Ausstieg aus der Atomenergie Pro und Contra

von MasterOfDesaster, 06.07.08.

  1. MasterOfDesaster

    MasterOfDesaster Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.08   #1
    Guten Abend,
    ich habe jetzt keinen Thread zu dem Thema gesehen und dachte mir, weil es gerade wieder so aktuell ist, dass es gut wäre einen zu starten!

    Bitte begründet eure Meinung dazu.

    Ich bin grundsätzlich für die SPD, allerdings hat sie dabei einen Fehler gemacht und ich finde das es einfach nötig ist die Atomkraftwerke, anstatt neuer Kohlekraftwerke zu bauen, zu erhalten. Evtl. wird es, wenn man keine effezient genuge andere Energiequelle findet, sogar nötig sein neue zu bauen.

    Für mich ist dies ein sehr interessantes Thema!


    Liebe Grüße
    Philipp
     
  2. morry

    morry Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 06.07.08   #2
    Ein ganz dickes PRO für die Atomenergie von meiner Seite. Die Energiepreise werden noch ungezügelter steigen, wenn die sicheren deutschen AKWs vorzeitig abgeschaltet werden. Das wird massive Auswirkungen auf die Konjunktur und besonders auf die kleinen und mittleren Unternehmen haben, das merkt man jetzt schon ganz deutlich.

    Es macht keinen Sinn, die ausgereiften deutschen Kernkraftwerke vom Netz zu nehmen, um dann die Energie wieder zu importieren, die in teilweise technologisch rückständigeren AKWs in Deutschlands Nachbarländern produziert wurde.

    Die gesteckten Öko-Ziele der Bundesregierung zur CO2-Reduktion sind nur erreichbar, wenn die Kernkraft in Deutschland bestehen bleibt.
     
  3. EDE-WOLF

    EDE-WOLF HCA Bass/PA/Boxenbau HCA

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    Erstellt: 06.07.08   #3
    ich finde die diskussion über die energiepreise im moment geradezu lachhaft verlogen:

    Auf der einen seite prostituiert sich miss merkel und ganz deutschland als "klimaschutznation" nummer 1, zum anderen beschweren wir uns über zu hohe energiepreise....


    ES GEHT NICHT BEIDES!

    Wenn wir weg vom Öl wollen wird es nunmal teurer, was langfristig eine sehr gute sache ist...


    Naja sorry zurück zum thema!


    AKWs pro oder kontra ist imho eine nahezu ausschließlich wirtschaftlich zu beantwortende frage:

    Es gibt bei gegnern stimmen, die von einer unwirtschaftlichkeit und einer übersubventionierung von AKWs sprechen!

    Ich vermag das nicht zu beurteilen da ich keine zahlen kenne.

    Die gefahr beim weiternutzen unserer AKWs ist, dass erneuerbare energien (und bitte: wir sollten endlich aufhören, nahrungsmittel zu verheizen...) und deren forschung langsamer als möglich etabliert werden...

    diese gefahr halte ich für ÄUßERST real und präsent.


    auf der anderen seite ist atomkraft im grunde zunächst mal eine recht saubere sache....

    Wir haben abfälle die kontrolliert gelagert werden können (ob dies gemacht wird oder nicht ist auch wieder diskussionswürdig)...

    Im unterschied zu den abfällen aus kohle und gas...

    Darüber hinaus sind wir unabhängiger von gas, kohle und öl.
    Steigt der ölpreis, steigen zeitversetzt auch gas und sogar kohlepreis.
    Der Preis für entsprechend angereichertes uran bleibt dabei sogar relativ konstant!


    Sollte es also nicht dazu kommen dass langfristige energieumstellung wieder verschoben wird und sollten sich AKWs wirtschaftlich rentieren, kann ich weiternutzung befürworten....
     
  4. Haianson

    Haianson Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.08   #4
    Ich finde das is die Wahl zwischen Pest und Cholera.....Natürlich is die Atomenergie zunächst mal sauberer als die Kohleenergie (man sollte aber bedenken das Uran auch zunächst mal gefördert werden muss etc)...aber die ultimative Lösung stellt es auch nich dar.

    Im Moment (bis es etwas Anderes..wirklich effizientes gibt) halte ich die Atomenergie aber wesentlich sinnvoller als die Energiegewinnung aus Kohlekraftwerken.
     
  5. MasterOfDesaster

    MasterOfDesaster Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.08   #5
    genau der selben Meinung bin ich auch Haianson...
    Um ganz kurz auf die teure Energie zurück zu kommen, wenn man Autos mit Wasserstoff betreiben will (was ja die einzige möglichkeit sien wird) dann muss der sprittpreis noch auf über 5euro ansteigen das es sich lohnt! (Quelle ist unser Physiklehrer)
     
  6. Cosinus

    Cosinus Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.08   #6
    Die Frage "Atomenergie - ja oder nein" hat mich schon kurz nach meiner Lehre (Ende der 70er) interessiert, und ich fand damals, dass, solange die Endlagerung verbrauchter Kernbrennstoffe nicht vollständig gelöst ist, dürfe man durch die Nutzung der Atomkraft keinen Raubbau an der Zukunft der Umwelt betreiben und sie deshalb nicht befürworten.

    Meine damalige Welt war damals recht einfach und klar geregelt: es gab nur "gut" oder "nicht gut".

    Mein damaliger Diskussionspartner, Sohn eines DDR-Ministers und vormals Student in Moskau, der danach in meiner Abteilung im VEB Elektronische Bauelemente Teltow arbeitete, hielt mir entgegen, dass auch konventionelle Kraftwerke wie die damals in der DDR üblichen Braunkohlekraftwerke die Umwelt stark belasten. Insofern sei Atomkraft die sauberere Lösung.
    Dieses Argument ist nicht leicht zu entkräften - auch heute nicht.
    Auch wenn Steinkohle bei der Verbrennung weniger Schadstoffe in die Umwelt entläßt als die damals "bei uns" (in der DDR) überwiegend verwendete Braunkohle.

    Atomkraft galt damals in der DDR-Öffentlichkeit als sauber und unproblematisch.
    Die Diskussionen und oft gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Kernkraftgegnern und der Polizei um Atomtransporte und Zwischenlager jenseits des "Eisernen Vorhanges" verstanden bei uns wohl nur wenige.
    Vielleicht schien uns das alles auch "zu weit weg". Bis zum 26.04.1986 -Tschernobyl.
    Ein Datum, das wohl niemand vergißt. Wie den 09.11.2001.

    Ein Sinnspruch auf der Heckscheibe eines Anfang der 80er Jahre in Berlin vor mir fahrenden Autos mit "B"-Nummer (die Ostberliner Kennzeichen begannen damals mit einem "I") fällt mir wieder ein, der mich damals sehr belustigte:

    "Wozu neue Atomkraftwerke? - Bei uns kommt der Strom aus der Steckdose."

    "Atomkraft - Nein danke!" gehört wohl in die selbe Kategorie. Sponti-Sprüche?

    So wurde also damals auch noch mit diesem Thema umgegangen.
    Inzwischen ist es sehr viel wichtiger geworden.

    Klar ist, dass Energieeinsparung eine sehr wichtige Rolle spielt, in der Deutschland ganz gut dabei zu sein scheint (auch wenn die Politik hier zuweilen übers Ziel hinausscheißt oder aber inkonsequent ist, ich denke da z.B. an die Vorschriften, Häuser zu isolieren, aber auf den dann oft notwendigen Einbau von geeigneten Belüftungen zu verzichten - so ergeben sich oft große Probleme mit Schimmel).

    Erneuerbare Energien wie Wind- und Wasserkraft sollten ein weiterer wesentlicher Bestandteil der aktuellen und zukünftigen Energiepolitik sein.
    Auch wenn mich erst letztes Jahr ein vermeintlicher Kenner der Branche darüber aufklärte, dass seiner Ansicht nach auch die konsequente Nutzung von Wind- und Wasserkraft und auch der Solarenergie völlig ineffektiv sei.

    Wie dem auch sei - mir scheint, wir werden wohl auf Kernkraft nicht verzichten können.
    Trotz aller Bedenken, die auch bei den zuletzt bekannt gewordenen Schlampereien in Assel wieder ihre Berechtigung bewiesen haben.
    Und die Politiker wissen das auch. Aber für den Wahlkampf ist das heikle Thema wohl eher ungeeignet.

    Und so sagen sie uns - wo es passend erscheint - höchstens (in Charlie-Brown-Manier):

    "Ich bin dafür, das wir dagegen sind."
    (Sinnspruch auf einem damaligen Aufkleber)

    Eine in allen Aspekten gute Lösung kann wohl aber nur ein Kompromiss und eine gesunde Mischung aus allen verfügbaren Energiequellen sein.

    Abgesehen davon, Lebensmittel in Brennstoffe umzuwandeln oder direkt zu verbrennen. Das halte ich schlicht für Frevel.
    Und Preistreiberei. Auch nicht so neu, Lebensmittel aus diesem Grunde zu vernichten.

    Wenn es irgendwann möglich ist, verbrauchte Kernbrennstoffe in die Sonne zu schießen und auch die anderen Sicherheitsprobleme, die der Atomkraft generell anhaften (Tschernobyl droht überall), so weit wie irgend möglich zu minimieren, dann erst ist sie eine gute Lösung als Hauptenergiequelle.

    Allein über den Preis (in Geld) zu entscheiden, welcher Energiequelle wir den Vorzug geben, halte ich zwar für üblich, aber zu kurz gedacht.
    Wir alle werden den Preis für unseren Energieverbrauch bezahlen müssen - aber nicht mit Euro's oder Dollar, sondern mit der Gesundheit unserer Natur und unserer Kinder.
    Diese Tatsache wird oft verdrängt.
     
  7. Fe7zn

    Fe7zn Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.08   #7
    Tja die Energiepreise...26% des Stroms kommen bei uns aus Atomkraftwerken, trotzdem gehören wir in Europa zu den Ländern mit den höchsten Energiepreisen. Der Preis wir an dieser dubiosen Strombörse erzielt und egal ob 100% Atomstrom oder 100% Kohle - zum höchsten Preis der möglich ist wird verkauft! Die marktbeherrschenden Stromkonzerne lassen in D bestimmt nicht die Preise sinken.

    Die Atomlobby will ihre Kühe weiter Melken, denn in Deutschland brauchen sie keine Rückstellungen für die Atommüllentsorgung ansparen, sondern überlassen es der Gesellschaft dafür aufzukommen.
     
  8. EDE-WOLF

    EDE-WOLF HCA Bass/PA/Boxenbau HCA

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    Erstellt: 06.07.08   #8
    Off-topic:

    Ich halte wasserstofftechnik/brennstoff auch für völlig unsinnig, weil der wirkunsggrad bei der wasserstoffsynthese imho sich nicht so schnell entwicklet wie die haltbarkeit von akkus!

    Anders gesagt: ich denke es wird sich binnen der nächsten 15 jahre das stromauto etablieren, eventuell (wobei ich das für gar nicht sooo wahrscheinlich halte) mit umweg über hybrid (elektro/verbrennung)

    die Akkutechnik ist in den letzten jahren immens fortgeschritten. Es ist durchaus möglich schnelle autos, strombetrieben zu bauen, die auch noch ne ausreichende reichweite haben, was evtl schwierig wird ist das "betanken"... ein schnellladeverfahren für solch immense kapazitäten stelle ich mir etwas problematisch vor....

    andererseits: man wird sein auto, außer bei langstrecke wahrscheinlich nie mehr leerfachen sondern jeden abend laden... so gesehen....


    wasserstoffsynthese würde imho nur in gebieten sinn machen, wo man mit hilfe von solarkollektoren und photothermik immense energie verballern KANN ohne dass es kostet (ich denke da an eine immense wasserstoffraffinerie im mittelmeerraum in saharanähe :D
     
  9. mrnouseforaname

    mrnouseforaname Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.08   #9
    naja, man sollte das ganze schon etwas kritischer betrachten.
    es gibt eine menge faktoren, die man in betracht ziehen sollte, bevor man sich äußert.
    die erzeugung von atomstrom ist risikobehaftet. daran gibt es keinen zweifel. ja klar, ist es vielleicht
    theoretisch 100% sicher, aber material ermüdet nun mal und menschen machen fehler. und die konsequenzen eines solchen fehlers in einem akw sind dann doch etwas gravierender. stichpunkt tschernobyl, harrisburg, windscale. und das jetzt immer noch nicht alles rund läuft zeigten: forsmark, brunsbüttel, krümmel...
    dazu kommt noch da ungeklärte problem der sogenannten endlagerung...

    natürlich kann man den weltweiten co2 ausstoß senken, wenn wir uns mehr auf atomstrom konzentrieren, aber das scheint mir keine wirkliche lösung zu sein, viel mehr eine verschiebung des problems. ja klar, wir haben ja noch nen paar millionen jahre zeit um uns um den abfall zu kümmern...
    desweiteren ist der abbau und die anreicherung von uran nicht co2-arm. was ist mit den uran-ressourcen? reichen die für immer? wieviel atomkraftwerke müssen weltweit gebaut werden, damit wir die klimaziele erreichen?
    die heuchelei der energieriesen trägt natürlich auch nicht unbedingt zur beruhigung bei. einerseits wird immer viel von atomstrom=sauberer strom geredet. andererseits wird das meißte geld immer noch in neue kohlekraftwerke investiert. so ernst scheinen die es ja nicht zu meinen mit dem klimaschutz...
    und wenn ich sowas (pdf) lese (studie zur krebshäufigkeit um deutsche akws im auftrag vom bundesministerium für strahlenschutz), dann naja, bekomme ich meine zweifel.

    fazit: die gewinnung von atomenergie ist äußerst riskant und anscheinend sind alle bereit dieses risiko zutragen, trotz diverser vorfälle in den letzten 50 jahren. und wenn dann wieder was passiert will es keiner gewesen sein? ich bin noch nicht überzeugt...
     
  10. <°}}}<

    <°}}}< Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.07.08   #10
    ich bin wohl einer der wenigen grünen-wähler die für den atomstrom sind. man sollte erstmal von den kohlekraftwerken wegzukommen.
    atomenergie ist zwar auch nicht das wahre, aber atomenergie pumpt auch keine treibhausgase in die luft.
    meinetwegen sollen die auch neue atomkraftwerke bauen um die energiekrise zu überwinden, aber dann sollen die auch ein wenig auf die sicherheit achten und die atommeiler unterirdisch bauen, so dass es nichts ausmacht wenn da n flugzeug gegeknallt.
    viel gefährlicher als deutsche atomkraftwerke sind irgendwelche alten gammelmeiler im ehhemaligen ostblock. da ists egal b wir noch atomkraft haben oder nicht, wenn da drüben wieder ein reaktor wie tschernobyl explodiert.
     
  11. mrnouseforaname

    mrnouseforaname Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.07.08   #11
    aber die gammelmeiler stehen nicht nur dort drüben, die stehen auch bei uns, in frankreich, schweden, england. wenn man sich teilweise mal anguckt, wie lange die da schon stehen.
    und die argumentation, man solle den atomausstieg nicht wagen, weil die nachbarn noch atomkraftwerke betreiben führt ja auch nicht irgendwo ins produktive...
     
  12. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 07.07.08   #12
    Die AKWs sind inzwischen amortisiert und werfen reingewinn ab, zumal die preise aller beteuerungen zum trotz hausgemacht sind. Stromkonzerne erhöhen ihre gewinne nicht durch innovationen und rationalisierung, sondern mit dem bleistift. Warum darauf verzichten?
    Das macht allenthalb schule und wird durch mimikry-gerede übertüncht, gläubige finden sich immer. Kauft aktien oder besorgt euch einen gut-dotierten posten (jeder kann direktor eines städtischen wasserwerkes werden, wie ich neulich hörte, als ein betroffener befragt wurde, warum er für eine simple tätigkeit so viel geld bekäme) und nehmt am fortschritt und wohlstand teil.
     
  13. topo

    topo HCA Recording Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 07.07.08   #13
    Es gibt weltweit keine Lösung für die Endlagerung von Atommüll !

    Insofern ist die Kostenbetrachtung für Atomstrom eine Milchmädchen Rechnung, da die eben die Kosten für die Endlagerung basierend auf einer noch nicht bekannten Technologie auf ca. 1000 Jahre nicht mit eingerechnet sind und auch nicht können.
    Nimmt man jetzt das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Art. 2,2 GG) zu Hilfe, müsste eine ganz neue Endlagerungs/Wiederaufarbeitungs Diskussion eintreten.
    Man befindet sich weltweit seit ca. 30 Jahren immer noch in der Erkundungsphase für die Endlagerung. Lächerlich...........

    Da hier in Deutschland nur wenige wirklich über Einsparungen nachdenken und auch was machen, ist die Energie immer noch viel zu billig.
    Nur wenige wollen wirklich am eigenen Verhalten etwas ändern.
    • Solange der Benzin und Diesel nicht mindestens 2,- € pro Liter kosten, wird sich beim Autofahren nicht wirklich was ändern. Obwohl das jetzt nur indirekt mit der Kernenergie zu tun hat.
    • Solange wir (die Verbraucher) immer noch z.B. Elektro Geräte ohne Ein- und Aus-Schalter (Standby) kaufen, wird sich auch wenig ändern. Engerieproduzenten freuen sich weiterhin über einen hohen Absatz. Usw. usw. - die Liste lässt sich fast unbegrenzt weiterführen.
    • Solange wir (die Verbraucher/Mieter) nicht endlich mal wirklich anfangen in einen Dialog über Engerieeinsparungen bei den Häusern, in denen wir wohnen, mit den Eigentümern zu treten, wird sich auch nur wenig ändern.
    • u.v.m.
    Ich kaufe - also bestimme ich!

    Topo :cool:
     
  14. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 07.07.08   #14
    Das ist beinahe so genial wie der britische opiumhandel, ein automatismus, einmal in gang gebracht, läuft er wie geschmiert: gewinne ins (private) kröpfchen, kosten und risiken der entsorgung ins (allgemeine) töpfchen.
    Bei der abfallwirtschaft steigen die preise, sobald weniger müll anfällt. Sparen wir energie, steigen die preise, ganz einfach: profit muss sein, und solange viele das für ein naturgesetz halten, wird es so bleiben.
     
  15. GEH

    GEH MOD A-Saiteninstrumente Moderator

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    Erstellt: 07.07.08   #15
    Selbest wenn es eine sichere Endlagerung gäbe und die deutschen Kraftwerke absolut sicher wären:
    Von dem Punkt der Uran-Förderung hat hier noch keiner geredet (außer ich habe das bei den viele Beiträgen überlesen):
    Da werden in Entwicklungsländern ganze Landstriche zerstört und Lebensgrundlagen für immer zunichte gemacht. :rolleyes:
    Das ist nicht überall ein saubere Sache, da denkt keiner dran, wenn das hier als saubere Engerie bezeichnet wird.
    Fairer Weise sollte man immer die ganze Kette von Förderung bis zu Entsorgung nach der Laufzeit betrachten. ;)

    Außerdem hinkt die Förderung an Uran den Verbrauch auch hinterher.
    Das muss nicht dauerhaft eine günstige Sache bleiben.
     
  16. Dream-Theater

    Dream-Theater Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.07.08   #16
    Ich bin grundsätzlich für AKWs da diese das CO2 Problem lösen.

    bei welcher energie wird den keine Natur/Lebensräume Zerstört?
     
  17. Fe7zn

    Fe7zn Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.07.08   #17
    Schön ist ja auch, das Betreiber von Atomkraftwerken sich nicht versichern müssen, für den Fall dass so ein Ding mal hochgeht. Dann wäre Atomstrom nämlich nicht so billig...aber schon ok, die Gesellschaft trägt die Kosten, macht ihr eure Gewinne.
     
  18. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.07.08   #18
    Ein überhasteter Atomausstieg ist nicht wirklich sinnvoll. Allerdings jetzt neue Meiler hochzuziehen ebensowenig.

    In Atomstrom flossen und fließen Gelder - gegen die sind die Subventionen für Windkraft nicht mal ein Fliegenschiss. Sauber sind sie hier, aber den Dreck lassen wir halt woanders. Allein die Uranförderung ist so ein Skandal für sich, die Endlagerung ist noch nicht geklärt.
    Das ist alles für sich noch kein Argument für den sofortigen Ausstieg, weil der Bedarf noch sehr hoch ist. Aber von sauberer Energie zu sprechen ist mal sowas von verfehlt.

    Kohlekraftwerke für den Übergang sind jedoch gar nicht so verkehrt. Zum einen sind die relativ günstig, verglichen mit Atomkraftwerken und zum anderen belasten sie die Umwelt nicht halb so viel wie es anscheinend in der öffenlichen Meinung der Fall ist.
    Ich hab das Gefühl dass viele denken da wird eine Dampfmaschine an einen übergroßen Fahrraddynamo angeschlossen. ;)

    Die Kohle wird hochfein zermahlen und dann unter sehr genau kontrollierten Bedingungen hinter zich Filteranlagen verfeuert. Man kommt da auf erstaunliche Wirkungsgrade. Klar ist das nicht so sauber wie Wind/Sonnenenergie, aber in meinen Augen als Übergang für die nächsten 20-30 Jahre die deutlich bessere Lösung als neue AKWs.
     
  19. EDE-WOLF

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    Erstellt: 07.07.08   #19
    risiege solarflächen in der mittleren sahara...
     
  20. Ben723

    Ben723 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.07.08   #20
    Wozu benötigen wir bitte eine Übergangstechnologie?

    Schon heute produzieren die regenerativen Energien in D mehr Nutzleistung als die Atomkraftwerke, die mit 2/3 der Primärenergie Flüsse heizen.

    Ansätze für die Zukunft sind:

    Desertec
    Solarthermische Kraftwerke in der Sahara

    das Regenerative Kombikraftwerk
    Erfordert Netzausbau auf dezentrale Erzeugung, seit 2006 erprobt, siehe Link

    Variable Strompreise
    DIE Lösung für einen hohen (->100%) Anteil regenerativer Energien


    Was die Atomkraft angeht halte ich es mit Jürgen Trittin:
    Bericht über Asse auf Spiegel.de