Blues und Jazz Solos: Wie kriegt man Ruhe rein?

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Braindead90
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Hallo zusammen,
spiele nun schon recht lange (~2Jahre) in einer Jazz und Bluesband.
Bin mit meiner Spieltechnik eig. recht zufrieden, aber eines stört mich:

Oft arten meine Solos einfach in Gefrickel aus, das Struktur vermissen lässt. Es sind einfach Noten über Noten, die sind zwar verziert akzentuiert etc. sind, aber ich schaffe es nicht Ruhe ins Solo zu bekommen.
Also auch mal langsam ein paar Licks zu spielen und diese Wirken zu lassen, oder Call&Response mal länger durchzuhalten.
Wenn ich mir Leute wie BB King anschaue finde ich es bemerkenswert, wie einfach diese 3-4 Noten spielen und dann 1 takt garnichts. Mir fehlt dazu einfach die "Gelassenheit" ^^

Habt ihr ähnliche Probleme? Wie kann man die beseitigen?
 
Eigenschaft
 
Hallo !

Ist nur meine MEINUNG (!) bzw. Herangehensweise :

Das 4 Töne eines "Meisters" über 2 Takte lang "tragen" können liegt wahrscheinlich daran, daß die Töne und die Rhythmik gut gewählt sind. In der Hinsicht nämlich, daß sie als eigenständiges Motiv, melodisch wie rhythmisch, wahrgenommen werden. Und sowas reicht dem Musikhirn schon mal eine Weile ... dann ist es zufrieden. Mit anderen Worten:

Man sollte wohl versuchen, auf seinem Instrument zu "singen", will heißen, nicht trainierte Fingersätze abzurufen (was auch eine Kunst ist), sondern wirkliche kleine musikalische "Ideen" im Hirn generieren, und DIE dann am Instrument umsetzen. Nicht NACH-hören, was seine Finger da gerade gespielt haben, sondern VOR-hören, welche Ideen sich anbieten oder entwickeln lassen, und diese dann gezielt weiterverfolgen.

Die Frage ist: Steuern die Finger die Gedanken, oder steuern die Gedanken die Finger ... ?

Das bedarf natürlich des "Instant touches": Einen musikalischen Gedanken sofort und zweifelsfrei auf das Instrument übertragen können ... und DARAN hapert es bei mir zum Beispiel ... aber ich glaube, es wäre der richtige Weg, um Dein "Problem" schön langsam wegzukriegen. Nicht zuerst spielen und dann denken, sondern umgekehrt. Das automatisierte Gespiele kann ja immer noch nützlich sein in Situationen, in denen einem nix anderes brauchbares einfällt ...

Nur meine Meinung,

LG, Thomas
 
Die Melodie, bzw. in diesem Fall das Solo (leise) mitzusingen, hört sich nach einem guten Vorschlag an... Ich vermute mal, das verlangsamt schon etwas...

Ansonsten vielleicht gezielter die "starken" Töne (z. B. Terz und Septime) passend zu den Akkorden anzuspielen? Damit deutlicher zu betonen, anstatt alles in endlosen Tonläufen (mit zu vielen Durchgangstönen) untergehen zu lassen?

Ich bin kein Experte, aber vielleicht ist etwas dabei, was für dich funktioniert?
 
...wobei hier anzumerken wäre, daß z.B. B.B.King meistens auf die Quinte des jeweiligen Akkordes hinarbeitet, bzw. dort stehenbleibt, und gerne auch auf den Grundton. Das ist das, was die Ruhe reinbringt, während Terz und Sept aufgelöst werden sollten, um in einer Phrase gut zu klingen. Und es gibt genügend - auch prominente - Bluesleute, die das eben nicht draufhaben.
Und der andere Tip: Mach zu Deinen täglichen Tonleiterübungen einen Durchgang, bei dem Du die jeweils gespielten Töne mitsingst. Das nimmt das Tempo, und irgendwann kann man sich Melodien vorsingen, und die sofort (zeitgleich) spielen.
Das Einüben von Dreiklangsarpeggien ist übrigens dafür auch extrem hilfreich!
 
Schau mal ob du hier eine Anregung findest.....

http://www.youtube.com/watch?v=Kgu0w0KSgQU

Ein Teil ist für mich die Stimmung in die du dich versetzt. Im Video ist der Vergleich SRV (Greif mein Shirt und schleif mich entlang einer dunklen Gasse) vs. BB (ein netter gemütlicher Abend mit einer Frau...)

Gruß
Martin
 
danke soweit diese tipps helfen schonmal sehr
 
Ich lasse beim Solieren gern mal eine "Eins" vorüberziehen, ohne einen Ton direkt draufzuspielen. Das schafft oft schon etwas Raum zum Atmen. :)

Alex
 
ich hab mit blues eher wenig erfahrung aber ich hab mich kürzlich ma an psychodelic/artrock ansatzweise rangewagt (angeregt hat das bei mir n workshop inner guitar) und mir is aufgefallen, dass das solo wesentlich ruhiger wird, wenn man eine art innere ruhe findet.
viele musiker ham das durch drogen versucht, die lösung würd ich aber mal garnich empfehlen
mein tipp (auch wenns n bissl blöd klingt): versuch ma vor dem üben ne ruhepause einzulegen und dann n bissl solieren üben.
wenns garnich geht hilft vlt ne kleine meditation/yogaübung um ruhiger zu werdn

also ich kenn das von mir, dass ich immer denk n solo muss total geil werdn udn dann is man innerlich son bissl am rocken und es fehlt dadurch einfach die ruhe im solo
 
Dann schreibe ich doch tatsächlich auch etwas hierzu:

Das Solo bzw. die Improvisation mitsingen, lässt sich sehr schön bei George Benson beobachten. Er war ja auch zunächst Sänger und dann erst Gitarrist, oft singt er seine Solis einfach mit , auch bei "Gimme the night" und das teilweise in ziemlich schnellen Tempo, also er weiß wirklich was er da spielt und ruft nicht irgendwelche "Licks" nur ab:

http://www.youtube.com/watch?v=W5gniyYYjwg&feature=related

Ab 1:26m erklärt der Meister es...und bei ca. Minute 2 singt er mit... Gibt aber bestimmt noch besser Beispiele.
 
Hallo !

Ist nur meine MEINUNG (!) bzw. Herangehensweise :

Das 4 Töne eines "Meisters" über 2 Takte lang "tragen" können liegt wahrscheinlich daran, daß die Töne und die Rhythmik gut gewählt sind. In der Hinsicht nämlich, daß sie als eigenständiges Motiv, melodisch wie rhythmisch, wahrgenommen werden. Und sowas reicht dem Musikhirn schon mal eine Weile ... dann ist es zufrieden. Mit anderen Worten:

Man sollte wohl versuchen, auf seinem Instrument zu "singen", will heißen, nicht trainierte Fingersätze abzurufen (was auch eine Kunst ist), sondern wirkliche kleine musikalische "Ideen" im Hirn generieren, und DIE dann am Instrument umsetzen. Nicht NACH-hören, was seine Finger da gerade gespielt haben, sondern VOR-hören, welche Ideen sich anbieten oder entwickeln lassen, und diese dann gezielt weiterverfolgen.

Die Frage ist: Steuern die Finger die Gedanken, oder steuern die Gedanken die Finger ... ?

Das bedarf natürlich des "Instant touches": Einen musikalischen Gedanken sofort und zweifelsfrei auf das Instrument übertragen können ... und DARAN hapert es bei mir zum Beispiel ... aber ich glaube, es wäre der richtige Weg, um Dein "Problem" schön langsam wegzukriegen. Nicht zuerst spielen und dann denken, sondern umgekehrt. Das automatisierte Gespiele kann ja immer noch nützlich sein in Situationen, in denen einem nix anderes brauchbares einfällt ...

Nur meine Meinung,

LG, Thomas

Gute Antwort!
 

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