesentlichen eh gleich), kann man ja einfach auf den 2. Kanal verzichten.
  2. Wenn aus dem Kopfhöreranschluss eh praktisch nur (fast) ein Mono-Signal herauskommt (rechter und linker Kanal im wesentlichen eh gleich), so kommt aus beiden Kanälen praktisch eh stets die gleiche Spannung heraus; und dann kann man sie auch einfach parallel zusammenführen.
  3. Kommt aus dem Kopfhöreranschluss "viel Stereo" heraus, so geben rechter und linker Kanal deutlich unterschiedliche Spannungen aus. Für ein Extrem-Beispiel gebe "rechts" 0 Volt aus, und "links" 1 Volt. Dann "zanken" sich beide Kanäle, wenn sie wie unter 2. einfach parallel zusammen geschaltet werden, darum, welche Spannung es denn nun sein soll. Es wird etwa 0,5Volt werden, und beide Kanäle liefern ihren halben Kurzschlussstrom, bei geschätzten 5Ohm Ausgangswiderstand ca. 100mA (was "eigentlich" nicht dramatisch ist).
    Führt man die beiden Kanäle über Vorwiderstände zusammen, so wird der Strom, den jeder Kanal (rechts/links) liefern muss, begrenzt. Kopfhörer haben Widerstände von typisch 200 Ohm; nimmt man solche Vorwiderstände, ist man "auf der sicheren Seite": Es fließt kein höherer Strom als auch bei Verwendung von Kopfhörern üblich wäre.
    Der Eingangswiderstand von Kristalltonabnehmer-Vorverstärkern hat typisch ca. 470kOhm (alte DIN-Eingänge). Bei Spannungsanpassung (hier der Fall) soll der Ausgangswiderstand (die Vorwiderstände) mindestens 10 mal kleiner sein als der Eingangswiderstand. Mit bis zu 4,7kOhm ist man da auch immer noch im grünen Bereich. (Je höher die Vorwiderstände, desto weniger Strom muss der Kopfhörerausgang liefern, desto "schonender" also für den Kopfhörerausgang.)
    (Werte von 220Ohm oder auch 4,7kOhm sind übliche Werte preisgünstiger Widerstandsreihen; auf die ganz exakten Werte kommt es eh nicht an, sie sollten nur für beide Kanäle gleich sein.)
Die 3. Lösung hier ist die "akademisch" korrekte Lösung, wenn man nicht noch mit Summierverstärkern herumfuhrwerken will.
Am einfachsten und womöglich klanglich auch zufriedenstellend ist die 1. Lösung.

Aber Achtung, Sicherheit!
Alte Elektrogeräte sind häufig nicht nach aktuellen Sicherheitsvorschriften konstruiert!

Beim Zusammenschalten mit anderen Geräten, besonders wenn sie gar nicht dafür vorgesehen waren, wie bei deinem Plattenspieler, könnten verborgene Gefahren lauern.
Dein alter Plattenspieler hatte wohl ursprünglich keine Anschlussbuchsen für weitere Geräte.

Es war nicht vorgesehen, die Anschlussleitung zur "Nadel" nach "draußen" zu führen. Ein einfacher Isolationsschaden im inneren des Plattenspielers könnte möglicherweise dazu führen, dass Netzspannung an die Anschlussleitung zur "Nadel" gelangt, die jetzt aber über deine eingebaute Buchse "nach draußen", in dein EVH Mini und somit auch an die Gitarrensaiten gelangen könnte.

In alten "Dampfradios" mit Röhrentechnik, alten Bildröhren-Fernsehern (und möglicherweise auch bei deinem Plattenspieler) war manchmal (technisch-konstruktiv so vorgesehen) das "Chassis", die Metallträger (auf denen die Platinen montiert waren) unter Netzspannung, oder aber die Schaltung selber war nicht vollständig galvanisch getrennt von der Netzspannung.

Weil es keine Anschlüsse für weitere Geräte gab! Und somit Spannung aus dem Inneren des Gerätes auch nicht über Buchsen nach außen geleitet wurde.

Ich will dir nicht den Spaß verderben.

Bloß, bei solchen ur-alten Geräten (dein Plattenspieler ist vermutlich aus den 1950er oder 1960er Jahren) waren die Sicherheitsvorschriften noch etwas "laxer".
Die Netzstrippe ist womöglich nur einfach isoliert. (Einfach isolierte Zwillings-Litze.)
Und ein solches ur-altes Gerät mag womöglich schon kleinere verdeckte Schäden aufweisen; Isolierung von Netzleitung könnte aufgrund des Alters "porös" und brüchig sein, an der Zugentlastung schon etwas durchgerieben sein, Dreck und "Siff" im Inneren könnten Kriechstrom-Pfade erzeugen, und wenn es jetzt nach vielen Jahrzehnten in der Rumpelkammer wieder in Betrieb genommen wird, könnte es dann nach einiger Zeit "knallen".

Und die Gitarrensaiten sind wegen Erdung an der Brücke stets mit dem Schaft/Masse der Klinkenstecker verbunden.
Wenn was schief geht, bekommt du direkt beim Spielen "eine gewischt".

Also, am besten von jemand, der sich mit elektrischer Sicherheit auskennt, mal überprüfen lassen.

Grüße
 
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Sehr ausführliche Beschreibung, ganz intereressant auch für NRP (Nicht-Röhren-Profis)
 
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  • #10
Ich hab's in meinen Anfangszeiten genau andersherum gemacht. Hatte nur einen 50W Transistor Verstärker, der lediglich einen Clean-Sound lieferte. Ich hatte aber ein altes Philips Röhren-Tonbandgerät. Da bin ich testweise mal mit meiner Gitarre in den Mikrofon Eingang gegangen, und hatte einen wunderschönen Overdrive Sound. Einziges Problem war, dass das Tonband keinen LineOut hatte und ich bin über den Lautsprecher Out in den Input meines Transistor Amps gegangen. Das kostete etwas Feingefühl, um ja nicht zu laut zu drehen, weil da natürlich viel zu viel Output-Signal drauf lag. Ja, wir waren jung und unerfahren, aber es hat funktioniert :giggle:
 
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  • #11
@Burkie danke für die Sicherheitshinweise, ein bisschen Vorsicht schadet da nicht. Immerhin sind mit ECC83/EL95 Röhren verbaut, die sicher auf das Vorhandensein eines Trafos hinweisen. In meiner Zeit in den USA sind mir diverse Amps ohne Trafo untergekommen, wo so Röhren wie 50C5 direkt am Netz hängen, mit allen Arten von möglichen Problemen.

@yxyxyx Ist schon sinnvoll, ein bisschen strategisch zu messen, ob/wo da ggf. Spannung anliegt. Macht keinen Spaß und ist ungesund, wenn's einen erwischt.

In Summe aber eine coole Idee, und wenn's stabil funktioniert, dann ist das doch super. Ich bin ein großer Freund von kleinen Amps, da kommt oft viel spannender Sound raus!

Mein erster "Overdrive" war auch ein Tape-Deck, wo ich in den Mikro-Eingang bin, den schön hochgepegelt habe, und von dort aus weiter ... ganz schöne warme Transistor-Zerre war das.
 
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