Antiamerikanismus als Mode bei Jugendlichen

von Fingers Freddy, 23.03.06.

  1. Fingers Freddy

    Fingers Freddy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.03.06   #1
    Howdy!

    Hm... ich weiß nicht, ob euch das auch schon aufgefallen ist, aber mir scheint, dass viele Jugendliche hierzulande (besonders von der Spezies Bravo-Punk :D ) soetwas wie einen Mode-Antiamerikanismus an den Tag legen.

    Soll heißen: sobald das Gespräch irgendwie ein politisches Thema hat, kommt nach 5 Minuten immer irgendwas wie: "Ja des sind halt die scheiß Amis wieder!" oder irgendsowas in der Art. Und meistens ist es auch noch so, dass die von Politik sonst keine Ahnung haben (Außenminister der BRD? -Öööööhhh...)
    aber hauptsache, sie wissen, dass "der Bush stinkt" und die Amis sowieso alle übergewichtige Rednecks mit der Flinte im Anschlag sind. Und wenn man sich selber mal an die Nase fasst, läuft man doch auch leicht Gefahr, diesem Glauben zu verfallen, oder? (Also war zumindest bei mir so...;) )

    Aber ich finde so ein Denken einfach falsch. Das ist erstmal blinde Schwarz/Weiß-Mentalität und außerdem nur die eine Seite der Medaille. Natürlich - Kritik an den USA und deren Regierung ist angebracht und wichtig, aber sie sollte sachlich und vor allem wohldurchdacht sein. Diese Parolen alá "Bush stinkt" usw. bringen einfach nix. Und außerdem sollte man nicht vergessen, was uns der American Way Of Life alles gebracht hat und immer noch bringt - Rock'n Roll, Kaugummi, Levis-Jeans, Coca-Cola ... und letztendlich haben sich die amerikanischen Prinzipien von Freiheit und Gleichheit auch bei uns durchgesetzt. Nicht zuletzt deshalb, weil die USA den Nachkriegsdeutschen diese auch eindringlich vermittelt haben. Und wer will darauf heute schon noch verzichten? Im Grunde leben wir ja nun auch (wenn auch etwas abgeschwächt) den American Way Of Life, oder versuchen das zumindest, auch die, denen das nicht bewusst ist und die andauernd gegen Amerika stänkern.

    Also - ich finde, bevor man sich blind in irgendeine Anti-USA-Mentalität verrennt, sollte man zuerst mal nachdenken was wir den USA alles zu verdanken haben. Dann kann und sollte man auch Kritik äußern. Versteht mich nicht falsch: die US-Regierung hat natürlich verdammt viele Fehler gemacht und die Burschen dadrin sind auch nicht von der Sorte, mit denen ich gern mal ein Bierchen zischen würde. Und natürlich sind auch viele Amerikaner fette Rednecks mit der Flinte im Anschlag, die übermäßig viel Strom und Benzin verbrauchen. Und ja - ich weiß, dass allein die USA 30% (oder wars noch mehr??) des Energiebedarfs der Welt für sich in Anspruch nehmen.

    Aber trotzdem: meiner Meinung nach sind die USA besser als ihr Ruf. Wie seht ihr das?
     
  2. Houellebecq!

    Houellebecq! Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.03.06   #2
    tja, wer mich hier aus dem Forum kennt, weiß, ich sehe das ganz genau so. ich unterhalte mich eigentlich nie mit Leuten über Politik, aber an 2 Sachen kann ich mich erinnern: bei der letzten Bundestagswahl wollte ein Bekannter, der sich noch NIE irgendwie politisch geäußert hätte, unbedingt spd wählen, weil ja die angela merkel sich 2003 missverständlich zum Thema Irak-Krieg geäußert habe. alles Heuchelei, die Frage nach deutschen Soldaten im Irak hat sich nie gestellt, Schützenhilfe (im wahrsten Sinne des Wortes) durch den BND gab's auch unter Schröder.
    diese anti-amerikanischen Vorurteile sind mir auch bekannt, sie sind realitätsfern und stupide.
     
  3. Bleecker Street Boogie

    Bleecker Street Boogie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.03.06   #3
    Sind alle einfach nur neidisch. Weil sie nicht einfach so einen Dodge Ram 3500 fahren dürfen, weil sie nicht ein fettes XXL-Burger-King-Menu für viereinhalb Dollar bekommen, weil sie nicht einfach so Waffen in ihrem Haus lagern können und so weiter.

    Die USA sind voll geil!

    Und blöd sind die da keineswegs. Sehr sympathische Menschen.
     
  4. Irsmaier

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    Erstellt: 23.03.06   #4
    Nun ja sie scheinen schon ziemlich oberflächlich zu sein. Mein Vater war schon geschäftlich in den USA und er hat gesagt, dass die Menschen sehr aufgeschlossen und freundlich sind. Aber besonders gebildet sind die Amis glaub ich nich.

    In einigen Punkten muss ich euch rechtgeben! Was passiert denn, wenn es wirklich mal soweit ist, dass "Schurkenstaaten" wie der Iran oder Nordkorea plötzlich über Atomwaffen verfügen? Dann verlangt wahrscheinlich wieder jeder, dass die USA hier doch eingreifen müssten usw.usf.!

    Letztendlich muss man das alles relativ sehen.
    Die USA stellen meiner Meinung nach eben auch einen wichtigen Pfeiler im Kampf gegen den Kommunismus/Sozialismus dar! Ich weiß im Moment geht der Trend gerade wieder n bisschen in die extrem linke Richtung, aber das ist meiner Meinung nach einfach falsch. Ich denke es gibt genung sozialistische Diktatoren, die zeigen, dass der Sozialismus wie Marx ihn beschrieben hat, eine unerfüllbare Utopie ist.
     
  5. Ray

    Ray Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 23.03.06   #5
    Also das haben die Amis von den Europäern und nicht umgekehrt ;)

    Der Spruch und die Idee dahinter stammt aus Frankreich, und zwar lange vor der Revolution.

    Und falls du auf die amerikanische Unabhängigkeitserklärung ansprichst: die stammt zum großen Teil von de Indianern, zum anderen ist es schlichtweg britisches Gedankengut, wenn auch gegen die Briten gerichtet :D, desweiteren wurde sie auch erst mal lange überhaupt nicht umgesetzt. Bzw. sie galt halt nur für gewisse Herrenmenschen. Von Gleichheit keine Rede...und für Schwarze noch bis vor einigen Jahrzehnten nicht. De Jure, wohlgemerkt, nicht nur de facto (da gibts ja bis heute Probleme).

    Desweiteren gilt das alles immer nur im eigenen Land. Nach aussen hin pfeift das Vorzeigeland gerne auf alle Gleichheiten....nicht nur in der Beurteilung von Schurkenstaaten (wo die echten Schurken laufen gelassen oder mit Waffen beliefert werden und die kleinen bekriegt), sondern auch bei der seltsamen Einteilung ihrer westlichen Verbündeten. V.a. wenn die mal nicht in ihrem Sinne agieren.

    Insofern sollte man hier schon sauber differenzieren. Dummer Parolen a la american Idiot und Green day "fuck bastard bush" uns so zeug, halte ich für Unsinn. Oder alte RATM-Texte, die genauso dämlich sind.

    Aber Kritik, auch in großem Stil, ist ja wohl erlaubt.


    Was die Dummbeutel angeht: die gibts unter den Kritikern genauso wie untern den Amerika-Arschkriechern. Für die einen sind die Amis halt Teufel, für die anderen Heilige. Und beide Seiten pflegen auch selten zwischen Regierung und Bevölkerung zu unterscheiden.
     
  6. Newsted

    Newsted Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.03.06   #6
    Naja Ray, den von dir gequoteten Teil kann man auch so deuten, dass nach WW2 durch die Amerikaner wieder die beiden Werte Freiheit & Gleichheit in Europa vorherrschten. So wars zwar vom Vorposter wahrscheinlich nicht gemeint, das muss man den USA jedoch speziell als Deutscher immernoch zugutehalten. Ich bin heute noch extrem dankbar für den Eintritt der USA in den WW2 und ihre (und Adenauers) Bemühungen, Deutschland wieder in die westliche Welt zu integrieren. Da waren zwar auch egoistische Interessen als Grundlage dahinter, aber das schmälert das Ergebnis keineswegs. Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn einerseits rechte Massenmörder (Hitler) oder linke Massenmörder (Stalin) ihren Einfluss in Zentraleuropa hätten manifestieren können.

    Ansonsten agree an alle Vorposter, mich nervt dieser latente Antiamerikanismus, der auch in den letzten Wahlkämpfen durchaus bewusst instrumentalisiert worden ist, extremst. Dieser durchzieht nicht nur Jugendliche, sondern weite Teile der Gesellschaft und dringt auch mitunter in Universitäten durch. Kritik muss im guten Verhältnis zu Bündnispartnern erlaubt sein, ist sogar zwingend notwendig. Unbegründete Hetze gegen Regierungen oder ein ganzes Volk ist dagegen höchst bedenklich.
     
  7. alibeye

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    Erstellt: 23.03.06   #7
    auja, das is natürlich äußerst wichtig:great: !
    Kommunismus/Sozialismus...hmm, weiß zwar nicht genau was es is,
    aber es klingt ziemlich gefährlich und daher find ichs auch super, dass die amis was dagegen tun!
    is echt ne bildungslücke von mir...wo gibts denn so dingens überhaupt:o ?
    ...egal, die amis werdens schon rausfinden und entsprechend bekämpfen,
    das mit den irakischen atomwaffen haben sie ja schließlich auch super hingekriegt, ne?

    @milosz: klar bin ich neidisch!
    ich würd auch gerne, wenn ich morgens zur arbeit fahr,
    in einem 7 meter langen jeep -quer über hügel und felder-
    die lästigen radfahrer, kühe und sonstiges gesocks mit meiner winchester aus dem weg schaffen...:D
     
  8. LennyNero

    LennyNero HCA Gitarre: Racks & MIDI Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 23.03.06   #8
    Na was ein Glueck das die US Amerikaner niemals Diktatoren eingesetzt oder unterstuetzt haben. :rolleyes:

    Und den Kommunismus sehe ich derzeit nicht als wirkliches Problem, religioese Fanatismus ist da weitaus gefaehrlicher.
     
  9. Bleecker Street Boogie

    Bleecker Street Boogie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.03.06   #9
    Dann komm diesen Herbst doch einfach mit, dann können wir in Colorado haufenweise Hirsche und Elche abknallen und zu Chili verarbeiten und dann fahren wir nach Chicago und da setzt du deine frisch gelernten Schützenkenntnisse in den Armenvierteln bei washechter Drive-by-Action aus unserem Dodge Ram 3500 ein! Yeeee-haaaw! Who's your daddy, biatch? :D

    P.S. Automat Kalashnikov gesehen in einem Laden in Colorado Springs für 375 $ + Tax. Passende Hohlspitzen-Bullets bei Wal-Mart für 16.99 $ die 25er-Schachtel :D


    P.P.S.: die obrige Darstellung ist der Auswuchs eines kranken osteuropäischen Individualhirnes, das hat nix mit US-amerikanischer Realität zu tun! :D
     
  10. Wiesengrund

    Wiesengrund Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.03.06   #10
    und da wären wir dann ganz schnell bei dem was bei viel "amerikakritik" mitschwingt nämlich vorschnellen, wenn auch manchmal subtilen ns-vergleichen...
    (bitte die aussage net überbewerten, aber es fiel mir halt direkt auf, dass hier direkt solcherlei vorbelastete wörter verwendet werden um amerika zu beschreiben)


    allgemein möchte ich aber anmerken dass ich das problem ebenso wie Fingers Freddy sehe. Latenter antiamerikanismus ist absolut salonfähig geworden und auf bush schimpfen gehört sich eben. das wäre ja auch kein problem wenn die kritik allgemein gehalten würde. nur ist es doch bezeichnend dass die kritik bei amerika schnell da ist und gerne in dumpfe parolen, völkische argumentationsmuster und diktaturvergleiche verfällt und "eigene" (gemeint sind regional nahe) probleme gerne übersehen werden.

    ich möchte hier in keinen großen pro- oder antiamerikanismus verfallen. meiner meinung nach ist amerika erst einmal ein demokratischer staat wie jedera ndere staat der offiziell als demokrstisch anerkannt wird und gehört als selscher kritisiert.
    dass ich nicht wirklich hinter aktueller US-Politik stehen kann ist genauso klar, wie dass ich meine kritik in erster linie auf die zustände fokussiere die mich unmittelbar betreffen.
     
  11. Ray

    Ray Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 23.03.06   #11
    Da gebe ich dir uneinegschränkt recht. Auch wenn da durchaus auch eigene Interessen der Amis am Werk waren, die BRD als Brückenkopf gegen den Osten ;)

    Trotzdem: eindeutig Zustimmung. Allerdings ändert das nix an heute. Wenn A was gutes macht und paar Tage später was mieses, dann kann das miese kritisiert werden. Egal was vorher gutes getan wurde.

    Mal ganz davon abgesehn, dass die Leute, die heute die USA regieren, nicht mehr die sind, denen wir was zu verdanken haben. Leistungen der Vorgänger sind kein Freibrief für eigenen Mist. Insofern habe ich kein Problem damit, die Doppelzüngigkeit der USA-Außenpolitik (ganz besondern im nahen Osten) der letzten Jahrzehnte in Grund und Boden zu reden.

    Was nicht heisst, dass ich die USA nicht klasse finde. Würde da sofort wieder mal hinfahren. Ist halt ein Land mit extremen Gegensätzen. Man kann sicher sein, zu jedem Extrem auch das andere zu finden.

    Kein Einspruch.

    Allerdings rechtfertigen die Leistungen eines Aristoteles oder der Athener Demokratie, ohne die die westliche Welt von heute nicht vorstellbar wäre, keine Fehler heutiger griechischer Politiker. Um mal ein extremes Bild zu benutzen.....

    Bush hat uns nicht gerettet, auch seine Kumpane nicht. Ich habe denen nichts zu verdanken. Dem Land als solchem, ja, aber das läuft auf einer ganz anderen kollektiven Ebene.

    Da gebe ich dir auch wieder Recht. Zumal das rein instrumenatalisiert war und überhaupt nicht wirklich inhaltlich gemeint. Schon gar nicht bei Unserm netten Ex-Kanzler ;)
     
  12. Ray

    Ray Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 23.03.06   #12
    Wenn du bei Herrenmensch nur an deutschland denkst, kann ich nix dafür. Ich sagte bewusst nicht Nazi o.ä., denn das wäre ein recht fixer Begriff.

    Herrenmenschen-Ideologien dagegen gibts seit Menschengedenken wie Sand am Meer.

    Und im Übrigen: das Gedankengut hinter der US-Indianderpolitik ist nicht wirklich viel besser. In den Indianerkriegen ging es nicht nur um Land, es ging auch um Rassismus und gezielten (und ziemlich erfolgreichen) Genozid. Der bis heute nicht eingestanden wird....

    Ich mache da keine Abstufungen darüber, welcher Genozid auf dieser Welt "besser" ist als ein anderer. Wahrlich nicht. Es wäre eine Verhöhnung aller Opfer.

    PS: ich kritisiere nie Amerika, sondern Verhältnisse, Taten, Ideologien. WER dahintersteckt, ob Bush in den USA oder Ottmar Kasuppke in Castrop Rauxel, ist mir einerlei. Mir geht es um Inhalte.

    Ansonsten müsste ich kritische Anmerikaner wie Susan Sontag (rip) oder Noam Chomksy ja in den gleichen Topf werfen. Obwohl das Agents Provocateurs sind, sind auch diese Leute AMERIKANER, leben in diesem Land, verkörpern gewisse Werte etc.pp.
     
  13. Bauchhirn

    Bauchhirn Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.03.06   #13
    Das ist glaub ich das größte Problem:
    Amerika wird mit Bush gleichgesetzt!
    Was die Regierung Bush macht ist nicht in Ordnung, aber dafür gleich alle Amerikaner auf das gleiche Level setzten. Ich bin froh, dass ich Gelegenheit hatte über einen Schüleraustausch amerikanische Jugendliche kennen zu lernen.
    (Nebenbei bemerkt, die waren überglücklich dass sie hier Alkohol trinken durften! Die waren keine 15 oder so, sondern eher gegen 18-19!) Die machten eigentlich einen sehr netten Eindruck. Es ist hald zur Mode geworden gegen Amerika "zu sein". Dazu sag ich nur Greenday, die haben dass sehr gut für ihre Zwecke instrumentalisiert (im wahrsten Sinne des Wortes):) . Wir sind hald Europäer und betrachten dass ganz aus einem anderen Blickwinkel als die Amis selbst. Es ist ja nicht so dass alle Amerikaner hinter Bush stehen!
    Welche Strömungen in der jetzigen amerikanischen Regierung die Fäden ziehen ist (für uns Laien) undurchschaubar. Da bleibt natürlich viel Raum für Verschwörungstheorien und Spekulationen. Bemerkenswert finde ich dass die Religion immer öfter als subjektives Motiv genutzt wird. Fanatiker verschiedener Religionen (Moslems aber genauso auch Christen!!!) hetzten sich gegeneinander auf. Meiner Meinung nach sollten sich diese Herren einfach mal treffen und sich von mir aus umbringen.
    Es kann einfach nicht sein dass einzelne bzw. sehr wenig Menschen viele Menschen dazu bringen sich zu hassen. Letztenendes sind wir hier alle auf dem selben Planeten gefangen.
     
  14. Abyss

    Abyss Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.03.06   #14
    Na ja kann man auch sehr optimistisch sehen, aber wer hat die Patente geklaut? :eek: (Der ehrliche Makler :rolleyes: )


    Mode ist da wo Leute zu Herden werden (hat ja auch Vorteile man wird nicht sofort aufgefressen).
    Antiamerkanismus seh ich persönlich als Antiweltmacht, das kann wohl nicht gut ausgehen (vgl.: Rom) aber vielleicht wird es ja, ich mein wann war die Welt so klein wie heute?
    Die jetzigen Vereinten Staaten bedienen sich Methoden da kann man nur ein bisschen Ahnung von Geschichte haben und drüber schmunzeln (es gibt ja genug Utopien/Dystopien).
    Natürlich Amerika ist breit gefächert siehe die Cosmopolitans in NY und die nennen wir sie mal Konservativen (da gibt es ja unmengen von Sekten) die meinen ihre absolute Wahrheit gefunden zu haben. Aber die demokratische Politik die da betrieben wird scheint Konsens 'der Amerkianer' zu sein.
    Ich wüßte selber nicht was ich mit so einer Weltmacht anzufangen hätte. Manche tuen das.
     
  15. Gangschalter

    Gangschalter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.03.06   #15
    Der europäische Antiamerikanismus ist nur bis zu einem gewissen Punkt auf das aktuelle politische Geschehen zurückzuführen. Viel mehr verstehen wir Europäer diese fremde Kultur nicht. Amerika strotzt vor Selbstbewusstsein, Patriotismus und aus selbst geführten Gesprächen dringt für mich noch die Sozialdarwinismus-Mentalität heraus. Bei meiner letzten Amerikareise im Sommer macht ich Erfahrungen mit Army-Werbung in Freizeitparks und mit aufgefordertem Applaus für anwesende Familienangehörige von Soldaten während Unterhaltungsshows.
    Europa fühlt sich durch diese Mentalität, und nicht zuletzt auch durch den immensen kulturellen Einfluss bedroht.
     
  16. kuB

    kuB Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.03.06   #16
    Das Problem mit dem Gleichsetzen der Regierung und der Bevölkerung ist soweit nichts Neues und sollte gerade Deutschen mit dem Verweis auf die Vergangenheit bekannt sein :rolleyes: Hinter der politischen Spruch: "Jedes Land bekommt die Regierung, die es verdient" steckt leider auch ein Funken Wahrheit. Man muss schon sagen, dass sich Europäer kulturell und in der Mentalität von den US Amerikanern immer stärker unterscheiden, gerade im Patriotismus, nationalem Selbstbewußtsein, oder gar globalen Verantwortungsgefühl einer alleinigen Weltmacht. Auch wenn wir nach WW2 von dieser Kultur so viel geprägt wurden, sticht das als Kluft mittlerweile voll heraus. Nun, Brüde im Geiste? Nee nicht ganz, eher ferne Verwandte "mit den gleichen Großeltern", wenn ich das mal so umschrieben darf.
    Ja, das stimmt. Kritik wächst auch mittlerweile selbst bei den konservativen Wählern, die jetzt erst das gigantische Haushaltsdefizit , das Ausmaß der Irak Besatzerpolitik, usw erkennen..und es ist uns hier ja auch durchaus bekannt,dass nicht alle hinter Bush stehen und gerade dort seine heftigsten Gegner vorzufinden sind. Aber der Unterscheid, oder besser gesagt deren Manko, ist das präsidentielle System der USA, ohne die repräsentative Formen, wie wir sie hier kennen, die eine Gleichsetzung und Pauschalisierung zur Bevölkerung provozieren. Absolute Mehrheitswahl bedeutet, dass mitunter selbst 49% Stimmen nichts zu bedeuten haben. Im Grunde ist so ein starres und polarisiertes Parteiensystem wie das der USA total veraltet, erlaubt kaum neue Parteien und wird noch als einzigstes in diesem Land praktiziert. Man muss eben aufpassen, wenn man bei einem "the winner takes ist all" Wahlsystem auf die Gesamtbevölkerung schließt, was ja eigentlich nur aus zwei unflexiblen Lagern besteht, wo ein Lager für vier Jahre, auf Deutsch gesagt, "immer die Arschkarte zieht".
    Antiamerkanismus mit Neid begründen? Auf was denn bitte? :confused: Höchstens, dass Europa bis jetzt keine Verfassung durch,- und umsetzten setzen konnte.
    Hübsch, aber Drecksschleudern, die hier nicht ohne Grund von den Strassen verbannt wurden. Ich hab`s auch mal in einem anderen Umweltthread geschrieben, dass die USA gerade mal 4% der Weltbevölkerung ausmachen und 25% der globalen Co2 Emissionen produzieren. :screwy: Ich warte ab, bis andere Länder ihren Energiedurst stillen wollen und Amerika vermehrt seine Okkupation bzw. Ressourcenspolitk irgendwann nicht mehr aufgeht. Deren Abhängikeit vom Öl ist so evident, dass militärische Interventionen eher aus ökonomischen, als aus humanitären Gründen passieren, wo selbst der eigens aufgebaute NATO Sicherheitsrat umgangen wurde....

    Ein Großteil der Bevökerung ist in Sachen Umwelt ein Haufen verdammt bequemer und unbesorgter Egomanen , die ihre lobbytreue, über Leichen gehende Rep. Regierung auch noch in der unverantwortlichen, unilateralen Energiepolitik begrüßen. Solange der Sprit günstig bleibt. "To hell with sissy Kyoto shit, non off my business" und auf der anderen Seite "omg, omg, poor hurricane/ flood victims.." heucheln.
    also wenn das für dich Freiheit bedeutet...btw: schon mal geguckt wie teuer ein Menü hier ist? Nicht wesentlich teurer und es wäre auch hier genauso billig, wenn das ganze Land von Fast Food Ketten verseucht wäre und chronisch Fettkranke zum normalen Alltagsbild gehören. oink...
    wayne? wer braucht das Recht auf Waffen überhaupt noch? Afghanistan?
    Colorado hmm, ja ok, es könnten ja jeden Moment Terroristen aus dem Wald stürmen, oder sich ein "black male suspect" deinem Rasen nähern... Jährlich so viel Tote durch Handfeuerwaffen wie in einem Krieg, darauf kann man als Bürger wahrlich stolz sein! :rolleyes:

    Ich habe in zwei längeren Aufenthalten in den Staaten (Cali, Oregon, usw.) zwar die gastfreundlichsten und offensten Menschen kennengelernt, aber auch extrem viele verbale Angriffe, Faschismus, Staatsgewalt erlebt. Das Land der Extreme... Zum Glück war ich die letzten 8 Jahre nicht mehr da...ka, ich würde abdrehen, wenn man mich auffordern würde für Irak Vets auszustehen und zu applaudieren...Was ich selber aus dem Biblebelt und auch liberalen Gegenden kennegelernt habe, sind ein Großteil der Leute ,verglichen mit Europa, mit einem erbärmlichen Allgemeinwissen und Vorurteilen ausgestattet, insbesondere in Weltgeschichte und Politik. Letzlich kann auch der dümmste Redneck zu jemandem herzlich sympathisch sein, bis er erfährt, dass du ein "commie" bist...

    Durch solche Lifestyle Klischeeaussagen, trägst man eigentlich nur zu bei, daß sich auch kultureller Antiamerkanismus breit macht, wobei die Antipathie der jetzigen "Hater" hauptsächlich der Außenpolitik der Regierung unter Dubja/den Neo Cons gilt.

    @Gangschalter: Ja! eindeutig, Europäer fühlen sich dem gegenüber unwohl, fast sogar entfremdet. Jedoch haben Amerikaner einen gehörigen Respekt vor der Wirtschaftkraft und Arbeitsmentalität Europas. Man braucht Europa seit jeher als einen gleichwertigen (Handels)Partner und fürchtet die Konkurrenz, siehe Handelszollpolitk der letzten Jahre.

    Nix für ungut...
     
  17. am_i_jesus?

    am_i_jesus? Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.03.06   #17
    Man muss in den USA gewesen sein, um zu verstehen, wie sie denken.
    Mein Bruder lebt in den USA, ich war einmal für 4 Wochen dort und fahr in den Sommerferien wieder für 3 Wochen hin.
    Zur amerikanischen Mentalität:

    Grundannahmen:
    *Die USA sind ein Staat auf einem Kontinent, außerdem der außenpolitisch relevanteste Staat der Erde, haben sich also nicht sehr viel mit Nachbarn zu beschäftigen (wenn sie nicht wollen).
    *Amerikaner sind traditionell (im Vergleich zu uns) Großmäuler
    *Die amerikanische Wirtschaft ist weitaus weniger "reguliert" als bei uns, der stärkste setzt sich durch, die großen fressen die kleinen, etcetc. (ich find das ja richtig so)
    *Gesellschaftliches Umfeld prägt den Einzelnen und umgekehrt
    *Die Regierungsform (die Macht in der Hand einer einzigen Person) - sehr agil, aber kaum stabil

    Diese Faktoren (ich hab vermutlich einen Haufen vergessen) führen in Summe dazu, dass sich die USA als "Großmäuler" überall in der Welt einmischen. Oder einfach nur ins Fettnäpfchen treten. Die zweifellos großartig funktionierende Wirtschaft gibt ihnen nochmals Auftrieb und auch die Möglichkeit, Kriege nach belieben zu führen.
    Wir als Europäer verachten diese Handlungsweise, aber verachtenswert ist sie für uns nur, weil wir Europäer sind. Wären wir alle in den USA geboren, würden wir vielleicht Bush nicht mögen, aber auf jeden Fall die Europäer "Schlappschwänze" nennen.
    Ich will damit sagen: die ganze Scheiße ist eine Anschauungssache.

    Und nochwas, zu mir persönlich: Für mich als akademisch ehrgeizigen Menschen sind die USA das größte Berufsziel. Weil dort a) die Forscher sind b) das Geld für die Forscher ist und c) die Unis sind
     
  18. Blashyrkh

    Blashyrkh Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.03.06   #18
    Ich wollte nur anmerken dass es einen Teil der Amerikaner selbst ziemlich verärgertist in was für einem Staat sie im Moment leben.

    So haben mich bei meiner letzten US-Reise in diesem Jahr einige Personen gefragt: "So, how do you like Nazi-America?".
    Dazu gesagt sei allerdings dass Amerikanern solche Sachen leichter über die Lippen kommen, bzw. diese nicht so stark emotional belegt sind wie in Europa.
    Allerdings waren 90% Prozent der Leute mit denen ich dort gesprochen habe, sehr gegen die momentane Regierung eingestellt.
    Dazusagen muss ich natürlich dass bei solchen Einstellungen ein ziemliches Gefälle von Stadt->Land, bzw. Küste->Inland existiert.
    Fast alle Leute mit denen ich in Kontakt kam waren abgesehen Studenten und/oder Ostküstenbewohner.
    Und beide Gruppen gehören zu den relativ(wenn auch verglichen mit Europäern nicht sonderlich) linksliberaleren US-Bewohnern.
     
  19. Houellebecq!

    Houellebecq! Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.03.06   #19
    ich denke, die Differenzierung Amerika allgemein und Bush muss man natürlich machen, wenn ich da einen guten Blickwinkel aus meinem Kämmerlein im old europe (der aber diverse amerikanische Medien regelmäßig verfolgt) habe, würde ich sagen: man muss auch die Unterteilung red states/ blue states sehen, sprich in etwa Landesinnere/ Küstenregionen (abzüglich Kalifornien und Florida, die aber beide wohl auch nicht gerade traditionell konservativ sind, nur halt einen republikanischen gouverneur respektive gourvernator haben), entsprechend sind auch die Wertvorstellungen anders, und auch der "American way of life" ist nicht überall gleich "amerikanisch".
    ich denke, ich würde mich in Texas wohler fühlen als etwa in Kalifornien - aber das nur am Rande...

    edit: ich sehe gerade, auf den Punkt ist mein Vorredner schon teilweise eingegangen...
     
  20. Capricom

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    Erstellt: 24.03.06   #20
    also ich find diese antiamerika haltung scheisse!! auch diese pseudo-punks die auf green day und good charlotte stehen. die denken doch ernsthaft sie wären punks nur weil sie musik von diesen scheiss bands hören. aber nun zurück zum thema. ich bin 15 kenne leider eine menge altersgenossen die genau diese anti-amerika-pseudo-punk-scheisse gut finden. die machen entweder einen auf """"satanist""" oder sie kopieren einfach den stil der bereits genannten bands. schon wieder vom thema abgekommen:rolleyes:. naja ich bin nicht ganz mit bush's art zu regieren einverstanden aber es gibt schlimmere als ihn. und amerika ist meiner meinung nach kein land über das man schimpfen kann, denn es gibt da noch einige andere die wesentl. schlimmer sind als amerika.(ich rede von amerika, hoffe ist klar das ich nur die vereinigten staaten meine)

    gruß Jo

    KANADA IS GEILER ALS USA!!!!

    Ooooh Kanadaaaa....:great: