Bringt´s Bi-Amping mit Sub-Bass (z.B. SAD-400)?

von honkymeyer, 07.01.06.

  1. honkymeyer

    honkymeyer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.01.06   #1
    Könnt Ihr mir Eure Erfahrungen mit oder auch nur Meinungen zu Bi-Amping-Bass-Anlagen verklickern?
    In meinen knapp 50 Lenzen habe ich mir noch keine Bass-Box gekauft, immer alles selbst gebaut. Nun kann ichs mir anders leisten und hab auch keine große Lust mehr aufs bauen!
    Von SAD habe ich bislang nur Gutes gehört und die propagieren ja doch das Bi-Amping und verweisen auch gerne auf Gallien-Krüger. Auch nach meinen eigenen Erfahrungen versprech ich mir vom Bi-Amping sehr viel. Nur habe ich bei Bandpaß-Subs (SUB-400) bisher immer einen etwas indirekten Bassdruck verspürt und die GK-Sachen sehe ich höchstens mal in Testberichten. Die Sub-400 mit einer 4x10" ist noch eine transportable Lösung und müsste auch für Open-Air und große Bühnen genug Dampf bringen. Ausprobieren in einem Laden oder bei SAD ist für mich schon recht aufwendig und sagt noch gar nicht über die Durchsetzungsfähigkeit im Band-Gefüge (3x Git, 1x Perc., 1x Sax, Drums, Bass, 2x BackV., 1 Frontgesang) aus.
    Bringt mich Bi-Amping in dieser Form nach vorne oder ist Riesenpower unersetzlich. Ich bin dankbar für jeden, auch witzigen Gedankengang dazu!
    Grüsse aus Braunschweig
     
  2. EDE-WOLF

    EDE-WOLF HCA Bass/PA/Boxenbau HCA

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    Erstellt: 07.01.06   #2
    eigeschränkt bin ich bi-amping freund:
    vorteile:
    mehrwege systeme können bei gleichem wirkungsgrad tiefer spielen und klingen präziser,
    biamping erlaubt eine lauftzeitschonenende frequenzanpassung
    des weiteren kann getrennt limitiert werden

    nachteile:
    DI-abnahme fällt so gut wie weg, da die box meist ehh nicht mehr linear sein wird
    mehrere amps nötig, mikrofonierung von mehrwegsystemen auch schwierig, das heisst, was am pult ankommt kann sehr stark abweichen von dem was aus der box kommt


    ich selbst bi-ampe bei meinen selbstbauten allerdings!
    ich spiele über 2x 2x12"/6" selbstbauten, wobei ich die 12er je mit 600watt und die 6er mit ca. 140 watt anfahre! das system ist so weit allerdings fest, ich hab es einmal halbwegs linear eingestellt und so läufts jetzt auch, das heisst: aus dem DI-out kommt nahezu das, was aus der box kommt!


    wovon ich allerdings wenig halte sind solche "subbassgeschichten" a la warwick! tiefdruck auf der bühne ist sowieso störend und auch im proberaum überflüssig (meistens lässt der raum tiefe frequenzen ehh nicht zu) und sowas dann noch in einen bauartbedingt relativ undpräzise klingenden bandpass zu basteln halte ich für absurd!

    wenn man tiefbass braucht sollte man sich eine 1x15er oder 1x18er kaufen und diese dann bei 120hz an eine 2x10er ankoppeln! allerdings haben wir auch hier wieder das mikrofonieproblem!

    fazit: hochtöner bi-amping, ja wenn man weiss worauf man sich einlässt, denn ein gebiampter HT ist bei einer DI-Abnahme immer einem shelving-EQ gleichzusetzen, das heisst: dreht man ihn leise und bekommt so einen sound, kommt am pult klicken und rauschen an, dreht man ihn hingegen auf, klingts am pult evtl dumpf!
    irgendwo ist aber auch sehr viel geschmackssache dabei, wer damit umgehen kann erhält bessere ergebnisse, wer nicht kann sehr viel kaputt machen

    P.S: hey andre, was spielst du denn für selbstbauten?
     
  3. wironl

    wironl Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.01.06   #3
    Das vorteil von bi-amping ist das die tiefe tone die höhe tone nicht 'verschmutzen' (entschuldigung für mein schlechtes Deutch).

    Einige jahre her habe ich mir ein Trace Elliot RAH600SMX gekauft. Das ist ein 2x300 W bi-amp. Mit ein 4x10" für hoch und ein 4x12" für das tiefe bereich. Vielleicht ein merkwürdiger setup aber für mich ganz gut. Die 15" sind für contrabas zu 'boomy'. Aber die 10" haben nichts mit bass zu tun.
    Die 4x12" ist genau richtig zu meinem geschmack.
    Einige monaten nachher habe ich die 4x10" getauscht mit ein 4x12" und seitdem benütze ich die amp nur bridged: 600 W im vollem bereich.
    Letster woche ist mein neuer amp, die Acoustic Image Focus 2R series III angekommen. Das ist ein mono-amp. Die sound ist so transparant das ein dreiklang auf der contrabass genau wie akoustisch ist. Nur viel starker.
    Seitdem bin ich überzaugt das ein bi-amp nicht besser ist als ein 'normaler' mono amp.

    Ein letzter hinweis: versuche verschiedene amps in ein raum mindestens so gross wie ein café und lasse ihre ohren entscheiden.
     
  4. honkymeyer

    honkymeyer Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.01.06   #4
    Danke Dir für Deine Meinung!
    Aktuell benutze ich 3 verschiedene Setups, die ich aber aber noch feintunen will:
    1) 1x15", 125 ltr, Kappa-15 + 2x10", 65 ltr. Kappa-10Pro + Monacor-Horn mit Weiche und L-Regler:
    Die 2 Kappa-10Pro quäle ich ich noch mit Verstärkerleistung im Bassbereich, bis sie drücken; die Dinger halten das einfach aus! Das ist nicht perfect, eigentlich sogar Unsinn, und deshalb muß ich noch was ändern.
    2) + 3) geht nach dem Essen weiter.
    Bis gleich
    Weiter gehts:
    2) 2xDelta-12LF mit 165 ltr + 2x-EV-Force-10 im geschlossenen Gehäuse. Alles in einer Box und schön kompakt. Das fahr ich z.Z. voll passiv ohne Weichen. Klingt sehr vintage-mäßig. Diese Box ist sehr gut bei halb-geschlossenen Bühnen bis ca. 30m². Hier will ich noch ein Horn mit Regler und Weiche einsetzen und die Evoice im ersten Schritt passiv von den Bässen abkoppeln, damit Sie bei größeren Lautstärken nicht so stark komprimieren bzw. zerren. Die Delta-12LF werde ich wahrscheinlich auch noch etwas höher abstimmen, um im Druckbereich, meiner subjektiven Empfindung nach alos zwischen 60Hz und 120Hz, etwas mehr Lautstärke zu gewinnen.
    3) 4x Monacor SP10/100, 125ltr.
    Dies habe ich lange nicht mehr live gespielt, nur mit Übungsverstärker (Peavy Bass-Mark-IV, 300W, Transistor aus den letzten 70-zigern).

    4) ein System, daß ich akustisch abgestimmt habe, wird von Michael Zadow (www.zadow-electronics.de) für eine sehr kompakte Contrabass-Combo eingesetzt. Das ist natürlich eine sehr spezielle Anwendung.

    Vielleicht gönn ich mir mal ein Speaker-Managementsystem für ca. 300,-. Damit könnte man die Biamping-Kiste bis zum Erbrechen durchspielen. Wenn da nur nicht immer die Band-Kollegen stören würden, denn alleine testen bringts nicht, wenn es auf den Bandkontext ankommt. Und ich arbeite schon ewig daran, den Gitarristen die Bässe auszutreiben (4x12"- Marschall!). Ich habe drei davon in der Band.

    Zur Live-Abnahme versuche ich eigentlich immer, mein Line-Out ohne EQ aus meiner Röhrenvorstufe zu verkaufen. Denn der Sound kommt aus meinem Instrument, daß ich auf meine Art befingere und über meine Vorstufe noch klanglich beeinflusse. Danach wird es nur noch laut und Raumakustikeinflüsse können alle Bemühungen wieder zunichte machen. Das kann ich unmöglich von der Bühne aus kontrollieren. Dafür ist der Mischer da. Bei mikrofonischer Abnahme kann ich die Box, wenn es denn ein System ist, natürlich soundmäßig mit berücksichtigen. Nur muß ich dann nach dem Soundcheck die Finger von den Knöpfen lassen. Erfahrungsgemäß werden aber die Amps während eines Konzerts immer wieder etwas lauter gedreht, weil die Ohren ermüden. Wenns im Raum dann dröhnt, zieht der Mischermann ganz schnell die Bässe raus, und das bleibt dann bis zum Konzertende auch so, weil es eben meiner Kontrolle entzogen ist. Ich konzentriere mich dann auf den Bühnensound meines Instruments und deshalb bevorzuge ich die LineOut-Lösung.

    Noch ein Wort zu der SVT-Box, die hier im Forum gerne als "Mittenrakete" bezeichnet wird. Beim Bühnensound hat jeder Musiker einen Monitor, über den er sich so hören möchte, wie er es mag und er es für sein Spielgefühl auch braucht. Bei großen offenen Bühnen ist es auch praktisch unmöglich, anständigen Bassdruck zu erzeugen, man hört dann eher das Echo der PA. Für die Tonkontrolle ist daher ein durchsetzungsfähiger Sound unabdingbar und solange wir unsere Ohren nicht umkonstruieren, wirken mittigere Frequenzen da Wunder. Aus diesem Grund finden sich diese Kühlschränke seit mittlerweile fast einem halben Jahrhundert immer wieder auf allen großen Bühnen. Das ist nicht nur Show, die Bassisten wollen einfach hören, was sie spielen! Das was dann vorne fürs Pubklikum rauskommt, entscheidet sowieso der PA-Mischer (s. o.).

    Es macht einfach Spass, mit Euch Bassistengedanken auszutauschen.
    Grüsse aus Braunschweig
     
  5. EDE-WOLF

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    Erstellt: 08.01.06   #5
    kleiner tipp zur delta-box... verkleiner das volumen, das macht das ganze ding etwas präziser und "kickt" mehr!

    ich hab 130 liter genommen!

    klar son controller im rack ist doch ne supersache!

    zu den kappas: wieso? aus denen kann man schöne 4x10er bauen! die können das (gar nicht mal schlecht) haben recht viel antrieb!


    was ich vom kühlschrank halte ich wohl bekannt ;)

    ich halte allerdings n digicontroller für arg übertrieben, schlecht sicher nicht, aber oversized!
     
  6. wironl

    wironl Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.01.06   #6
    4) ein System, daß ich akustisch abgestimmt habe, wird von Michael Zadow (www.zadow-electronics.de) für eine sehr kompakte Contrabass-Combo eingesetzt. Das ist natürlich eine sehr spezielle Anwendung.

    Eine frage über etwas ganz anderes: Hast du auch ein Zadow pickup system auf deiner Contrabass?
    Ich habe ein Realist. Gehe vielleicht ein Schertler Stat-B kaufen. Oder ist ein Zadow zu empfehlen?
     
  7. honkymeyer

    honkymeyer Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.01.06   #7
    Ich selbst spiele leider nur E-Bass, kenn' aber den Michael Zadow. Der Michael ist ein Bassist, der sich zu helfen weiß und sich bestimmt darüber freut, einem Kollegen weiterhelfen zu können. Wenn er Dir dann auch noch etwas verkaufen kann, mit dem Du dann zufrieden bist, wird er sich noch mehr freuen. Nimm einfach Kontakt zu ihm auf (info@zadow-electronics.de)!
     
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