Beweispflicht bei technischem Transportschaden?

von Primex, 19.08.05.

  1. Primex

    Primex Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.08.05   #1
    Hallo,

    Es geht darum, dass ich mein Engl Powerball nächste Woche verschicken möchte, vermutlich per GLS oder DHL. Doch wie sieht es aus, wenn ein technischer Transportschaden vorliegt? Wie sieht es da mit der Beweispflicht aus? Reicht es aus Zeugen zu haben die die Funktion vor dem Verpacken gesehen haben?

    Danke für Hilfe!
     
  2. Sticks

    Sticks Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 19.08.05   #2
    Eigentlich schließt das eine (technischer Schaden) das andere (Transportschaden) aus, mal abgesehn von einem inneren Fadenbruch bei Röhren.

    Zudem: Du kannst dem Empfänger allenfalls durch die Empfangs-Quittung des Frachtführers (KEP) beweisen, daß du den Verstärker mit Verpackung in einem äußerlich erkennbar einwandfreiem Zustand übergeben hast. Mehr nicht.
    Warum auch sollte der Transportdienstleister eine einwandfreie Funktion vor der Beförderung bescheinigen :confused:

    Im übrigen kommt es - auch was Beweisfragen angeht - auf den Vertrag zwischen Dir und dem Empfänger sowie auf die Gefahrentragung an.

    EDIT: Schau mal hier http://www.transportrecht.de/ rein.
     
  3. NorthWalker

    NorthWalker Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 19.08.05   #3
    Eine Bekannte von mir hat vor einiger Zeit einen Scanner, wirklich superstabil verpackt und mit großer Aufschrift "Vorsicht!! Inhalt zerbrechlich!!" versehen, per DHL verschickt.

    Als das Paket dann beim Käufer ankam sah es aus als wäre es unterwegs unter eine Dampfwalze gekommen. Der Scanner darin hat es nicht überlebt und der Käufer wollte sein Geld zurück. Um nicht auf den Kosten und einem nun kaputten Scanner sitzenzubleiben hat sie das Paket bei DHL als Transportschaden gemeldet.

    Um den Zustand des Pakets nach einem Schadenfall zu überprüfen hat die DHL eigene Abteilungen, der Empfänger mußte das Paket bei seiner Paketannahmestelle abgeben, die schickten es dann zur Überprüfung weiter.

    Gesehen hat sie keinen Cent, obwohl das Paket wirklich super verpackt war. Die Entschädigung wurde mit folgender Begründung abgelehnt: Ein durch die DHL befördertes Paket muss so verpackt sein das der Inhalt einen Sturz aus etwa 2 Meter Höhe (Verladerampenhöhe plus Armhöhe des darauf stehenden Verladearbeiters) unbeschädigt übersteht.

    Nur wenn ein Paket so verpackt ist und der Inhalt beim Transport dennoch beschädigt wird leistet die DHL entsprechend dem Wiederbeschaffungswert Ersatz.

    Ein so schweres und gleichzeitig empfindliches Teil wie einen Röhrenamp nach diesen Vorgaben zu verpacken stelle ich mir ziemlich problematisch vor. Auch bei Versand mit einem anderen Transportunternehmen solltest Du Dir vorab dessen Geschäftsbedingungen (inklusive des Kleingedruckten...) am besten schriftlich holen um später nicht dumm dazustehen wenns beim Transport "Kleinholz" gibt.

    Wenn der Käufer den Amp bei Dir nicht selbst abholen kann solltest Du auf die Versandgefahren hinweisen (Röhren etc.) und nur verschicken wenn der Käufer bereit ist das finanzielle Risiko eines eventuellen Transportschadens zu übernehmen.