Begriffserklärung: proletarische Ballade HILFE

von praesident118, 15.01.08.

  1. praesident118

    praesident118 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.01.08   #1
    Hallo,

    ich muss in Musik einen Vortrag über politische lieder halten. Wikipedia sagt mir, dass sich diese unter anderem in proletarische balladen unterscheiden.

    Kann mir bitte jmd. erklären, was proletarische balladen sind?
    Google war dessen nicht mächtig.

    wäre euch echt dankbar, hab scho überall gesucht...

    ...nur mal ganz kurz erläutern


    Danke
    praesi
     
  2. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 15.01.08   #2
    Die betreffenden texte von B.Brecht stehen in nachfolge von Francois Villon's balladen oder sind nachdichtungen. Unter diesen stichworten wirst du fündig werden.
    Komponisten: Kurt Weill, Hanns Eisler, Paul Dessau.
     
  3. praesident118

    praesident118 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.01.08   #3
    also kann man sagen, dass das vertonte balldaden sind??
     
  4. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 15.01.08   #4
    Nicht unbedingt, aber verbreitet und populär wurden sie von Ernst Busch und anderen singenden schauspieler/n/innen (May, Milva).
    Die ballade ist im grunde eine literarische gattung,: lyrik mit epischen (erzählenden) und dramatischen (wechselrede) elementen.
     
  5. praesident118

    praesident118 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.01.08   #5
    und vom inhalt her, wäre das ganze doch mit einem arbeiterlied vergleichbar, oder?
     
  6. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 15.01.08   #6
    Ich tue mir schwer mit definitionen, weil ich zuviele zwischentöne kenne. Ob arbeiterlied oder proletarische ballade, möchte ich nicht entscheiden, ich bin keine autorität auf dem gebiet. Im ersten falle könnte man die nähe zum volkslied (adaptionen wie das soldatenlied zum lied über Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg "Auf, auf zum kampf!" oder die übernahme des Andreas-Hofer-liedes als "Dem morgenrot entgegen") sehen, im anderen zur literatur, aber das sind auch unscharfe begriffe.
    Mach dir eigene gedanken, begründe und verteidige sie!
     
  7. rubberbeat

    rubberbeat Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.01.08   #7
  8. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 16.01.08   #8
    Jede bereicherung ist willkommen und die links lesenswert. Danke!

    Was wir freilich ausklammern müssen sind die "kampflieder der NSDAP", die es ja auch gab, und die in heftform auf jahrmärkten für 10 pfennige angeboten wurden.
     
  9. Effjott

    Effjott Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 16.01.08   #9
    Das politische Lied in Vergangenheit und Gegenwart in einem Vortrag (ich nehme an für den Musikunterricht in der Schule - und dann sicherlich zeitlich stark begrenzt) umfassend darzustellen, ist m.M. nach nahezu unmöglich.
    "Proletarische Ballade" als Begriff ist mir unbekannt, ich nehme aber an, wie ich oben lesen konnte, dass "Arbeiterlieder" gemeint sind.
    Politische Lieder als Ausdruck engagierten Eintretens für demokratische Prinzipien und die Emanzipation sozial unterdrückter Schichten haben eine lange Geschichte und leben in der Gegenwart weiter: In den Liedern aus der Revolutionszeit von 1848 wird der Freiheitsdrang des Volkes sichtbar. Bekannte deutsche Dichter wie Heine, Freiligrath und Herwegh stellten sich auf die Seite der Freiheitsbewegung. Bereits drei Jahrhunderte zuvor brachten die Bauern ihren Protest gegen die Obrigkeit in Liedern zum Ausdruck. Und auch in der Folgezeit (Lieder des Dreißigjährigen Krieges, Lieder gegen die Dorfarmut) sind immer wieder Lieder demokratischen Inhalts entstanden.
    Neben dem einstimmig gesungenen Lied gab es dann später auch andere musikalische Aktivitäten wie Chorgesang, Orchester, Kabarett u.ä.
    Als sich in Deutschland die Arbeiterbewegung organisiert hatte(etwa 1867) und ein erster "Arbeitersängerbund" gegründet war(1877), trat das "Arbeiterlied" immer mehr in Erscheinung. D a s Arbeiterlied schlechthin gab es nicht, es gab eine vielfältige Form von Arbeiterliedern. Ich bezeichne sie der Einfachheit halber folgendermaßen:

    1. Die "Klassiker" : "Die Internationale", "Die Marseillaise", "Das Bundeslied"(Bet`und arbeit`...) u.ä. Gemeint sind hiermit die Hymnen, die allgemein bekannt und nicht nur in Deutschland populär waren und häufig einen Refrain aufweisen.

    2. Die"Arbeitervolkslieder": Dieser Begriff ist geprägt von Wolfgang Steinitz (Autor des Standardwerkes "Deutsche Volkslieder demokratischen Charakters aus 6 Jahrhunderten") und meint eher leicht singbare, mit kleinem Ambitus versehene Lieder, die häufig einen etwas sentimentalen Charakter zeigen wie " Das Leunalied", "Der kleine Trompeter", "Auf, kleiner Tambour" u.ä. Hier liegt meistens kein Refrain vor.

    3. Die Lieder der Agitprop - Truppen und die Eisler`schen Kampflieder:
    Vor allem Eisler komponiert in den 20er Jahren viele Kampf - und Marschlieder, die sehr großen Bekanntheitsgrad erlangten wie "Solidaritätslied", "Einheitsfrontlied", "Der rote Wedding" u.a. Besonders die Lieder Eislers sind musikalisch von einem höheren Differenzierungs-und Schwierigkeitsgrad als die "Arbeitervolkslieder".

    Günter hat bereits darauf hingewiesen, dass die Kampflieder der NSDAP hier auszuschließen sind.

    Vielleicht kann dieser Link noch weiterhelfen:

    http://www2.igmetall.de/homepages/recklinghausen/file_uploads/4074.pdf

    Beste Grüße
    Effjott
     
  10. Effjott

    Effjott Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 16.01.08   #10
    Vor gut 30 Jahren hatten die sog. Liedermacher mit politischen Liedern große Erfolge.
    Zu nennen sind da: Wolf Biermann, F.J. Degenhardt, Dieter Süverkrüp, Hannes Wader u.a.
     
  11. tantrix

    tantrix Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.04.08   #11
    Ist viell. schon Asbach dieser Thread. Aber der Vervollständigung wegen:
    Es gibt auch Arbeitslieder. Die sind z.T. Kritisch, politisch.
    Ich denke an z.B. Shantys.
    Aber auch Bluesnummern. Mr. Richman z.B. und überhaupt von Bessie Smith. Auch mal bei den Jug Bands gucken.
    Harry Belafonte hat einige Arbeitslieder geschrieben. Hey Mr. Tallyman z.B.
    Auch Country kennt Arbeitslieder. Take this Hammer z.B. Ein Song über die fristlose Kündigung.
    Dann gab es Arbeiterlieder aus der Zeit der Anarchisten. In Deutschland 20er jahre. auch bei den Kommunisten.
    Andrè Heller hat mal ein Konzert veranstaltet mit anarchistischen Liedern der Portugiesen und Spanier. Ich glaube auch gefilmt. Der Freiheitskampf ist ja noch nicht so lange her. Hier vermute ich mal proletarische Lieder.
     
  12. olliB.

    olliB. Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 23.12.08   #12
    Bin gerade beim Stöbern und will hier mal die Frage anschließen, ob jemand einen Politsänger kennt, der Peter Paul Zahl heißt. Auf einer Party in den frühen 80ern lief mal ein Tonband mit Sachen, die ich als sehr kompromisslos und scharf erinnere – ich hoffe, der Name stimmt (könnte auch ähnlich sein).

    Grüße
    olliB.
     
  13. Effjott

    Effjott Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 23.12.08   #13
    Ich habe den Namen noch in Erinnerung aus der Zeit der 68er, als alles so hochpolitisiert war. Allerdings ist er mir nicht als Sänger bekannt, sondern als Schriftsteller, wenn der hier gemeint ist:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Peter-Paul_Zahl
     
  14. olliB.

    olliB. Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 23.12.08   #14
    :great: Das muss er tatsächlich sein. War dann vielleicht eine Aufnahme, bei der zur Lesung irgendwer mit Gitarre untermalt hat. Oder es lief zusätzlich noch andere Musik :p.

    Vielen Dank!

    Grüße
    olliB.
     
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