Chor - Open-Air

von silvstar, 07.04.08.

  1. silvstar

    silvstar Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.04.08   #1
    Hallo zusammen und Gruß aus der Lichtabteilung!

    Szenario:

    Open-Air Bühne
    40 Mann-Chor
    Ein paar wenige Instrumente

    Frage:

    Welche und wieviele Mikros soll ich zur Chorabnahme verwenden? Ich gehe jetzt von Kondensatoren aus aber welche Charakterisitik? Natürlich spielen viele Faktoren eine Rolle, aber ich brauche nur eine kurze Antwort. Geht mal davon aus, dass der Chor in 3 Reihen-Formation auftritt.
    Was muss ich denn beachten (Wind, ect.) bzw was setze ich ein. Es geht nur um Basics! Ein paar nützliche Tipps und Erfahrungen wären gut.

    Schon einmal ganz herzlichen Dank für eure Antworten!
     
  2. Basselch

    Basselch MOD Recording HCA Mikros Moderator HCA

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    Erstellt: 07.04.08   #2
    Hallo,

    wir stehen mit dem Jungen Chor Overbach - das ist eine ca. 55-köpfige Formation - auch häufiger vor vergleichbaren Anforderungen. Erfahrungswerte: Im letzten Jahr haben wir eher eine Spar-Abnahme gehabt, 10 Kleinmembraner plus 3 Solo-Funken. Wir haben aber auch schon Veranstaltungen gehabt, da hingen 15 Mics über uns und 6 waren noch auf Stative montiert. Ich muß dazu sagen: Wir haben zahlreiche Showelemente im Programm und bewegen uns sehr viel auf der Bühne.
    Bei den Kleinmembranern verwendet unsere Lieblings-Beschallungsfirma vorwiegend Neumann KMs und Schoeps. Auch einige kleine Milabs habe ich schon mal gesehen. Charakteristik: Niere. Generell sind, wenn es nicht unter einem Zeltdach ist, Schaumstoff-Windschutze aufgesetzt.
    Was sind bei euch "einige wenige Instrumente"? Wir spielen öfters mit einer 4 - 5-köpfigen Begleitband. Drums hinter Plexiglas, kein Amp auf der Bühne, jedes Bandmitglied hat vollkommen unabhängiges in-ear. Im Monitor hört der Chor dann ein wenig Keyboard und etwas mehr Chor, benutzt werden üblicherweise 2 Wedges an der Bühnenkante und 2 - 4 Sidefills.

    Viele Grüße
    Klaus
     
  3. Harry

    Harry Moderator PA Moderator HCA

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    Erstellt: 08.04.08   #3
    Hier ist wieder mal das übliche komplexe Thema: wie krieg ich den Chor "laut"?

    Ich gehe mal von der günstigen Bedingung aus: die Boxen stehen möglichst weit VOR und möglichst weit NEBEN der Bühne. Damit ist die Feedback-Gefahr auf ein Minimum reduziert und ich arbeite dann meist mit folgenden Mikros:
    2 von den MXL als "Master" - mittig auf einer Schiene platziert:
    http://www.musik-service.de/mxl-603...ikrofon--Breit-Hyperniere-prx395752782de.aspx

    2 von den beyerdynamic links und rechts aussen zur Stütze von Bässen und Tenören:
    http://www.musik-service.de/Recording-Mikrofon-Beyerdynamic-MC-930-prx395615037de.aspx

    Sollte mit Choreografie gearbeitet werden eventuell nochmal 2 gute Kondensatoren dazu - je nach Platzbedarf auf der Bühne.
    Für die Instrumentengruppe nehme ich meist noch ein bis MAXIMAL zwei Großmembraner. Bislang arbeiteten die Schlagzeuger meist durchwegs (gottseidank) mit diesen Rod-Sticks. Da ist dann auch kein "Käfig" notwendig. Sollte ein Solo-Instrument wie z.B. Geige dabei sein, dann dafür ein separates Kondensatormikrofon. Der/Die eventuellen Solisten bekommen ein gutes Kondensator-Gesangsmikrofon verpasst.
    Damit lässt sich arbeiten.

    Die MXL und die MC-930 schaffen eine wirklich gute und akzeptable Grundfläche und den Rest mische ich vorsichtig nach Bedarf dazu.

    Dies funktioniert in einer akzeptablen Lautstärke aber wirklich nur dann, wenn die Boxen NICHT auf der Bühne stehen.
    Sollte dies der Fall sein, so ist mit sehr großem Mikrofonaufwand und sehr, sehr viel technischem Geschick zu hantieren.
    Die Mikros müssen dann in diesem Fall viel näher an die Sänger ran - d.h. mindestens 1 oder 2 pro Register. Sonst kriegst du den Chor nicht laut. Und das dann in einem akzeptablen Mix nach vorne zu bringen erfordert sehr viel Geduld und Erfahrung.
    Ich mach das konsequent NICHT - meine Boxen stehen immer so weit von der Bühne weg, dass ich mit wenigen, guten Mikrofonen einigermaßen aufdrehen kann.

    Monitoring eher dezent - die meisten Chorsänger sind das nicht gewohnt. Solisten erschrecken meistens sogar.
    Ich nehme dazu 2 kleine aktive 10er db technologies Boxen. Den Chor nehme ich NICHT auf den Monitor. Nur die Solisten und eventuelle leise Soloinstrumente.
    Nach vorne raus nehme ich für vorne 2 Stück Dynacord 15/3er Fullrange-Boxen und 2 Subs drunter (sofern eine Band dabei ist) und je nach Größe der Veranstaltung nochmal 2 aktive Fullrange-Boxen (was grad da ist) als Delay-Line.
    Diese Delay-Line ist in langgezogenen Hallen und Outdoor sozusagen das Ei des Kolumbus: du musst vorne nicht überlaut aufdrehen und die in der Mitte und hinten bekommen trotzdem noch was mit.
    Funktioniert Open Air und Indoor prima bis 500/600 Personen - no probs.

    Das war zumindest bislang immer ein Erfolg.

    @edit zum Thema Wind:
    uiui - ganz übel
    im Freien grundsätzlich mit Überziehern arbeiten - hilft aber leider auch nix wenn der Wind stärker wird
    Da hilft nur: hoffen, dass KEIN Wind kommt.
     
  4. slaytalix

    slaytalix Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 08.04.08   #4
    www.symphotec.de kann man auch ab Hersteller mieten, z. B. auch für Streicher & Chor mit Routern

    Kommt auf den Anspruch an.

    AKG C 1000 II, Neumann oder Schoeps
     
  5. lemursh

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    Erstellt: 08.04.08   #5
    Ich kann die Meinung von Basselch bzgl. den vielen MIC`s nicht so ganz teilen, aber jeder so wie er Erfolg hat. Ich stelle, resp. hänge meist ein "Nierchen" pro Register, also 4MIC`s. Ich kann nur empfehlen einigermassen hochwertige Teile zu verwenden, das gilt für die gesamte Signalkette, also vom ersten bis zum letzten Schallwandler. Bei mir kommen meist Beyer MC930 zum Einsatz. Der Vorteil dieses Typs ist der warme Grundklang.

    Was ich empfehlen kann ist nicht wie oft vermutet den Chor dicht stehen lassen sondern in einem Abstand von ca. 0.7m zueinander. Dies bringt einen enormen "Schub" in das Klangverhalten des Chores. Noch besser ist eine gemischte Aufstellung der einzelnen Register mit dem besgaten knappen Meter Abstand. Funktioniert dann allerdings wirklich nur bei sehr stimmfesten Sänger.

    Monitoring meist etwas Klavier oder sonstiges Melodieinstrument gegen den Chor. Solisten wollen meist keine eigene Stimme hören, das verunsichert meist mehr als dass es hilft (sowohl bei Laien als auch bei Profis aus dem eher klassischen Bereich).
     
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