Death Metal Tonverzerrung : Wo (Kehlkopf, Bauch .. ?) und vor allen wie ?

von Evil_Invader, 05.10.05.

  1. Evil_Invader

    Evil_Invader Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.10.05   #1
    Hallo Leutz !

    Ich hab ganze zwei Stunden per Suchfunktion nach dem Thema recherchiert und auch allerhand gefunden, doch einige Fragen bleiben noch immer etwas unklar.

    Wenn ich versuche zu grunten/growlen/keifen (mit Stütze, Kehlkopf unten ..) hört sich der "bösartige Gesang" irgendwie wie mit Reibeisen unterlegt an, der Ton rattert oder vielleicht anschaulicher ausgedrückt : Wie extreme Heiserkeit :D . Hör ich dann mal Death- oder Black-Metal-scheiben fällt mir auf das dieses Rattern/Reiben fehlt, der Ton ist genauso "bösartig", nein sogar noch "bösartiger" , aber er ist aus einem Guss, nicht rau , sondern so als wär es die Normalstimme des Sängers.

    Gut, nun weiß ich, dass zu sowas viel Übung und Technik gehört. Am üben bin ich fleißig auch wenn bisher noch recht fortschrittslos, aber zweiteres, die Technik, ist mir im Bilden des Tons noch etwas unklar.

    Wenn ich growle/grunte/keife kommt die Stimme wohl wie auch beim Normalgesang von den Stimmenbändern (woher auch sonst) , den "Bösartigkeit-Effekt" , eben das Growlgerräusch wird dann (so fühle ich es) bei mir am Kehlkopf herraus"gekratzt" . Ich fühle ein Vibrieren an dieser Stelle (ziemlich weit vorne im Hals, eben da wo der Kehlkopf sitzt) und mit dem Virbrieren rattert/reibt die Stimmte entsprechend, was es ja zu ändern gilt ! Reibe ich meine Stimme zu lange in einem Atemzug gehts schwer ans husten! Außerdem kratzt es ziemlich am Kehlkopf, sodas ich diese Growltechnik nicht allzu lange durchhalte ohne heiser zu werden!

    Nun lese ich überall, der Ton muss nicht aus dem Hals, sondern aus dem Bauch kommen ! Doch wie zur Hölle produziert man diesen Effekt im Bauch! Ich hab viel rumprobiert, logischerweise ist es mir nicht möglich einen Ton im Bauch zu bilden! Hier im Forum steht dann häufig, dass mit "aus dem Bauch singen" die Stütze gemeint ist, die Luft im Bauch zu halten, das Zwerchfell gespannt zu lassen und die Luft dann langsam kommen zu lassen. Mit viel Übung hab ich mir die Technik dann so einigermaßen angeeignet. Tatsächlich kriege ich das Reiben nun auch um einiges länger hin, was aber nichts daran geändert hat, dass der Ton eben auch weiterhin am Kehlkopf mit dem Rattern/Reiben in der Stimme produziert wird. That's not Death Metal !

    Ein anderer User beschrieb das "aus dem Bauch growlen" dann so, als dass er beim Growlen das Gefühl hätte, der Tone käme von weit hinten im Hals. Also nicht vom Kehlkopf, sondern von weiter hinten. Ich hab wieder viel rumprobiert, aber ich pack es nicht. Um ein Reiben der Stimme hinzukriegen, klingt es auch noch so kratzig, flatterig und schlecht, komme ich nicht daran vorbei den Ton am Kehlkopf zu reiben, ganz vorne im Hals! Wie nur soll ich den Ton aus dem Hinterhals herrauszaubern ? Wo liegt mein (großer) Fehler :( ? Das Reiben klingt zwar im Ansatz nach Death Metal, aber ansonsten ziemlich blöd :mad: ! Und Keifen verkommt so im Keuchen :( !
     
  2. Whych

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    Erstellt: 06.10.05   #2
    Aus dem Bauch heisst nur das die Atmung im Bauch und in der Leiste sein muss. Wenn du normal atmest benutzt du nur die obere Haelfte der Lunge. Beim Singen musst du 'ganz runter' atmen ( Grundtechniken des Singens )
    Bei Growling ist es wichtig locker zu bleiben. Ich sing eigentlich ganz normalen Bass-Ansatz und bringe ganz leicht Druck drauf. Wenn deien Grundtechnik steht brauchst du serh wenig Druck um den Ton hart klingen zu Lassen. Zudem bleibt er so sehr voll weil er nicht abgedrueckt wird.

    'Keifen' ist allerdings eine Wissenschaft fuer sich. Keien Ahnung wie man das ohne Schaeden an der Stimme machen kann. Wenn ich das zum Spass mache merke ich sehr schnell das es mir ueberhaupt nicht gut tut.
     
  3. Evil_Invader

    Evil_Invader Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.10.05   #3
    Wird (mal wieder) ausprobiert ! Hab bisher noch nicht darrauf geachtet die Luft in den unteren Lungenberreich zu atmen :) !

    Diese Wissenschaft für sich ist mir allerdings so total fremd. Ich dachte eigentlich Keifen wäre sehr hohes Growlen ! Also gleiches Prinzip: Reiben am Kehlkopf, nur diesmal mit einem sehr hellen Ton ! Resultat : ein quietschiger Flüsterton , ein lautes Keuchen ! Entweder heißt es auch hier üben, üben, üben .. oder mein Ansatz ist total falsch :confused:
     
  4. Whych

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    Erstellt: 06.10.05   #4
    Einfach mal Gaehnen. Du wirst merken wie sich die Luft in Bauch und Leiste sammelt. Zusaetzlich geht der Kelkopf runter. Das ist 'Best Case' und du solltest immer versuchen auch beim Singen diesen Zustand zu Halten.

    Keifen musst du mit Kopfstimme sonst wird das nicht bissig genug also brauchst du einen andern Ansatz wie beim Growlen. Ton vorne gleich hinten den Schneidezaehnen ansetzen ( einfach mal fauchen wie so ne Katze und du spuerst die richtige Stelle ). Zusaetzlich ruhig die oberen Zaehne zeigen, Nase ruempfen etc. Natuerlich nicht uebertreiben das du verspannst. Wie gesagt fauch mal und du hast den Zustand.
     
  5. Alexiel

    Alexiel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.10.05   #5
    das mim keifen ist nur übungssache am anfang hört sich an wie die EISREGEN vocals aber je länger du es machst um so "gifter" werden weil du den ton dann immer Facetten bekomt nicht so eintönig klingt sag ich mal da ich keine ahnung habe von fachausdrücken und dir sagen kann wies bei mir war

    und halt immer locker bleiben mim mund
     
  6. Evil_Invader

    Evil_Invader Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.10.05   #6
    Vielen vielen Dank ! Ich hatte damit gerechnet, dass dieser Thread wieder mal daran scheitern wird, dass man Gesangstechnik so schlecht beschreiben und Anleitungen für "innere Vorgänge" (wie z.B. Kehlkopf unten halten) sowieso quasi unmöglich sind! Aber das Gähnen&Fauchen klingt wirklich nachvollziehbar, wird natürlich gleich wieder ausprobiert und geübt :)) !
     
  7. Korgun

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    Erstellt: 09.10.05   #7
    etwas anderes ist auch das du den ton beim growlen sehr stark mit der zunge verändern kannst, indem du sie sehr flach hälst, hast du eher ein zitriges chris barnes gegrowle,..wenn du allerdings probierst die zunge leicht nach hinten und oben zu nehmen(schwr zu beschreiben) wird die stimme eher nile/necrophagist/etc mäßig (zumidnest bei mir ;)
     
  8. Khold

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    Erstellt: 09.10.05   #8
    Also ich habe jetzt auch schon recht lange geübt, aber immer wenn ich ins mikrofon growle, hört sichs so an, als würde ich flüstern. Egal wie laut die PA ist....und wie laut ich bin... Flüster flüster, was mache ich falsch? Vll liegt es ja auch an dem 20€ mikro, es hört sich nämlich auch bei normalem singen so an, als würde ich meine nase zu halten :p :D

    MfG marc
     
  9. Moczoc

    Moczoc Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.10.05   #9
    Korgun hat recht. Mit einer bestimmten Veränderung von Zungenlage und Hals kann man zwischen Grunt (wie bei Nile/Necrophagist) und Growl (wie bei Six Feet Under/Bloodbath/Whych ;)) wechseln. Ein Mischen dieser beiden Techniken ist nicht stabil möglich, wohl aber ein Wechseln.
    Die meisten Anfänger haben das Problem nur Grunten zu können, womit man gegrowlte Lieder aufgrund der Starre/fehlenden Dynamik dieser Technik nicht besonders gut Nachsingen kann.
    Gegruntete Lieder zu Growlen ist möglich, aber hört sich natürlich nicht originalgetrue an.

    Unterscheiden kann man daran, dass Grunting tiefer und ''knochiger'' klingt. Des weiteren Variiert die Tonhöhe so gut wie garnicht und die ''Verzerrung'' ist sehr grob

    Screamen ist eigentlich fast das gleiche wie Growlen. Allein das Breitmachen den Mundes und ein ''schräg nach oben kucken'' lassen die Töne sehr viel höher klingen.
     
  10. Whych

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    Erstellt: 11.10.05   #10
    Und das du fuer Screamen eben die Kopfstimme benutzt :)
     
  11. Evil_Invader

    Evil_Invader Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.10.05   #11
    Japp, soweit alles verstanden! Einen Ratschlag bräuchte ich noch zum Kehlkopf unten halten. Ich schaff das schon in soweit, als dass der Kehlkopf nicht allzu weit in die Höhe schießt, aber konstant am tiefsten Punkt will er einfach nicht bleiben. Manchmal lass ich ihn durch bestimmte Tonlagen auch automatisch nach oben schießen ohne es zu merken. Also verstehen tu ich die Technik auch noch nicht. Wie nun hält man den Kehlkopf gaaanz unten ?
     
  12. Whych

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    Erstellt: 12.10.05   #12
    Ganz unten geht nicht oder eben nur bei tiefen Toenen. Mach dich da nicht verrueckt. Es reicht wenn er sich in der Mitt einpendelt. Hauptsache nicht nach oben das es dir den Ton abdrueckt.

    Wie gesagt einfach Gaehnen. Den 'Sog' den du da in dir spuerst versuchst du nun automatisch herzustellen wenn du Singst.
     
  13. sslipknott

    sslipknott Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.10.05   #13
    Könnte eventuell (nur zur veranschaulichung) jemand der (gut) growlen, grunten oder "keifen" kann ma n paar soundfiles hier online stellen? damit man ungefair ne ahnung kriegt wie sich das anhört während man nnicht grade mit NILE oder BLOODBATH auf der bühne steht?

    beim keifen hilft es sehr, wenn man wie die profis ein effektgerät mit hall und reverb benutzt....
     
  14. Whych

    Whych Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 21.10.05   #14
    Hall und Reverb ist dasselbe ;)

    Zudem sollte auch jeder Amateursaenger ein Effektgeraet mit Hall und Delay haben. Nur eben nicht so hoch einstellen das es alles zumatscht ( ich rede da immer vom Alleinunterhaltereffekt ) sonst hoerts sich an wie Schlager. ;)
     
  15. Elisa Day

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    Erstellt: 21.10.05   #15
    Wäre der Thread was für die FAQ? Es scheint hier ja sinnvolle Tipps zu geben, die weiter helfen...
    Elisa
     
  16. Gruntdwarf

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    Erstellt: 21.10.05   #16
    Hi. Shoute selber Death und Black und habe mich selber mal mit dem Problem auseinandersetzen müssen. Im algemeinen ist es beim "grunzen" wichtig, das du den Mund entschprechend formst, dann die Luft, wie oben schon gesagt, aus dem bauch heraus kommen lässt. Vorallem musst du mit der Zunge experimrntieren was Korgun oben auch schon geschrieben hat. Um das Ganze sich dann noch "hart" anhören zu lassen musst du über den ganzen Sermon noch das typische "Zombieknurren" knallen. Ich mach dir einfach mal n sound file, in dem ich dir das nochmal beschreibe, da sich soetwas schriftlich immer n bisschen scheiße machen lässt. Hoffe das hilft dir soweit erstmal. Soundfile kommt noch nach... ;)

    So... da isses: http://www.ultimum-projekt.de/Carl/Grunzen.mp3
    Icq: 231-786-159
     
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