1. + + + Hinweis der Moderation + + +
    Dieser Bereich ist bis auf Weiteres geschlossen, da eine Diskussion nicht in der erforderlichen geordneten Form stattfindet und die Betreuung des SUB, wirtschaftlich sinnvoll, nicht zu leisten ist. Bitte führt die Diskussion in einem auf Politik ausgerichteten Forum. Im Musiker-Board werden politische Beiträge an anderen Stellen strikt durch die Moderation entfernt.

Atomkraft nein danke?

von PH03N1X, 09.02.05.

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Was Haltet ihr von "Atomkraft"?

  1. Ist ein wichtiger Energielieferant

    186 Stimme(n)
    40,5%
  2. bin mir nicht sicher

    48 Stimme(n)
    10,5%
  3. Atomkraft nein danke! Ist mir zu unsicher

    225 Stimme(n)
    49,0%
  1. Limerick

    Limerick helpful and moderate Moderator HFU

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    Erstellt: 18.03.11   #521
    Hätte mich Wunder genommen, wie die Abstimmung vor dem Unglück ausgefallen wäre. Im Nachhinein ist man immer schlauer... :rolleyes:

    Alles Liebe,

    Limerick
     
  2. Cadfael

    Cadfael HCA Bass Hintergrundwissen HCA HFU

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    Erstellt: 18.03.11   #522
    Hallo Armin,

    nicht nur das ...
    Mappus hat den Kauf ja auch "am Parlament vorbei" getätigt.
    Scheint ein neuer Sport der CDU zu werden, mal am Bundesrat, mal am Landtag und mal am Bundestag vorbei wichtige Politik zu betreiben.

    Schade, dass unser Verfassungsschutz und die Bundesstaatsanwaltschaft nicht als von der Politik unabhängige Institution arbeiten ...
    Die Berlusconisierung der CDU ist wirklich erschreckend ...

    Gruß
    Andreas
     
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  3. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 18.03.11   #523
    Ob die kritikfähigkeit der wähler ebenso erschreckend ist, wird sich zeigen.
    Aber "Es gibt ja keine alternative", und "right or wrong" ist bunt gemischt.
    In Japan ist das alles anders, regierung und konzerne sind identisch, aber das volk ist (noch) kaisertreu,arbeitsam und opferbereit.

    Obiges abstimmergebnis hat sich übrigens stark verändert.
     
  4. Luebbe

    Luebbe Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.03.11   #524
    Das ist sowas von falsch. Sowohl E.ON als auch RWE haben deutlich mehr installierte Leistung an Kernkraftwerken. Im Strommix hat die EnBW allerdings (prozentual) wirklich mehr Kernkraft als die anderen beiden, weil es in Baden-Würrtemberg mangels Braunkohle keine Braunkohlekraftwerke gibt. Dafür ist dann auch der spezifische CO2-Ausstoß der EnBW deutlich niedriger.
     
  5. Armin H.

    Armin H. NP Custom Guitars

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    Erstellt: 18.03.11   #525
    Das ist doch sowas von Jacke wie Hose, ob nun der Größte nach Strommix oder Anzahl der Brennstäbe, CO2-Ausstoß oder weil der Vorstandsvorsitzende den längsten ******* im Land hat. Das ist weder der Kern der Nachricht und spielt in diesem Zusammenhang doch gar keine Rolle. So ein Komentar verwässert doch nur den Inhalt der Message. ;)
     
  6. saitentsauber

    saitentsauber Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 18.03.11   #526
    Genau darum, dass die Kernkraft im Geschäftsmodell für die EnBW eine (deutlich) größere Rolle spielt als für die beiden anderen genannten Versorger - sowie um die finanziellen Folgen in der derzeitigen Situation - geht es in dem verlinkten Text, wie das folgende Zitat klarstellt: "Ohne Kernkraft würde EnBW die Hälfte der Stromkapazität wegfallen und das Unternehmen wäre gezwungen, diese Strommengen durch Einkäufe zu substituieren. Dies hätte jedoch maßgeblichen Einfluss auf das Betriebsergebnis und den Unternehmenswert der EnBW."
     
  7. GEH

    GEH MOD A-Saiteninstrumente Moderator

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    Erstellt: 18.03.11   #527
    Hmm, ganz unrecht hast Du nicht ...
    Slogans wie "Atomkraft nein danke" gehören überhaupt gar nicht in eine Umfrage.
    Bei den Ja-Stimmen weißt Du aber auch nie, ob der Abstimmer Background-Infos hat oder nicht, der kann genauso parteihörig sein.
    Letztlich kann bei so etwas nur eine Abstimmung ja - weiß nicht - nein gemacht werden.
    Das "Atomkraft nein danke" müsste da ganz raus.
     
  8. Mr. Mojo Paule

    Mr. Mojo Paule Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.03.11   #528
  9. Peegee

    Peegee Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 18.03.11   #529
    Eigentlich diskutiere ich nicht mit Leuten, die das "Lächerlich machen" als Argumentationsgrundlage nutzen. Aber trotzdem:
    < Eine Minute gegoogelt:

    Durch simples Weglassen des Folgesatz im Artikel steht da auf einmal eine ganz andere Zahl, als die von dir zu Grunde gelegte. :cool:
    Wie bereits erwähnt, kann sich jeder die passende Zahl oder Statistik suchen, die er gerade benötigt.
    Aber das sind doch nur Prozent-Zahlen. Ob nun 8-9 % mehr oder weniger ist doch vollkommen unerheblich.
    Es ist doch in erster Linie eine Frage, wem man was glaubt.
    Du glaubst der deutschen Atomlobby. Ich tue dies nicht, weil sie erwiesenermaßen bereits in großem Umfang gelogen und betrogen haben. < Fakt!
    Die russisch/ukrainischen Behörden geben die Todesopfer von Tschernobyl mit 31 an. Die IAEA kommt immerhin auf 50. Inoffizielle Stellen sprechen von mehr als 100.000. Die Wahrheit wird wohl irgendwo dazwischen liegen.
    Und du kannst mir so viel von irgendwelchen Fakten erzählen, wie du willst, aber es gibt definitiv keine Lösung für das Müllproblem.
    Und solange dieser nicht weg zu diskutierende Fakt besteht, ist Atomenergie imho keine Alternative.
     
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  10. Damon_Knight

    Damon_Knight Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.03.11   #530
    Für mich gibt es auf die Frage "Atomkraft - ja oder nein?" eine rein nüchterne, sachliche und logische Antwort.
    Jede Technik birgt ein Restrisiko. Von der Nähmaschine bis zum Atomkraftwerk. Die Gründe, warum Technik versagen und schaden kann, spielen dabei keine Rolle. Tatsache ist: Sie kann versagen. Die Frage ist eher: Ist dieses Restrisiko vertretbar?

    Wenden wir das nun auf die Atomkraft an. Fakt ist, wie bei jeder anderen Technik auch gibt es bei der Atomkraft ein Restrisiko. Ziehen wir als Kontrapunkt mal immer ein Kohlekraftwerk hinzu. Beide Kraftwerke können in die Luft fliegen - wobei die Folgen bei einer Explosion eines Atomkraftwerks weitaus dramatischer sind als bei einem Kohlekraftwerk. Die Explosion eines Atomkraftwerkes schadet nicht nur einem begrenzten Kreis von Menschen und Umwelt ringsrum (wie bei einer Havarie eines Kohlekraftwerks), sondern theoretisch ALLEN Menschen (Fallout etc.). Dazu kommt, dass die Folgen beim Kohlekraftwerk innerhalb kürzester Zeit beseitigt sein dürften, die beim Atomkraftwerk nicht. Klar verpestet ein Kohlekraftwerk die Luft. Dieser Schaden an Mensch und Umwelt ist aber aufgrund technischer Entwicklung und der Endlichkeit der Ressource sinkend, sowie an sich weitaus geringer als der mögliche (Havarie) und der tatsächliche (Endlagerung) Schaden der Atomkraft.

    Das Versagen der Technik eines Atomkraftwerks hätte also LANGFRISTIGE, GLOBALE, MILLIONEN VON MENSCHEN betreffende Auswirkungen. Vertretbar??

    Im speziellen Fall der Nuklearenergie kommen weitere Risiken hinzu. Eben WEIL der GAU derartig umfassende und weitreichende katastrophale Folgen hätte, ist die Atomkraft für böse Buben so attraktiv. Einmal, sie für sich selbst zu nutzen; und um eventuell ein Flugzeug in ein Atomkraftwerk zu lenken und sie indirekt zu nutzen.
    Weitere Risiken (ich muss sie ja nicht ausführlich runterbeten) sind Proliferation von nuklearem Material, und natürlich die Frage nach der sicheren Endlagerung.

    Insgesamt ergibt das für mich für die Atomkraft einen ziemlich einzigartigen Risiko-Mix. Einzigartig, weil hier mehrere grausige Möglichkeiten zusammentreffen, und weil die Folgen weitaus schlimmer wären als beim Versagen jeder anderen Technologie. Die Diskussion, wie wahrscheinlich es ist, dass z.B. in Deutschland so etwas wie in Japan passiert, ist irreführend und irrelevant. Entscheidend ist, dass immer etwas schiefgehen kann - siehe Krümmel!!! - und dass wenn etwas bei der Atomkraft schiefgeht, wir alle im Arsch sind, und nicht nur einige Menschen und die Natur ringsrum.

    Vertretbar?? Ich denke, man muss kein indoktrinierter Grüner, Linker, Anarcho etc. sein, um allein aus LOGISCHEN Gesichtspunkten die Atomkraft als eine Technologie, die einfach mit zu vielen zu großen Risiken verknüpft ist, abzulehnen.
     
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  11. Limerick

    Limerick helpful and moderate Moderator HFU

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    Erstellt: 18.03.11   #531
    An die Luftverpestung durch Braunkohlekraftwerke müsstest du aber auch die globalen Auswirkung auf Klima und Natur ketten. Vertretbar? :cool:

    Alles Liebe,

    Limerick
     
  12. BumTac

    BumTac Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 18.03.11   #532
    Ich habe mich bisher nicht beteiligt und auch nur einen minimalen Ausschnitt der hiesigen Diskussion verfolgt, daher will und kann ich auf bisherige Aussagen nicht eingehen. Aber ein paar Gedanken kann ich äußern, denn es steht ausser Zweifel, dass die Geschehnisse in Japan derzeit das Denken weltweit beinflussen.
    Vorneweg: Die Abstimmung ist aus meiner Sicht unsinnig, denn das Thema Atomkraft auf diese drei simplen jargons zu vereinfachen, halte ich für sehr unrealistisch.

    Ich bin momentan sehr hin- und hergerissen: Auf der einen Seite gehöre ich zur deutschen Mehrheit, die das Risikopotential Kernkraft schon immer gesehen - selten aber wirklich bewerten konnten. Unfälle aus der Vergangenheit rufen ein latentes Unwohlsein hervor, wirklich schlimme Gau´s alá Tschernobyl wirken auch 25 Jahre später noch nach. Auf der anderen Seite bin ich Ingenieur - von Hause aus technikaffin - uns sehe die gewaltigen, bis heute nur im Ansatz umgesetzten Möglichkeiten der Kernkraft. Und nun?

    Beispiel Windenergie: Sauber und politisch hochkorrekt, aber darüberhinaus auch ein massiver Eingriff in die Natur umd Umwelt. Wie viel dieser gewaltigen Windräder müssten wir noch aufstellen, um einen brauchbaren Anteil an der Energiegewinnung damit realisieren zu können? Wer aus Norddeutschland - speziell Schleswig Holstein - stammt, wird bestätigen können, wie unschön die schon heute stehenden Windräder die Landschaft verändern. Off-Shore Windparks? Sicher eine interessante Idee, aber dermassen teuer in Realisierung und Unterhalt, dass ich nicht glaube, dass sie einen nachhaltigen Anteil am Energiemix haben werden. Abgesehen davon müsste eigentlich jeder Natur- und Meeresbiologe Sturm laufen.

    Beispiel Sonnenenergie: Noch sauberer, noch korrekter und im kleinen bereits seit Jahren auf dem Vormarsch. Wie viele Hausdächer sind bereits mit Kollektoren ausgestattet - auch wenn Sie in unseren Breitengeraden damit nicht vollversorgend agieren können? Trotzdem, Sonnenenergie kann die Belastung der Netze aus dem Privat Umfeld deutlich unterstützen. Aber wie groß müssten die Flächen sein, die wir mit Kollektoren zupflastern müssen, um der energiehungrigen Industrie genügend Saft zur Verfügung stellen zu können? Leider leben wir hier im industrialisierten Mitteleuropa nicht wirklich in der Wüste Nordafrika´s. Oder wollen wir Hr. Gaddafi nach der Ölzeit jetzt auch noch eine Sonnenzeit zu gestehen?

    Beispiel Regenerative Quellen: Wieviel landwirtschaftlich genutzte Fläche müssten wir alleine in Deutschland zur Verfügung stellen, um Raps o. ä. zur Biodiesel Herstellung anzubauen? Und würden wir es tun, wie wollten wir das Problem der Monokulturen dann noch lösen? Ganz klar, Bio-Anbau wir immer nur einen sehr geringen Anteil am Energiemix haben können, es sei denn, wir verzichten auf Getreide, Gemüse, Viehwirtschaft usw. und enteignen die Landwirte.

    Beispiel Wasserkraftwerke: In Skandinavien seit Jahrzenten eingeführte Energiegewinnung der "natürlichen" Art - sieht man mal von den gigantischen Eingriffen in die Natur zum Bau der Kraftwerke und Staumauern ab. Für uns in Deutschland ziemlich uninteressant, die Geologie gibt das bei uns gar nicht her.

    ... usw.!

    Fazit: Ein Ausstieg aus der Atomkraft, welche im direkten Vergleich auf geringen Raum, bei geringen Eingriffen in Natur und Umwelt einen wirtschaftlich gewaltigen Ertrag ermöglicht, funktioniert nur im europäischen Kontext. Und genau hier liegt meine Kernaussage: Schön, dass Deutschland vielleicht mittelfristig aussteigt - ich würde dies auch begrüßen - aber was machen die anderen? Frankreich... ca. 80% Atomkraft Anteil am Energiemix !!! Wer glaubt, das Frankreich bereit und in der Lage wäre, innerhalb - sagen wir 15 Jahren - aus der Kernenergie auszusteigen, lebt auf einem Phantasieplaneten. Ich wohne in NRW, von hier liegt das nahegelegenste Kraftwerk in... Belgien! Was machen die? Ich weiss es nicht.
    Abgesehen davon, was gerne verschwiegen wird oder viele auch gar nicht wissen: Wir haben derzeit nicht ansatzweise die Infrastruktur, um andere Energieformen überhaupt transportieren und vor allem, speichern zu können! Es wird Jahrzehnte dauern, bis diese Infrastruktur geschaffen ist, egal wieviel Strom wir bis dahin produzieren, wir könnten ihn in der Menge gar nicht verwenden.

    Last not least die Frage an uns alle: Was sind wir bereit (und in der Lage) zu zahlen, um Energie aus alternativen Quellen zu finanzieren? Gestern habe ich von einem Ökonomen die Schätzung 50€/mntl. gehört, keine Ahnung, ob diese realistisch ist. Natürlich schreien wir gerade angesichts der Japan Krise aus einem Mund "Raus aus der Kernkraft", spätestens wenn Zahlen offenkundig werden, die unseren persönlichen Geldbeutel betreffen, wird dieses Geschrei verstummen. Strom ist jetzt schon teuer, wir schimpfen jetzt schon, und dann wollen wir bereit sein, nochmals sehr heftige Preissteigerungen hinzunehmen? Glaube ich nicht, niemals.

    Ich stehe derzeit da und schwenke in jeder Hand ein Fähnchen: Auf der einen steht: Atomkraft - Nein Danke. Auf der anderen jedoch: Ohne geht es (noch) nicht. Ja, ich bin unbedingt dafür, einen Zeitplan zu entwerfen und auf diesen hinzuarbeiten, der einen Ausstieg im Verlauf der kommenden Jahrzehnte ermöglicht. Jeder, der im Moment hirnfrei "Raus" brüllt, will oder kann die Umstände links und rechts davon gar nicht richtig einordnen. Wohlgemerkt, ich rede von einem europäischen Kontext, Deutschland alleine hilft nicht weiter. Und wer wohlmöglich glaubt, dass er grünen Strom in seine Steckdose geliefert bekommt, weil er bei seinem Anbieter einen entsprechenden Auftrag geschrieben hat, dem ist nun wirklich gar nicht mehr zu helfen.
     
  13. Damon_Knight

    Damon_Knight Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.03.11   #533
    Widerlegt meine Argumentation aber nicht.

    @BumTac:
    Alles, was Du da schreibst, ist sicherlich richtig, aber auch das widerlegt nicht meine Argumentation, dass Atomkraft zu gefährlich und deshalb nicht verantwortungsvoll weiterführbar ist. Es sind in den kommenden Jahrzehnten gewaltige Anstrengungen, Kosten etc. nötig, um unseren Energiehaushalt komplett umzustellen - und zwar für jeden Einzelnen. Notwendig ist das trotzdem, und man kann nicht argumentieren: "Oh Gott, was das alles kostet, oh Gott, die vielen Windräder, die vielen Solardächer, usw." - und es deshalb dann lieber lassen und weitermachen wie bisher. Es kann nicht sein, dass der Mensch immer erst dann harte, teure und anstrengende Maßnahmen ergreift, wenn es bereits zu spät ist (zumal die Kosten dann ja noch viel, viel höher sind - siehe Klimawandel).

    Jedem vernünftigen Teilnehmer an der Diskussion ist klar, dass ein Wald von Windrädern nicht die Lösung ist. Auch noch mehr Kohlekraftwerke bauen nicht. Und Felder für Bio-Energieträger auch nicht. Trotzdem muss ein Weg gefunden werden. Es wurde viel verpennt in den vergangenen Jahrzehnten, das rächt sich jetzt; die Energiegewinnung aus erneuerbaren Energiequellen könnte schon viel weiter sein. Das Argument "wir sind aber noch nicht so weit" ist richtig - aber kein Grund, jetzt die Hände in den Arsch zu stecken und erstmal weiter nichts zu tun.

    Ich plädiere dafür, dass die Bundesregierung alles, aber auch wirklich alles unternimmt, Deutschland zu einem wirklichen Vorreiter in grüner Technologie zu machen und sich dabei nicht wieder den Schneid von China etc. abkaufen zu lassen. Das ist DIE CHANCE auch für den Wirtschaftsstandort Deutschland, nicht nur ein grünes Umweltschutzgebot. Und nur weil mein Nachbar sein Grundstück verkommen lässt, heißt das nicht, dass ich meinen Rasen auch nicht mähe. Ganz im Gegenteil. Deutschland ist ein wirtschaftliches und technologisches Zugpferd in Europa - das sollte genutzt werden. Deutschland hat immer noch ein gewisses Gewicht in Diplomatie etc. - das sollte genutzt werden. Und ich bin mir sogar sicher, dass derartige Wege Schwarz-Gelb eher an der Macht halten würden, als ein ständiges Einknicken vor Industrie-Lobbyisten - die Zeiten sind meiner Ansicht nach langsam mal vorbei.
     
  14. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.03.11   #534
    Wir waren doch auch Bereit Atomstrom zu bezahlen und da sind deutlich mehr Steuergelder reingeflossen als irgendeine Förderung in Zukunft kosten wird - ich sehe das Problem da irgendwie nicht.

    Ich denke sogar dass Strom eher günstiger werden würde wenn wir die AKWs abschalten. Denn der Strompreis errechnet sich ja dank unserer Energieriesen nicht nach Angebot und Nachfrage. Alternative Energien werden eher von kleineren Unternehmen vorran getrieben, es würde also ein richtiger Markt entstehen.
    Bei der Laufzeitverlängerung ging es ja auch eher um den Schutz der großen Energieunternehmen vor allzu viel Wettbewerb als um die Atomkraft selber.
     
  15. Limerick

    Limerick helpful and moderate Moderator HFU

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    Erstellt: 18.03.11   #535
    Dass Atomkraft gewisse Risiken birgt, dürfte spätestens jetzt allen klar sein.
    Wie es hiesigen Alternativen aussieht hat Gerd schön aufgezeigt. Von daher wird es wohl nicht reichen, die Kernkraft als "zu gefährlich" abzutun.

    Alles Liebe,

    Limerick
     
  16. Julian

    Julian Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.03.11   #536
    Komm schon, ich entschuldige mich für das "lächerlich", was nicht nett ausgedrückt war (aber zur Aussage stehe ich) und du gibst dir die Mühe, an der richtigen (und das ist nicht subjektiv!) Stelle zu lesen. Von der Primärenergie war nie die Rede. In unserer Diskussion ging es von anfang an um die elektrische Energie, was ich in meinem Beitrag auch noch einmal betont habe. Natürlich findest du andere Zahlen, als die von mir genannten, wenn du bei einem völlig anderen Thema schaust. Würdest du das jetzt wirklich ernsthaft als Diskussionsgrundlage in den Raum werfen, so würde also ein drittel unseres Stroms aus Erdölkraftwerken kommen :o
    Nicht böse gemeint, aber das ging wirklich mehr als weit am Thema vorbei. Ich traue dir jetzt einfach mal zu, dass du weißt, was "Primärenergie" bedeutet. Dann wirst du sicherlich auch selber einsehen, dass deine Zahlen hier nicht von Bedeutung sind.

    Im Übrigen sind "8-9% mehr oder weniger" durchaus SEHR erheblich. 8-9% Kapazitäten können Millionen an Haushalten mit Strom versorgen. Es ist mehr, als eine deutsche Höhstspannungstrasse übertragen kann. Unerheblich? Ich bitte dich..

    Ich glaube in erster Linie meinem eigenen Wissen und offiziellen, belegbaren Statistiken. Einen Teufel würde ich tun, der deutschen Atomlobby von vornherein zu glauben. Da kennst du mich schlecht. Ich bin auch kein Freund von Kernkraftwerken. Ich bemühe mich nur um etwas Neutralität.
    Wenn man also versucht, irgendwelche Zahlen schön zu reden, dann ist das nicht hilfreich. Und in der Energieversorgung sind Defiizite, Anforderungen und Kapazitäten recht leicht quantifizierbar, auch wenn man das von grüner Seite nicht hören will (und fachlich nicht versteht).
     
  17. Peegee

    Peegee Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 18.03.11   #537
    Lies doch bitte noch mal genau, was ich geschrieben habe. ;)
    Ich habe doch extra betont, dass ich den Folgesatz (der genau das von dir Bemängelte enthält) weg gelassen habe. Mir ging es nicht darum, eine Prozentzahl in dem Raum zu werfen. Ich wollte nur darstellen, das Zahlen und Statistiken sehr flexibel sind.

    Es ist mir persönlich völlig egal, ob der Anteil nun bei 11,9 % oder bei 18,275689365 % liegt. Solange die rudimentären Grundlagen (Endlagerung) nicht gegeben sind, ist die dauerhafte Nutzung von Atomenergie imho untragbar.
     
  18. Armin H.

    Armin H. NP Custom Guitars

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    Erstellt: 18.03.11   #538
    Dem gibt es wohl nichts mehr hinzuzufügen! Höhere Energiekosten von bis zu 50 € würden die betroffenen Japaner sicherlich nur allzu gerne für die letzten 20 Jahre nachbezahlen, wenn ihnen dafür der Verstrahlungstod erspart bleiben würde. Lieber Himmel, 50 €, soviel ist es zwar sicherlich nicht, wir zahlen zu Zweit gerade mal 42 € im Monat für "Ökostrom", auch wenn es Schummelstrom ist, aber wenn das aber der Preis für Sicherheit vor Strahlung bedeutet, kann das wohl nicht zuviel sein, oder? Diese Mehrkosten für atomfreien Strom konnten doch nur entstehen, weil alternative Energien niemals in einem Rahmen gefördert worden ist, wie es mit der Nuklearforschung der Fall war. Ausserdem ist das eine Milchmädchenrechnung, die waren Kosten, die noch für die Beseitigung des Atommüll auf uns zukommen werden in die Millarden gehen. Und nach dem ersten großen Atomunfall in Frankreich, werden sich die Franzosen die Finger lecken, wenn sie sich an unserer dann schon fortgeschrittenen Technologien bedienen dürfen. Das wäre eine Investition in die Zukunft und kann uns langfristig gesehen wesentlich mehr Taler einbringen als uns ein Ausstieg kostet.
     
  19. Cadfael

    Cadfael HCA Bass Hintergrundwissen HCA HFU

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    Erstellt: 18.03.11   #539
    Unsere blauäugigen Politiker waren ja auch der Meinung, dass eine Strombörse die Preise senken würde ...
    Dabei ging man von völlig falschen Voraussetzungen aus und bedachte nicht die Manipulationsmöglichkeiten, die sich an einer Börse auftun - Preistreiberei durch künstliche Verknappung, Spekulation etc. ...

    Die Energiepreise sind seit Einführung der Energiebörse in Deutschland explodiert - eben, weil gezielte Manipulationen leicht machbar, aber schwer nachweisbar sind. Angebot und Nachfrage gelten nicht, weil die Anbieter durch künstliche Verknappung Preise hochtreiben können - und wenn dann doch richtig viel gebraucht wird, weil Frankreich im Sommer Reaktoren abschaltet kassiert man doppelt ...

    Zudem ...
    Was würdet ihr sagen, wenn ein Liter Milch für Privathaushalte 10 Euro pro Liter kostet, die gleiche Milch aber für 10 Cent an eine Catering Firma oder eine Schule abgegeben wird? Und wenn die Richtlinien in Kuhställen den Erzeugerpreis hochtreiben, kostet die Milch eben 20 Euro für den Privathaushalt und 11 Cent für die Catering Firma / Schule.

    Als Berufsschüler habe ich gelernt wieviel Wochen ein Privathaushalt eine 100 Watt Glühlampe Tag und Nacht brennen lassen kann um auf den gleichen Wert zu kommen wie ein Kilo Aluminium in der Herstellung kostet. Ich habe ja nichts gegen Mengenrabatt, aber irgendwann wird es einfach ungerecht; besonders, wenn die Privathaushalte unter fadenscheinigen Argumenten gemolken werden.

    Der Strompreis hat nichts mit Erzeugungskosten zu tun.
    Weswegen können Kommunen die dazu übergehen ihren Strom wirklich selbst zu erzeugen denn die Strompreis weit senken (trotz Anschaffungskosten für Anlagen)? Dass Strom ohne Atomkraft noch teurer wird ist einzig mafiöse Abzocke (und eben ein guter Vorwand den Bürger noch weiter zu schröpfen). Es hat nichts mit Produktionskosten etc. zu tun ...

    Gruß
    Andreas
     
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  20. Armin H.

    Armin H. NP Custom Guitars

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    Wobei sich auch schon immer gezeigt hat, dass zentralisierte Systeme im schlimmsten Fall auch die mit den größten Schäden bei einem Ausfall sind. Zumindest in ländlichen Gegenden könnten Hausbesitzer, Landwirte usw. eigene kleine energieerzeugende Systeme betreiben, durch Solarstrom oder Bioanlagen und sogar Teile ihrer Energie bei Überschuß an die öffentlichen Netze abgeben. So etwas wird in Deutschland allerdings nicht gefördert sondern so gut es geht durch 1000 §§ nach Willen der Konzerne verhindert. Etwa 80 Prozent aller Solaranlagen in Deutschland sind auf Dächern installiert. Im Juni 2010 beschloß die christlich-liberale Regierung eine 16 %ige Kürzung der Subvensionen für dachinstallierte Solaranlagen, die Kürzung für Solarparks betrug 15 Prozent ab dem 1. Juli 2010. Die Förderung von Solaranlagen auf Ackerland entfällt ab Juli 2010 weitgehend vollständig, auf Konversionsflächen wie Mülldeponien, alten Industrie- oder Gewerbeflächen oder Militärgeländen beträgt die Kürzung nur elf Prozent. Hier haben Investoren wegen der Beseitigung von Altlasten höhere Aufwendungen, so die Regierungsbegründung. Solarstrom, der selbst verbraucht wird, wird nur noch um acht Cent (Planung war zehn Cent) besser vergütet, als ins Netz gespeister Strom.

    Wem, ausser der zentralen Atomstromindustrie, sollen solche massiven Kürzungen nutzen? Die Energieversorungslücke, mit der uns die Atommafia seit Jahren Angst einjagt ist gewollt, selbstgemacht und darüber hinaus unwahr. Und ein Politiker, die sich durch für eine atomstromfreundliche Gesetzgebung zum Erfüllungsgehilfen dieser Leute macht, handelt sicherlich nicht in unserem Sinne. Ich bin bestimmt kein durchgedrehter Linker oder militanter Marxist nur weil ich in Kreuzberg wohne, ich bin für freie Marktwirtschaft und dafür, dass jeder Mensch die Chance hat, für sich einen lebenswerten Wohlstand zu schaffen (z.B. jede Menge geiler Paulas und Strats zu spielen), aber doch nicht um jeden Preis und doch auch nicht auf Kosten unsere Gesundheit und der Gesundheit unserer Kinder. Was wir in den vergangenen Jahrhunderten diesem Planeten zugefügt haben, ist sowieso nicht mehr zu reparieren, aber wir haben jetzt noch eine vielleicht letzte Chance das Steuer noch einmal herumzureißen, allein weil wir heute mehr über unsere Fehler in der Vergangenheit wissen. Wir haben uns diese Erde nur von unseren Kindern geliehen und sollten sie ihnen so übergeben, wie wir sie gerne bekommen würden. Hätten die Neandertaler vor 50000 Jahren Atommüll erzeugt, wir hätten heute noch mit der Beseitigung zu tun. Glücklicherweise habe sie es nicht getan.