Blattschraube, was macht die aus?

von cordfel, 17.03.08.

  1. cordfel

    cordfel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.08   #1
    Ich hab' da mal eine Frage an alle, die sich auskennen:

    Wieviel Einfluss hat eigentlich die Blattschraube auf den sound?

    Klar, dass sicher 90 % des sounds vom Spieler abhängen, und ein Teil auch vom Horn, Mundstück und Blatt. Aber man liest bei der Beschreibung des Equipments auch immer wieder, dass die Blattschraube angegeben wird, oder dass man noch mit der Blattschraube experimentiert.

    Ich weiss ja nicht, hat das wirklich einen hörbaren Einfluss? Mir ist schon bekannt und ich kann es auch nachvollziehen, dass die Stärke, mit der das Blatt durch die Blattschraube festgeschraubt wird, einen Einfluss hat. Aber es ist doch bestimmt vollkommen wurscht, ob das Stück Metall nun von Vandoren oder jemand anderem ist, oder? Fest ist fest, denke ich mir.

    Das es von Einfluss sein kann, statt einer Blattschraube z.B. ein Band zu nehmen, das um das Blatt gewickelt wird, kann ich mir ja noch vorstellen.

    Aber: ist das wirklich zu hören oder spielt sich das nur im Kopf ab?

    Das ist mir irgendwie suspekt.

    Bin gespannt auf Eure Erfahrungen!

    Gruss,

    cordfel
     
  2. Saxofreak88

    Saxofreak88 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.08   #2
    Hey,

    ich glaube, dass die Blattschraube auf jeden Fall Einfluß auf den
    Ton hat. Allerdings in einem Detail-Bereich, der oft nicht ausgeschöpft
    wird. Wenn ich Jazz spiel, meist Funk/Pop, dann ist der Sound eh fetzig,
    sodass die Blattschraube da keine große Rolle spielt. Bei Klassik bringt
    sie tatsächlich was, um den perfekt reinen, ausgeglichenen Klassikklang
    zu bekommen. So verzeiht eine gute Blattschraube z.b. eher ein nicht
    ganz perfektes Blatt.
    Ich spiel auf dem Alt die Rovner Eddie Daniels II, die find ich wirklich gut.
    Man kann sie sogar variieren, was natürlich auch nur minimale, aber
    interessante Veränderungen bringen kann. So kann man z.b. verschiedene
    Metallplättchen in die Blattschraube einsetzen und auch enscheiden, ob
    das Blatt auf Metall oder auf Leder aufliegt.
     
  3. wiesenforce

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    Erstellt: 18.03.08   #3
    Tatsächlich finde ich, dass der eigentliche Klang meist nur schwach beeinflusst, wenn überhaupt. Indirekt hat es aber trotzdem einen großen Einfluss auf deinen Sound. Eine Blattschraube kann (mit Betonung auf _kann_) das Anspielverhalten stark beeinflussen (Ansprechen, Dynamik etc). Dadurch kann es dir ermöglich werden dein Spiel mehr auf das zuzuschneiden, was du am Ende hören möchtest.

    Ist für mich der größere Aspekt..
     
  4. TigerTatziKatzi

    TigerTatziKatzi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.03.08   #4
    Ich hatte mir früher auch eine andere Blattschraube zu meinem alten Mundstück gekauft. Der Ton ging um einiges leichter und klang nicht mehr so luftig wie bei der eigentlichen Schraube des Mundstücks.

    Also ich hab die Erfahrung gemacht, dass eine Schraube schon viel ausmachen KANN!
     
  5. cordfel

    cordfel Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.03.08   #5
    Vielleicht sollte ich doch einfach mal zum Spass eine andere Blattschraube ausprobieren um mir selber einen Eindruck zu verschaffen. Leider sieht es mit Fachgeschäften hier in der Gegend schlecht aus. Aber es hat ja keine Eile. Mal sehen, demnächst habe ich vielleicht die Möglichkeit, mir Blattschrauben von anderen Saxophonisten zu leihen, bin gespannt, ob sich das Anspielverhalten bei mir ändert.

    Der Unterschied Leder / Metall leuchtet mir noch ein, aber das die Art des Metalles viel ausmacht, tja, wer weiss wie die Vibrationen aufgefangen und evt reflektiert werden. Ist vermutlich höhere Physik, also nicht unbedingt mein Ding.

    Gruss,

    cordfel
     
  6. .birgit.

    .birgit. Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.01.09   #6
    ich hab mich auch gefragt, was für einen unterschied es bringt.
    hatte erst eine 0815 blattschraube und jetzt zu weihnachten eine francois louis bekommen .
    jetzt muss ich sagen, dass mir das anspielen leichter fällt und ich nicht mehr so leicht dazu neige meine töne zu überblasen, was mir vorher öfter passiert ist ..

    also ich bin vollends begeistert !! :D
     
  7. [Zeibər]

    [Zeibər] Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.01.09   #7
    nanu viele bekannte gesichter nach 2 jahren abstinenz... hallo zusammen

    ich denke dass es einen großen unterschied macht wie viele festziehschrauben eine Blattschraube hat - mein altes yamaha hatte eine, mein yanagisawa hat 2. ich finde man hat viel bessere kontrolle über das blatt, was sich letztendlich auch auf den sound auswirkt.
    weiterhin haben verschiedene metalle verschiedene eigenarten, wozu auch schwingfähigkeit zählt. so hat jedes metall, jede legiereung eine andere eigenfrequenz und spricht für vibration leichter oder schwerer an, sodass das blatt eben unterstützung, oder aber auch eine bremsung erhält.
    ich denke nicht dass es das ultimative tool für den sound ist, aber wie der gute saxo schon sagte, bei klassikern weiß man ja nie, die streben eh nach perfektion, da sollte es schon ins kleinste detail stimmen.
     
  8. Freelancer

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    Erstellt: 17.01.09   #8
    die 08/15 Blattschrauben sind das miesete, was man seinem Mundstück antun kann.
    Keine Auflage fläche, keine richtige Druckverteilung, keine homogene Scchwingunsmöglichkeiten. Das Blatt wirt nur ans Mundstück angeklatscht.

    Blattschrauben können klangglichen einen sehr hörbaren UNterschied produzieren. Größer als der Unterschied bei einer 10er Ricobox zwischen dem besten und schlechtestem Blatt (und erfahrenen Spieler, wissen,was das ausmachen kann)

    Zudem kommen das Ansprache verhalten usw.

    Zuletzt das Allgemeine Handling, wie schnell man das Blatt wechseln kann, wie fest die Blattschraube sitzt usw.

    Verschiedenste Faktoren spielen eine Rolle, Andruckplatte, schwingsweiterleitung, gleichmäßige Druckverteilung, wie fest sie angezogen werden kann.

    Es gibt blattschrauben, die jegliche schwingung unterbinden, andere, die total frei schwingen lassen, andere die gut dämpfen, andere die zuviel oder falsch dämpfen.

    Selbst das material der Andruckplatte macht sich hörbar bemerkbar, genauso die die Form.
    Feine ohren können sogar unterschiede wahrnehmen, ob die Blattschraube vergoldet, unlackiert oder versilbert ist.

    Allerdings, wer noch auf einem Yamaha 4c mit rico standartblättern spielt, bruacht sich solche Gedanken nicht machen.

    Erstmal über richtiges Mundstück mit gutem Blatt Gedanken machen, dann über ein Sax, dann kann man über Blattschrauben nachdenken.

    Faustregel, die Blattschraube sollte nicht mehr als die hälfte des Mundstückes kosten.
     
  9. kryz

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    Erstellt: 19.01.09   #9
    Servus,
    ich hab' diese Woche (gebraucht) Winslow schrauben für Alto + Tenor/Bari bekommen. Mein Problem war, dass die Blätter Wasser gezogen haben und dadurch schlecht ansprachen. Die Winlow hat mehr Anpressdruck als zB die Rovners und die Charles Bay die ich vorher hatte.

    Bei 5,- das Bari Blatt, langfristig auch finanziell ne gute Investition :)

    Viele Grüße

    Chris
     
  10. wiesenforce

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    Erstellt: 19.01.09   #10
    wieviel hsat du für die winslow bezahlt?
     
  11. kryz

    kryz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.01.09   #11
    weniger als üblich
     
  12. Freelancer

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    Erstellt: 27.01.09   #12
    noch unter 100?

    Nur so zur Info an die Leute, denen das viel vorkommt. Für eine bestimmte Vintageschraube zahlt man drüben regelmäßig über 1500.
    Kenny Garret spielt die. Habe leider gerade vergessen wie die hieß
     
  13. wiesenforce

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    Erstellt: 27.01.09   #13
    100 Euro sind trotzdem viel für eine Blattschraube.
     
  14. Freelancer

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    Erstellt: 27.01.09   #14
    Was anderes habe ich auch nicht gesagt.
    Aber du, kryz und ich sind auch ausgezeichnete Saxfreaks.
    Was hat dein MPC nochmal gekostet?
     
  15. wiesenforce

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    Erstellt: 27.01.09   #15
    zuviel.

    Ich meine nur damit, dass man aufpassen sollte nicht in Geld-ausgeb-Orgien sich zu stürzen (wie ich es schon gemacht habe).
    Sehr teure Ausrüstung kann hilfreich sein. Der Kosten-Nutzen Faktor ist halt meistens sehr schwach.

    Ich wollte halt nicht, dass es so aussieht, als wären 100 Euro für eine Ligatur nicht ganz schön extravant.

    Was es definitiv ist.
     
  16. Freelancer

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    Erstellt: 28.01.09   #16
    Eine gute hochklassige Ligatur kostet 40-50.
    Ligaphone, Francous Louis, Snake usw usw.

    Die letzten 1% Sound vom Material sind meist die teuersten.
    Wer diesen Unterschied hören und nutzen kann, und nicht gerade hungert, für den kann sich sowas lohnen.
     
  17. kryz

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    Erstellt: 28.01.09   #17
    Servus,
    ich habe die Ligatur hauptsächlich gekauft, weil ich immer ein Problem hatte, gute und dichte Blätter zu finden.

    Klanglich für (mich subjektiv gesehen) ist die Schraube nicht unbedingt besser.
    Der Sound wird zwar offener und auch die Ansprache ist besser (TopTones kommen überhaupt mal), aber im Moment habe ich etwas "Edge" im Ton, die ich nicht möchte. Das ist aber so marginal, mit etwas Übung sollte das wegzubekommen sein, ggf. auch mal andere Blätter probieren...

    Vandoren Optimum hatte ich auch mal probiert, aber dann kam die Gelegenheit mit dem Winlows und ich fand es einfach "stylish", die zu haben.

    Welche besser ist - ich weiß es (vorerst) nicht und es ist mir wurscht :)

    Viele Grüße

    btw, die sauteuere Kenny Garret Lig ist eine "3 Band Brilhart Ligature" mit drei Bändern und einer Schraube, die zu einigen wenigen Brilhart Mundstücken geliefert wurde.
    Chris
     
  18. wiesenforce

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    Erstellt: 28.01.09   #18
    Ich hab die Blattschrauben auch nicht wegen dem Sound.

    Mit der FL war ich auf dem Sopran lauter und konnte somit besser gegen die Trompete spielen.
    Den Winslow Nachbau hatte ich damals auch eignetlich zu meinem Berg Larsen gekauft (welches ich schon wieder verkauft habe). Da gings um Ansprache und Lautstärke.
    Auf dem neuen MPC brauche ich die teure Blattschraube eignetlich garnicht. Nur die ganzen tiefen Töne gehen dadurch minimal besser. Aber das Geld wärs nicht wert gewesen.
     
  19. Freelancer

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    Erstellt: 28.01.09   #19
    Man sollte nie den Fehler begehen Lautstärke mit Klangqualität zu verwechseln.
     
  20. wiesenforce

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    Erstellt: 28.01.09   #20
    hab ich nie behauptet. wenn man im bandkontext untergeht muss man eben halt was machen.

    übrigens ist es das indirekt doch. also nicht unbedingt klangqualität. aber hat das instrument von alleineschon eine höhere lautstärke, muss man evtl nicht immer volle pulle pusten um mitzukommen und kann sich stattdessen drauf konzentrieren besser zu spielen.
     
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