Anthropologische Fragen

von davefriends04, 30.07.06.

  1. davefriends04

    davefriends04 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.06   #1
    Hey!


    Hier zwei anthropologische Fragen, die mir in den Sinn kamen. Freue mich über Antworten, könnt aber auch gerne eigene Fragen stellen!

    1. Wieso sterben Menschen und andere Lebewesen? Hat das irgendeinen evolutionären Sinn, dass wir altern und sterben oder ist ein Lebewesen einfach nicht für immer aufrecht zu erhalten? Was wird da verbraucht am Lebewesen? Wieso kann nicht einfach immer alles erneuert werden, wäre das unökonomisch?

    2.
    Wieso können Praktiken wie Oral-/Analsex etc., die keinen besonderen Fetischismus vorraussetzen, für manche Menschen sehr anregend sein, wobei sie doch überhaupt nicht der Fortpflanzung dienen oder nur indirekt? Wäre es nicht viel zweckmäßiger, hätten wir uns so entwickelt, dass die hauptsächliche Erregung beim fortpflanzenden Sex liegt? Oder sind die vielen nicht fortpflanzenden Varianten ungewollter Nebeneffekt oder dient es sozialen Bindungen oder dem resultierenden fortpflanzenden Sex?


    Jop, das wars soweit :-)
    David
     
  2. Gika

    Gika Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.06   #2
    1. Weil sonst die Welt überfüllt würde.
    2. Das habe ich mich auch schon gefragt.
     
  3. LaeWahn

    LaeWahn Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.06   #3
    1. Es wird bestimmt einen Evolutionären Grund haben. Die Evolution ist ja durch das Sterben bedingt, nur so funktioniert das ganze. Das ist Selektion.

    2. Ich denke irgendwann fing der Mensch an alles langweilig zu finden. Deshalb erfand er die Kunst und ungewöhnliche Sexualpraktiken. Die einen haben sich dann eher durchgesetzt als die anderen, siehe Evolution ;)

    (diese Antworten sind natürlich ohne Gewähr)
     
  4. hoschie02

    hoschie02 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.06   #4
    Ich versuche das mal so zu erklären, wie ich - als Laie - das verstanden habe.

    Evolutionär ist die einzige Aufgabe eines Organismus, Nachkommen zu schaffen. Ist das vorbei (Unfruchtbarkeit duch Alter oder so), ist der Erzeuger nur noch ein Konkurrent um knappe Resourcen (z.B. Nahrung). Also verschwindet er.

    Dass der Mensch länger lebt, als er fruchtbar ist, ist auch ein Resultat der Evolution. Durch den aufrechten Gang des Menschen musste sich das Becken verkleinern. Zusätzlich kommt der große Kopf des Menschen, den manche zum Denken und andere nur zum Essen benutzen ;-). Das heist, der Nachkömmling muss duch das Becken, bevor er selbstständig ist. Das wiederum heißt, dass er umsorgt werden muss, bis er allein durchkommt.
    Jetzt kommen die Großeltern ins Spiel. Die Eltern sind für die Jagd und Sammlerei notwendig. Also ist es praktisch, wenn sich wer anders um den Nachwuchs kümmert. Resultat: Oma und Opa werden doch gebraucht und leben länger.
    Soziale Bindung sind sicher ein Grund. Ein anderer ist, dass unsere Geschlechtsorgane berührungssensitiv sind. Und ein bisschen Abwechslung bei der Stumulanz ist nur gut.;)

    Also hast Du schon recht. Es ist ein Nebeneffekt, der aber scheinbar evolutionär nicht gestört hat und daswegen "überlebt" hat

    Ich hoffe mal, meine Erklärungsversuche waren nicht zu wirr.
     
  5. davefriends04

    davefriends04 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.06   #5
    Hmm, ich bezweifle, dass sich das evolutionär rausgebildet hat, ich denke es kam bisher nicht zu großen Platzproblemen (auch wenn nicht auf die ganze Welt bezogen).



    Das ist klar, aber wieso wird er überhaupt erst unfruchtbar, wieso lebt er nicht einfach weiter und macht Kinder bis zum geht nicht mehr? Naja, der Ansatz von LaeWahn schien da ja ganz plausibel.
     
  6. j3rk

    j3rk Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.06   #6
    das ist nicht so ganz logisch... die logisch darauffolgende frage wäre ja... warum wird der organismus dann unfruchtbar?
    platzprobleme sind mit sicherheit ein guter grund... zuerst dachte ich du meinst die überbevölkerung der erde... aber viel logischer wäre die überbevölkerung der ökologischen nische, sowie die jäger beute beziehung... beute stirbt halt... ;)

    auf die zweite frage habe ich auch keine antwort... :o
     
  7. hoschie02

    hoschie02 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.06   #7
    Die alterbedinget Unfruchtbarkeit ist eine Folge der kosmischen Starhlung, die nun mal keiner ausknipsen kann.
    Die Gene werden sozusagen kaputtgeschossen. Irgendwann sind die Dinger schrott und dann ist schluss mit Nachkommen. Beziehungsweise wird die Wahrscheinlichkeit, dass die Nachkommen geschädigt auf die Welt kommen immer größer.
    Und diese geschädigten Nachkommen und deren Erzeuger nehmen den gesunden Nachkommen die Resourcen weg. In diesem Moment schlägt die Evolution zu.

    Letztenendes und stark vereinfacht könnte man auch sagen, die Welt würde zu voll werden. ;)
     
  8. gorgi

    gorgi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.06   #8
    2. Vielleicht ist es einfach die Tatsache, dass das männliche Geschlecht keine Angst davor haben musst, dass die Frau schwanger wird.
    Kann ja sein...
     
  9. S.O.D

    S.O.D Guest

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    Erstellt: 30.07.06   #9
    Interessant an diesem Thread find ich...

    Die Evolutionstheorie wird als "ist" gesehen, und nicht mehr als Theorie.

    Gruß
     
  10. LaeWahn

    LaeWahn Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.06   #10
    eine meiner lebenseinstellungen ist dass der menschliche körper ein verschleißteil ist .. wir sind halt kein perpetuum-mobile .. alles in diesem universum ist irgendwann zuende .. sterne, planeten, ökosysteme bis hin zu organismen.. ist halt alles vergänglich
     
  11. j3rk

    j3rk Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.06   #11
    dass das eine tatsache ist... klar...

    aber die frage war doch warum der mensch stirbt...^^
     
  12. LaeWahn

    LaeWahn Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.06   #12
    weil er noch nichts dagegen unternommen hat
    theologisch lässt es sich erklären dass er aus dem paradies geworfen wurde bevor er vom baum der unsterblichkeit gegessen hat
     
  13. davefriends04

    davefriends04 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.06   #13
    Ja, um den ersten Schritt, den du nennst, geht's mir. Was für kosmische Strahlung? Gene werden kaputt geschossen? Würde mich freuen, wenn du das näher erläutern könntest.

    Die Tatsache, dass der Mann kein Kind zeugen will ist in Betracht der Zeitspanne der Evolution relativ neu, das spräche wenn überhaupt wie von mir angesprochen gegen diese Praktiken. Selbst wenn die Angst, Kinder zu zeugen älter ist, würde sie sich nicht durchsetzen, weil sich ja gerade das Fortpflanzende durchsetzt.

    Ja, du hast recht, sicher ist das vielleicht nicht. Aber meine Absicht war, die Fragen auf Basis der Evolution zu beantworten.

    Das erklärt's doch aber noch lange nicht.

    Das ist ein Grund, wieso es sich nich ändert, aber nicht der Ausgangsgrund.
     
  14. hoschie02

    hoschie02 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.06   #14
    Es gibt auf der Erde einen permantent Beschuss von so genannter Kosmischer Hintergrundstrahlung. Das ist laut Wikipedia "eine hochenergetische Teilchenstrahlung aus dem Weltall". Und die ist nicht besonders gesund. Sie kann Mutationenen hervorufen. Und Mutationen entstehen, wenn das menschliche Erbgut veränder wird. Zum einen kann das Krebs erzeugen (einen Mutation von Zellen), oder aber - und darum geht es hier - allmählich das Erbgut schädigen.
    Alle Zellen müssen sich von zeit zu Zeit regenerieren. Sie Teilen sich. Dabei werden die Gene verdoppelt, also kopiert. Unter dem Einfluss der Strahlung passieren dabei aber Fehler. Diese Fehler können in einem gewissen Maße aufgefangen werden, aber nie zu 100%.
    Auf die Dauer geht immer mehr kaputt. Den Prozess nennt man Altern.

    Übrigens kann man den Prozess auch beschleunigen. Rauchen Alkohol und Drogen (also Rock'n'Roll :()

    Noch ein paar Links zum Nachlesen:

    Kosmische Strahlung
    passives Altern (Biogerontologie)
     
  15. Vali

    Vali Vocalmotz Moderator HFU

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    Erstellt: 30.07.06   #15
    Hab irgendwo auch gelesen, dass durch die Verdauung von Nahrung freie Radikale entstehen, die ebenfalls das Erbgut schädigen.
     
  16. Heier

    Heier Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.06   #16
    Weil Menschen eine der wenigen Lebewesen sind, die überhaupt Glücksgefühle/Spaß beim Geschlechtsverkehr empfinden, während es bei den meisten Säugetieren eher eine Mischung aus Bürde und Trieb ist und den selben Status hat als wenn wir uns die Nase putzen.

    Nun, da die Menschen Spaß am Sex selber haben und nicht daran, Nachfahren zu "produzieren", empfinden auch manche Leute "zweckentfremdete" Sex-Praktiken als erregend oder befriedigend. Je nachdem auch nur der männliche oder der weibliche Part, meistens zuliebe des Gegenübers.

    Das ist meine Theorie.
     
  17. LaeWahn

    LaeWahn Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.06   #17
    Dann müssten Delphine/Delfine (wie auch immer) ja auch derartiges praktizieren. Okay, zugegeben, ich kann mir auch nicht vorstellen wie das gehen soll.
    Es gibt außerdem noch eine Affenart die derartige Sexualpraktiken betreiben. Diese gehören ebenfalls zu den wenigen Lebensformen die aus Spass Sex haben.