Auch in Deutschland härtere Gangart gegen "Musik-Piraten"

von topo, 14.06.07.

  1. topo

    topo HCA Recording Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 14.06.07   #1
    Im Kampf gegen "Internet-Piraterie" hat die Musikindustrie auch in Deutschland inzwischen eine härtere Gangart gegen Nutzer von Internet-Tauschbörsen eingelegt.

    Allein im vergangenen halben Jahr verfolgte die Industrie mit 25.000 Strafanzeigen Musikfans, die im Internet Songs vermutlich illegal heruntergeladen oder vertrieben haben. Von dem strafrechtlichen Vorgehen verspricht sich die Plattenindustrie ein wirksames Mittel gegen den illegalen Musiktausch. Doch die Methoden sind auch hierzulande schon vielfach in die Kritik geraten.

    Aus und mehr: http://www.computerwoche.de/nachrichten/594363/



    Hat da jemand mal konkrete Erfahrungen gemacht?


    Topo :cool:
     
  2. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.06.07   #2
    Es wird sich herausstellen, inwieweit auf horrende Summen verklagte Privatpersonen wieder zu treu zahlenden Kunden werden.


    Die im Artikel genannten Zahlen zum Rückgang der Raubkopien deckt sich mit meinen Beobachtungen im Bekanntenkreis. Interessant dazu wäre jedoch, wie viel die Musikindustrie in dem Zuge mehr eingenommen hat.

    Viele laden nicht mehr oder weniger runter aus Angst entdeckt zu werden, kaufen aber als Ausgleich nicht mehr Orginalcds als früher. Davor haben sie oft nur wahllos gezogen, weil eine Band einigermaßen interessant aussah und die mal anteste wollten.

    Ich vertrete die einsame Meinung, dass geringere Preise und mehr Qualität der MI mehr bringen würde als Kopierschütze und das Verklagen der Kunden.
    Denn gerade im Zeitalter des Internets, wo ich mir die CDs einer Band auch so als mp3 aus dem Internet bekomme, kaufe ich doch CDs einmal wegen dem Mehrwert (Booklet, bessere Qualität) und zum anderen aus Sympathie der Band gegenüber. Wenn nun der Vertrieb der Band (das Label) damit droht, die Existenz eines potenziellen Käufers zu vernichten, und nichts anderes bewirken die horrenden Klagen, weil nebenher auch ein paar gebrannte CDs hat oder mp3s, dann ist es zumindest mit der Symphathie schnell dahin.

    Ich kauf wenn es irgendwie geht schon keine CDs mehr von den großen Labels, die solche Aktionen abziehen und mit Kopierschutz verkrüppelte Tonträger schon gar nicht.


    Es wird halt versucht, eine größtmögliche Abschreckung zu erreichen. Ich glaube, damit schreckt die MI erstmal von sich selber ab. Ein Krieg gegen den eigenen Kunden hat sich noch für niemanden gelohnt.
     
  3. Luminous

    Luminous Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.06.07   #3
    Ab jetzt nehme ich wie früher Kassetten auf! :D
    Ich habe gehört dass die Musikindustrie langsam zu bemerken scheint, dass sie genau den falschen Weg geht. (ob es nur für die Schweiz gilt weiss ich nicht) Sie vertreiben so ihre Kunden.
    Ich kaufe mir nur diese CDs die ich wirklich gut finde. Alles andere lade ich auf illegalen Webseiten herunter. Dank dem Schweizer Gesetz ist der Download völlig legal. Wenn ich dann eine cd gut finde kaufe ich sie. ;-)

    Gruss,

    Luminous
     
  4. iLLumination

    iLLumination Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.06.07   #4
    ich meine man kann den kunden ja auf tausende von € verklagen, aber der wird dann auch rein finanziell nicht mehr in der lage sein ne cd zu kaufen. zumal die preise sowieso DERBST BEHINDERT sind. bitte ey ich bezahle für eine neue filmmusik/re-recording o.ä. bis zu 20€. man kann sich doch eigentlich nur noch gebrauchte cds leisten. ich kauf mir 2 cds neu ovp und dann is mein taschengeld des monats schon fast weg
     
  5. gorgi

    gorgi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.06.07   #5
    Genau das kotzt mich dermaßen an.
    Wenn die endlich mal die Preise für CDs senken würden dann hätten wir heute wohl keine so großen Probleme mit Produktpiraterie bzgl CDs.
    Früher hat n Album 18DM gekostet. Und heute kosten die auch schonmal 20€:screwy::mad::evil::(
    Wie dreist kann man eigentlich sein?
     
  6. livebox

    livebox Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 20.06.07   #6
    Recht habt ihr! Überzogene Preise bringen gar nichts, da hilft auch keine Jagd auf Einzelpersonen. Man bedenke auch: Die Labels mögen vor Gericht ein Recht auf was-weiß-ich wieviele Millionen bekommen (und das sind die Zahlen, die da ja öffentlich werden), aber sag mir mal EINEN EINZIGEN, der das ganze Geld bezahlen kann. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die damit nur Verlust machen. Matthias hat recht - kauft sich einer deshalb mehr CDs? (Muss sagen, ja, ich bin gerade dabei, meine Musik-Sammlung zu "legalisieren". Aber mach das mal als Schüler, der sein Taschengeld selber verdient, Musik machen usw als Hobby hat... :screwy: ).

    Ich fände es sinnvoller, die OnlineShops für Musik besser auszubauen. Preise wo nötig anzupassen. UND BITTE DAS DRM UNTER DEN TEPPICH KEHREN!!!

    Dat waren meine paar Cents zum Thema...
     
  7. guitar_anfaenger

    guitar_anfaenger Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.06.07   #7
    habe von drei leuten gehört die zur kasse gebeten wurden. aber nur einmal wegen musik. zweimal wegen software/spielen

    die beträge lagen im bereich unter tausend euro. zumindest bei den software/spielen

    ich denke die wollen halt abschrecken, wird wohl auch bei vielen leuten klappen. aber wirklich eindämmen können sie es nicht

    vielleicht sollten sie einfach mal die gehälter der stars kürzen. soviele millionen wie die verdienen das ist doch nicht normal. dann würde auch eine konzertkarte der stones nicht 190€ kosten
     
  8. Katzilla

    Katzilla Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.06.07   #8
    Das ist aber der springende Punkt:
    Meinst du die Superstars sind angewiesen, überhaupt noch Konzerte zu geben?
    Nein. Die haben schon vor 30 Jahren für den Rest des Lebens ausgesorgt.
    Nur, wie soll man die sonst noch dazu locken, noch Konzerte zu geben?
    Und gerade im Bereich der Rock-Dinosaurier sind die Fans auch bereit soviel zu zahlen, weil es immer die letzte Tour sein könnte.
    Davon geht man bei den Stones bestimmt seit 15 Jahren aus...
    Denn:
    So "alt" ist die Rockmusik auch wieder nicht, als das es eine bestimmte Altersgrenze gibt, ab der man sagt "dann geht ein Rocker in Rente".
    Das kann man erst dann sagen, wenn die Rockmusik älter als ein Menschenleben ist.
    Vor 20 Jahren hat man schon die Stones belächelt, das sie als Mit-40er noch aktiv waren. :eek:
    Heute ist das kein Thema mehr.


    Da muss ich aber mal einen sehr grossen Einwand bringen und eine Lanze dafür brechen.
    Auch wenn mir selber die Preise manchmal zu teuer sind, und ich auch nach 2nd Hand gucke:
    18 DM haben LP's(!) (und nicht CD's) gekostet, (eigentlich 20 DM) vor 30 Jahren schon, und auch noch bis in die frühen 90er, bis die regulären LP's vpn der CD verdrängt wurden.
    CD's hingegen haben früher schon IMMER um die 30-35 DM gekostet. Also 15-17€.
    Und das ist auch HEUTE, fast 25 Jahre nach der Einführung noch der Standard-Preis.
    Mit der steigenden Märchensteuer und "Apotheken-Zuschlag" (WOM, Kaufhof, ect...) ist's schonmal 20€, das ist aber auch schon die Schmerzgrenze.

    Jetzt guckt euch mal um, und findet mal etwas, was nach 25 Jahren noch immer(!) gleich im Preis geblieben ist?
    Mal braucht nur zu gucken, wie die Preise vor 6 Jahren waren, vor der Einführung des T€uro. Heute ist das meiste 1:1, was damals DM war, ist heute stellenweise das gleiche in €!

    Da können wir eigentlich froh sein, das die CD's nicht 30€ kosten...:eek:

    Einwände an der Plattenindustrie sind natürlich schon angebracht, ich kaufe z.B. keine Maxi-CD's mehr, einfach zu überteuert. Oder Alben die auch nach 20 Jahren in der gleichen Version auch noch dasgleiche kosten. 19€ für eine alte Metallica? Die spinnen ja. :screwy:

    Ist es nicht ersichtlich WAS damit bezweckt werden soll. Natürlich WISSEN die Plattenfirmen, das diese Gelder nicht gezahlt werden können, noch sind sie wirklich darauf angewiesen.
    Es geht doch einfach um eine abschreckende Wirkung, wenn so hart durchgegriffen wird, dann werden es sich viele überlegen damit aufzuhören.

    Ob man die jungen Käufer dann gewinnt ist was anderes.
    Die jüngsten Fans haben wegen der Technik wohl kaum noch einen Bezug zur original gekauften CD mit Booklet, und allem drum und dran.
    Das es für Schüler ein teures Hobby ist, (was von den Plattenfirmen aber auch ausgenutzt wird mit Quantität statt Qualität, Boybands ohne Ende, Super-Flopstars, etc...) kann gerade ich ganz gut nachvollziehen.
    Ich habe selbst meine letzten Pfennige für Platten ausgegeben, damals waren es noch cd's UND LP's.
    Und das mit vielleicht 40DM(!), die mir als Azubi im ersten Jahr für mich zur freien Verfügung übrigblieben.
    Da musste ich auch gucken, was ich mir leisten konnte.
    Auf diese Weise aufgewachsen sind Onlineshops wieder völlig uninteressant für mich.

    Wenn die CD's früher schon das gleiche gekostet haben, dann stellt sich die Frage WARUM konnten sich die Schüler das damals leisten, und HEUTE nicht mehr. Obwohl gleicher Preis und mehr Geld zur Verfügung.:confused::confused:
    Ganz einfach:
    Früher hat man das Geld nicht für Handy's, Klingeltöne, Markenklamotten, usw... ausgegeben. OK, letzteres zwar schon, aber es war bei weitem nicht so extrem wie heute.


    Wenn einem dann deshalb zu wenig Geld übrigbliebt, dann muss man sich - mit Verlaub - mal fragen, was einem wichtiger ist.
    Früher ist man als Schüler auch gut ohne diesen Schnickschnack ausgekommen, und/oder man hat auch mal gejobbt um sich etwas leisten zu können. :rolleyes:
     
  9. mrnouseforaname

    mrnouseforaname Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.06.07   #9
    das stimmt: "Die Ladenpreise von CDs sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes zwischen 1991 und 2001 um 5,3% gestiegen. Sie liegen damit mehr als 20% unterhalb der allgemeinen Preissteigerung, sind also real im Preis sogar gesunken." quelle: http://www.ifpi.de/news/news-242.htm

    das wiederum ist blödsinn. schau dir die preise an für autos, dvds, elektronikkrams allgemein, computer usw. da sinken (!) die preise konstant seit jahren. euro=teuro ist eine rechung auf BILD-niveau.
    manche dinge werden teurer, andere billiger, ist jetzt nix neues. aaaber:
    jaja blabla und früher war alles besser undsoweiterschnaaarch...
    punkt 1) schau dir den arbeitsmarkt an
    punkt 2) schau dir die lohnentwicklung in deutschland an: von 1995 bis 2004 um 0,9% ZURÜCKgegangen-> http://www.bag-shi.de/fachinfo/sozialpol_infos/060106_Anl6_Lohnentwicklung.pdf/view
    punkt 3) die lebenskosten dagegen (mieten, essen, benzin, gas, strom, MWSt) dagegen sind wiederum gestiegen.
    also vielleicht gleicher preis, aber nicht gleiches geld. die dinge sind halt nicht immer schwarz und weiß und die jugend von heute unterscheidet sich halt nicht besonders von der jugend von gestern, vorgestern und ganz früüüüher (als alles noch viiel besser war...)...auch wenn das manch älterer nicht gern zugibt. die äußeren umstände sind einfach anders.

    bei kleineren labels ist es gang und gebe cds und lps für 8-12 euro rauszuhauen, besonders im punk/hc bereich. dann halt direkt über das label oder spezielle mailorder.

    und wer denkt ein copyright auf 3 akkorde, die es vorher schon tausendmal gab und nachher noch tausendmal geben wird, halten zu können...naja, egal...wer hat sich den copyrightscheiß eigentlich ausgedacht...

    natürlich möchte die industrie abschrecken, deshalb trifft es doch auch ganz selten menschen, deren computer 24/7 am saugen ist, sondern opa, der sich mal eben "happy birthday" runterladen wollte. (nicht, dass 24/7 saugen schlimmer wäre...) die großen (!) plattenfirmen haben einfach das vertrauen vom kunden verloren. zu viel schwachsinn wurde woche für woche rausgehauen. alte fehler sollten mit dem veröffentlich von noch mehr schwachsinn wieder gut gemacht werden usw. bands werden nicht mehr langfristig betreut sondern schneller fallengelassen usw. wir alle kennen das dilemma der musikindustrie.

    ich glaube und hoffe nicht, dass sie es schaffen, die nicht so legale musikbesorgung einzudämmen. ich glaub auch nicht, dass sie das schaffen. wer seine kunden wie kriminelle behandelt (Siehe unter anderem auch beim kopierschutz...) hat nix besseres verdient.

    in meinem umfeld gab es einen fall in dem ein familienvater ca. 3000 euro strafe zahlen musste. er hat filme aus dem netz gesaugt, ziemlich viel und ziemlich regelmäßg. die urteile und strafen sind halt total willkürlich...
     
  10. Katzilla

    Katzilla Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.06.07   #10
    1.) Also Bitte. Gibt es wegen dem Arbeitsmarkt etwa KEINE Möglichkeit für Jugendliche, etwas das Taschengeld aufzubessern?
    Ich habe mich jetzt in den Punkten lediglich auf die Schüler bezogen, nicht auf Otto Normalverbraucher, der bei steigenden Nebenkosten gucken muss, was ihm übrigbleibt.
    Oder wird der Schüler zuHause etwa auch wegen solcher Kosten zur Kasse gebeten?

    jaja... die armen, armen Jugendlichen heutzutage undsoweiter, schnarchschnarch.
    Müssen sehen, wie sie neben Handys, Markenklamotten, PC usw. noch Geld für CD's haben...
    Früher war das ja alles besser, da konnte man sich das ja viel lockerer leisten...
    Auch wenn das für mich damals undenkbar war.


    2.) Hmm, 1995 hatte ich für 12 DM die Stunde am Fliessband gearbeitet. Bekäme ich heute dafür 5,90€ die Stunde?

    Ja, DIREKT. Da fällt der Handel dazwischen weg, der Miete und Lohnkosten tragen muss.

    Ja, nicht zuletzt dank MediaMarkt und Saturn Preispolitik. Wie sonst soll man Leute dazu bringen den neuen Elektrokrams, Computer zu kaufen, wenn die Halbwertzeit gerade in dem Bereich relativ kurz ist? Die Hersteller sind natürlich sehr daran interessiert neue Techniken für die breite Masse käuflich zu machen, anstatt das diese im Laden an Wert verlieren. Wie sonst soll denn bitteschön der ganze Konsum finanziert werden? Man bekommt es ja schon aufgedrückt.

    Guck dir doch mal die Qualität an:
    Anstelle Fachkräfte werden dann Aushilfen eingestellt, statt made in Korea dann made in China, am Material wird gespart, usw....


    Euro = Teuro ist Bild-Niveau? So wird das aber von vielen empfunden, und in der Tat sind manche Preise hier und da fast 1:1.
    Geh mal essen, guck dir die Fahrpreise an.
    Und was hat eine Fender Mexiko vor 10-12 Jahren gekostet? Das gleiche, wie heute in €.
    Wenn man so einiges in DM umrechnet, das hätte man früher nicht ausgegeben.

    Aber was hat das denn damit zu tun, das die Preise für die CD's in den 20 jahren konstant geblieben sind, und was kostet heute bitteschön noch genauso wie damals? Ich glaube sonst nichts...
    Es wurde hier beklagt, das man sich die CD Preise aufgrund höherer Ausgaben nicht leisten kann, aber dann sind das doch die Preise schuld, die gestiegen sind, und nicht das, was im Preis gleich geblieben ist.

    Und klar, die Umstände sind anders, heute muss das Hobby Musik bei den jungen Leuten mit anderen Dingen konkurrieren, die früher nicht da waren.
    Aber trotzdem kann ich darüber nur den Kopf schütteln.

    Und ich bleibe dabei: Früher konnten sich die Leute WENIGER leisten als heute, weil sie eben nicht den ganzen Krimskrams haben mussten. Und man hatte trotzdem das Gefühl, das man finanziell mehr hatte.
     
  11. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

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    Erstellt: 20.06.07   #11
    Wäre schön :) Wird aber am Grundproblem nix ändern. Denn nicht nur die Firmen sind "raffgierig" sondern auch die Verbraucher.

    Sobald sich die Leute an CD-Preise von z.B. 10 Euro gewöhnt haben, rückt nach 2 Jahren die nächste Generation nach, die hier im Forum fragt: Warum ist eine mit 10 Euro CD so teuer? Dann sauge ich sie lieber...

    Und nach weiteren 2 Jahren sind dann 8 Euro zu teuer und so weiter....

    Das große Problem ist doch heute, dass jeder selber billig(er) bis umsonst was haben will, aber in seinem eigenen Job möglichst viel Geld verdienen will. Was wiederum nicht möglich ist, wenn sein Arbeitgeber den Billigforderungen von Kunden nachgibt. Man selbst will nix ausgeben, aber die Kunden, die einem den eigenen Job möglichst gut finanzieren sollen, tun es eben auch nicht.

    Das wahre Perverse sind doch zurzeit nicht CD-Preise von 15 oder 17 Euro, sondern UNternehmen, die bei nicht reduzierbaren Grundbedürfnissen gnadenlos abzocken: Die Strom, Gas, Öl-Lobby bedient sich nach Herzenslust und klaut mir das Geld für CDs etc. Wenn ich 25% Energie einspare, werden die Säcke die Preise anschließend um 50% raufsetzen, damit der Gewinn nicht kleiner wird. Mit der Pharmaindustrie genau das selbe. Weniger Medikamente werden verschreiben? Kein Problem, werden die eben teurer gemacht. Da kann ich sparen bis zum Gehtnimmer und am ende wird wird's trotzdem immer teurer.

    Wobei ich gerade in einem Musiker-Board immer wieder erstaunt bin, dass hier 99% der Member nicht als angehende Musiker argumentieren, sondern sich im Stile von Billigkonsumenten das Wasser abgraben, von dem sie insgeheim in Zukunft zu profitieren hoffen. Solange man selbst erfolglos ist, sind die Cds natürlich immer zu teuer, die Urheberrechte immer scheiße usw. Merkt ihr eigentlich noch was?

    Ich komme mir da manchmal als Aussätziger und von Gestern vor, nur weil ich es wage, als Musikschaffender mal gegen das Schülergelaber von Gesauge und Billigheimertum zu diskutieren. Das kann's net sein.

    Musik kann man sich illegal saugen - Strom, Gas, Wasser, Arzt, Benzin und Obst nicht. Logisch, wo die Reise hingeht... Und logisch, dass die Musikproduzenten und Musiker sich da wehren.

    Deshalb macht mir das auch immer weniger Spaß hier. Ich bin GEMA-Mitglied und meine Kompositionen bringen mir gelegentlich noch etwas Geld ein. Und dann kommen hier Möchtegernmusiker, die erzählen wollen, dass das alles scheiße ist und die Welt sich ungerecht gegen sie verhält? Selber Musik machen wollen aber sich beschweren, dass andere nicht zum Null- oder Billigtarif zu haben sind? Geht's noch?

    Schaut mal genau hin, wo euer Geld - oder das eurer Eltern - tatsächlich bleibt und wer euch in den letzten Jahren da zunehmend in die Tasche greift, so dass anteilsmäßig immer weniger für Hobbys übrig bleibt. Die Plattenfirmen sind es jedenfalls nicht, die Gitarrenhersteller und Musikhändler auch nicht.

    Ich zahle heute gezwungen 2000 EUR mehr pro Jahr für Energie, Bundesbahn, Arzt/Medikamente und Auto als vor 3 Jahren. Aber nicht 1 Cent mehr für CDs etc.

    Wenn ich heute für 14,99 im Supermarkt 'ne geile Musik-DVD abgreifen kann, bin ich glücklich und nicht enttäuscht, dass sie nicht 5 Euro kostet. Als ich angefangen habe Musik zu machen, kostete eine Langspielplatte 22 DM = 8 Stunden Schülerferienarbeit. Da war jede LP, die man sich abgespart hatte, eine Kostbarkeit. Heute herrscht ja überwiegend Ramschverhalten: Heul, wein, die bösen Musiker und ihre Plattenfirmen wollen mein Geld und da sie nicht für mein Taschengeld arbeiten wollen, sauge ich mir das eben...
     
  12. Mighty Scoop

    Mighty Scoop Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.06.07   #12
    Anstatt immer so auf die User zu gehen, die sich gelegentlich mal ein Album illegal runterladen, würde ich vielleicht eher mal gegen die Tauschbörsenabieter-und Server gehen und mich mal dafür einsetzen, dass der ganze illegale Kram von deren Sever genommen wird.

    Wenn ich nen Ferrari oder Porsche offen mit Schlüssel im Zundschloß unbeaufsichtigt auf der Straße stehen lasse, brauch ich mich auch nicht beschweren, wenn mir der geklaut wird.
     
  13. Katzilla

    Katzilla Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.06.07   #13
    Und ausserdem werden doch CD's billiger, wenn die Alben eine Weile raus sind, dann kosten sie manchmal um die 10, manchmal sogar nur noch 7€.
    Wenn man schon argumentiert, das der Elektronik-Krempel im Preis sinkt (klar, der möchte auch nicht im Laden stehen bleiben, und muss Platz für das neueste machen), dann muss man auch das beachten.
    Das ist dann aber wirklich Preispolitik und Abzocke der Plattenfirmen, wenn die für denselben Titel nach 20 Jahren noch immer den vollen Preis verlangen. (Metallica$h):screwy:
    Das gehört zurecht engeprangert.
     
  14. topo

    topo Threadersteller HCA Recording Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 20.06.07   #14
    OT on

    Wenn man das in Palermo (Bahnhof) macht - wird das Auto nicht geklaut.....:p
    (wahre Geschichte!)

    OT off

    Topo :cool:
     
  15. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.06.07   #15
    Vielleicht trifft das jetzt nicht auf alle zu, aber eine Beobachtung von mir ist, dass gerade die Leute, die viel ziehen oft Musikliebhaber sind und sich Musik aus allen Quellen besorgen. Die haben dann oft noch hunderte von CDs nebenher.

    Ich selber hab relativ schnell mit dem Runterladen von Musik aufgehört, einfach weils mir zu teuer wurde. Man lernt so viele neue Musik kennen und erweitert seinen musikalischen Horizont so dermaßen, dass man danach aus dem Kaufen gar nicht mehr rauskommt.
    In der Zeit hat sich meine Plattensammlung verdoppelt.

    Das trifft sehr wahrscheinlich nur auf mich und meinem Bekanntenkreis zu, der großteils genauso musik-freakig ist wie ich. Aber dieses "ich schick dir mal eben ein paar mp3's rüber" hat doch den Wert wie früher "ich mach dir eben ein Tape".
    Das hat eher Werbe- als Diebstahlcharakter. Nun ist die MI daran, was draus zu machen. Der Kunde ist ja durchaus gewillt, Geld zu bezahlen. Er ist aber nicht gewillt, sich kriminalisieren zu lassen.

    Das ganze ist zu einem Grabenkrieg zwischen Musikindustrie und Konsument geworden. Egal wer nun ursächlich daran schuld war, die MI ist erstmal vom Kunden abhängig, denn die können sich die Musik schlimmstenfalls auch direkt vom Musiker oder halt über Indie-Labels besorgen, falls die Industrie drumherrum kaputt gehen sollte.


    Wenn ein Hersteller teurer Uhren alle Uhrensammler verklagen würde, die auch ein Replikat in ihrem Besitz haben würden sie über kurz oder lang keine Kunden mehr haben, weil sie ansonsten treue Käufer in ernste Schwierigkeiten bringen. Dass das dem Hersteller nicht gerade Sympathie einbringt ist klar. Deswegen würde das ein Uhrenhersteller auch nie machen. Die Musikindustrie macht genau das, und das wird ihren Niedergang höchstens noch beschleunigen.

    Ich denke, der Trend wird dahin gehen, dass Musik immer direkter vom Produzenten (also den Künstlern) an den Konsumenten geht. Früher brauchte man finanzstarke Unternehmen, die Aufnahmen und Vertrieb bezahlen konnten. Heutzutage bekommt man für den Gegenwert eines gebrauchten Kleinwagens schon eine Bombenproduktion bzw. man kann für ähnlich viel Geld sich schon selber ein brauchbares Homerecordingstudio einrichten. Und das Internet ist ein ziemlich günstiger Vertriebsweg, für das man nicht mehr zwingend ein riesengroßes Label braucht.
    Und: was dazu kommt. Gerade die Musikfreaks sind anspruchsvoller geworden und wollen sich nicht von anderen diktieren lassen, was sie zu hören bekommen und was nicht. Ich freue mich über eine Endeckung einer kleinen Band, derren CD ich über die Homepage bestellen kann mehr als wenn ich von einer Plattenfirma per Anzeigenwerbung auf eine Band aufmerksam gemacht werde.


    Und noch ein paar Beobachtungen aus dem Softwarebereich bzw. Computerspielen, die sich vielfach auf Musik übertragen lassen: Nicht oder nur schwer kopierbare Medien (Nintendogames, die früher auf EPROMs ausgeliefert wurden) waren immer teurer. Es macht ja auch keinen Sinn, Software billiger zu machen, weil sie keiner kopieren kann. Das fände jeder BWLer ziemlich schwachsinnig, würde ich sagen.
    Dann: gute Spiele ohne Kopierschutz verkaufen sich sehr viel besser als schlechte mit Kopierschutz. Gutes Beispiel: Oblivian, kam für einen fairen Preis ohne Schutz, verkaufte sich wie geschnittenes Brot.
    Das ist 1 zu 1 auf Musik übertragbar. Erstaunlicherweise haben kleine Labels selten unter Kopien zu leiden. Vielleicht weil sie speziellere Musik anbieten? Nicht den typischen totproduzierten Einheitsbrei?


    ... nur ein paar Gedanken vor mir.
     
  16. Stoertebeker

    Stoertebeker Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 21.06.07   #16
    Gibts auch nur eine professionelle Band, die ausdrücklich aufgrund von Piraterie-Einnahme-Verlusten die Segel gestrichen hat?
     
  17. HolyDiver

    HolyDiver Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.07.07   #17
    Jop, der Cousin eines guten Freundes von mir hat letztens ne Rechnung über 4000 Euro ins Haus bekommen, weil die ihn wohl irgendwo beim downloaden erwischt haben. Auch ein weiterer Verwandter von diesem Freund hat ne Rechnung über 10000 Ocken bekommen.
    Seltsam find ich, dass die keine Hausbesuche machen, sondern die Sache direkt als bewiesen betrachten, wenn sie irgendwelche IPs da haben. Sowas sind doch keine handfesten Beweise. Wenn man schon solche dicken Strafen verteilt, sollte man wenigstens nen unangekündigten Hausbesuch machen und im PC des angeklagten mal nach Beweisen suchen.