Arbeitnehmer sind immer weniger motiviert

von Johannes Hofmann, 08.05.08.

  1. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann v.i.S.d.P. Administrator

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    Erstellt: 08.05.08   #1
    Ist zwar nur die Bild-Zeitung, aber trotzdem ganz interessant:

    http://www.bild.de/BILD/news/telegramm/news-ticker,rendertext=4484674.html#9776
     
  2. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 08.05.08   #2
    Warum ist das so, wenn es denn so ist?
     
  3. KlausP

    KlausP HCA Gitarre HCA

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    Erstellt: 08.05.08   #3
    a) Wohlstandslahmheit, den Leuten geht es zu gut und sie wollen sich nicht mehr anstrengen.

    b) Armutsfrust, die Leute verdienen schlecht und fühlen sich ausgenommen und unter Wert gehandelt weil der Verdienst kaum zum Leben reicht.

    Jetzt such dir was aus :D
     
  4. Pleasure Seeker

    Pleasure Seeker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.05.08   #4
    Da muss man aber ordentlich um die Ecke denken um hinter den Sinn der Meldung zu kommen..
    Die Mitarbeiter müssen wohl noch wesentlich stärker unter Druck gesetzt werden, viele scheinen wirklich zu faul zu sein und sich ihrer Pflichterfüllung nicht wirklich hinzugeben. Nur so kann Revoluzertum aufkeimen, die Arbeitnehmer sind schlichtweg unterfordert. :rolleyes:
     
  5. Jerry

    Jerry Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.05.08   #5
    Stimmt doch beides, im neuen Deutschland von reich (a) und arm (b). Was mal wieder beweist, dass Kapitalismus kontraproduktiv ist, und beide Seite demotiviert. Die einen werden ohne sich anzustrengen von Jahr zu Jahr nur noch reicher, und die anderen können sich den Aaaa...llerwertesten aufreissen wie sie wollen, und kommen doch auf keinen grünen Zweig mehr.
     
  6. BASSisT86

    BASSisT86 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.05.08   #6
    Ich glaube es hat damit zu tun, dass die Arbeit immer mehr zur reinen Geldbeschaffungsmaßnahme wird. Im Gegensatz zu früheren Jahren, in denen der einzelne Arbeit betrieben hat, zwar auch hauptsächlich, weil es Geld gab, andererseits aber auch, weil es vielleicht Leidenschaft war und es sich gelohnt hat, sich anzustrengen, weil der Job einigermaßen sicher war. Sein Leben lang in einem Betrieb zu arbeiten, war keine Seltenheit.

    Heute ist es üblich seinen Arbeitsplatz mehrmals im Leben zu wechseln. Nichts ist mehr sicher. Man kann wegen Kleinigkeiten auf die Straße gesetzt werden, selbst für Dinge für die man nicht wirklich etwas kann, kann man seinen Job nachhaltig verlieren. "Betriebsbedingte Kündigung" heißt es dann. Wer einmal für ein Unternehmen mit Leidenschaft arbeitet und dann eine sinnentleerte Kündigung zu spüren bekommt, vielleicht auch nur in seinem näheren Umfeld, oder wer die Massenentlassungen in Großunternehmen sieht, der glaubt doch nicht mehr an die Notwendigkeit dessen, was er da tut. Kaum einer denkt doch heute noch daran, dass er seinen Job länger als 10 Jahre, vielleicht mit Glück 20 Jahre, durchführen wird. Flexibilität ist angesagt. Wer seinen Arbeitsplatz zwangsläufig regelmäßig wechselt, der wird auch nicht mehr so viel darin investieren und genügend Verbundenheit mit der Tätigkeit finden. Häufigere Krankheiten, psychische Probleme und Selbstentfremdung sind die Folgen. Der Einzelne hat Angst, sich zu sehr an seinen Arbeitsplatz zu binden, weil er eben nicht mehr gesichert ist. Andererseits braucht der Mensch die Identifikation mit seiner Arbeit, um sich nicht wie ein ausgebeuteter Sklave zu fühlen. Ein Interessenskonflikt entsteht. Oftmals wird er dadurch gelöst, dass sich der Mensch exzessive Ausflüchte im Partyleben, und wechselnden, möglichst abenteuerlichen Beziehungen sucht, um dem tristen, traurigen, langweiligen Alltag ein Gegengewicht zu bieten.
    Die Arbeit ist Mittel zum Zweck. Insofern ist einem das Gut egal, mit dem man sich da beschäftigt. Steigende Flexibilität führt eben auch zu steigender Gleichgültigkeit und sinkender Identifikation.
     
  7. Fe7zn

    Fe7zn Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.05.08   #7
    Ja - nee, ich glaub sie sind frustriert, weil sie die gut genährten Hartz 4 Empfänger sehen, die sich dauerquarzend zwischen ihren Playstations, Xbox Konsolen, LCD Bildschirmen, super Krankenversorgung und Freifahrtsschein im Strafrecht, durch's Leben GENIEßEN.:rolleyes:
     
  8. Mr. Mojo Paule

    Mr. Mojo Paule Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.05.08   #8
    Typisch Bildzeitung!
    Die Bildzeitung bezieht sich auf eine Untersuchung des IFAK Instituts aus Taunusstein. In einer Pressemitteilung hat das Institut heute, erste Ergebnisse ihres IFAK Arbeitsklima-Barometers 2008 vorgestellt. Eine Aussage ist, „Motivation und Engagement am Arbeitsplatz sinken!“

    Was macht die Bildzeitung? Sie pickt sich aus der Studie das raus, was sie für ihre Leserschaft spannend findet. Es spielt ihr keine Rolle, dass sie zu einem völlig anderen Untersuchungsergebnis kommt. Das Bild-Ergebnis lautet: "Arbeitnehmer sind immer weniger motiviert!" Das IFAK Institut untersuchte aber das Arbeitsklima, die Motivation und das Engagement am Arbeitsplatz. Das Arbeitsklima ist die Messlatte, woran sich Motivation und Engagement am Arbeitsplatz messen lassen! Ich zitiere:

    „Schuld an der geringen Verbundenheit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit ihrem Arbeitgeber ist ein Arbeitsumfeld, das den Bedürfnissen und Erwartungen der Beschäftigten nicht gerecht wird und auf Defizite in der Personalführung zurückzuführen ist. Um diesem entgegenzuwirken, sollten Unternehmen ihren Führungskräften und deren Führungsverhalten größere Bedeutung beimessen."

    Diesen Teil der Studie unterschlägt die Bildzeitung! Typisch Bildzeitung!!!!


    http://www.presseportal.de/pm/28301/1187717/ifak_gmbh_co
     
  9. KlausP

    KlausP HCA Gitarre HCA

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    Erstellt: 08.05.08   #9
    ich kann da jetzt aber keinen Widerspruch in der Grundaussage sehen.
     
  10. Quir

    Quir Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.05.08   #10
    So etwas zu schreiben klingt immer gut, und sicherlich, der eine oder andere ohne Ahnung wird sich nun auch plötzlich an die zurückliegenden, goldenen Zeiten erinnern, in denen Arbeit keine "Geldbeschaffung" (geradezu absurd so etwas!), sondern Leidenschaft war, ganz im Gegensatz zu den heutigen Zeiten, es soll sogar schon Leute geben, die ihr Geld nicht mit ihrem Hobby verdienen!

    Ich finde es eine ziemliche Unverfrohrenheit, überhaupt von der Annahme auszugehen, wir mitteleuropäische Menschen hätten keine Pflicht zur eigenen Bedarfsdeckung und es als Perversion darzustellen, wenn Menschen für ihren Lebensunterhalt nicht gerade mit Spiel, Spaß und Spannung, sondern mit Arbeit sorgen müssen. Es ist einfach falsch zu behaupten, dies sei jemals anders gewesen - wann soll dieses anders gewesen sein? Die wenigen Jahre der letzten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts, in der ein (übrigens durch Kapitalismus) bedingter Wirtschaftsboom für volle Geldtöpfe und vom Staat geförderte Schulfahrten nach Berlin gesorgt hat? Donnerwetter.

    Denken wir mal für fünf Pfennig weiter, so wird uns auffallen, dass in der gesamten Menschheitsgeschichte niemals ein ernstzunehmender Prozentsatz der Weltbevölkerung seine Arbeit aus "Leidenschaft" hat erbringen wollen, sondern weil er überleben wollte. Der Mensch ist Tier, abstrakt zwar und ökonomisch, aber wir haben kein Grundrecht auf spaßvolle Lebenserhaltung - wir müssen Leistung erbringen, die gefragt ist - ein Löwe hat kein Recht auf Dosentomaten, wenn er Vegetatier ist, ein mittelständischer Bankkaufmann hat kein Recht eine Grillkarriere, wenn die Finanzkrise droht.

    Aber sicherlich, die Situation in der wir Leben ist pervers - jeder ausgebeutete Bauer des Mittelalters, jeder Fabrikangestellte der Industrialisierung, jeder vor Hunger lebendes Tier essende Frühmensch und ganz gewiss jeder Hufschmied, Tischler, Metzger, Maurer, Soldat, Viehzüchter und Marktverkäufer der letzten tausend Jahre würde uns auslachen - wir arbeiten für Geld! :rolleyes:
     
  11. Jerry

    Jerry Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.05.08   #11
    @Quir: Jetzt tu' bitte nicht so, als hätten sich hierzulande die Bedingungen für Arbeitnehmer in den letzten zehn Jahren nicht drastisch verändert bzw. -schlechtert, um genau zu sein! ;) Auch wenn BASSisT86s Beitrag etwas blumig-sentimental-nostalgisch formuliert ist, da steckt mehr als nur ein Körnchen Wahrheit d'rinn! Natürlich sind die heutigen Arbeitsrealitäten dergestalt, dass der Spaßfaktor am Berufsleben (warum eigentlich keine Freude am Beruf, was ist daran so abwegig?) für viele drastisch reduziert ist. Du aber versuchst anerkannte Tatsachen ins Lächerliche zu ziehen, und setzt mit Deinem zynischen Ausflug in die Steinzeit nochmal ein's in Richtung Gehirnwäsche d'rauf. Nebelbombenwerfender Kapitalismusprofiteur, Gnade der späten Geburt, oder einfach nur unverbesserlich? :confused:
     
  12. Pleasure Seeker

    Pleasure Seeker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.05.08   #12
    Ich würde zwar auch sagen "früher war es noch schlimmer", keine Frage, aber früher, jene Zeiten nach dem Beginn der industriellen Revolution, als Arbeitgeber anfingen sich um ihre Malocher zu kümmern, ihnen Siedlungen bauten, Urlaub und medizinische Versorgung, natürlich aus Eigennutz, sicherstellten... Das war etwas anderes als der Bauer im frühen Mittelalter, der dem Sack, der von Gottes Gnaden sein Chef war und mit seiner Frau in der Hochzeitsnacht ins Bett ging, auch noch von seinem Getreide abgeben musste um dafür "nur" scheinheiligen Schutz vor Kriminellen oder dem bösen Chef aus der Nachbarprovinz zu bekommen, sich dafür aber zum willenlosen Geschöpf des Adels und des Klerus machen musste... Aber jener Arbeitnehmer in Fabriken machte auch einen Wandel mit, er erfuhr zunehmend Bildung, statt Einschüchterung von der Kanzel. Erstritt sich Rechte auf der Straße die momentan fleissig demontiert werden, obwohl wir erneut einen Bildungszuwachs haben (könnten): das Internet. Nie zuvor war es so einfach, selbst für Laien, die krummen Machenschaften der Elite weltweit zu überblicken.. In China kennt man "das Problem".

    ..um es abzukürzen, in Deutschland wurde nach den wunderbaren Jahren, in denen man dem Sozialismus jenseits der Mauer trotzte und eine "Soziale Marktwirtschaft" lebte, inzwischen eine "Moral" etabliert die den Menschen zu einer Nummer degradiert, Kleinkinder bereits auf die globalen Herausforderungen in 20-30 Jahren mit ein paar Fremdsprachen vorbereitet, und Leute die noch Spass am Leben haben zu Kriminellen abstempelt. Man hört nur noch "du musst", kein "du darfst, du hast alle Möglichkeiten", "du bist Deutschland" (warum fährt die Regierung die neue Kampagne, die sich an Kinder richtet eigentlich auf Sendeplätzen spät in der Nacht? Soll das zum Kinderzeugen anregen?!?) statt "Wir sind Deutschland".. Ellenbogenausfahren und durch, den letzten beißen die Hunde, der ist dann der Sozialschmarotzer der mit seinen knapp 8-10000€ jährlich allen anderen auf der Tasche liegt, egal ob die mit einem nagelneuem Firmenwagen fahren wovon man brav 50 000€ von der Steuer absetzt, machen ja schließlich alle so.

    Kurzum, wir reden von der "NSM", weg mit Arbeitnehmerrechten, weg mit dem "behütendem Staat", weg von der Familie, her mit voller Leistung für die Arbeitgeber, um jeden Preis. Im Grunde heisst das auch: Weg mit großen Teilen des Sozialstaates (was gerade in Deutschland heisst: Wir brechen eine ziemlich alte Tradition die bis in die Römerzeit zurückreicht). Das sich diejenigen, die davon direkt betroffen sind inzwischen als ausgenutzt betrachten, ergibt sich von selbst, bei einer Regierung die zusätzlich auch noch fleissig Steuern anhebt.

    Da halte ich dagegen, dass wir uns das Leben selber schwer machen. Heute bilden wir uns ein "intelligenter" als vor 5000 Jahren zu sein, sind wir aber nicht, wir quälen die Verlierer nur anders. Wir basteln uns selber eine Bürokratiewelt und nennen das im Politikerdeutsch "Dienstleistungsgesellschaft", in der jeder nur noch auf sich gestellt ist und in tausende von Fallen tappen kann, ständig Leistung erbringen muss oder seinen Status völlig verliert. Inzwischen tut jeder von uns immer mehr den Job den früher einmal Angestellte getan haben, so kann man Unternehmen auch "gesundschrumpfen", als wäre das nicht genug, diktieren Politiker immer mehr wie wir zu ticken haben, egal ob aus gutdünken oder weil es ein paar "Eliten" in den Sinn kommt, wegen ein paar Chinesen hinterm Mond oder weil man in Mexiko heute doch schon ordentliche Autos bauen kann.
    Ich behaupte mal frei nach meinem Verständnis.. das Einzigste was das alles Zusammenhält sind noch immer der simpelste biologische Zweck: Überlebenswille zur Vermehrung. Es soll aber auch Leute geben die nur ihrem Kommunisten-Papa damit etwas beweisen wollen.

    Falsch, die Kohle ist es nicht, die hat nur einen oberflächlichen Wert und die gibt es in Münzform in Deutschland seit den Kelten/der folgenden römischen Besatzung. Es geht um Macht, das was man sich kaufen kann ist nur Staffage um die wie auch immer gewonnene Macht zu demonstrieren, teilweise auch eine Droge zur Betäubung. Zum schönen Leben reicht etwas Intelligenz, Gesundheit und genügend Nahrungsmittel, je nach Klimazone auch ein Dach über dem Kopf, und wenn es nur ein paar Palmblätter sind. :eek:
     
  13. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.05.08   #13
    Ich dir ja gar nicht in allen Teilen wiedersprechen, aber insgesammt scheint mir das doch ein wenig romantisch zu sein. Ich glaube, nach ein paar Nächten in einer warmen Klimazone unter Palmenblättern hätte man auch mit bester Gesundheit (und wie lange bleibt die unter solchen Bedingungen) und genügend Nahrungsmitteln die Schnautze voll von Mücken und Ungeziefer, würde sich ein ordenliches Haus und einen Kühlschrank voller Bier wünschen, und dazu vllt noch den CD-Player und die Plattensammlung und einen PC um mit anderen zu kommunizieren, nicht zu vergessen gelentliche Besuche beim Zahnarzt, ohne die das Leben wirklich zur Hölle werden kann - und dann wäre man auch sicher bereit dafür etwas zu leisten. Nicht umsonst versucht die Menschheit, sich seit Jahrtausenden möglichst weit von der Natur zu distanzieren. Das würde man ja nicht machen, wenn die so viel schöner wäre.

    Woher kommt eigentlich die Meinung, dass der Luxus einer Wohlstandsgesellschaft so unnütz wäre? Ich bin ja immer für Outdoorurlaub zu haben, aber nach einer Woche im freien weiß man seeehr genau warum man neben dem Studium noch arbeiten geht, um sich sein Zimmer leisten zu können und ordenliche Lebensmittel und mal eine gute Flasche Rotwein oder Whiskey haben auch sehr was für sich.
    Und dafür kann man auch ruhig arbeiten müssen. Und wenn ich den Gegenwert einer einzigen meiner Arbeitsstunden auf Essen und das was ich sonst so brauche hochrechne, hab ich nicht das Gefühl ausgebeutet zu werden.

    Nebenbei scheine ich laut dieser Studie zu einer Minderheit zu gehören: Mir macht meine Arbeit Spaß. ;)
     
  14. Mr. Mojo Paule

    Mr. Mojo Paule Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.05.08   #14
    Ich auch nicht! Die Grundaussage ist, Angestellte sind gegenüber dem Vorjahr noch weniger motiviert, "faule Säcke" eben, würde der Volksmund dazu sagen!

    Diese Grundaussage beinhaltet auch, dass der deutschen Wirtschaft durch fehlende oder nur mäßig ausgeprägte Verbundenheit der Beschäftigten zu ihrem Unternehmen Kosten in Höhe von 22,4 Milliarden Euro im Jahr - nur aufgrund von Fehlzeiten, entstehen. Ich möchte nicht wissen wie hoch die Finanzschäden sind, die durch „Dienst nach Vorschrift“ entstehen. Auch die nicht, in dem Sinne, „was ich nicht bekomme, muss ich mir eben holen.“
     
  15. KlausP

    KlausP HCA Gitarre HCA

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    Erstellt: 09.05.08   #15
    Die Fehlzeiten bei Angestellten in der Wirtschaft sind meines Wissens heute so niedrig wie noch nie weil die Leute Angst um ihren Arbeitsplatz haben.
     
  16. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann Threadersteller v.i.S.d.P. Administrator

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    Erstellt: 09.05.08   #16
    Ich vermute, Ursache für mangelhafte Motivation ist, dass Engagement sich nicht wirklich rentiert.

    Ein Beispiel: Morgen heiratet einer unserer Mitarbeiter. Ansich wollten wir ihm als Arbeitgeber eine Gratifikation zahlen. Ich erinnerte mich, dass dies in solchen Sonderfällen steuerbegünstigt war und rief unseren Steuerberater an. "Ist gestrichen..." war seine lapidare Antwort. Wenn wir also einen Mitarbeiter belohnen möchten, weil er gut ist und heiratet, dann verlangt der Staat, dass wir dafür zusätzlich Steuern und Abgaben bezahlen.

    Ok - wir waren alle für das stopfen von Steuerschlupflöchern und streichen von Sonderregeln - ABER, wir waren ansich nur unter der Voraussetzung dafür, dass der Staat die dadurch eingesackten Milliarden in Form von Lohnsteuersenkungen zurückerstattet.

    Stattdessen wird systematisch die völlig idiotische Steuerprogressionskurve NICHT an Inflation und Gehaltserhöhungen angepasst, was inzwischen jeden Klein- und Mittelverdiener in horrende Steuersätze treibt, die ansich mal für die Besteuerung von Großverdienern konzipiert waren.
     
  17. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 09.05.08   #17
    Ich hoffe, ihr macht ihm trotzdem ein kleines geschenk.
    Die sache hat aber noch eine andere seite: alles, was von der steuer absetzbar ist, geht der allgemeinheit als steuereinnahme verloren. In diesem falle hätten wir alle (zumindest teilweise) das geschenk für deinen mitarbeiter bezahlt. Das gilt auch für arbeitsessen, imagepflege und sponsorengroßzügigkeit und wäre weniger zu beanstanden, wenn arbeitnehmer die gleichen möglichkeiten hätten, arbeitsessen oder freizeitaktivitäten zum 0-tarif etwa unter kollegen, um menschliche beziehungen zu vertiefen.
    Herr Hartz ist ja nicht nur seines meisterwerks wegen bekannt geworden, und privilegien werden bekanntlich dort sehr großzügig gehandhabt, wo sie eigentlich nicht nötig wären: je höher der rang und entsprechende vergütung, umso seltener der anscheinend schmerzhafte griff zum eigenen portemonnaie.
    Das ist auch eine frage der "ehre", wir werden die feudalistischen eierschalen nicht los, was auch für bewertung von arbeit gilt.
     
  18. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann Threadersteller v.i.S.d.P. Administrator

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    Erstellt: 09.05.08   #18
    Ja - am vernünftigsten wären aber wohl 2 Tage Sonderurlaub.

    Das ist richtig - aber: Wie gefräßig muss dieser Staat eigentlich sein - oder andersrum gefragt: Bei einer Staatsquote von ca 50%, laufen die Dinge hier wirklich gut? Haben wir ein gutes Gesundheitssystem? Eine gute Altenpflege? Nein! Nicht mal die Nord-Süd-Hauptverkehrsschlagader A3 ist zwischen Frankfurt und München durchgehend 6-spurig.

    Es ist eher so, dass hier nichts funktioniert. Alles wird ständig nur noch teurer. Wenn jeder deutsche Arbeitnehmer ein halbes Jahr AUSSCHLIESSLICH für den Staat arbeitet, müsste ansich diese gigantische Geldmenge reichen, damit wir in einem Vorzeigemusterland leben, in dem alle weitgehend zufrieden sind und man Leute im Altersheim nicht jämmerlich vegetieren lässt.

    Stattdessen erzählt allabendlich jeder nur in den Nachrichten, dass das Geld immer noch nicht reicht und dies oder jenes verteuert werden muss. Jede Verteuerung füllt aber über MwSt usw noch weiter die Staatskassen. Es ist definitiv so, dass hier schlecht gewirtschaftet wird und bei einer Staatsquote von 50% immer noch alle unzufrieden sind. Wie weit soll das gehen? 70%? 90%? Oder ist vielleicht die andere Richtung die richtige? Wenn ich 6 Monate arbeite, um den Staat zu füttern und der ist weder in der Lage, die Staus auf den Autobahnen zu beseitigen noch meiner Mutter ein menschenwürdiges Dasein zu gewährleisten, sollte sie pflegebedürftig werden, dann ist es vielleicht besser, wir arbeiten nur noch 4 Monate für den Staat und haben dann wieder Geld, die Dinge wie Altersversorgung und anderes selbst zu finanzieren.

    Das soll hier kein Plädoyer gegen Solidarität mit sozial Schwachen werden. Ich habe allerdings erhebliche Zweifel, ob dieser Staat mit seiner aufgeblähten Verwaltung überhaupt zu irgendetwas in der Lage ist. Sozial Schwachen menschenwürdig zu helfen kriegt er jedenfalls trotz gigantischer Mengen an eingetriebenen Steuern und Abgaben definitiv nicht auf die Reihe.

    Bleibt die entscheidende Frage: Wo versackt die Kohle?
     
  19. Pleasure Seeker

    Pleasure Seeker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.05.08   #19
    Das ist alles "nur" so weil wir uns daran gewöhnt haben, Menschen die nicht so "bequem" leben sind von Natur aus Schmerzunempfindlicher, und gegen Ungeziefer gibt's auch bessere Mittel als Insektenspray ;) Aber du erwähnst es ja: Die Drogen sind wichtig, ansonsten wäre so einiges Scheinbar nicht auszuhalten, Naturvölker ziehen sich da lieber gleich die richtig harten Sachen rein, statt sich ausschließlich mit Alkohol kaputtzumachen.

    Wenn du weisst wie viele Dinge des Essens, was du für eine Arbeitsstunde bekommst, hergestellt wird, weisst du das dein Job Ausbeutung ist.

    Das schließt ja niemand aus, sowas soll es ruhig auch geben.



    Was ist wichtiger, 6 Spurige Autobahnen oder ein gutes Gesundheitssystem? Letzteres halte ich noch nicht einmal für so schlecht wie du es darstellst, die Altenpflege ist wirklich unterirdisch, keine Frage.
    Bei den Autobahnen ist es für Normalbürger eher so, dass sie sporadisch genutzt werden, für kürzere Strecken zur Arbeit, um in den Urlaub oder zur Verwandtschaft zu fahren, Hauptnutzer der weiten Strecken sind Leute im Außendienst & Speditionen, sowie teilweise auch mal Reiseunternehmen. Vielleicht sollten die mehr bezahlen, für bessere Autobahnen? Leider fällt das alles wieder auf uns zurück.

    Bedenke den Schuldenberg der einst wuchs um die DDR in Konkurs zu treiben, kurios an all dem ist aber nur das was du erwähnst: Egal ob gestiegene Energieträgerpreise, Lebensmittelpreise usw. der Staat verdient an jeder Erhöhung mit, außer die Unternehmen unterschlagen die Steuereinnahmen, was bei unserer lückenhaften Steuerfahndung, besonders krass soll es im Großraum Frankfurt und München sein!!, eigentlich wahrscheinlich wäre.


    Dort wo du sie nicht siehst, z.B. im Ausland oder/und bei Banken, und dort wo du sie wahrnimmst, wo sie auf den Autobahnen an dir vorbeifährt. Was glaubst du wieviel der Afghanistaneinsatz der Bundeswehr kostet? Oder die Wirtschaftshilfen?? Die Subvention der Bauern in der EU, deren Produkte zu Schleuderpreisen nach Afrika exportiert werden um dortige Märkte zu zerstören?
    Ich selbst habe noch nicht einmal etwas gegen das Gesamtkonzept, welche Schlaumeier sich jedoch ausgedacht haben den Staat aus dem Leben aller Bürger immer mehr zurückzuziehen und gleichzeitig noch die Steuern anzuheben, solche Leute gehören wirklich abgewählt, da glaubt doch niemand mehr an Gerechtigkeit, außer er macht sich mit dem System das Konto voll.
     
  20. antipasti

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    Erstellt: 09.05.08   #20
    Das habe ich auch gelesen.... da sieht man mal wieder, wie auslegungsfreudig Statisken sind.

    Ein Grund für die Unzufriedenheit sehe ich darin, dass sich der Grund für Arbeit im Wandel der Zeit verlagert hat.

    Wie bereits schon mal erwähnt wurde, war Arbeit früher eine Notwendigkeit. Sie war nötig. um eine Familie zu gründen und diese zu ernähren.

    Mit der Zeit wurde Arbeit mehr und mehr zu einer individuellen Sache, ähnlich wie Beziehungen. Die Adoleszenz wurde länger und länger, weil "alles stimmen und passen" muss. Arbeit als Teil der Persönlichkeitsentfaltung oder als "Prestige/Image". Viele haben ihren Beruf erst mit weit über 30 gefunden. Kinder 60er Jahre, die ihre Adoleszenz in den 80ern begannen, wurden dazu sogar ermutigt: "Du hast alle Möglichkeiten dieser Welt, Du musst Dich nicht sofort entscheiden. Mach das, was Dir Spaß macht, probier dich aus." Sowohl privat als auch beruflich. Die Errungenschaften der 60er ermöglichten dieses: Bildungsfreiheit, sexuelle Befreiung, Individualismus usw...

    Nach mehren Jahren der Berufsfindung, mehreren angefangenen oder auch absolvierten Studien, Auslandsaufenthalten, Fortbildungen etc sahen sich viele eine neuen Realität gegenüber: Die Zeiten haben sich geändert, es gibt nicht für jeden einen Job.

    Da man nun mit 30-35 aber doch endlich mal etabliert sein will, nimmt man halt was an, froh, endlich mal regelmäßig was auf dem Konto zu haben. Was findet man also mittlerweile: Biologen mit Doktortitel, die nach ner A-Amt Fortbildung irgendwo als Programmierer arbeiten, weil der Bedarf nach Bio-Wissenschaftlern zu gering ist, Soziologen, die Taxi fahren. usw usf... und das alles immer noch mit der Gefahr im Hinterkopf, jeden Tag gekündigt werden zu können, oder eh nur mit Zeitverträgen usw...

    Fazit: Nur wenige arbeiten tatsächlich in ihrem angestrebtem Wunschberuf. Aus der Not mussten Kompromisse eingegangen werden. In der "individualisierten Gesellschaft" (Ulrich Beck) ist ein Mensch, der nur für Geld in einer "Kompromiss-Situation" arbeitet, natürlich weniger motivert.

    Ein weiterer Grund könnte auch sein, dass Arbeit durch den technischen Fortschritt (EDV) zwar sehr viel einfacher, aber auch sehr viel langweiliger geworden ist.

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