Anfänger erzählt: Der Kauf des ersten Klaviers bzw. Kawai Novus NV12 vs. GL10

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mszongott

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Hallo zusammen!

Während ich diesen Post verfasse bin ich selbst der Meinung, dass es vermessen von mir ist bzw. wäre, dieses oder jenes Kawai zu beurteilen. Darum seht meinen Post bitte nicht als Beurteilung an, sondern mehr als eine kleine Kurzgeschichte, die ich erzähle.

Vorweg möchte ich sagen, dass ich was Musizieren angeht absoluter Anfänger bin, noch nie zuvor ein Instrument gespielt hatte, vor wenigen Monaten mit Klavier spielen begann und erstmal Noten lesen lernen musste. Meine möglicherweise hilfreichen Fähigkeiten sind: Ich kann sehr gut maschinschreiben. Bin also zumindest gewohnt mit der linken Hand flink etwas zu tippen und ich behalte Klänge, Töne und Texte recht gut im Kopf. Vor allem Letzteres. Ich kann wahrscheinlich über tausend Liedtexte auswendig.

Ich wohne in Wien Umgebung in einer neu gebauten Whg mit guter Dämmung (Stahlbeton) und habe noch von damals ein 25 Jahre altes E-Piano. Ich wollte als junger Erwachsener schon Klavier spielen erlernen, aber wg. zu viel Arbeiten ist nichts daraus geworden.

Bei meinen beiden Klavierlehrern darf ich immer auf einem Flügel spielen und bin dann immer einigermaßen deprimiert, wenn ich anschließend wieder bei mir Zuhause das E-Piano höre. Trotzdem wollte ich nicht mehrere tausend Euro ausgeben, wenn ich mir nicht sicher war, ob ich auch für längere Zeit spielen lernen möchte und nicht vorher aufgebe. Und ich wollte bzw. will mir auch kein "Zwischenklavier" kaufen und in wenigen Jahren dann wieder ein neues. Obwohl man wie ich sehe für gebrauchte Klavier idR noch gutes Geld erhält (ich sehe häufig 75 % des Neupreises).

Ich hatte mich auf ein E-Piano eingestellt, weil wartungsfrei hat mich sehr angesprochen sowie habe ich den für mich perfekten Platz dafür in meiner Wohnküche. Ich wohne alleine und habe auch keine Haustiere. Meine Nachbarn habe ich vorgewarnt 🙂 sodass ich sie bat mich zu informieren, falls mein Klavier spielen zu laut wäre, aber nein, sie hören gar nichts.

Als ich mir nun sicher war langfristig Klavier zu spielen habe ich mich auf die Recherche nach einem guten Digitalpiano gemacht. Als mich keines so richtig vom Hocker gehauen hat, habe ich das Kawai Novus NV12 entdeckt und war fasziniert. Die neueste Elektronik, Touchscreen, hundert Einstellmöglichkeiten und das Versprechen, dem Klang eines echten Flügels schon sehr nahe zu kommen haben dazu geführt, dass es mich sofort begeistert hat. Noch dazu hat es keine Lautsprecher und der Klang erfolgt über den natürlichen Resonanzboden im Inneren. Zudem weist es auch die Flügelmechanik auf, was irgendwann sehr viel später für mich einmal relevant sein könnte. ;o)

Als ich mich dann für einen Fachhändler meines Vertrauens in Wien entschieden und einen Termin vereinbart hatte, war ich schon sehr aufgeregt. Klavierhaus Stingl hat auf mich einen sehr guten Eindruck gemacht und parallel haben meine beiden Klavierlehrer meine Absicht dorthin zu gehen mit Lob bestätigt. Sie finden beide Stingl ebenfalls sehr gut.

Dort angekommen nach sehr netter Begrüßung durfte ich gleich auf dem Novus NV12 loslegen und dachte mir, es klingt schon gut, aber ehrlich gesagt nicht so gut, wie ich erhofft hatte. Nicht so gut, dass ich überzeugt war, dafür 14.000,- bezahlen zu wollen.

Ich hatte dann getan, was ich unabhängig davon ohnehin geplant hatte nämlich zum Vgl auch auf einem richtigen Flügel zu spielen. Ein Kawai GL10 wurde mir gezeigt und als ich spielte, waren meine ersten Gedanken: Verdammt! Ich muss doch einen echten Flügel kaufen!

Versteht mich nicht falsch. Ich liebe Elektronik, Smartphones, teilweise SmartHome und ich arbeite als IT-Techniker. Ich hätte wirklich gerne ein tolles Klavier voller Elektronik gekauft, aber im Grunde ist all das für mich doch mehr ein "nice to have", "es wär schon cool", aber es wiegt für mich persönlich definitiv nicht schwerer als ein besserer Klang.

Ob ich vom Spielgefühl her einen Unterschied feststellte kann ich ehrlich gesagt leider nicht sagen. Weil ich so abgelenkt und etwas irritiert war, dass der Flügel, obwohl der kleinste Flügel dort, doch - sogar für mich als totalen Anfänger - deutlich besser klang.

Nun, mein E-Piano hat eine Tiefe von 41 cm. Das Novus NV12 wäre auf 87 cm gekommen. Das hätte ich noch bei mir untergebracht. Aber der GL10 ist 153 cm tief und passt damit nicht mehr dorthin, wo ich wollte.

Ich hatte nun hin und her überlegt und final sieht es so aus: Ich habe eine U-förmige Couch mit Sitzsofas, die dran geschoben sind. Ich muss eine Liegefläche auf jeden Fall behalten, weil ich auch wahnsinnig gerne und länger meine Serien schaue. Aber der rechte Teil der Couch fliegt nun raus, der Couchtisch ebenfalls und das gesamte Sofa wanderte knapp einen Meter näher zur Eingangstüre des Vorzimmers. So geht sie nur noch 90 Grad auf, aber das muss reichen. Damit habe ich genug Platz für das GL10 geschaffen.
Dort wo mein E-Piano stand kommt das eine Sitzsofa hin und ich zähle schon die Tage, bis mein neuer G10 geliefert wird.

LG Martin

PS.: Wichtig sind mir noch drei Dinge zu sagen:

1.) Der Verkäufer hat mir gesagt, es ist ganz klar, dass der echte Flügel besser klingt, weil es einfach ein echter Flügel ist und selbst die beste Elektronik das niemals so hinbekommt.

2.) Sehr verwundert hat mich, dass bei meinem testweise Anspielen obwohl das NV12 auf voller Lautstärke eingestellt war, deutlich leiser klang als der Flügel. Mir ist schon klar, kleinerer Resonanzboden, leiserer Klang, aber ich hätte mir erwartet, dass die Elektronik dies ausgleicht und bei der lautstärksten Einstellung es auch entsprechend laut wäre und ich es runterschalten müsste. Dieser Punkt war zugegeben ebenfalls ein Mitgrund dafür, warum das NV12 für mich letztlich doch keine Wahl war.

3.) Für alle die in Wien/Umgebung wohnen: Ich möchte Hrn. Ronald Sedlaczek vom Klavierhaus Stingl im 4. Bezirk lobend erwähnen. Mir ist schon klar, man verkauft nicht jeden Tag einen Flügel, aber beispielsweise habe ich schon mehrere Autos in meinem Leben gekauft (zum Vgl.). Mir ist bisher noch nie ein Verkäufer begegnet, der jemanden mit so viel Freundlichkeit, Herzlichkeit und Wärme empfangen, in die Welt der Klaviere eingeführt hat und dies mit beeindruckender Kompetenz verbindet. Ich denke, auch ohne richtig Klavier spielen das beurteilen zu können. Oder um es anders zu sagen: Ich könnte den selben Flügel um ca. 1.500,- online wo günstiger erhalten und habe nicht einmal eine Sekunde darüber nachgedacht dies in Erwägung zu ziehen.
 
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Glückwunsch. Klingt nach einer guten Entscheidung!

Ich bin Pianist, Klavierlehrer u.ä. und berate öfters Schüler bzw. Eltern, wenn ein Klavierkauf ansteht. So wie deine Beratungsgeschichte war, hätte ich es auch angeraten. Bei Erwachsenen, die die Beständigkeit ihres Spielens abschätzen können, wo Kontostand und Platz es hergeben, ist ein Flügel i.d.R. die beste Wahl. Vor allem deswegen, weil es eine Investition in die eigene ästhetische Bildung ist...das Instrument und der Klang werden dein Spiel beeinflussen und du wirst auf Dauer nuancenreicher, sensibler und farbiger spielen lernen, wenn du einen Flügel zur Verfügung hast.

Jeder Pianist hat da so seine Geschichte durch die verschiedenen Instrumente, und bei den allermeisten ist es ein Weg hin zu qualitativ hochwertigeren Instrumenten, digital wie analog. Man wächst musikalisch an und mit (manchmal auch: trotz) seinen Instrumenten. Ein Klavier hat viel von einer Werkbank, und jeder Handwerker wird dir zu gutem Werkzeug raten.

Mein Weg ging vom Berdux-Klavier über ein Kawai-Klavier zu einem Yamaha- und einem Steinway-Flügel, jedes Instrument war in seiner Phase eine gute Wahl. Ich hatte bei einem Konzert vorletzte Woche einen Bösendorfer Imperial unter den Fingern, eine Phase wo ich so ein Instrument privat brauche (und so einen Kontostand) werde ich wohl nicht mehr erreichen :D.
 
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  • #3
Hallo Harald!

Na gut. Ich bin zwar etwas verrückt, aber nicht so, dass ich als totaler Anfänger einen Steinway oder Bösendorfer Imperial bzw. einen teuren Kawai Shigeru kaufe. 🤣

Yamaha scheint bei allg. Elektronik und ich nenne es mal Popmusik und so eine gute Wahl zu sein. Bei klassischer Musik erscheint mir Kawai eine Marke mit sehr gutem Preis-Leistungsverhältnis ideal. Und ich glaube, ich bekomme für das Geld, dass ein GL10 kostet, einfach keinen besseren Flügel.
Tatsächlich habe ich schon aus Spaß auf einen GL30 geschielt, aber zum einen der Preis und zum anderen - so blöd es auch klingt - es sind diese 13 cm Tiefe, die ich einfach nicht mehr zur Verfügung habe. Ich glaube, ich müsste dann die Türe zum Vorzimmer aushängen oder so. 🤣

Es gibt bei meinem Händler eine Upgrade-Garantie. D.h. binnen 5 Jahren wenn ich auf ein teureres umsteige, erhalte ich den vollen Kaufpreis für meines zurück. D.h. ich habe nun etwa so lange Zeit um mir zu überlegen, ob es dann ein GL30 werden soll. Aber 5 Jahre sind eine lange Zeit und mal sehen, was bis dahin alles geschieht.

Danke für deinen Post! Habe mich sehr gefreut!

LG Martin
 
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... ich sage nur, Flügel ist Flügel und bleibt Flügel.... Ist wie bei Autos Hubraum ist Hubraum und bleibt...
Ich hatte mal einen Kawai-Stutzflügel vor vielen Jahren, war mein Trauminstrument und musste leider platzbedingt den Kindern weichen damals (brauchten das Flügelzimmer als Kinderzimmer). Dafür kam dann ein grosses Yamaha SU131S Klavier ins Wohnzimmer. Das war ein akzeptabler Kompromiss und ich bin 25 Jahre später noch immer sehr zufrieden damit, vom Klang, Fülle und Anschlag (wobei Flügelmechanik einfach unvergleichlich ist 😊). Inzwischen, dank Band-Aktivitäten ist noch ein Nordstage bei mir eingezogen. Das klingt mit guten Aktivboxen (QSC K8.2) schon auch verdammt gut und an die Tastatur "gewöhnt" man sich 😉. Klar, ich spiele keine Klassik mehr und im Blues, Rock, Pop, Soul Bereich ist die Tastatur nicht ganz so wichtig, deswegen komme ich auch mit der Nordstage Tastatur gut zurecht. Aber der Flügel damals war schon einmalig und ich freue mich sehr für Dich, dass Du da über Deinen Schatten gesprungen bist... Sollte es doch mal Platzprobleme geben, ist ein hochwertiges grosses (hohes) Klavier aber auf jeden Fall ein zu verschmerzender Kompromiss. Der Nachfolger meines SU131S ist wohl das SU7 und der Preis haut mich jetzt schon etwas um! Damals kostete das SU131S ungefähr so viel, wie Dein Flügel jetzt. Heute rufen die das 3-fache auf! 🤔😬🥵 LG und auf jeden Fall viel Spaß mit Deinem neuen "Begleiter", Frank
 
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  • #5
Danke Frank! Habe auch über deinen Post sehr gefreut! Bei bzw mit Kindern muss man so einige Kompromisse im Leben eingehen. Ein schönes klassisches Piano wäre auch bei mir wohl bestimmt völlig ausreichend gewesen. Eine Freundin von mir spielt auf einem ähnlichen seit ihrem 6. Lebensjahr und ich werde, egal auf welchem Flügel, niemals so gut spielen können wie sie. ;-)

LG Martin
 
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Ich spiele auch seit meinem 6. Lj, das sind inzwischen 58 Jahre 😅. Habe jahrelang gebrauchte Instrumente gehabt. Auch der Flügel damals. Da kann man auch Geld sparen. Das Yamaha war dann mein erstes neues, habe den Flügel dafür in Zahlung gegeben beim Händler... Da Klaviere/Flügel bei normaler Nutzung/Pflege ja nicht "kaputt" gehen, spricht auch nichts gegen ein Gebrauchtes, vom Händler, wenn man sich das Anschauen/Antesten (noch) nicht zutraut... LG, Frank
 
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  • #7
Unbedingt. Zuerst einmal: Ich weiß, klingt komisch, aber ich beneide alle, die schon von klein auf dazu erzogen oder ermutigt wurden Klavier spielen zu erlernen.
Ich verkaufe nun mein 25 Jahre altes E-Piano, welches damals glaube ca. 650,- gekostet hat, um 190,- gebraucht und habe schon mehrere Anfragen erhalten. Ich hätte wohl 100,- mehr verlangen können, aber dann hätte ich doch irgendwo ein schlechtes Gewissen gehabt. Also gebraucht geht auf jeden Fall gut. Eine Klavierlehrerin von mir ist auch Konzertpianistin und hat einen gebrauchten Flügel um 50.000,- gekauft, der neu 60.000,- gekostet hätte.
Spaßeshalber habe ich mal nach GL10 gebraucht geschaut, aber gar nichts gefunden. 😉 Und ich bezahle lieber voll und dafür ganz neu, ohne Kratzer und irgendwas. Jeder meiner Besucher muss 1 m Abstand zum Flügel einhalten. 🤣
 
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Mein damaliger Flügel gehörte vorher einem der besten Blues- und Boogie-Pianisten Deutschlands, Christian Willisohn, ein guter Bekannter von mir, der hatte schon ein paar Kratzer, aber es zeugte von seinem Leben als Boogie-Maschine 😀 und hat ihn deswegen FÜR MICH gerade "wertvoll" gemacht und motiviert, diesen Flügel halbwegs ebenbürtig zu bespielen (wobei ich natürlich nie an Christian rankam, aber wir hatten in den 80igern eine tolle Boogie/Blues-Zeit in München, als es noch genug Musikkneipen mit Instrumenten drin gab). Ich musste echt fast weinen, als ich ihn hergeben musste 😪. So ein Instrument wird manchmal fast ein Teil von einem selbst.
Apropos "Piano kaputt machen". Das ist mir mit meinem ersten leider geglückt, ein 1936iger Schilling. Jahrelang treuer Begleiter bis zur Studentenzeit. In der Studenten-WG viel zu trockene Luftfeuchtigkeit, -> Stimmstock gerissen, Stimmung nur noch kurz haltbar... Das war auch echt traurig und für fachgerechte Reparatur damals kein Geld 😒
 
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Nette Geschichte. Ich meine, jeder muss seinen Weg finden, so dass das schon zu einem befriedigenden Ergebnis führen wird.

Ich habe sehr wohl gelesen, dass Deine ursprünglich geplante Platzierung nicht mehr relevant ist. Von dem
für mich perfekten Platz dafür in meiner Wohnküche
rate ich aber klar ab. Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen selbst bei nur spärlichem zweckgerichteten Gebrauch einer Küche sind für einen "Natur"-Flügel klar gesagt "schlecht". Nun kennt niemand die tatsächlichen Wohngegebenheiten und wie weit der Flügel auch an seinem "neuen" Platz warmen und kalten Dämpfen ausgesetzt sein wird (Wohnküche kann ja viel beinhalten). Da würde ich mir eine große finanzielle Investition hinsichtlich des Werterhalts schon nochmal gut überlegen. Auch nach 5 Jahren können da schon deutliche "Schäden"/Veränderungen auftreten, die dem Händler womöglich einen Ausweg aus seiner Rückkaufoption ermöglicht (der ist Geschäftsmann und auch nicht doof).

Übrigens würde auch ein elektrisches Gerät unter "Klimaschwankungen" und -bedingungen leiden. Ich würde auch da gut überlegen.

Ich würde realistischerweise in jedem Fall einen markanten Wertverlust einkalkulieren.

Ein Flügel wird in einer kleinen Wohnung jetzt nach meiner Erfahrung auch nicht so toll klingen - DAS solltest Du unbedingt bedenken! In so einer Umgebung bekommt man meiner Meinung nach die besten Klangergebnisse mit hochwertigen Samples und Kopfhörer. Also ein Computer mit einer hochwertigen DAW und einer sehr guten Midi-Tastatur in Verbindung mit top Boxen und/oder Kopfhörern wäre meine finanziell und soundmäßig erste Wahl. Ein geeigneter Computer muss nicht viel können und ist günstig. Ein entsprechendes Sample-Paket kann man gut wieder verkaufen. Eine gute Midi-Tastatur ist nicht teuer und von daher hält sich ein möglicher Verlust in Grenzen. Das teuerste wären ggf. die (Aktiv)Boxen, wobei sich hier gute auch sehr gut gebraucht verkaufen lassen. Kopfhörer kosten selbst in hervorragender Qualität ja nicht die Hölle.

Das Risiko, mit Deinem Vorhaben aus meinen genannten Gründen doch einen markanten Geldbetrag kurz- oder mittelfristig zu verbrennen wäre mir zu groß.
 
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  • #10
Mein damaliger Flügel gehörte vorher einem der besten Blues- und Boogie-Pianisten Deutschlands, Christian Willisohn, ein guter Bekannter von mir, der hatte schon ein paar Kratzer, aber es zeugte von seinem Leben als Boogie-Maschine 😀 und hat ihn deswegen FÜR MICH gerade "wertvoll" gemacht und motiviert, diesen Flügel halbwegs ebenbürtig zu bespielen (wobei ich natürlich nie an Christian rankam, aber wir hatten in den 80igern eine tolle Boogie/Blues-Zeit in München, als es noch genug Musikkneipen mit Instrumenten drin gab). Ich musste echt fast weinen, als ich ihn hergeben musste 😪. So ein Instrument wird manchmal fast ein Teil von einem selbst.
Apropos "Piano kaputt machen". Das ist mir mit meinem ersten leider geglückt, ein 1936iger Schilling. Jahrelang treuer Begleiter bis zur Studentenzeit. In der Studenten-WG viel zu trockene Luftfeuchtigkeit, -> Stimmstock gerissen, Stimmung nur noch kurz haltbar... Das war auch echt traurig und für fachgerechte Reparatur damals kein Geld 😒
Ja klar, es ist etwas völlig anderes, wenn man denjenigen persönlich kennt, der vorher darauf gespielt und das Klavier eine ganze Geschichte mitbringt!
Die Beschädigung des Schillings klingt wirklich sehr sehr traurig für mich. 😢 Soweit ich weiß sind 40-60 Grad Luftfeuchtigkeit zu empfehlen?
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Nette Geschichte. Ich meine, jeder muss seinen Weg finden, so dass das schon zu einem befriedigenden Ergebnis führen wird.

Ich habe sehr wohl gelesen, dass Deine ursprünglich geplante Platzierung nicht mehr relevant ist. Von dem

rate ich aber klar ab. Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen selbst bei nur spärlichem zweckgerichteten Gebrauch einer Küche sind für einen "Natur"-Flügel klar gesagt "schlecht". Nun kennt niemand die tatsächlichen Wohngegebenheiten und wie weit der Flügel auch an seinem "neuen" Platz warmen und kalten Dämpfen ausgesetzt sein wird (Wohnküche kann ja viel beinhalten). Da würde ich mir eine große finanzielle Investition hinsichtlich des Werterhalts schon nochmal gut überlegen. Auch nach 5 Jahren können da schon deutliche "Schäden"/Veränderungen auftreten, die dem Händler womöglich einen Ausweg aus seiner Rückkaufoption ermöglicht (der ist Geschäftsmann und auch nicht doof).

Übrigens würde auch ein elektrisches Gerät unter "Klimaschwankungen" und -bedingungen leiden. Ich würde auch da gut überlegen.

Ich würde realistischerweise in jedem Fall einen markanten Wertverlust einkalkulieren.

Ein Flügel wird in einer kleinen Wohnung jetzt nach meiner Erfahrung auch nicht so toll klingen - DAS solltest Du unbedingt bedenken! In so einer Umgebung bekommt man meiner Meinung nach die besten Klangergebnisse mit hochwertigen Samples und Kopfhörer. Also ein Computer mit einer hochwertigen DAW und einer sehr guten Midi-Tastatur in Verbindung mit top Boxen und/oder Kopfhörern wäre meine finanziell und soundmäßig erste Wahl. Ein geeigneter Computer muss nicht viel können und ist günstig. Ein entsprechendes Sample-Paket kann man gut wieder verkaufen. Eine gute Midi-Tastatur ist nicht teuer und von daher hält sich ein möglicher Verlust in Grenzen. Das teuerste wären ggf. die (Aktiv)Boxen, wobei sich hier gute auch sehr gut gebraucht verkaufen lassen. Kopfhörer kosten selbst in hervorragender Qualität ja nicht die Hölle.

Das Risiko, mit Deinem Vorhaben aus meinen genannten Gründen doch einen markanten Geldbetrag kurz- oder mittelfristig zu verbrennen wäre mir zu groß.
Danke, aber keine da mache ich mir überhaupt keine Sorgen. 😉 Habe ein Foto angehängt. Der Küchenbereich ist links oben in eigener Nische, daneben ist auch ein Fenster. Und mein Klavier kommt rechts unten hin. Zudem koche ich nur selten. Das Meiste mache ich im Backrohr. 😉 Dort wo das Klavier steht kommt auch kein Luftzug hin, weil die Terassentür rechts immer geschlossen ist und rechts oben im WZ steht ein Luftbefeuchter. Ich habe Fußbodenheizung und Wohnraumlüftung, d.h. ich mache auch kein Stoßlüften. Ich denke also, die Umgebung ist bei mir ziemlich ideal dafür. ;-)
Dass es im 40 qm großen WZ-Bereich nicht so toll klingt wie im Schauraum, damit wirst du wohl recht behalten. Dagegen kann ich aber leider nichts tun. Es hält mich jedenfalls nicht von meinem kleinen Traum ab. 😉 Aber ist eine gute Vorwarnung von dir, damit ich dann weniger enttäuscht bin. Also danke dafür!

LG Martin
 

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  • #11
@mszongott : Vollzitate von in Bezug genommenen Beiträge sind nicht nötig und führen zu Unübersichtlichkeit und unnötigem Speicherplatzbedarf.

Wenn Du auf den direkt vorhergehenden Beitrag antwortest, erübrigt sich eine Bezugnahme normalerweise völlig. Wenn Du nur auf eine bestimmte Aussage Bezug nehmen willst, dann kürze das Zitat eben genau darauf (siehe z.B. in meinem vorhergehenden Beitrag).

Es gibt ein Klima im unmittelbaren Umfeld und eines für einen ganzen Raum. Fußbodenheizung direkt unter einem Naturinstrument ist m.E. immer schlecht (permanente Trocknung). Ich würde irgend eine Isolierung dazwischen legen.

Auch Träume kann man anpassen und eine "vernünftige" Lösung in Angriff nehmen. Aber jeder, wie er will. Good Luck und viel Spaß.
 
  • #12
Meinen Glückwunsch zum neuen Kawai Flügel! 🥂🍾
Dass es im 40 qm großen WZ-Bereich nicht so toll klingt wie im Schauraum, damit wirst du wohl recht behalten.
Da wäre ich mir nicht so sicher, zumal es ein Baby Grand ist. Sollte sich der Klang "komisch" anhören, wäre es immer noch möglich, der Raumakustik auf den Grund zu gehen und über Optimierungen nachzudenken, z.B. akustische Wand- oder abgehängte Deckenpanele zur Behandlung von Raummoden.

...rechts oben im WZ steht ein Luftbefeuchter.
Damit wäre ich sehr zurückhaltend, erst recht in der Nähe des Flügels. Du wohnst in einer Neubauwohnung gehobener Ausführung, da reichen ganz normales Lüften und ein Schutz des Flügels vor direkt darauf strahlendem Sonnenlicht.

Gruß Claus
 
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  • #13
Meinen Glückwunsch zum neuen Kawai Flügel! 🥂🍾

Da wäre ich mir nicht so sicher, zumal es ein Baby Grand ist.
Den Schallwellen und Wellenlängen ist das "wurscht".

der Raumakustik auf den Grund zu gehen und über Optimierungen nachzudenken, z.B. akustische Wand- oder abgehängte Deckenpanele zur Behandlung von Raummoden.
Super Idee! 🙄 Und dann besorgt er sich zum Wohnen einfach eine andere Bude :rofl:
 
  • Ersteller
  • #14
@soundmunich wie du meinst. Da ich in seit 25 Jahren selbstständig in der Internet-Branche tätig bin, kann ich dir sagen, dass der Speicherplatz derart minimal ist, sodass völlig vernachlässigbar. Trotz Fußbodenheizung ist der Boden nicht gerade warm. Also auch da mache ich mir keine Sorgen. Ich danke dir aber, denn ich weiß, du meinst es nur gut. 🙂
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@Claus ich habe mir tatsächlich auch über so etwas schon Gedanken gemacht, aber erstmal mache ich mir keine Sorgen. Den Luftbefeuchter habe ich nicht wg. dem Klavier, sondern wegen mir. Weil trockene Luft führt bei mir zu Halskratzen. Allerdings habe ich immer wieder gelesen, dass die Flügel deutlich mehr Feuchtigkeit benötigen, als so manche kurz Stoßlüftung hergibt. Also es wundert mich etwas nun Stoßlüften als Empfehlung zu bekommen. 🙂 Damit kommst du bestenfalls auf 35 %. Und laut meiner Recherche sind 40-60 % gut.

Übrigens fällt mir hier auf, was mir in sämtlichen Internet-Foren auffällt. Nämlich dass jede Betrachtung deutlich kritischer und mit mehr Sorgen behaftet ist als in persönlichen Gesprächen. Warum das so ist, ist mir bis heute nicht ganz klar. Vielleicht wegen der Anonymität und weil man gerne als kompetent wahrgenommen wird. Ist nur so ne Vermutung. Ich möchte auch niemandem Kompetenz abschreiben. Ich sage bloß, dass das meine pers. Erfahrung in den letzten 20 Jahren ist, dass in Internet-Foren immer viel kritischer dargestellt wird als persönlich. Und ich glaube, man braucht auch keine Wissenschaft daraus zu machen. Keine direkte Sonneneinstrahlung und kein Heizkörper direkt daneben ist klar. Und ja, nicht zwei Meter daneben kochen. 😉 Dann sollte das schon in Ordnung sein.

LG Martin
 
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  • #15
Fußbodenheizung direkt unter einem Naturinstrument ist m.E. immer schlecht (permanente Trocknung). Ich würde irgend eine Isolierung dazwischen legen.

Auch Träume kann man anpassen und eine "vernünftige" Lösung in Angriff nehmen. Aber jeder, wie er will. Good Luck und viel Spaß.
Seit 50 Jahren sind Fußbodenheizungen im Neubau Standard - auch Musikschulen, Universitäten , Klaviergeschäfte usw. kommen damit ohne weiteren Aufwand bestens zurecht .
Oftmals schieben die Leute mit schlechten und alten Instrumenten deren mangelhafte Qualität auf die Fußbodenheizung.
 
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  • Ersteller
  • #16
Danke Klavierbauer. 😉 Du hast in Worte gefasst, was ich versucht habe auszudrücken.
 
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  • #17
dass die Flügel deutlich mehr Feuchtigkeit benötigen, als so manche kurz Stoßlüftung hergibt.
Hier ist was falsch Rum. Feuchtigkeit wird innen freigesetzt, Lüftung führt dagegen zu trockenerer Luft, vor allem im Winter.

Neubau ist eher luftdicht, daher eher zu feucht als zu trocken.

Ansonsten Glückwunsch zu der Entscheidung. Ein richtiges Klavier oder Flügel ist schon was anderes. Ich würde aber das E-Piano behalten zum leise üben.
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Trotz Fußbodenheizung ist der Boden nicht gerade warm.
Das ist ja der Sinn einer Fußbodenheizung.
 
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  • #18
Haben übrigens seit 22 Jahren Fußbodenheizung unter Fliesen (auf ca. 20 Grad eingestellt) und offene Wohn-Ess-Küche ca. 75 qm sowie auch noch Grundofen (bewirkt Raumtemperatur in diesem Raum von ca. 20-22 Grad, 30% Luftfeuchtigkeit im Winter) und das Klavier ist top in Ordnung, hält seine Stimmung über Jahre (muss nur alle 2 Jahre etwas nachgestimmt werden). Wir haben da keinerlei zusätzliche Dämm-Maßnahmen unter dem Klavier getroffen. Ich denke, wenn keine krassen Temperaturunterschiede permanent auftreten und die Luftfeuchtigkeit nicht extrem trocken oder feucht ist, dann hält das ein Klavier/Flügel schon aus...
 
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  • #19
Wie gesagt, Fußbodenheizung bedeutet ja grade niedrige Heizflächentemperatur (Wärmeübertrager = Fußboden) und langsame Änderung der Raumtemperatur (weil große Masse des "Heizkörpers").

Das Problem sind ja gar nicht die absoluten Temperaturen, sondern schnelle Änderungen in Temperatur und vor allem Luftfeuchte.
Im Winter wird es trocken, wenn man viel lüftet und dann heizt. Neue Gebäude haben meistens dichte Fenster und damit weniger Lüftung als alte Gebäude. Also für Klavier besser.

Das Problem bei schnellen Änderungen ist, dass Holzteile ungleichmäßig trocknen und damit ungleichmäßig verformen, was zu Spannungen führt, dh evtl. Verforumungen, im schlimmsten Fall zu Rissen.
30% Luftfeuchte ist mMn etwas niedrig, aber wenn es nicht stark schwankt, wird das schon OK sein.

Dämmung unter dem Klavier ist auch unnötig, da die Fußbodentemperatur bei max ca 28°C liegen sollte. Steht ein Klavier dagegen neben einem Heizkörper im Altbau, kann der schnell mal 55°C oder mehr haben.
 
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  • #20
30% Luftfeuchte ist mMn etwas niedrig
... wahrscheinlich kochen wir zu wenig auf der ewigen Suche nach dem Abnehmen (tagsüber nehme ich immer heftig ab, abends bei brennendem Feuerchen vor dem TV gebe ich dann immer auf und ergebe mich der "kalten Küche" 😁😅😊). Aber ja, die Schwankungen sind bei uns sicher eher gering und eher über längere Zeiträume (das Grundprinzip des Grundofens: Verbrennungswärme erstmal in seinen gemauerten Windungen speichern und dann langsam über 24h abgeben in Form von Strahlungswärme).
 
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