Billige und dennoch brauchbare Gesangsmikros?

mix4munich

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Hallo Kollegen,

für ein Projekt, das leider überhaupt kein Geld hat, suche ich vier Gesangsmikrofone. Günstig sollen sie sein. Nein, billig. Spottbillig sogar. Da die Mikros nur zum Proben benutzt werden, ist absoluter Wohlklang nicht nötig. Solange ich es mit einem EQ in die Richtung "akzeptabler Sound bei akzeptablen Feedbackeigenschaften und Handling-Geräuschen" drehen kann, bin ich zufrieden. Zwei Kandidaten habe ich derzeit im Auge, einmal das Behringer* XM8500, einmal das Behringer* BA85 A. Soweit ich das auf YT eruieren konnte, klingen sie ein wenig wie Shure* SM58 und Beta58a. Vielleicht ist der Bassbereich das XM8500 etwas weniger definiert und die Höhen noch etwas weicher - ersteres könnte ich hinbiegen. letzteres wäre kein Problem.

​

Vor rund 20 Jahren habe ich schonmal den Beta58-Clon der Thomann*-Hausmarke ausprobiert - Sound und Feedbackeigenschaften waren damals sehr vergleichbar dem Beta58, nur die Handling-Geräusche waren sehr laut. Allerdings kosten die Behringers grade mal die Hälfte des MB85Beta von Thomann*.

Hat jemand die Teile schonmal getestet? Eventuell sogar gegeneinander verglichen oder gegen eine der bekannten Größen wie das SM58 oder das Beta58a? Die Testergebnisse auf YT sind zwar durch die Bank positiv, aber eher unter Studio- bzw. Podcaster-Bedingungen zustande gekommen. Oder hat jemand aus eigener persönlicher Erfahrung weitere Tipps im Low-Budget- und No-Budget-Sektor? Danke im voraus!

Viele Grüße
Jo
 

Da Behringer SL58S, das funktioniert sehr gut. Benutze ich seit geraumer Zeit als Voiceover Mikrofon an meinem Mac.

Ich hab irgendwo mal ein Video zu günstigen Gesangsmikros gemacht… ich suche.

Edit, hier, bitteschön:


View: https://www.youtube.com/watch?v=vUHUKiHVQQc
 
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haben die beiden Behringer ein Metalgehäuse? Als derM-Markt noch richtig geil war, habe ich ein Sennheiser mit Kabel für unter 30 € erstanden. Ziemlich robust, mit Metalgehäuse, Frequenzgang ähnlich der SM 57.
Die genaue Bezeihnung müsste ich gucken, falls es auf dem Mikro irgendwie vermerkt sein sollte. Kann sein, dass man das Mikro noch irgendwo bekommt.
 
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  • #4
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Ich habe 3 Stück von den XM8500 als Backup für unsere SM58 und open air hört man nahezu keinen Unterschied.
Kann man also durchaus empfehlen. Für den Preis von 20,- neu sind die unschlagbar.
 
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Ich habe das T-Bone MB-85, also einen SM58 Klon.
Klanglich/musikalisch kann ich mit meinen Amateur-Ohren und meinem Equipment keinen Unterschied feststellen.

Mechanisch schon:
Der Korb sieht zwar gleich aus, ist aber deutlich weniger stabil; einfacher Draht halt. Hat schon Dellen, obwohl deutlich weniger in Gebrauch.
Der Schalter ist nicht so "konkret, macht aber seinen Job.
Hand- und Trittschallgeräusche sind merklich stärker.

Das Ding ist sein Geld wert, keine Frage. Ich verwende es für Kollegen, die kein eigenes haben oder wenn mal jemand eines leihen will, oder...
Dafür ist es super.
 
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Ich habe diese Mikrofone nicht ausprobiert, dafür ein paar "Eigendesigns" von Temu etc. haha.
Der Preis muss nicht unebdingt die Qualität widerspiegeln, oft klingen die Teile ziemlich brauchbar.

Zu den Griffgeräuschen, eventuell kann man das recht leere Innenleben
mit Watte oder leichtem Schaumstoff auskleiden, das könnte helfen,
könnte sich aber auch auf den Sound auswirken. Ob positiv oder negativ müsste man testen :D
 
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@mix4munich
ein Sennheiser mit Kabel für unter 30 €
das besagte Sennheiser ist das e817, in der Bucht heute für 54€ angeboten, damit habe ich Vocals aufgenommen, taugt. Wurde damals auch so angepriesen, also für Vocal. Ob Sennheiser dieses Mikro noch vertreibt, habe ich nicht weiter recherchiert. Ist im Grunde robuste Sennheiser-Qualität.
Schreibe ich ergänzend, damit man weiss, was gemeint ist.
 
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Ganz so billig habe ich nicht im Programm.
Das billigste ist das MB78 Beta (bzw. das fast baugleiche LD D1011)
Das hat (wie auch im oben verlinkten Video ersichtlich) einen brauchbaren Klang und eine akzeptable Trittschalldämpfung.
Kann man benutzen.


Aber um es insgesamt einzuordnen: Ich habe inzwischen ein AT2010, das jetzt auch nicht so wahnsinnig teuer ist, aber dennoch etwa doppelt so viel kostet. Das ist vor allem bei Feedbackresistenz und off - Axis Klang, Poppschutz um Welten besser - damit kann man viel entspannter arbeiten, vor allem in einem etwas kritischeren Umfled, wo man so noch einiges rausholen kann.
Ich würde mir die Billigheimer für mich nicht mehr kaufen und nicht mehr unter dem AT2010 einsteigen.
Ich habe sie noch für Fälle, wenn sich jemand bei mir unbedingt ein Mikro ausleihen will, oder wenn einfach viele Mikrofone nötig sind, so dass mir die guten ausgehen. Man kann sie (mit den bekannten Einschränkungen) nutzen, aber ich schätze es, wenn ich entspannter arbeiten kann und ein guter Klang rauskommt.
 
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  • #10
... ein AT2010 ...

Mir ist vollkommen klar, dass die Klasse AT 2010, sE V7 oder AKG D5 wesentlich besser klingt und auch problemloser im Handling ist. Aber es geht um vier Mikros, und der Unterschied zwischen 100 und 400 EUR ist für das Projekt nicht zu stemmen. Wie gesagt, es ist nur für den Probebetrieb.
 
  • #11
Das MS 58 von Fame hatte eine Band dabei gehabt, die sollten angeblich fast genau so gut sein wie sm58 .
Insgeheim dachte ich schlimmer kann das nicht werden. Und besser als nichts.
Bei dem Soundcheck habe ich gleich bemerkt. das die wenigstens zueinander identisch sind. Im Gegensatz zu meinen sm58.
Ich kann nicht meckern, die haben für live ihren Job gut gemacht.
Sind halt sehr billig die Dinger.
Es war der Vorgänger.
 
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  • #12
In diversen Proberäumen habe ich immer wieder ordentliche Erfahrungen mit dem Behringer SL 85S gemacht:


Viele Grüße
Durstig
 
  • #13
Hey,
Ich habe von Beyerdynamic das TG V35
.
Ist für die Kinder gekauft worden, wenn die mal ein Mikro brauchen. Für 45€ ein super Kauf.
Grüß Daniel
 
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  • #14
für ein Projekt, das leider überhaupt kein Geld hat, suche ich vier Gesangsmikrofone. Günstig sollen sie sein. Nein, billig. Spottbillig sogar. Da die Mikros nur zum Proben benutzt werden, ist absoluter Wohlklang nicht nötig.
Wenn ich mal zusammenfassen darf:
Für diesen Einsatzzweck ist wohl jedes der genannten Mikrofone in Ordnung. Keiner hier hat von absoluten Katastrophen berichtet.

Kaffeesatzleserei:
Das klingt sehr nach blutigen Amateuren. Nimm Mikrofone ohne Schalter.
1. Die Gefahr von nervöser Fehlbedienung ist groß.
2. Wenn man schon an jedem Cent spart, ist das Mikro entweder 50ct billiger oder 50ct besser ;-)
 
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  • #15
...Nimm Mikrofone ohne Schalter...

Mein Credo seit... also eigentlich schon immer, denn Schalter befinden sich meiner über 40jährigen Erfahrung auf Livebühnen nach immer zur falschen Zeit in der falschen Position.
 
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  • #16
Ich habe das T-Bone MB-85, also einen SM58 Klon.
Klanglich/musikalisch kann ich mit meinen Amateur-Ohren und meinem Equipment keinen Unterschied feststellen.
...
Hand- und Trittschallgeräusche sind merklich stärker...

Ja, das hatte ich auch mal und habe es mit SM58 und Beta58a verglichen - Sound und Feedbackfestigkeit auf dem Level des Beta58a, Handgeräusche dagegen übel. Nicht nur laut, sondern auch in einem Frequenzbereich, wo Du nichts Wegfiltern kannst, ohne gleichzeitig die Stimme zu entstellen. Geht also nur für Instrumentalisten auf einem guten (trittschallmindernden) Stativ mit guter Klemme, nicht für Solisten, die das Mikro in die Hand nehmen.
 
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  • #17
Mei, ganz ehrlich - "What's the worst that can happen?"

Worauf muss man sich bei billigen Mikrofonen einstellen?

1. Hohe bis extreme Handlinggeräusche - wurscht, wenns in der Klammer verbleibt; wenn die recht tieffrequent sind, bügelts der obligatorische Hochpass zudem eh weg

2. Erhöhte Feedbackanfälligkeit - evtl. nicht so relevant, wenn das Ganze pegelmäßig bei den Proben mit einigermaßen menschenwürdigem Lautstärkepegel abläuft und die Leute im passenden Winkel zu den Boxen stehen

3. Schlechtes Off-Axis-Verhalten (woraus u.a. auch Punkt 2 resultiert bzw. dieser damit Hand in Hand geht) - nicht unbedingt tragisch, wenn man wenigstens einigermaßen weiß, aus welcher Richtung man in das Ding reinsingen muss, die Monitore / PA entsprechend stehen und es nicht grade um singende Drummer o.ä. geht, wo wirklich aus nächster Nähe "Störschall" reinfeuert, der dann nicht nur unnötig laut auf der PA ist sondern auch noch strange klingt (da war ich im Übrigen mal überrascht, wie viel besser das z.B. ein V7 im Vergleich zum klassischen 58er handelt).

4. "Interessanter" Frequenzgang - kriegt man mit dem EQ in den Griff. Wenn Digipult vorhanden, gerne das ganze Gerödel in eine Gruppe geschmissen und einmal sinnvoll gerade gebogen, damit man den "eigentlichen" Channel-EQ wieder für sinnvolle Individualanpassungen an die jeweilige Stimme bzw. den Mix frei hat.

Letztlich resultieren die Punkte 2 - 4 ja aus den jeweils anderen. Das sind so die wichtigsten Themen, die mir dazu auf die Schnelle einfallen. Was du für dich wie stark bewertest, kannst nur du selber sagen, du kennst die Truppe und die Mucke. Die Möglichkeiten eines zeitgemäßen Pults heilen da viel. Polarpattern & Co. kriegt man damit freilich nicht auf magische Weise geradegebogen, aber ob das zum Problem wird, hängt zu 99% von der Probendisziplin ab.

Die ewige Leier "Was für ein Mic würd ich nehmen, wenn Geld 'keine' Rolle spielt" ist doch hier völlig fehl am Platz, es geht doch klar um was ganz anderes... :nix:
 
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  • #18
Danke schonmal für all Rückmeldungen und Empfehlungen. Hier ein kurzer Zwischenstand:
Ich habe bei Thomann mal die Liste der dynamischen Gesangsmikros angesehen (weil am einfachsten im Handling und einfach idiotensicher - ich werde bei den meisten Proben nicht dabei sein), geordnet nach aufsteigendem Preis. Danach habe ich die Mikros mit Schalter ausgeklammert, aus demselben Grund. Danach habe ich weiter all diejenigen Mikros aussortiert, bei denen in den Reviews laute Griffgeräusche mehrfach kritisiert wurden. Die verbleibende Liste ist schon deutlich kürzer geworden.

Dann habe ich noch einen anderen Ansatz gewählt: Wie man bei Shure weiß, haben SM57 und SM58 dieselbe Kapsel, nur einen unterschiedlichen Korb. Das heisst aber auch, wenn man mit einem der Mikros klarkommt, dann geht es auch mit dem anderen. Das habe ich auf Behringer angewendet, da ich deren Variation des SM57, das SL75 c, sehr mag. Und siehe da, dessen Kapsel ist im günstigsten Mikro vom Ulli verbaut, im SL84c. Das kommt dann auch mit auf die Shortlist. Leider sind zwei von meinen Wunschkandidaten erst in 5 bis 8 Wochen lieferbar, und ich möchte alle Mikros gleichzeitig bestellen können. Daher dauert es noch ein Weilchen, bis ich hier tatsächlich Schritte unternehmen werde. Mit dem Projekt habe ich auch noch Zeit bis Ende des Jahres, noch haben sie eine Probelocation mit Mikros.
 
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  • #19
Auf jeden Fall nimmst du deinen Job ernst. :hat:
 
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