Das Potenzial Der Squier Standard Serie

von heinpete, 16.03.08.

  1. heinpete

    heinpete Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    26.02.08
    Zuletzt hier:
    20.05.16
    Beiträge:
    375
    Ort:
    Im schönen Odenwald
    Zustimmungen:
    63
    Kekse:
    305
    Erstellt: 16.03.08   #1
    Hallo Zusammen!
    Bin zwar erst neu hier aber möchte gerne einen Test zum Besten geben. Ursprünglich hatte ich das Modell als LH bei meinem Drummer gesehen (er basst auch manchmal, damit es passt), in der „vintage suburst“ Lackierung. Habe mir dann von dem "größten, europäischen Musikhaus" einen RH im gleichen finish schicken lassen. Leider hatte das Teil ein paar kleine Fehler, aber sehr angenehmes Gewicht (3,1kg) und hervorragende Bespielbarkeit. Jedoch hat mich auch der 5-teilige Korpus gestört. Naja, gleich wieder zurückgeschickt und einen Besuchstermin geplant. Zwischenzeitlich in dem „größten“ Frankfurter Musikgeschäft weitere Fenders und Klone ( Mexico, American Std, Aerodyne, Squier Vintage Modified,…)getestet: Also der Squier Precision Special, obwohl auch hier nur mit mindestens 5-teiligem Korpus erhältlich, hat vom Gewicht und der Bespielbarkeit( schlanker Jazzbass-Hals, lediglich etwas hohe und trotzdem schnarrende Saitenlage, abgerundeter Precision-Korpus) immer wieder überzeugt. Die P/J-PU-Kostellation hält auch alle Klangvarianten bereit, die ich möchte. Auffallend war, dass der P-Pickup durchaus in der Lage war den „echten“ P-Bass-Vintage-Sound abzubilden, knurzig, mit allem Tiefbass-Anteil wie gewohnt!!! Nur der J-PU war doch etwas „schwach auf der Brust“ obwohl man, nach den Abstrichen von der PU-Position her, doch etwas mehr Bass von dem J-PU erwarten sollte, zumal die Squier-Standard-Serie mittlerweile mit Alnico-Magneten-PUs aufgewertet wurde.

    RESUMÉ: Der Bass interessierte mich trotz aller Unzulänglichkeiten sehr. Also erst mal über EvilBay ein Pärchen andere (bessere?) PUs ersteigert. Ein P/J-Pärchen von EMG. Dann ging’s, nun mal persönlich (ist doch besser als online-Kauf!), in besagtes Musikgeschäft in Franken. Hier noch mal alle erhältlichen Fenders und Squiers durchgetestet, wieder kein Leichterer dabei oder einer der in dieser Gewichtsklasse erheblich bässer geklungen hätte. Also bleiben wir bei der Preis und Gewichtsklasse „Squier unter 250,-Euronen“. Neben dem bereits bekannten finish „vintage burst“ gab es auch einen Bass mit dem finish „walnut satin“…und der hatte sichtbar einen „nur“ dreiteiligen Korpus!!! Angetestet etwas schwerer(3,6kg daheim nachgewogen) aber gleicher Sound und Bespielbarkeit – BINGO, der isses!

    Daheim dann das Teil total zerlegt:
    - Süsse winzige Potis (aber gutes Regelverhalten) in mit Graphitlack abgeschirmtem Fach, auf drei-lagiger (schwarz-weiß-schwarz) Schlagplatte mit Alufolie auf der Rückseite beklebt.
    - Hals am Ende nachgebessert mit Holz/Epoxi-Gemisch, aber egal, da keine Beeinträchtigung des Klangs und der Funktion.
    - Brücke o.k., gut einstellbar, schwer genug und plan am body
    - Mechaniken gehen leicht.
    - PUs sind leicht (trotz Alnico).
    Da der EMG J-PU nicht genau in die Korpusaussparung passt (sind die nicht genormt???) wurden die schmalen Seiten etwas abgeschliffen und wieder poliert. Nun wurde die Korpusaussparung des Ton-Potis (unten neben der Buchse) für den größeren EMG-Poti ausgefräst (die Volume-Potis haben genug Platz). Dabei wurden die ersten Erfahrungen mit dem asiatischen Nadelholz, „Agathis“ gemacht: Nicht extrem weich, aber beim Fräsen wie Pulver, wird bei der Herstellung im CMC-Schnitt wohl nur Sekunden brauchen um den Korpus herzustellen!? Egal, das Holz klingt und die drei Teile des Korpus liegen so, dass die Halseinfassung in einem einzelnen Teil zu liegen kommt, was sich sonst im Sustain bemerkbar machen würde. Trotzdem habe ich den Hals mit UHU-Hart in den Korpus eingeklebt. Dann die Fräsung mit Graphitlack ausgepinselt, neue Buchse rein, Schlagplatte mit neuer EMG-Elektronik drauf auch rein, alles wieder zusammengebaut, Schaller Strap Lock Pins dran, FERTIG!


    Beim Antesten des überholten Basses, jetzt ist er wirklich im wahrsten Sinne des Wortes ein „Precision Special“, war meine Freude riesig. Da passt nun alles: Die niedrig eingestellte Saitenlage schnarrt nicht mehr (die Sägespäne hatten das Halsende am Korpus wohl angehoben), der Sound ist immer noch sehr gut „vintage“ und jetzt, auch nur mit dem J-Pickup gespielt, kraftvoll und spritzig, je nach dem wie man ihn will. Die Klangregelung( V V T) ist voll ausreichend. Leicht ist der Bass immer noch und ohne Schutzfolien und Aufkleber des Herstellers, jetzt ein richtiger Augen und Ohrenschmaus.

    FAZIT: Instrument von der Stange 244 Euronen, dazu ein nagelneues P/J-Set von EMG aus demEvilBay für 82 Euronen inklusive Versand, mit einem Wochenende Basteln wird daraus ein Bass der es locker mit der Preisklasse der „echten“ Fenders um die 1500 Euronen und mehr aufnehmen kann. Wer’s nicht glaubt kann das Teil gerne mal im Vergleich gegen Sein/Ihr Original bei mir antesten.
     

    Anhänge:

  2. Butters

    Butters Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    14.12.06
    Zuletzt hier:
    20.07.11
    Beiträge:
    416
    Ort:
    Mannheim
    Zustimmungen:
    1
    Kekse:
    675
    Erstellt: 16.03.08   #2
    wow, das finish ist ja mal genial!
    könntest du bitte soundsamples erstellen? mich würde interessieren wie der so klingt.
     
  3. Tieftonsüchtiger

    Tieftonsüchtiger Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    13.06.07
    Zuletzt hier:
    19.06.15
    Beiträge:
    1.154
    Ort:
    Neudorf
    Zustimmungen:
    22
    Kekse:
    2.863
    Erstellt: 16.03.08   #3
    ah, mal ne andere farbe als sanbörst oder bläck.

    sind die EMGs aktiv? wenn ja, wie hast du die batterie da hineinbekommen?
     
  4. Manne

    Manne Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    15.05.07
    Zuletzt hier:
    23.01.10
    Beiträge:
    237
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    318
    Erstellt: 16.03.08   #4
    Kommt darauf an... HIER gibt's ein paar Maße.

    Das Finish ist sehr schick.

    gruß
    manne
     
  5. heinpete

    heinpete Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    26.02.08
    Zuletzt hier:
    20.05.16
    Beiträge:
    375
    Ort:
    Im schönen Odenwald
    Zustimmungen:
    63
    Kekse:
    305
    Erstellt: 16.03.08   #5
    Auch unter den grösseren EMG-Potis war noch genügend Platz einen 9V-Block liegend zu plazieren. Keine weiteren Fräsungen nötig!
     
  6. heinpete

    heinpete Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    26.02.08
    Zuletzt hier:
    20.05.16
    Beiträge:
    375
    Ort:
    Im schönen Odenwald
    Zustimmungen:
    63
    Kekse:
    305
    Erstellt: 18.03.08   #6
    Also mit soundfiles habe ich nun gar keine Erfahrung, werde mal einen Kumpel fragen ob der meinen Squier in seinen Compi stecken kann...:rolleyes:
     
  7. Cadfael

    Cadfael HCA Bass Hintergrundwissen HCA HFU

    Im Board seit:
    27.11.06
    Zuletzt hier:
    9.12.16
    Beiträge:
    10.692
    Ort:
    wo der Pfeffer wächst
    Zustimmungen:
    1.491
    Kekse:
    95.384
    Erstellt: 18.03.08   #7
    Hallo heinpete,

    danke für deinen Review! :great:

    Deine Erfahrungen decken sich weitgehend mit den meinigen.
    Am Sound des Steg-PUs kann man noch einiges durch Höhenverstellung rausholen. Nach etwas Einstellerei an meinem Squier Standard Jazz Bass (hat ja den gleichen J-Pickup wie der P-Bass Special) ging es ganz gut.
    Den J-Pickup-Maße-Thread kennst Du ja jetzt ...

    Walnut Satin gefällt mir ausgezeichnet. Erinnert mich an die alten Ibanez Roadster Bässe aus den frühen 80er Jahren. Damals wäre das meine Farbe gewesen! Ein echtes Schmuckstück! :cool:

    Gruß - viel Spaß mit deinem Bass
    Andreas
     
Die Seite wird geladen...

mapping