1. + + + Hinweis der Moderation + + +
    Dieser Bereich ist bis auf Weiteres geschlossen, da eine Diskussion nicht in der erforderlichen geordneten Form stattfindet und die Betreuung des SUB, wirtschaftlich sinnvoll, nicht zu leisten ist. Bitte führt die Diskussion in einem auf Politik ausgerichteten Forum. Im Musiker-Board werden politische Beiträge an anderen Stellen strikt durch die Moderation entfernt.

Atomkraft nein danke?

von PH03N1X, 09.02.05.

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?

Was Haltet ihr von "Atomkraft"?

  1. Ist ein wichtiger Energielieferant

    186 Stimme(n)
    40,5%
  2. bin mir nicht sicher

    48 Stimme(n)
    10,5%
  3. Atomkraft nein danke! Ist mir zu unsicher

    225 Stimme(n)
    49,0%
  1. walking gills

    walking gills Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.11   #501
    Ähnlich ist es in der Physik. Kernphysik ist einfach unsexy, wer sich für Hochenergiephysik interessiert, macht lieber Teilchenphysik.

    Damit du dir nicht totgeschwiegen vorkommst: Transmutation ist momentan pure Zukunftsmusik. Niemand weiß, wie man den kontaminierten Müll so aufbereiten soll, dass man ihn transmutieren kann. Niemand weiß, ob das Verfahren wirtschaftlich betrieben werden kann. Das ist keine Grundlage, auf der man unkontrolliert teuren Müll produzieren sollte, oder?

    Mit der Dosis, das ist keine Vergiftung. Die radioaktive Belastung beim rauchen scheint mir allerdings weitgehend unbekannt zu sein. (Und niemand hier behauptet, dass KKWs im Betrieb schädlich seien. Die Probleme sind Endlagerung, Risiko eines Super-GAUs, Geld)

    Deine Posts sind ganz schön ideologisch eingefärbt und faktisch manchmal falsch, siehe deinen letzten, wo du von einer Abklingzeit von wenigen Tagen ausgehst.
     
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  2. Cadfael

    Cadfael HCA Bass Hintergrundwissen HCA HFU

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    Erstellt: 17.03.11   #502
    Fernsehtipp ... :o

    Sorry; normalerweise sollte man das nicht ...
    Aber Heute wird auf Phoenix und 19:15 Uhr der Beitrag "Endstation Gorleben?" wiederholt.
    Der 45 Minuten Film ist wirklich keine "Linksradikale Meinungsmache", sondern zeigt sowohl die (unglaublichen) Hintergründe wie es zu Gorleben kam, als auch das Desaster um die "AK-End Studie" (die in Deutschland NIEMAND will - und die in der Schweiz jetzt als Basis zur Endlagersuche genutzt wird).
    Der Film ist KEIN CDU-Bashing! Genauso wird die Rolle der SPD und GRÜNEN beleuchtet (die auch in vielen Punkten nicht gut weg kommen). Es geht auch nur am Rande um den Bürgerprotest - dafür viel um Wissenschaftler (pro und contra) und wie deren Studien in die Politik (aller Parteien) "übernommen" wurden. An der "AK-End" Studie haben Gegner und Beführworter gleichermaßen teilgenommen.

    Gruß
    Andreas
     
  3. Luebbe

    Luebbe Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.11   #503
    Ich weiß nicht ob es möglich ist eine Endlagerung wirtschaftlich zu bewerten. Bei den Zeitspannen, um die wir da reden lassen sich Wartungs- und Instandhaltungsausgaben wohl schwer beziffern.
    Prinzipiell bin ich der Meinung, dass ein "Verbuddeln" keine endgültige Lösung sein kann. Die Finnen legen ihr Endlager so aus, dass bei neuen Erkenntnissen (z.B. realisierbarer Transmutation) der Müll wieder rausgeholt werden kann. Das ist auf jeden Fall keine schlechte Idee.

    Richtig, die Kernschmelze ist bei den bisher betriebenen Reaktoren kein Teil der Auslegung. Die Reaktoren sind nur darauf ausgelet diese zu verhindern, nicht sie zu beherrschen.
    Anders ist das zum Beispiel beim EPR, bei dem die Kernschmelze Auslegungskriterium ist oder beim Kugelhaufenreaktor, bei dem physikalisch keine Kernschmelze möglich ist.
     
  4. Boerx

    Boerx Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 17.03.11   #504
    Mein begrenztes Wissen sagt mir (und es wurde weiter unten auch schon erwähnt), dass das aufrecht erhalten einer Kettenreaktion durchaus einiges zu tun erfordert (Wasser als Moderator und ein negativer Void-Koeffizient wurden ja schon erwähnt)

    Was davon wie gut außerhalb des Labors funktioniert oder was gar nur auf dem Papier existiert kann ich nur in Ansätzen beuteilen. Ein Versuch der in der Praxis erpobt wurde/wird sind die Kugelhaufenreaktoren. Diese lösen allerdings nicht das Müllproblem sondern erzeugt genau das Gegenteil.

    Hier mal 2 Links welche Denkansätze widergeben (mehr aber auch nicht):

    http://de.wikipedia.org/wiki/Generation_4_Reaktor

    http://de.wikipedia.org/wiki/Laufwellen-Reaktor

    Dazu noch das schon angesprochen Thema 'Transmutation'.
    Die eierlegende Wollmilchsau wäre also ein inhärent sicherer Reaktor welcher nebenbei noch den Müll soweit weiter "verbrennt", dass nur Restprodukte mit kurzen Halbwertszeiten übrigbleiben. Physikalisch scheint das zu gehen, dazu folgendes Wikipedia Zitat:

    "Geplant ist derzeit eine europäische Forschungsanlage im belgischen Mol. Der Versuchsreaktor Myrrha (Multi-purpose Hybrid Research Reactor for Hightech Applications) würde nach derzeitigem Sachstand nicht nur Kernabfall beseitigen, sondern sogar Energie produzieren. Nur etwa 15 Prozente der gewonnen Energie wird für den Teilchenbeschleuniger gebraucht, der Rest könnte ins Netz eingespeist werden. Das größte Problem ist derzeit nicht mehr die Transmutationsanlage selbst, sondern das sortenreine Herausfiltern der Minoren Aktinide, wie Neptunium, Americium und Curium, mit der die Anlage gezielt beschickt werden müsste.[4] Mit Transmutation soll der Atommüll künftig um einen Faktor 100 reduziert werden. Die notwendige Endlagerzeit für den restlichen Müll soll von 500'000 Jahren auf etwa 500 planbare Jahre reduziert werden können.[5]"
     
  5. void

    void Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.11   #505
    Zeig mir einen Fall in dem ein Kohlekraftwerk in die Luft geflogen ist, und ganze Landstriche kontaminiert hat, wie Tschernobyl.
    Es geht doch nicht um die Strahlenbelastung durch Atomkraftwerke, wenn sie störungsfrei laufen, sondern um die, wenn dem nicht der Fall ist.
    Und da sind auch 0,29 mSv durch Zigaretten nicht mit 1 Sv zu vergleichen, wie die Strahlenbelastung teilweise um Fukushima schon gemessen wurde.
     
  6. Boerx

    Boerx Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 17.03.11   #506
    also 0,29mSv sind ganz schön viel bei einer Jahresdosis von 2mSv Grenzwert

    Edit: Außerdem muss man ja noch die Zeitspanne angeben 10mSV/Jahr sind viel aber weniger kritisch als 10msV/h
     
  7. void

    void Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.11   #507
    Und trotzdem ist es nix gegen 1000 mSv wie jetzt gerade aktuell vorkam.
    Also echt, solche Zwischenfälle wie Tschernobyl und Fukushima jetzt mit Zigaretten relativieren zu wollen finde ich eigtl ziemlich daneben...
     
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  8. Cadfael

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    Erstellt: 17.03.11   #508
    Ich lebe jetzt im Ruhrgebiet ...
    Hier haben auch viele Kumpel ihr Leben gelassen und es besteht immer die Gefahr, dass ein Haus in einem Loch verschwindet.
    Trotzdem sind Vergiftungen lokal begrenzt und man kann hier trotz 100 Jahren Ausbeutung noch leben. Die Leute hier können übrigens gar nicht soviel rauchen, wie Autos an Schadstoffen in die Luft entlassen. Das Problem im Ruhrgebiet ist nicht Zigarettenrauch, sondern Straßenverkehr in einem riesigen Ballungsraum. In 2000 Jahren wird 2/3 des Ruhrgebiets wohl eine Seenlandschaft sein (da riesige Gebiete im Laufe der Jahre abgesackt sind). Tortzdem können dann in 2000 Jahren die Menschen mit ihren Steinharpunen unbesorgt Fische im Ruhrgebiet fangen ohne krank zu werden.

    Bei Gorleben, der Asse oder Fukushima werden vielleicht auch Leute Fische fangen - und niemand wird wissen, warum Kinder missgebildet sind oder die Leute an Krebs sterben. Das ist der Unterschied.
    Da der Zweig meiner Familie mit mir aussterben wird, könnte ich natürlich ohne Rücksicht leben. Da bin ich aber anders erzogen worden; ich denke nun mal auch an Geschöpfe, die weit nach mir leben und mit denen ich vermutlich kaum Gene teile ...

    Gruß
    Andreas
     
  9. Hotspot

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    Erstellt: 17.03.11   #509
    Worauf ich jetzt meinen Kopf nicht zwingend verwetten würde. Mir fällt da grad der PCB-Skandal im Dortmunder Hafen ein....was weiss ich, was noch so in unseren Böden schlummert :gruebel:
    Aber das ist ja immer nur die Spitze des Eisbergs und hat hier auch nicht wirklich was zu suchen.
     
  10. Julian

    Julian Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.11   #510
    Jein, so ist es nicht. Die anderen Arten der sicheren Energieerzeugung sind eben nur CO2 Schleudern und werden daher staatlich teuer gemacht (was ja durchweg nur befürwortet wird). Da ein KKW kein CO2 emittiert, ist es über diesen Umstand konkurrenzfähig. Ein kleines, aber doch feines Detail: Es gibt keine konkreten "Förderungen", die man abstellen und damit die Kernenergie unwirtschaftlich machen könnte. Das wäre nur der Fall, wenn man CO2 Zertifikate drastisch verbilligt, was jedoch Gesetzesänderungen und das missachten Internationaler Vereinbarung bedeuten würde.

    Viel eher wäre es an der Zeit einzusehen, dass Photovoltaikanlagen in Deutschland ohne MASSIVE staatliche Förderung keinerlei Chance hätten. Stückweise werden die Subventionen (leider viel zu spät) zurück gefahren, was hat man erreicht? Tausende Privatpersonen haben Anlagen auf den Dächern, die lächerlich wenig Strom einspeisen, sauteuer waren und für den Investor eine gute Anlage darstellten. Viel zu spät hat man angefangen darüber nachzudenken, ob diese Technik überhaupt in Deutschland eine Zukunft hat.




    Lustig, ein bisschen wie bei der stillen Post. Die Gerüchte sind nicht aufzuhalten. Ich habe es zwar schon 2 Mal (!) in diesem Thread gepostet, aber aller guten Dinge sind bekanntlich 3:

    Wir haben 9% unserer elektrischen Energie exportiert. Unsere Kernkraftwerke sind mit etwa 18% an der Energieerzeugung beteiligt. Alleine diese Fakten, die vermutlich für jeden mit ein paar Minuten googlen ersichtlich sind, widerlegt deine These bereits im Ursprung.
    Was jedoch Fakt ist, ist dass diese 9% in etwa dem entsprechen, was durch die jetzt im Kreuzfeuer stehenden 7 alten Meiler produziert wurde. Das stimmt sogar! Aber in den Medien macht man eben aus 7 alten KKWs mal "die gesamte Kernkraft in Deutschland".
    Ich erlaube mir hier, mich kurz selbst zu zitieren:
    "Selbsternannte Energieversorgungsspezialisten fachsimpeln aber jetzt, dass man doch einfach 9% weniger Strom erzeugen solle. Das ist eine Milchmädchenrechnung, wenn überhaupt! Man kann auch sagen, dass wir NUR 9% Exporte haben. Das heißt nämlich, dass unsere Überschüsse und "Fehlplanungen" bei einer gegen 100% konvergierenden Versorgungssicherheit sehr sehr gering sind. Energieerzeugung ist ein komplexes Thema, es geht hier nicht um "den Hahn mal etwas mehr oder weniger" aufdrehen!
    Je größer der Anteil der erneuerbaren Energien, desto größer wird der Überschuss, da diese nicht oder nur in begrenztem Maße steuerbar sind, jedoch immer den Vorrang bei der Einspeisung haben. Man muss also nicht nur schauen, wieviel gerade gebraucht wird und dann die Kraftwerke danach steuern, sondern gleichzeitig auch noch darauf achten, wieviel gerade erzeugt wird. Letzteres ist bei erneuerbaren Energie praktisch nicht vorhersehbar."

    Versorgungsengpässe durch abgeschaltete KKWs sind, da gebe ich dir recht, erlogen. Es wird sie nicht geben. Eben weil es genug Kernkraftwerke im nahen Ausland gibt und unsere alten CO2 Schleudern bis an die Grenzen gefahren werden können (beides resultiert zwanghaft in einem höheren Strompreis). Eine Bewertung, ob das sinnvoll ist, findet leider nur sehr selten statt.




    Kann ich absolut nicht finden, setzen solche begründeten, mit Zahlen belegbare Vergleiche diese Katastrophe doch in ein Verhältnis zu anderen Vorfällen. Relativieren will hier niemand etwas - nur darauf hinweisen, was wir tagtäglich sonst auch bewusst in Kauf nehmen.


    Allgemein gesehen finde ich die Diskussion (nicht nur hier) mittlerweile nur noch lustig. Ob in Foren, in Talkrunden, in den Nachrichten, bei Facebook oder in Bussen - die Dichte an Elektroingenieuren hat in den letzten Tagen exorbitant zugenommen. Nichts mehr zu spüren vom Fachkräftemangel! Jeder weiß bescheid und kann sowohl die Lage in Fukushima als auch (und das noch viel besser) die Energieversorgung in Deutschland bewerten. Einfache und völlig falsche Rechenbeispiele (wie zB das Exportmärchen) werden gierig aufgesogen und weitererzählt. Der Nächste dichtet noch etwas mehr hinzu und würzt seine Story mit der Aussage eines Elektrikers, wonach die Photovoltaiktechnik in Deutschland eine große Zukunft hat.
    Mit dem gegebenen Abstand lässt sich aktuell ein live-Kabarrett der Spitzenklasse beobachten :great:
     
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  11. elmwood_3100

    elmwood_3100 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.11   #511
    Ich hatte die Umfrage eigentlich so interpretiert:

    Atomkraft nein danke - Bündnis90/Grünen forever ....ich weiß nix über Atomkraft, aber was die Grünen sagen wird schon stimmen
    Ist mir zu unsicher .... ich weiß genau was da abgeht und lehne es ab


    Aber is ja nu auch egal :p
     
  12. rogerG

    rogerG Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.11   #512
    ich schließe mich mal ungelesen der vielen Beiträge an die Anti - Atom Bewegung an. !!
     
  13. Julian

    Julian Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.11   #513

    Hilfreicher Beitrag.




    Das von mir erwähnte politische Kabarrett geht in die nächste Runde:



    :rofl::rofl::rofl:
     
  14. elmwood_3100

    elmwood_3100 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.11   #514
    :gruebel: Hm, mein Notebook hat 100 Gigabyte, kann ich dann Deutschland mit Strom versorgen?
     
  15. Julian

    Julian Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.11   #515
    Könnte klappen, evtl sollten wir ein paar externe nach Japan schicken? :gruebel:


    Mal zur Sache an sich:
    Selbst wenn Özdemir 140GW gesagt hätte, wäre das lächerlich falsch. Wir haben eine installierte Leistung von etwa 130 - 135GW in Deutschland. Um die zu erreichen, müssten sämtliche Kraftwerke auf 100% laufen und sämtliche Wasser- und vorallem Windkraftwerke 100% ihrer Nennleistung erbringen. Dieses Szenario ist unmöglich. Gerne nochmal: Die typische durschnitlliche Leistung einer Windkraftanlage beträgt 20% der Nennleistung. Bei etwa 20GW installierter Leistung an Windkraft kann sich jeder ausrechnen, was das bedeutet. Man kann die Aussage Özdemirs sogar als Laie innerhalb von Minuten widerlegen. Ein absolutes Armutszeugnis. Ich rege mich aber nicht mehr auf - Comedy kostenlos. Leider gibt es tatsächlich Leute, die auf diesen horrenden Quatsch hereinfallen und die Grünen wählen...
     
  16. saitentsauber

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    Erstellt: 17.03.11   #516
    Ich nehme an, diese Angabe beruht auf Messdaten einzelner Anlagen. Gibt es Informationen über mögliche Veränderungen dieses Werts, wenn Windkraftanlagen nicht isoliert, sondern in Verbindung mit Pumpspeicherwerken betrieben bzw. statistisch erfasst werden?
     
  17. Armin H.

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    Erstellt: 17.03.11   #517
    Die Lüge von der Zäsur

    Betroffene Gesichter bei den Politikern quer durch alle Parteien. Was passiert nun, nachdem der christlich-liberalen Koalition ihr schlau durchdachtes Energiekonzept durch die Ereignisse in Japan endgültig um die Ohren geflogen ist? Mit ängstlichem Blick auf die Landtagswahlen in Baden-Württemberg am 27. März vollzieht der CDU Kandidat Mappus bereits die verbale 180° Wende, während seine Kanzlerin mit leichtem Timbre in der bewegter Stimme von der großen, einmaligen Zäsur in der deutschen Atompolitik spricht. Ansonsten der gleiche Unsinn, den auch die Japaner erzählen. Lasst uns mal abwarten und noch mal alles überprüfen und nachbessern, man kann doch noch gar nichts Genaues sagen. Doch, kann man.

    Es geht hier um eine Technologie die niemals einen Fehler verzeihen wird, ob nun eine Sturmflut wie 1962 zusammen mit einem Elbhochwasser, wie wir es noch nie hatten, das AKW Krümmel lahmlegt, der Cheftechniker XY von seiner Frau verlassen wird und sich nun an der Welt rächen will, oder ein Selbstmordkommando mit Stinger Raketen oder einer Passagiermaschine ein AKW angreifen. Alles Dinge die nicht unwahrscheinlicher sind, als dass ein Tsunami zusammen mit einem Erdbeben reihenweise japanische Meiler in Bomben verwandelt. Welche Feuerwehrleute oder Soldaten würden in Deutschland in einem völlig verstahlten AKW ausharren und noch ihren sicheren Tod vor Augen die Brennstäbe kühlen? Hier wäre doch schon längst alles in die Luft geflogen.

    Ich habe den Atomunfall im Meiler Three Miles Island im März 1978 in Harrisburg, USA noch im Gedächtnis, als es zum ersten Mal in der Geschichte zu einer partiellen Kernschmelze kam, in deren Verlauf etwa ein Drittel des Reaktorkerns fragmentiert wurde oder schmolz. Auch der Gau in der Ukraine, dem nach Auskunft der Weltgesundheitsorganisation weit über eine halbe Million Menschen zum Opfer fielen, ist mir immer noch vor Augen. Ich weiß noch gut, wie Mütter monatelang ihre Kinder im Haus einsperrten, aus Angst vor der real existierenden Gefahr "stahlender Spielplätze" und es aus Angst vor kontaminierten Lebensmitteln nur noch Dosenfutter und Pulvermilch an die Kinder verfüttert wurde. Damals war die Gefahr kurze Zeit nach dem Reaktorgau auch hier überall messbar und es sind schon wieder die gleichen Sprüche von einer Zäsur in der Atompolitik. Von einer Kehrtwende in der deutschen Energiepolitik und der Verantwortung für die Gesundheit unserer Bürger.

    Beide Male wurden der Bürger hinters Licht geführt, die Ereignisse heruntergespielt, die Sicherheitsstandards wieder einmal überprüft und nachgebessert und während die Meiler in den USA und der Sowjetunion noch dampften, wurden schon wieder Genehmigungsverfahren zum Bau neuer Kraftwerke, an den Bürgern vorbei beschlossen. Es wird nicht die letzte Atomkatastrophe bleiben. Noch immer haben die Atomindustrie mit ihren Versprechungen von Wohlstand und Sicherheit und ihre Erfüllungsgehilfen in der Politik und Gesellschaft unsere kleinen Wohlstandseier fest im Griff.

    170 Milliarden Euro gingen bisher an Subventionen in die Taschen deutscher Kraftwerksbetreiber. Summen von denen Entwickler alternativer Energiekonzepte nur träumen können. Wer wird schon einen solchen Goldesel freiwillig schlachten wollen. Hier liegt es wirklich in unserer Hand mit allen demokratischen Mitteln, und der Wahlzettel ist, zumindest für diese Sorte Karrierepolitiker eines der fürchterlichsten, so lange Druck auszuüben, bis die halbherzigen Versprechungen endlich umgesetzt werden. Für eine Abschaltung aller AKW so schnell wie möglich und die Förderung alternativen Energiekonzepte mit allen Mittel. Nur so werden langfristig neue Arbeitsplätze und Industrien geschaffen. Und nur so haben unsere Kinder eine kleine Chance auf eine strahlenfreie Zukunft. :)
     
  18. Hotspot

    Hotspot Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 17.03.11   #518
    Ja nun, das ist ja eher Realsatire als ernstzunehmende Argumentation. Da würde ich nicht so viel drauf geben.
    Wer aufgrund solcher Schwätzchen sein Kreuz auf de Stimmzettel macht, dem ist eh nicht mehr zu helfen.
    Jeder hat doch seine eigene Meinung oder sollte sie zumindest haben. Und dann muss man halt gegenchecken, welche Partei mit welchen Verheisungen dem am nächsten kommt.

    Hat aber alles mit der zutiefst ethischen Frage nach Atomausstieg jetzt, gleich, später oder nie nichts zu tun.
    Noch mal, Atomenergie ist keine gangbare Alternative. Deine Zahlen hast du aus dem gleichen großen Topf, aus dem auch die Handvoll ganz anderer Zahlen stammen, die je nachdem, wer welchen Nutzen dran hat, entsprechend gefärbt/geschönt/zurecht gebogen sind. Ich weiss nicht, wie viele unterschiedliche Beiträge ich heute im Laufe des Tages im Radio etc. gehört habe. Jeder brachte komplett andere Zahlen unter die Leute, je nachdem, wie sie gerade in die Argumentation des eigenen Standpunkts passten.
    Ist schon klar, das klingt ja immer so unheimlich überzeugend und endgültig, wenn man schnell ein paar markige Zahlen zur Hand hat und damit sein Gegenüber mundtot macht, weil er natürlich augenblicklich nicht in der Lage ist, die Glaubwürdigkeit zu überprüfen, nachzuweisen oder zu entkräften.

    Zahlen sind ja so schön statisch und ein gewichtiges Argument in der Hand des Manipulierenden.

    Ich bleibe dabei, diese grundlegende Frage ist vorrangig aus ethischen, wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten endgültig und angemessen zu beantworten. Leider mangelt es an wirklich belastbaren, verlässlichen, vertrauenswürdigen und vor allem objektiven und unparteiischen Studien, auf die man bauen könnte.
     
  19. Cadfael

    Cadfael HCA Bass Hintergrundwissen HCA HFU

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    Erstellt: 17.03.11   #519
    Ich verweise erneut auf "Endstation Gorleben", das wohl um 0:45 erneut auf Phoenix gesendet wird?!
    Die "AK-End" wurde nun mal von Beführwortern und Gegnern gemeinsam verfasst ...

    Ich glaube, ich habe Heute meine Mutter (71) ziemlich geschockt ...
    Sie gehört zum "braven Mittelstand", der (vermutlich) seit 40 Jahren CDU oder FDP wählt. Meine Mutter ist wohl auch auf Merkels Schein reingefallen (von der Idee her stimme ich ihr ja zu - siehe Vorposts). Dann habe ich ihr mal erklärt was unsere Regierung derzeit treibt - und es wurde so still, dass ich irgendwann fragen musste: "Bist Du noch dran?"

    Nette Info: Das Kraftwerk Fukushima soll (Aussage eines Japaners in ARD oder ZDF) eine 1:1 Kopie eines amerikanischen Kraftwerks sein. Nur steht "das Oroginal" eben nicht am Meer und ist keinen Tsunamis ausgesetzt. Diese Gefahr hat man bei Bau und Betrieb ÜBERHAUPT NICHT mit einkalkuliert. Man hat einfach von den Amis kopiert und nicht weiter nachgedacht.

    [sarkastische Saiteninstrumentalisten-Bemerkung]Schade, dass Atomkraftwerke nicht unter den Lawsuit Act fallen ...*[/sarkastische Saiteninstrumentalisten-Bemerkung]

    Gruß
    Andreas

    *Lawsuit Act = Zu genaue Kopien (Kopfplatte etc.) von amerikanischen Bässe und Gitarren (Gibson / Fender etc.) sind in Japan verboten ...
     
  20. Armin H.

    Armin H. NP Custom Guitars

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    Erstellt: 17.03.11   #520
    Die NachDenkenSeiten vom 17.März 2011:

    Störfall Mappus

    Die momentan angedachte Kehrtwende in der Atompolitik ist für Stefan Mappus nicht nur ein ideologischer GAU. Unter der Regie von Mappus investiert das Land Baden-Württemberg momentan rund sechs Milliarden Euro in Deutschlands größtes Kernkraftunternehmen – die EnBW. Was bereits ohne Wende in der Atompolitik eine riskante Spekulation mit dem Geld des Steuerzahlers darstellt, erscheint im Lichte der aktuellen Diskussion als gigantisches Fehlmanagement. Die Rechnung wird in jedem Falle der Steuerzahler bezahlen. Schlauerweise hat Mappus jedoch dafür gesorgt, dass das Ausmaß der Verluste erst nach den Landtagswahlen offenbar wird.

    Gefickt eingeschädelt ;)