Altes Klavier - Klinkerfuss?

von SomethingWicked, 10.06.04.

  1. SomethingWicked

    SomethingWicked Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.06.04   #1
    Hallo,

    ich hab eine Frage bezüglich eines alten Klaviers, es ist von der Marke
    Klinkerfuss (ich weiß nicht ob man das so schreibt).
    Die Firma/Marke existiert glaube ich nicht mehr, ich habe im ganzen Netz nichts über das Klavier finden können, außerdem steht "Blütner" auf dem
    Klavier. Es kann auch sein, das die Marke Blütner ist, irgendwie hat Blütner, wie auch Klinkerfuss was mit dem Teil zu tun.
    Es ist vor dem zweiten Weltkrieg gebaut worden und anscheinend ist die Firma im 2. Weltkrieg zerstört worden bzw. einfach kaputt gegangen.
    Ich glaub die Tasten sind aus echtem Elfenbein, aber das Klavier ist relativ
    renovierungsbedürftig, es muss event. neue Saiten (oder wie auch immmer man dies nennt) bekommen und neu gestimmt werden...

    Das einzige was ich gefunden hab ist das hier wo der Name
    Klinkerfuss im Text auftaucht.

    http://www.netmuseum.de/m-ausgabe.asp?strAufrufer=Liste&strId=23

    Ich glaub das Teil ist nicht sonderlich viel Wert, aber vielleicht doch mehr als 200 €(?), denn dafür will es jemand verkaufen/bzw. kaufen.
    Ich meine es sei etwas wenig, oder?
    Es ist trotz der Renovierungsbedürftigkeit noch sehr gut erhalten.
    Kann man dieses Teil nicht irgendwie schätzen lassen?
    Ich hab keine Ahnung von Klavieren.... :confused:

    Ach ja, es handelt sich um einen Flügel. Alter etwa so um die 80 Jahre odere älter, aber ich hab gehört da Klaviere, die so alt sind nichts mehr wert sind.
    Es ist wahrscheinlich aus Kirschenholz.

    Bin für jede Hilfe dankbar.


    mfg SW
     
  2. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 10.06.04   #2
    Inwiefern ist es renovierungsbedürftig? Holz, Mechaniken, Hammerfilze?
    Je nachdem kann das von relativ günstig bis sehr teuer werden, allerdings sind z.B. Schäden und Kratzer am Holzfinish nicht entscheidend für den Klang. Solange der Resonanzboden noch nicht gerissen ist, kann man das erstmal verschieben.
    Neue Saiten würde ich zunächst auch erstmal lassen, denn das geht ins Geld und verbessert die Bespielbarkeit nicht, lediglich der Klang wird "frischer", wenn die alten Saiten schon korrodiert sind. Klaviersaiten unterliegen nicht so einem Verschleiß wie z.B. Gitarrensaiten; normalerweise wechselt man die nur, wenn eine mal reißt.
    Mechaniken brauchen oft nur nachjustiert und per Druckluft vom Staub befreit zu werden.
    Neue Hammer- und Dämpffilze machen u.U. schon was aus.

    Lass das Klavier mal erst stimmen, und zwar von einem Klavierbauer. Das ist zwar etwas teurer, als wenn das ein "normaler" Klavierstimmer oder -spediteur macht, aber der kann dir auch ganz genau sagen, was an dem Schätzchen gemacht werden muss. In der Regel wird er dir auch eine grobe Wertschätzung sagen können. Genaue Gutachten kosten i.d.R. Geld, aber so eine Hausnummer kann dir ein guter Klavierbauer nennen. Lass ihn einfach in Ruhe beim Stimmen und mach ihm einen leckeren Kaffee, dann passt das schon... ;)

    Wart mal erst ab, was der Klavierbauer sagt. Vielleicht überlegst du es dir noch, wenn das Ding gestimmt ist und du die Relation zwischen dem Zeitwert, den nötigen Reparaturkosten und den Kosten für "optionale" Aufarbeitung zur Wertsteigerung bzw. zum -erhalt kennst.

    Oh, im Gegenteil! Wenn das Klavier noch stimm- und spielbar ist und wie gesagt der Resonanzboden intakt ist, dann kann das u.U. für Liebhaber richtig wertvoll sein. Bei Blüthner schwant mir sogar, dass das durchaus der Fall sein wird.
    Klaviere sind wie Wein: Bei richtiger Lagerung und guter Pflege werden sie immer wertvoller, falls es sich um einen "guten Jahrgang" (hier: großen Namen) handelt.

    Jens
     
  3. SomethingWicked

    SomethingWicked Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.06.04   #3
    Ja, danke erst mal, ich werde mich noch genauer über das Klavier informieren,
    es ist ein Familienstück.

    Zitat:
    "Neue Hammer- und Dämpffilze machen u.U. schon was aus."

    Genau das wars: Neue Filze brauch es auch noch! :)

    Kratzer hat es IMHO keine und gespielt wurde es nur von meiner Oma, so vielleicht vor 8-10 Jahren zum letzten Mal. Es steht seitdem völlig unberührt
    in einem Haus......

    Nun ja leider will jemand meiner Oma dieses Teil für 200 Öre abkaufen, und sie
    denkt das sei so ok. :o
    Ich würd ja selber noch mit Klavier anfangen, hab aber kein Platz für einen
    Flügel :(

    mfg SW
     
  4. stefan64

    stefan64 HCA Tasten HCA

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    Erstellt: 11.06.04   #4
    Hallo,

    ich stimme Jens in so ziemlich allem zu - nur würde ich es noch nicht mal stimmen lassen - sondern einen Klavierbauer zwecks Kostenvoranschlag der Gesamtüberholung kommen lassen.

    Warum? Ich hatte selber mal so ein Klavier....
    und ein antikes Klavier ist wenn es dumm läuft ein Fass ganz ohne Boden: Gussrahmen haben gerne mal einen Haarriss bzw. Materialermüdungserscheinungen. Mechaniken gilt es ab und an z.T. Auszutauschen weil sie spröde werden, Saiten sind auch nicht ganz billig, Befilzungen kann man zwar aufrauhen aber nicht so oft, mal lösen sich die Ummantelungen bei den Bass-Saiten... etc. etc.
    Der Kostenvoranschlag belief sich seinerzeit bei meinem Klavier auf schlappe 4500 Euro... und in dieser Grössenordnung bekommst Du dann doch schon einiges nettes Neues oder bereits überholtes.

    Das muss ja alles nicht sein, aber es kann sein. Und mit Oma zu reden dass mal jemand vorbeikommt um es sich genau anzuschauen sollte ja machbar sein.

    ciao,
    Stefan
     
  5. Pixie

    Pixie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.06.04   #5
    Hallo SW,

    normale Bestimmung des genauen Herstellungsjahres geht meist aus einer Nummer hervor, welche man - backboard :) - in der Kajüte :) - oder sonst wo an Deck :) findet. Vielleicht kannst du mal runter kriechen und nach oben gucken.

    Notiz aus folgendem Netz-Fund:
    Am 14. November wurde das gesamte Inventar des Kurhaushotels versteigert. Damit geht eine traditionsreiche Ära zu ende. Einer der teuersten Stücke ist der alte Blütner-Flügel aus dem Jahre 1915. Warum die neuen Besitzer, eine Hamburger Investorengruppe dieses schöne und kostbare Musikinstrument nicht im Hause belassen, ist nicht zu verstehen.
    Quelle
    http://www.g-v-t.de/notizen4_2000.html

    Al nächstes mach dann vielleicht auch mal ein Foto u. sende es zur Ergründung an solche Experten. - Wenn die "Schiffsseile" nicht grad mit Streichhölzern fixiert sind etc.. dürftest du bei der Wertbemessung ca. 1-2 Nullen ranhängen. :confused:
     
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