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Bandkollegen und Ihre politische Einstellung

von Cookiemoenster, 31.12.16.

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  1. Cookiemoenster

    Cookiemoenster Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.12.16   #1
    Bin mir nicht ganz sicher ob es hierher gehört. Im Zweifel bitte verschieben liebe Mods.

    Wie haltet ihr es mit Bandkollegen bzw. potentiellen Mitspielern und deren politischen Einstellungen.

    Konkreter Anlass für meine Frage ist unsere momentane Bandsituation. Sind auf der Suche nach einem neuen Mitmusiker und haben festgestellt dass wir hier doch sehr wählerisch sind.

    Wir machen keine politische Musik aber vertreten doch alle eher einen linksliberalen Standpunkt.
    Durch Facebook und Co. ist es ja ein leichtes jemanden im Vorfeld zu durchleuchten und Kandidaten die eher dem rechten Spektrum zuzuordnen sind kommen nicht in Frage.

    Wir hatten auch mal einen Gitarristen der eigentlich ein netter Kerl ist. Aber bei der Aussage er spielt ungern David Bowie weil der ja mal in Frauenkleidern aufgetreten ist stellen sich bei uns die Nackenhaare auf.
     
  2. Shubidu

    Shubidu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.12.16   #2
    Gute Frage...kann ich gut verstehen und finde es immens wichtig, dass man politisch so einigermassen klarkommt.
    Das ist zuerst wohl nicht unbedingt Thema, aber das kommt dann irgendwann und ich hatte da auch schon Begegnungen mit Musikern, wo ich nach paar Proben Nein sagen musste,
    weil mir deren rechte politische Einstellung total auf den Keks ging. Ich will mit solchen Leuten keine Musik machen.
    Lange Rede kurzer Sinn, mir ist ne politische Einstellung schon wichtig, muss aber nun nicht völlig gleich sein.....aber so ein Grundkonsens sollte da sein.
    Und wenn sich jemand über Bowie beschwert, der mal Frauenkleider getragen hat, wäre mir das erstmal egal....das hat er eh nur wegen business as usual gemacht. Würde es weitergehen und er/sie weiterhin dahingehende Freiheiten kritisieren, hätte ich ein echtes Problem damit.
     
  3. skerwo

    skerwo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.12.16   #3
    Fällt für mich unter das Thema menschliches Miteinander in der Band und da spielt das neben vielem anderen auch eine Rolle. Ich kann weder mit einem Nazi noch einem Anarcho Musik machen!
     
  4. Errraddicator

    Errraddicator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.01.17   #4
    Ich bin da entspannt, solange es nichts extremes ist.
    Wie weiter oben geschrieben, muss es weder der waschechte Nazi noch der Anarcho noch der religiöse Fundamentalist sein.
    Ob jemand Linke, Grüne, FDP, SPD, CDU oder Afd wählt, das wäre mir egal, solange der Rest passt. :)
     
  5. Tracii

    Tracii Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.01.17   #5
    Und solange die Missionierung ausbleibt. ;)

    Ich habe bereits mit sehr Linken, mit Autonomen und mit AfD-Wählern Musik gemacht. Das war möglich, weil ich mich mit den Leuten nicht zum politischen Stammtisch getroffen habe, sondern zur Lärmerzeugung. Und es war möglich, weil keiner seine ideologischen Überzeugungen ungefragt auf den anderen gehäuft hat. Man kann sich auch eine Stunde im Proberaum gemütlich beim Bier unterhalten, ohne über Politik zu sprechen - ja, das geht. :D

    Wenn das Thema aufkommt, stellt man fest, dass man unterschiedlich denkt. Na und dann? Soll ich jetzt nur noch mit Leuten musizieren, die so denken wie ich? :eek:
     
  6. Errraddicator

    Errraddicator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.01.17   #6
    So sehe ich das auch. Alles andere wäre auch paradox.
    Es monieren heutzutage alle unisono, dass Vielfalt gut ist, dass man aufeinander zu gehen solle, usw.
    Aber sobald es das eigene Umfeld betrifft, dann direkt alles aussieben, wo die politische Einstellung nicht 90%ig passt?

    Man kann durch unterschiedliche Meinungen nur dazu lernen.
    Kommt man dann weiterhin auf keinen Nenner lässt man das Thema eben bleiben, wie Du richtig angemerkt hast.
    Ist in der Familie auch nicht anders. :)
     
  7. andiu

    andiu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.01.17   #7
    Genau, wer Vielfalt sagt muss auch Vielfalt leben. Sofern es musikalisch passt ist die politische Einstellung (ohne Missionierung) nachrangig. Als sehr junge Band, jetzt am Alter der Beteiligten festgemacht, ist es vergleichsweise einfach eine gemeinsame Linie in so ziemlich allem zu finden, gleiche Generation, gleiche Erfahrungen und so. Das sollte aber nicht zum Idealbild einer Band mutieren, ideal wäre doch besser der musikalische Konsens. Je älter die Beteiligten werden dest mehr unterschiedliche Erfahrungen versammeln sich, was ggf. auch unterschiedliche Ansichten und Wahlverhalten bedingt. Sofern die einzelnen immer noch gesprächsbereit sind bzw. sein können, kein Thema.
     
  8. ValleysOfNeptune

    ValleysOfNeptune Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.01.17   #8
    Meine Meinung zu dem Thema ist ähnlich wie die von den meisten, die hier schon geschrieben haben. Solange niemand versucht mir seine Meinung aufzuzwingen, oder der Band einen Stempel aufzudrücken, ist es mir egal. Ich selber bin ein relativ unpolitischer Mensch und auch wenn ich zu den meisten Themen, die unsere Politiker gerade beschäftigen eine klare Meinung habe, so muss ich diese ja nicht immer lauthals raus schreien und jeden davon überzeugen wollen, dass seine Meinung falsch ist. Dieses Verhalten beobachtet man ja oft bei Extremisten, egal ob links oder rechts. In meinem Freundeskreis sind Leute, von denen ich jeweils weiß, dass sie die Linke bzw. die AFD wählen. Interessiert mich null. Schon allein deshalb, weil ich kein Teil eines Systems sein will, in dem es nur "Nazis" und "Gutmenschen" gibt. Den ganzen Tag bekommt man Diskussionen zwischen beiden Parteien mit, die zu nichts führen. Sei es im Büro, in der Bahn, in der Bar,... im Proberaum habe ich besseres zu tun, als mir solchen Mist anzuhören.
     
  9. Plektomanic

    Plektomanic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.01.17   #9
    Weil er das "Tuntige" (Androgyn würde besser passen , ich weiss) an einer Phase Bowies nicht mag (spielen tut er die Songs doch ?) habt ihr ihn rausgeworfen ..toll ....ist auch eine Art von Kulturimperialismus ;).
    @ValleysOfNeptune : :great: Du sagst es ..Musik sollte Menschen zusammenbringen ..GERADE solche die sich vielleicht an anderer Stelle bekämpfen würden ...
     
  10. marcel71

    marcel71 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.01.17   #10
    Es ist eine Sache, ob man jemanden mit dieser Einstellung mag oder nicht.

    Aber dazu kommt noch, dass dieser Gitarrist, wenn er keine Lieder von Leuten spielen will, die mal in Frauenkleidern aufgetreten sind, sich musikalisch einschränkt. Und damit auch seine Mit-Musiker musikalisch einschränkt.

    Darf die Band dann nix mehr von Bowie spielen? Nix von Queen? Welche männlichen Bands sind noch gelegentlich in Frauenkleidern aufgetreten?
     
  11. käptnc

    käptnc Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.01.17   #11
    Was ich nicht haben kann ist wenn Musik für politische Zwecke missbraucht wird (politische Texte, Nazibands etc.).
     
  12. Cookiemoenster

    Cookiemoenster Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.01.17   #12
    Er hat die Songs aus diesem Grund nur ungern und deshalb auch nicht besonders gut gespielt. Das war aber nicht der Trennungsgrund. Tut zwar nix zur Sache aber wir sind im Guten auseinander gegangen weil´s erstens musikalisch nicht 100%ig gepasst hat und er zweitens wieder mehr mit seiner alten Band machen wollte.

    Was nicht immer gleich reininterpretiert wird....
     
  13. kaputier

    kaputier Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.01.17   #13
    Unbedingt! Ein Gesinnungstest ist Grundvoraussetzung! Schließlich hat jeder das Recht, das Gleiche zu denken!

    Simple Unterhaltungen mit dem Kandidaten würde ich vermeiden. Der Neurechte wird nur versuchen, Menschlichkeit zu heucheln und wir alle wissen doch, CSU, FDP, AFD...naja.
    Besser Plattenschrank und Bücherregal inspizieren, bzw. I-Pod und Browser-Historie. Ein paar unverfängliche Fragen. Mal heimlich sein Umfeld "durchleuchten". Diskret, versteht sich. Und nicht vergessen, Notizen zu machen. Vielleicht sollte man auch Akten über die verschiedenen Bewerber anlegen...

    Oh Man. Vor ein paar Jahrzehnten hätten Dir in Deutschland einige vielversprechende Karrierewege offengestanden...
     
  14. andiu

    andiu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.01.17   #14
    Da kann man keinem einen (größeren) Vorwuirf draus machen. Jeder guckt halt wie das neue Bandmitglied so drauf ist. War ja früher auch nicht anders. Heute gibts Facebook und Co was die Recherche "erleichtert" und man hat die Möglichkeit, jemandem bereits im Vorfeld zu "selektieren". Früher hat man vielleicht ein paar Tage/Monate/Jahre gebraucht bis man feststellte, dass das neue Mitglied nicht an das fliegende Spaghettimonster glaubt oder eine Weltanschauung hat die so gar nicht mit der eigenen konform geht. Die Frage ist halt, wie man damit umgeht.
     
  15. Cookiemoenster

    Cookiemoenster Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.01.17   #15
    Hui! Da wird aber wieder mal fleißig reininterpretiert. Ich bzw. wir als Band sprechen niemanden seine Gesinnung ab. Wenn sich aber per Facebook jemand meldet sieht man sich zwangsläufig das Profil an. Wenn uns dann dort nur ausländerfeindliche, homophobe und sonstige Beiträge bis hin zum Wunsch nach Vergewaltigung für die Gutmenschenschlampen entgegenspringen und als Lieblingsbands nur politisch weit rechts stehende Bands kommen dann können wir sehr wohl entscheiden dass wir uns mit so einem Menschen keine Musik machen wollen bzw. eigentlich gar nichts zu tun haben wollen.

    Wir sind eine reine Hobbyband und für uns steht neben der Musik auch die Freundschaft ganz weit oben und Freunde kann man sich aussuchen.
    Als Profimusiker der damit Geld verdient sieht die Sache wahrscheinlich anders aus.
     
  16. hotlick

    hotlick Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.01.17   #16
    "Sozialkompetenz" ist jedenfalls für mich eine Grundvoraussetzung, um gemeinsam Musik zu machen - selbst dann, wenn es um einen Sideman-Job gehen sollte; selektive "Sozialkompetenz" nach dem Motto: "Auslese" ist keine und somit asozial ausgerichtet. Deshalb - ob man es nun will oder nicht - ist dies in gewisser Weise auch eine konsequente gesellschaftspolitische Entscheidung, der jedoch ein klärendes offenes Gespräch vorausgehen sollte, denn manchmal kann man auch eine "rechte" und somit im Grunde unsoziale Gesinnung auf ganz einfache Weise ins Wanken bringen. Zudem sehe ich dies genau so bezüglich einer eventuellen Selektion eines Publikums; wer ein Problem damit hat, vor Flüchtlingen, Muslimen, Christen, Juden, Schwulen oder überhaupt nicht vor Andersdenkenden zu spielen, sollte sich eine Band in seinem "kleingeistigen" Dunstkreis suchen, denn wenn überhaupt etwas Grenzen überwinden kann, dann ist das Musik - einer der Gründe, warum ich sie mache. ..... und weil ich wegen dieser meiner Denkweise ein "Linker und/oder Sozi" bin, konnte mich aufgrund mangelnder stichhaltiger Argumente bislang niemand vom Gegenteil überzeugen - es geht um "Sozialkompetenz" - um nichts anderes. ;)

    Grüße - hotlick
     
  17. Cookiemoenster

    Cookiemoenster Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.01.17   #17
    Meine eigene Toleranz oder Sozialkompetenz hört da auf wo ich auf Menschen treffe für die Toleranz generell ein Fremdwort ist. Das ist für mich bei den Rechten aber natürlich auch bei anderen Fanatikern jeglicher Couleur der Fall.
    Vielleicht bin ich da engstirnig aber dazu stehe ich.

    Ein Punkt stößt mir bei der ganzen momentanen Diskussion sowieso immer wieder auf:
    In meiner Jugend waren sie Skinheads, Faschos, Rechtsradikale und Neonazis.
    Heute soll ich sie akzeptieren weil sie Hippsterbärte, Sakko und Seitenscheitel tragen?

    Alleine wenn man sich die politische Vergangenheit vieler dieser neuen rechten "Politiker" egal ob in D oder AUT ansieht sollten doch alle Alarmglocken läuten.
    Holocaustleugner? - Kavaliersdelikt
    gewaltbereiter Skinhead? - Lausbubenstreiche
    div. einschlägige Vorstrafen? - egal

    In den 90ern sind viele gegen diese Leute zurecht auf die Straßen gegangen.
    Heute lassen wir uns einreden sie seien in der Mitte der Gesellschaft angekommen?

    Genau hier endet meine Toleranzgrenze und meine political correctness. Mit Sozialkompetenz hat das für mich auch nichts mehr zu tun.
    Ein Neonazi bleibt ein Neonazi auch ohne Glatze, Bomberjacke und Springerstiefel.
     
  18. hotlick

    hotlick Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.01.17   #18
    @Cookiemoenster - da muss ich Dir widersprechen, auch "mangelnde Sozialkompetenz" hat etwas mit "Sozialkompetenz" zu tun, denn genau darin liegt doch der "rechte Hund" begraben. Ich denke Sozialkompetenz ist langfristig das einzige wirksame Mittel gegen asoziale Denkweisen, wozu selbstredend auch Rassismus, Nationalismus, Homophobie, polarisierender Fundamentalismus etc. gehören. ..... aber auch Neoliberalismus zählt zu den asozialen Faktoren. .... und es ist ja kein Zufall, dass sich all das im Spektrum der rechten Denke wiederfindet.

    Was die "Mitte der Gesellschaft" betrifft, hat mir bislang noch niemand erklären können, was das eigentlich ist; selbst wenn es sich der Logik entsprechend um einen Mix aus gleichen Anteilen von Links und Rechts handelt, was selbstredend niemand zugeben will, der sich selbst als "Vertreter der Mitte" bezeichnet, bleibt der Begriff "Mitte" doch sehr schwammig. Fakt ist, wenn man überhaupt eine Ahnung bezüglich dessen bekommen will, was eine "Mitte" zur "Mitte" macht, führt kein Weg daran vorbei, sich damit auseinander zu setzten, was "Links" und "Rechts" jeweils inhaltlich aussagt, denn sonst macht "Mitte" keinen Sinn.

    Die rechte Denke hat nicht die Mitte erobert - sie war darin schon immer vorhanden - nur wollte davon in den letzten Jahrzehnten niemand mehr etwas wissen, weil sich nahezu alle das Deckmäntelchen "Mitte" über gezogen haben - klingt ja auch gesünder. Heute ist es etabliert, dass Leute wie Seehofer & Co. mit ihrer Politik gar nicht mehr offen als "rechts" bezeichnet werden, weil niemand mehr darauf schaut, was inhaltlich als "rechts" zu bezeichnen ist. Die Grenzen zwischen inhaltlich "rechtskonservativ", "rechtsnationalistisch" bis hin zu "rechtsextrem" sind fließend, und das ist den Beteiligten unangenehm.

    Einerseits macht man einen auf "Mitte" und andererseits macht man gar keinen Hehl daraus, sich etwa auf Ex-CSU-Chef Strauß zu beziehen, der damals sagte: "Rechts von der Union darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben". Seitdem die NSU-Bande aufgefallen ist und so langsam klar wurde, dass man sich nicht weiter auf dem rechten Auge blind stellen kann und jetzt, da sich PEGIDA, AfD etc. bemerkbar machen, kommt man in den Konflikt, der sich daraus ergibt, dass die bislang vorgetäuschte "Mitte" als Alibi zu bröckeln beginnt:

    Streit über Strauß-Zitat - Wie rechts darf die Union sein? (faz)

    ..... man darf an dieser Stelle auch nicht unterschlagen, dass auch die SPD sich spätestens mit Schröder das Mäntelchen "Mitte" über gezogen hat und dabei immer weiter Richtung "rechtskonservativ" - insbesondere in wirtschaftlichem Sinne mutierte - mit den Grünen verhält es sich ganz ähnlich, und die FDP stand schon immer primär wirtschaftlich rechts. Kurz: man hat Jahrzehnte lang ein Theater vorgeführt und so getan, als wäre "rechts" in der etablierten Politik kein Thema mehr. Man war sogar so dreist, zu behaupten, alles würde sich nach "links" bewegen, während der rechtskonservative Neoliberalismus die schönsten Blüten trieb und treibt.

    Diese scheinheilige Haltung und das Unterschlagen "rechter Tatsachen" im öffentlichen Diskurs hat unterm Strich dazu geführt, dass sich der rechte Rand immer wohler fühlen durfte und aus der Deckung kam.

    Nochmal: das einzige, was man diesen Auswüchsen entgegensetzen kann, ist konsequente "Sozialkompetenz" und das Aufdecken dessen, was an "rechter Denke" von Hause aus unsozial ist - ob in der Band oder im sonstigen sozialen Umfeld. Für falsch halte ich Ausgrenzen jeglicher Art, denn dann greift man selbst zu "rechten" Mitteln; man kann und muss schlussendlich selbst darüber entscheiden, mit wem man Umgang pflegen und/oder Musik machen will - sprich: ggf. gehen, wenn man sich das nicht geben will.

    Grüße - hotlick
     
  19. Oktaktan

    Oktaktan Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.01.17   #19
    Politik hat in einer Band nichts zu suchen.

    Was soll das z.B. für eine Bluesband sein, wenn ein Bandmitglied farbige Menschen abwertend beurteilt
    und gleichzeitig deren Songs spielt ?
    Vielleicht noch: "Johnny Winter ja, B.B. King nein"

    Solche Leute sollen sich eine politisch orientierte Band suchen und viel Spaß.
     
  20. Shubidu

    Shubidu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.01.17   #20
    Ja richtig...und genau deswegen hat Politik was in einer Band zu suchen......jedenfalls etwas, für den einen mehr, für den anderen weniger.