[Amp] Friedman Phil X Review - Part 1

von mr.coleslaw, 23.12.16.

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  1. mr.coleslaw

    mr.coleslaw Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.12.16   #1
    Nachdem ich ihn nun seit Sommer 2016 spiele ein Review meinerseits zu diesem 100 W Boliden.

    Zur Vorgeschichte: Als ich Anfang 2015 bei MP in Ibbenbüren den Small Box ausprobierte und kaufte gab es den Phil X noch nicht. Ich hatte lange überlegt, ob denn ein Brown Eye nicht die bessere Wahl wäre, mich aber dann für den SB entschieden da mir der BE zu viele Knöpfe und Regelmöglichkeiten hatte die ich eh nicht nutzen werde. Weiterhin wollte ich den SB mit einem 212er Cab betreiben und habe mir dann in Folge auch eine Friedman 212 zugelegt.

    Eigentlich war ich mit der Kombi SB/212 recht zufrieden, hatte aber auf Dauer das Gefühl das ich im Bandkontext gegenüber meinem Gitarrenkollegen, der eine LP, einen 100 W Laney und ein 412 Marshall Cab spielt, etwas untergehe.

    Bei einem Besuch von SESSION in Frankfurt konnte ich dann erleben, wie Achim, der die Gitarrenabteilung dort leitet, auf einem Phil X in Kombination mit einer Bogner 412 so einiges an van Halen Licks zum besten gab und verbunden mit einem der besten Sounds, die ich in über 40 Jahren als Rockgitarrist gehört habe. Von diesem Moment an bis zur Entscheidung, mich von der SB/212 Kombi zu trennen und auf den Phil X umzusteigen verging glaube ich genau 1 Tag und ich kaufte besagten Phil X zusammen mit einer Friedman 412 aus der ersten Serie.
    Bei der ersten 412 Serie handelt es sich nicht um die, zum Phil X gehörende 412 sondern um ein Modell, welches eine Speakerkombination aus Celestion Vintage 30 (untere Reihe) und Celestion G12/25M (obere Reihe) aufweist. Das schöne an der Box ist, das durch den etwas geringeren Wirkungsgrad der beiden oberen Speaker (97dB/m zu 100dB/m) diese einem nicht so in die Ohren dröhnen wenn man relativ nah vor dem Cab, wie z.B. im Proberaum, steht.

    Doch jetzt zum Amp:

    Das besondere am Phil X ist, das es sich um einen 1-kanaligen Amp handelt. Schaut man rein ist zu sehen, das es sich um das selbe Gehäuse wie bei dem Brown Eye handelt, die Steckplätze für die weiteren Preamptubes sind halt nicht belegt.

    Neben den üblichen Kontrollen wie Bass, Mid, Treble, Presence, Gain und Volume hat der Amp drei Besonderheiten, auf die ich etwas näher eingehen möchte.

    1. Variac Switch

    Dieser Schalter bewirkt, das der Ton entweder etwas strammer und damit moderner oder weicher und mehr vintagemässig mit etwas Sag daherkommt. Der Unterschied ist bei kleinen Lautstärken nicht so gut zu hören, wenn man etwas lauter spielt aber doch deutlich vernehmbar.

    2. Gain Switch

    Mit Hilfe diese Schalters kann man mehr die Gainstruktur als den eigentlichen Gainanteil beeinflussen. In der Mittelstellung sind deutlich mehr Bassanteile zu vernehmen als in den beiden anderen Stellung, der Schalter auf Links gestellt hat subjektiv den flachesten Klang mit dem geringsten Gainanteil aller Stellungen, den Schalter ganz auf rechts klingt es ähnlich wie ein 80er Jahre JCM800 Marshall. Wichtig ist, das beim Umschalten von Mittelstellung auf Rechtsstellung oder Mittelstellung auf Linksstellung deutliche Unterschiede (hier Abfall) der Lautstärke auftreten.

    3. 2 x Volume

    Der Amp verfügt über 2 Volumenregler, die per Fussschalter anwählbar sind. Hiermit kann man z.B., wenn man sich innerhalb einer Gainstellung bewegt, einen Soloboost herbeiführen. Oder man kann die Laustärkeunterschiede bei der Nutzung von verschiedenen Gitarren, z.B. Les Paul und Strat, ausgleichen. Oder man kann die, durch Nutzung des Gainswitches entstandenen Lautstärkeunterschiede, ausgleichen.


    Auf der Rückseite des Amps finden sich 2 x Speakerout, Anschluß für den Volume-Footswitch sowie ein serieller Effektweg, der sich hervorragend sowohl mit anaolgen Pedalen wie als auch mit digitalen Multieffektgräten verträgt.

    Rein technisch gesehen hat dieser, mit 4 EL34 ausgestattete 100 W Bolide so wenig wie möglich und so viel wie nötig, also genau richtig für jemand wie mich der klar und übersichtlich auf der Bühne benötigt und nicht besonders technikaffin ist.

    Wie klingt es denn nun, der Phil X ? Wie dynamisch ist er, hat er genügend Gain und vor allem ist er laut genug und kann sich durchsetzen ?

    Fangen wir mit letzterem an, Lautstärke und Durchsetzungsfähigkeit. Je nach gewähltem Gainanteil kann man den Amp mit einem Superlead oder JCM800 vergleichen. Ich denke, keiner der beiden hatte jemals Probleme im Bandkontext, was die Durchsetzungsfähigkeit und Lautstärke anbelangt.

    Was den Gainanteil anbelangt kann der Amp bei vollaufgedrehtem Gitarrenvolumen an einer Singlecoil Gitarre und Gain auf Minimum maximal Quarterclean. Geht man mit dem Volumenregler der Gitarre auf 8 oder 7 dann kann es man schon als clean durchgehen lassen da nur eine sehr leichtes anzerren zu vernehmen ist. Bei einer Humbuckergitarre relativiert sich das dann je nach Output der Pickups. In 12 bis 15 Uhrstellung ist man schon sehr gut für alles an Classic Rock aufgestellt und wem es dann noch nicht genügt der hat noch Reserve.

    Verglichen mit dem Small Box hat der Phil X etwa den gleichen Gainanteil wie der dortige Brown Eye Channel, allerdings mit mehr Headroom und ggfs. einer strafferen Auslegung durch den Variac Switch.

    End of Part 1
     
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  2. mr.coleslaw

    mr.coleslaw Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.12.16   #2
    Friedman Phil X Review - Part 2


    Kommen wir nun zur Dynamik des Amps, auch im Vergleich zum Small Box dessen Stärke darin liegt, das man im semiclean eingestellten Channel 1 allein durch die Stärke des Anschlags der rechten Hand von fast clean zum Rockbrett wechseln kann ohne das Volumenpoti der Gitarre zu bemühen.

    Ich persönlich finde das der Phil X hier nicht ganz so gut wie der Small Box reagiert da er doch von der Grundkonzeption her etwas rauher und giftiger ausgelegt ist als der SB. Single Coil Gitarren tun sich hier sicher leichter als Humbuckeräxte.

    Was die Dynamik im höheren Gain und Laustärkebereich anbelangt so ist der Phil X von der Dynamik und Offenheit her mit alten Marshall vergleichbar. Ich habe lange einen 70er 100W Superlead und dann einen 71er 50Watter gespielt mit denen ich den Phil X vergleichen möchte und muss sagen, dass es Friedman gelungen ist, diese Sounds in seinen Modellen konsequent weiter zu entwickeln und mit modernen Features auszustatten.

    Ich persönlich kann jedem, der einen nach Marshall klingenden und einfach zu bedienenden Verstärker sucht raten, sich den Phil X mal anzuhören. Klar, das Teil ist nicht gerade billig und die Features sind überschaubar.

    Wem es aber genügt, mit dem Volumenpoti ggfs. einen einigermaßen cleanen Sound zu erzeugen und deshalb keinen zweiten Kanal benötigt der bekommt einen tollen Amp mit einer angenehmen Gaintextur und genügend Gain auch für die härtere Gangart ohne große Rauschorgien wie bei manchen Wettbewerbsprodukten.
     
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  3. 6th day stringist

    6th day stringist Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.04.17   #3
    Klasse Review :great: Klasse Amp, doch den Reverb vermisse ich schmerzlich, für so viel Geld sollte das schon drin sein.
     
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