DeArmond Jazzgitarre

von Lum, 12.11.06.

  1. Lum

    Lum Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.11.06   #1
    Hu Cummunity,

    habe letztens in einem örtlichen Gitarrenladen eine DeArmond Jazzgitarre gespielt, um welches Modell es sich genau handelt, kann ich leider nicht sagen. (Hatte folgende Specs:
    Sehr Dicker Korpus, 2 f-Löcher, sehr laut (unplugged), USA DeArmond-Pickups, Brücke zu nem "D" geformt, tobacco-burst (oder ähnlich))
    Ich glaube zum Alter sagte er mir 10-20 Jahre (Weiß nichtmehr was er genau gesagt hat, kann/werde aber nochmal nachfragen) Zustand war aber makellos.
    (Kann sein, dass es ne Starfire ist)
    [​IMG]
    Vom Klang her hat sie mich schon unverstärkt total überzeugt, allerdings hatte ich bisher nur ne Aria und eher billige Jazzgitarren gespielt. Verstärkt (über nen Tiny-Terror) fand ich sie auch sehr gut, halt bei hohen Lauststärken/mehr als Crunch-Zerre zu viel Feedback, aber das sollte ja normal sein und stört mich nicht.

    Preislich liegt das Teil bei dem Laden (Habe etwas verhandelt) bei 550€(Koffer incl.).
    Was habt ihr für Erfahrungen mit DeArmond gemacht? Habe eben gelesen, dass es sich um ne Tochterfirma von Guild handelt und DeArmond nun wohl nurnoch Tonabnehmer herstellt (uA für Gretsch)
    Bin für jede Info dankbar, meine Angaben sind alle eher wage und können gut sehr falsch liegen *schmunzelt*

    Gruß
    Lum
     
  2. History

    History HCA-Gitarrengeschichte HCA

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    Erstellt: 12.11.06   #2
    Hallo Lum

    Mir ist DeArmond hauptsächlich als PU-Hersteller bekannt.(Gegründet 1940) Die waren in den 50ern sehr gefragt. Viele Archtops wurden damals damit nachgerüstet. Gretsch gehörte ebenso wie Guild zu den Kunden.
    Seit 1997 sind DeArmond und Guild im Besitz von Fender.
    Der Name wurde auch für eine Billiglinie von Gretsch und Guild-Nachbauten verwendet.l
     
  3. Lum

    Lum Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.11.06   #3
    danke dafür schonmal, die DeArmond (Welche ich im Auge hab) wurde AFAIK in Korea gebaut, aber ist halt schon relativ alt. Gefallen hat sie mir auf jeden Fall, habe halt nur kaum Vergleich, da ich nie eine Gretsch gespielt habe.
     
  4. Lum

    Lum Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.11.06   #4
    Hat denn jemand nen Rat, welche Jazzgitarren ich mit dieser vergleichen könnte? Bzw. welche Erfahrungen wurden gemacht mit Jazzgitarren in diesem Preisbudget (~600€)?
     
  5. History

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    Erstellt: 15.11.06   #5
    naja, ist nicht unbedingt das, was man allgemein als Jazz-Gitarre bezeichnet (diese "Damen" sind dicker;) ) .

    Die Starfire war ja ein Modell von Guild, das mit der Epiphone Casino bzw. Riviera und Sheraton konkurrieren sollte.
    Falls die Gitarre eine Semi (Sustainblock) ist, müßtest Du sie mit der ES-335 ff vergleichen.

    ...aber bitte nicht gegen Elites bzw. Elitists antreten lassen, die spielen in einer anderen Liga:)
     
  6. Lum

    Lum Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.11.06   #6
    Ich werd's dennoch machen, allein um mir mal ein Klangbild einer hochwertigen Jazzgitarre zu gemüte zu führen.
    Was sind denn allgemein-bekannte Jazzgitarren (Meintest mit "Damen" die DeArmonds, oder "normale" Jazzgitarren?) Finde nämlich de DeArmond sehr dick, das und ihr daraus entstehende unplugged Klangcharakter gefällt mir ja sehr. Der Verkäufer aus dem Laden meinte halt, dass sie komplette USA_Hardware hätte (Steht auch auf den PU's drauf)

    Da ich eben nicht hauptsächlich Jazz spiele, lohnt es sich für mich nicht über 1500€ für eine solche auszugeben, aber die DeArmond hat mir doch sehr gut gefallen (denke aber auch, dass ich da keine so hohen Ansprüche habe). Werde wohl nächste Woche innen Session fahren und dort mal D `Aquisto, Gretsch und Höfner anspielen.
     
  7. tele

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    Erstellt: 16.11.06   #7
    jazzgitarren sind etwa so dick wie eine akkustik gitarre - sind eben akkustische mit tonabnehmer.

    diese dame, die du im auge hast ist entweder eine thinline - die ist innen ganz hohl, also auch vollakkustisch, aber mit deutlich schmälerer zarge. die ist mehr für rockabilly, surf und old-school rock'n'roll gedacht.

    oder es ist eine semiakkustik, bei der in fortsetzung des halses ein holzblockdurch durch den body durchläuft, der sustainblock - der ermöglicht spielen bei höheren lautstärken und auch mit verzerrung ohne dass die tonabnehmer gleich pfeifen.

    es ist aber sowieso nicht so, dass du jazz nur auf einer "jazzgitarre" spielen kannst. man spielt auf einer "westerngitarre" auch nicht nur country. das sind einfach bezeichnungen, die schon einen ursprung haben, aber man sollte sich davon nicht zu sehr irritieren lassen. hauptsache, der klang gefällt dir und das spielgefühl ist gut.
     
  8. Hans_3

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    Erstellt: 16.11.06   #8
    Ein paar kurze Anmerkungen:

    # Mit 550 EUR ist das Angebot ist zu teuer. Neupreis war vor einigen Jahren 1150 DM.

    # Vor ca. 3 Jahren hat Fender die Produktion von DeArmond-Git. eingestellt, um dann allerdings unter dem original Nobelnamem Guild erstmals eine Preiswertserie aufzulegen. Geschäftspolitik halt. Durch die Verknappung sind auch die Gebrauchtpreise der DeA. allmählich etwas angezogen.

    # Die Starfire klingt eher deutlich hell und offen, sie unterscheidet sich im Klangkonzept darin von den üblichen ES und deren Clones. Es war ja Sinn und Konzept von "DeArmond by Guild", diese Gitarren eher in die Guild-Richtung klingen zu lassen und nicht die x-te ES-Kopie aufzulegen.

    # Wie schon einer meiner Vorredner sagte, das ist eher was für Rockabilly und Rock'nRoll. Dafür ist die Gitarre perfekt, weil sie genau dafür in erster Linie klanglich konzipiert ist.

    # Allerdings weiß ich nicht genau, was sich der Threadsteller und seinem persönlichen "Jazz"-Sound vorstellt. Hier spielen ja die Spielweise, die Vorstellung und der Amp auch eine große Rolle. Wenn er den "weichen, wuffigen" Sound meint, so a la George Benson, wird er eh keine Gitarre finden die genau das perfekt macht und gleichzeitig noch für andere Stile und Sounds bestens taugt.
     
  9. frankNfurter

    frankNfurter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.11.06   #9
    ahoi,

    soweit ich das nach dem obenstehenden foto beurteilen kann, handelt es sich
    bei dieser "de armond" mit hoher wahrscheinlichkeit um eine semiakustik und
    damit nicht um eine "klassische" jazzgitarre mit komplett hohlem korpus.

    der grund für diese annahme liegt in der bauart der tonabnehmer: es handelt
    sich dem augenschein nach um "PAF"-ähnliche humbucker, die in der decke
    versenkt eingebaut sind. genau dafür wird aber in der regel massivholz mit
    dafür passenden ausfräsungen benötigt -- wie zum beispiel der sustainblock
    einer semiakustik (ausnahme z.b. die in G&B 11/06, s.140 f vorgestellte striebel).

    auf obigem foto sieht es für mich so aus, als sei der korpus selbst für eine
    semiakustik ziemlich flach, zumindest im vergleich mit ES-335-modellen.
    dieser eindruck kann aber auch durch das breite binding entstanden sein.

    wenn klang, spielgefühl, aussehen, zustand und preis der gitarre gefallen: kaufen! :^)

    stimmt meine vermutung mit der semiakustik, dürfte es sich um ein sehr
    vielseitiges instrument handeln, das für viele musikstile geeignet ist --
    eben weil es keine "klassische" (archtop acoustic) jazzgitarre ist.

    hope this helps,
    frank
     
  10. Heike

    Heike HCA Bass Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 16.11.06   #10
    An "richtigen" Jazzgitarren fand ich in der (ok, bißchen was drüber IIRC) Preisklasse die Epiphone Joe Pass Signature ganz gut. Mal abgesehen davon, daß sie die Stimmung etwas schlecht hält. Und die Qualität von Instrument zu Instrument fand ich nicht so konstant, müßte man sich also etwas umsehen.

    Etwas darunter liegen die Ibanez Artcores. Wobei mir dieses eine downsized Model (AGS83B) eigentlich am praktikabelsten fand, klingt aber schon was mumpfiger, und die anderen hatten teilweise Intonationsprobleme.

    Die 335-Kopien von Epiphone (mit diesen Namen, die man sich nie merken kann...) fand ich, sorry 2 say, allesamt reizlos.
     
  11. tele

    tele Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.11.06   #11
    du meinst die Dot :)

    da hab ich schon mehrere angespielt, fand ich auch wenig überzeugend. gute optik, flacher sound.

    bzgl. sustainblock oder nicht - ich glaub da lässt die verbauung der pickups nicht wirklich schlüsse zu - bei meiner ibanez AFS75 sind sie auch versenkt und die ist vollakkustisch. (edit: wiedermal unsinn gelabert - sie liegt jetzt vor mir und ich sehe dass sie offensichtlich NICHT versenkt sind - sorry!)
     
  12. Lum

    Lum Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.11.06   #12
    Also die DeArmond im Shop war wesentlich dicker, als die im Eingangspost. (Hier ein anderes Bild, ist ihr wohl ähnlicher :o
    Was ich für nen Sound will? Gute Frage, da ich keinen Jazz oder Blues höre, kann ich das mit keinem Künstler ausdrücken. Es soll einfach ein warmer, muffiger Ton mit Charakter sein.. Habe die nur durch "Zufall" entdeckt, konnt mir nichts drunter vorstellen und war einfach vom Klang hin und weg.
    Sie soll einfach nur nen schönen Clean und Bluessound liefern, für alles weitere hab ich ja schon andere Gitarren.
    Diesen Soundcharakter (wie ich ihn bei der DeArmond gehört habe) konnte ich eben bisher bei keiner Gitarre so ausgeprägt und rasch raushören. Kann aber eben auch daran liegen, dass ich mich nicht so gut mit Jazzgitarren auskenne, bzw. bisher wenig gespielt habe.
     
  13. tele

    tele Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.11.06   #13
    jaaaa, das ist natürlich eine klassische jazzgitarre.

    so wie du den sound beschreibst, meinst du den typischen klassischen jazzgitarrensound, also wenn dir der klang so gefällt...ich würde zuschlagen. scheint ja auch ein schönes ding zu sein.
     
  14. History

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    Erstellt: 16.11.06   #14
    warm und muffig....?
    waren da vielleicht geschliffene Saiten (Flatwounds) drauf?
    den Ton würde ich als kurz und heftig, mit wenig Sustain und.... (sry fällt mir nichts besseres ein:o ) "furztrocken" bezeichnen:)

    Diese Saiten können den Klangcharakter einer Gitarre völlig verändern.
     
  15. Hans_3

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    Erstellt: 16.11.06   #15
    Dann ist es eine X-135, X-145 oder X-155 (ich glaube, nur die 155 hat ein Hals-Binding). Da geht dann auch der Preis in Ordnung. Die klingt schon deutlich "jazziger" als die Starfire, also Richtung Gibson 175.

    Mit "muffig" meist Du wahrscheinlich diese typischen warm-runden, "klassischen" Ton der Jazzgitarre. Der ensteht aus der Kombination großer Korpus mit dickeren (ab Satz 0.11), geschliffenen oder halbgeschliffenen Basssaiten, z.B. D'Addario Chrome Flats.
     
  16. Jonny Walker

    Jonny Walker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.11.06   #16
    Hallo Lum,

    hab gerade mit meiner Epiphone Emperor II Joe Pass (Amp: Polytone Minibrute IV - zudem werd ich die Tage noch 'n Review schreiben :)) spontan ein wenig Autumn Leaves aufgenommen. -->

    http://www.mytempdir.com/1064195. (Hier noch ein wenig Impro dazu: http://www.mytempdir.com/1064218)

    Die Gitarre kostet ~680,- Euro. Vll. kannst du davon ausgehend beschreiben, wie dein Sound klingen soll.
    Die Gitarre selber kann ich nur empfehlen, sehr schöner warmer, sahniger, akustischer Ton für relativ wenig Geld.

    Gruß, Jona
     
  17. Lum

    Lum Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.11.06   #17
    Jab.

    @History
    Joa kann gut sein, kann Sound schwer mit Worten beschreiben. (Schön/Weich/Singend und doch nicht höhenreich) Stimmt aber schon, das waren keine richtigen E-Gitarren-Saiten, aber auch keine normalen für ne Akustik-Gitarre. Wenn das solche sind, tun sie dir Gitarre wohl sehr gut :-)
    Verstärkt klingt sie ähnlich einer sehr höhenarmen Paula.. (Nur etwa die Richtung, kann sie ja mit viel andrem nicht vergleichen)
     
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