Deutscher Text | Thema: Glück

von PPSpeedrock, 07.11.09.

  1. PPSpeedrock

    PPSpeedrock Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.11.09   #1
    Hallo zusammen,
    ich habe es auch noch einmal versucht.;)
    Ich habe bisher noch keinen Titel gefunden. Ich freue mich über Anregungen jeglicher Art!


    Ein Augenblick
    Ein Wimpernschlag
    Und schon ist's wieder vorbei
    Es kommt und geht
    Zig Mal am Tag
    Klopft an dein Herz, geht wieder heim

    Dabei bist du da, doch du bist taub
    Dabei stehst du hier, doch du bist blind
    Hast beide Augen auf und kannst nichts sehen
    Das kleine Glück zum Greifen nah
    Es steht vor der Tür und klingelt Sturm
    Und lässt `nen Zettel da bevor es geht

    Ich war hier
    Und wo warst du?
    Melde dich doch bitte ganz dringend mal bei mir
    Es könnte wieder
    So sein, wie es einmal war
    Die Entscheidung liegt bei dir (Die Entscheidung liegt bei dir)

    Es könnt so sein wie früher
    Mach's gut, ich komm' bald wieder


    Irgendwo und irgendwann
    Hast du ihn irgendwie verloren
    Den Blick fürs Wesentliche
    Du weißt heut selbst nicht mehr warum
    Beim Versuch, zu sein, was du nicht bist
    Oder zu bekommen, was du nie kriegst
    Hast du vergessen, was es ist, das kleine Glück

    Dabei schreit's nach dir, doch du bist taub
    Dabei winkt es dir, doch bist bist blind
    Hast beide Augen auf und kannst nichts sehen
    Das kleine Glück zum Greifen nah
    Es steht vor der Tür und klingelt Sturm
    Und lässt `nen Zettel da, bevor es geht
     
  2. scraping-micha

    scraping-micha Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.11.09   #2
    hi,

    metrik is nicht wirklich wiedererkennbar, holpert lesetechnisch teilweise zu sehr und reime sind so gut wie keine vorhanden.

    ich find die ersten zeilen stark, den rest nicht so, denn irgendwie assoziier ich mit sturmschellen, zettel lassen, vorhalten, den blick fürs wesentliche verloren zu haben nen stalkerproblem;) vllt. will sie/er den protagonisten einfach nicht zurück... und der leser/hörer ahnt vllt warum.;) soll kein affront sein, aber das is, was ich gedacht hab, als ich den zum 2. mal durchgelesen hab.

    was ich sagen will: ich würds umformulieren, den leser/hörer versuchen dazu zu bringen, dem sänger zuzustimmen, quasi. und eben den ein oder anderen reim würd ich auch einbauen.

    nur vorschläge!


    gruß,

    micha
     
  3. Mondluchs

    Mondluchs Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.11.09   #3
    Spannend - ich glaube den Text richtig interpretiert zu haben, nämlich dass man immer auf das große Glück wartet, das selten kommt, und deswegen nicht fähig ist, auch das kleine Glück zu genießen. Sehe den ganzen Text als Metapher - aber amüsant, wenn man es auf eine Person bezieht, könnte man es tatsächlich mit einer creepy Moll-Melodie unterlegen.*schmunzel*

    Dennoch habe ich etwas am Text auszusetzen - zu Veranschaulichung kopiere ich ihn wortgetreu, nur etwas anders formatiert:


    "Ein Augenblick, ein Wimpernschlag, und schon ist's wieder vorbei. Es kommt und geht, zig Mal am Tag, klopft an dein Herz, geht wieder heim.

    Dabei bist du da, doch du bist taub; dabei stehst du hier, doch du bist blind. Hast beide Augen auf und kannst nichts sehen, das kleine Glück zum Greifen nah.
    Es steht vor der Tür und klingelt Sturm und lässt `nen Zettel da bevor es geht:

    'Ich war hier und wo warst du? Melde dich doch bitte ganz dringend mal bei mir! Es könnte wieder so sein, wie es einmal war. Die Entscheidung liegt bei dir. Es könnt so sein wie früher, mach's gut. Ich komm' bald wieder.'

    Irgendwo und irgendwann hast du ihn irgendwie verloren, den Blick fürs Wesentliche. Du weißt heut selbst nicht mehr warum. Beim Versuch, zu sein, was du nicht bist oder zu bekommen, was du nie kriegst, hast du vergessen, was es ist, das kleine Glück.

    Dabei bist du da, doch du bist taub; dabei stehst du hier, doch du bist blind. Hast beide Augen auf und kannst nichts sehen, das kleine Glück zum Greifen nah.
    Es steht vor der Tür und klingelt Sturm und lässt `nen Zettel da bevor es geht."


    Du hast das Thema inhaltlich sehr lyrisch bearbeitet - Metaphern, Personifizierung des Glücks. Jedoch verwendest du fast ausschließlich prosaische Sprache, was den Text sehr trivial wirken lässt. Das wäre per se nicht schlimm - Bodo Wartke, dessen Fan ich bin, schreibt auch sehr prosaisch. Jedoch hast du im Gegensatz zu ihm keine Reime, keine erkennbare Metrik, wie scraping-micha angemerkt hat. Da beides fehlt, ist das für mich ein stinknormaler kleiner Text, inhaltlich wird ja auch nichts besonders Originelles gebracht. Und das sage ich zum Schluss, weil das selten der Fall ist, klar - aber der Rest könnte zumindest passen.

    Ich denke, du kannst dieses Thema noch viel schöner erzählen.:-)
     
  4. willypanic

    willypanic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.11.09   #4
    Hallo zusammen,
    also ich kann die teils herbe Kritik kaum teilen.
    Natürlich ist das hier nicht das große Kino oder der Dichterwettstreit Version 2.0.
    Hier wird gebastelt und versucht, herangetastet, diskutiert und verworfen.
    Für wen schreiben wir denn hier?- Für das Germanistik- Seminar?

    Mit Beurteilung der Fluß und Holprigkeit muss man mMn vorsichtig sein, wer weiß, wie es gesungen wird?!

    Mir gefällt der Text auf jeden Fall gut.
    Das Thema ist natürlich nicht neu aber in einer einfachen, direkt zugänglichen Sprache hinreichend konkret, mit ein paar netten Bilder unterlegt, dargebracht.
    Ein kleiner nachdenklicher Text für dich und mich, keine hohe Kunst, aber das will er auch nicht sein.
    Für meine Belange deutlich über dem Durchschnitt im Subforum.
    Grüße
    willy
     
  5. PPSpeedrock

    PPSpeedrock Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.11.09   #5
    Hallo,
    danke für eure Kritik.:) Mit der Holprigkeit hat willypanic schon recht: So, wie es gesungen wird, passt es schon. Auch wenn man das nicht gleich erkennen mag.
    Scraping Micha, du liegst mit deiner Interpretation leider völlig daneben, weswegen ich nicht viel zu deinen Anmerkungen sagen kann. Trotzdem danke.:)

    "Nichts als ein stinknormaler kleiner Text" ist für jemanden, der sich bei dem Text etwas gedacht und ihn nicht in 30 Sekunden "hingeklatscht" hat - sprich jemand, der sich bemüht hat -, natürlich schon ein recht vernichtendes Urteil, was man als Autor dann auch nicht ganz schmerzfrei entgegen nimmt. Aber dennoch ist sie natürlich auch hilfreich. Ich bin also nicht beleidigt, sondern nehme jegliche Kritik gern entgegen. Vielleicht gefällt dir, Mondluchs, mein nächster Versuch etwas besser. Allerdings kann ich schon einmal verraten: Die Meinung, das sich alles reimen muss, oder dass sich ein Text direkt beim ersten Lesen im 4/4-Takt mitklatschen lassen muss, teile ich nicht (mehr).;) Das habe ich ebenfalls in diesem Forum gelernt. Aber ist eben auch eine Geschmacksfrage, denn niemand wird hier wohl die allumfassende Weisheit für sich beanspruchen. Aber das macht dieses Forum ja auch so hilfreich: Viele verschiedene Meinungen und Geschmäcker erweitern deinen Horizont ungemein.

    Ich werde weiter an mir arbeiten.
     
  6. AniHH

    AniHH Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.11.09   #6
    Vielleicht hilft dir eine kleine subjektive Laienmeinung noch weiter ;)

    So starke Störungen des Leseflusses wie im ersten Kommentar genannt konnte ich nicht feststellen. Die erste Stelle, an der es ein biiiisschen hakt ist der letzte. Hier dachte ich zuerst, Wimpernschlag und Tag wäre absichtlich gereimt, aber ich wurde im zweiten Teil eines besseren belehrt ;)

    Das ist meiner Meinung nach das Stück, dass ich am ehesten für eine Verbesserung vorschlagen würde. Dass 'Dabei' an den Satzbeginnen stösst mir irgendwie auf. Das klingt irgendwie nach einem Gespräch aus der Bahn, das man aufschnappt 'Dabei hab ich ihm gestern noch gesagt...'.
    Bei 'Es steht vor der Tür...' würde ich das es weglassen. Du hast das Glück, auf das sich das 'es' bezieht, direkt davor genannt und klingt es für mich doppelt gemoppelt und sprachlich nicht ganz glücklich. Dann sind da kurz nacheinander zwei Handlungen mit 'und' verknüpft (Sturm klingeln und Zettel dalassen), vielleicht kann man das auch noch etwas entschärfen, indem man das und im letzten Satz einfach weglasst? Für mich persönlich klingt es dadurch viel angenehmer. Natürlich weiss ich nicht, wie solche Änderungen den 'Sang-fluss' beeinflussen ;)

    Der Refrain gefällt mir eigentlich recht gut. Hier wird mir persönlich der Eindruck vermittelt, dass das Glück öfter mal anklopft ('ich komm bald wieder'), aber einfach nicht wahrgenommen wird (blind, taub usw.). Ich denke da irgendwie musiktechnisch spontan in Richtung Ich&Ich *g*.

    Hier brichst du das vorherige Schema (immer sechs Sätze) komplett auf, was mir persönlich nicht so gut gefällt. Vom Aufbau her wirken die Blöcke schon den oberen ähnlich, nur hat jeder eine weitere Zeile bekommen, was den Leser irritiert.
    'Den Blick fürs Wesentliche' würde ich in 'Den Blick fürs Glücklichsein' oder so umformulieren. Das 'Wesentliche' lässt das Satzende irgendwie so sang- und klanglos auslaufen.

    Kritik siehe oben, denn hier greifst du ja das obige Schema direkt wieder auf, was mir gefällt.

    Na ja, so 'klein' war meine Meinung ja nun doch nicht *lach*. Insgesamt finde ich den Text okay, mit ein bisschen dran Feilen könnte er mir sicherlich auch gut gefallen :)

    Liebe Grüße,
    Ani
     
  7. Mondluchs

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    Erstellt: 18.11.09   #7
    Tut mir Leid, wenn meine Kritik zu 'vernichtend' kam. Ich wollte nur sagen, dass ich den Text in seiner jetzigen Form nicht überzeugend finde. Und ich hätte das Ganze nicht geschrieben, wenn ich nicht das Gefühl hätte, dass du es besser kannst. ;)

    Was mich am meisten stört ist folgende Zeile:

    'Melde dich doch bitte ganz dringend mal bei mir'

    So viele unnötige Füllwörter - macht die schöne Aussage für mich kaputt. Es heißt ja auch nicht 'Sein oder vielleicht doch nicht sein?' sondern 'Sein oder nicht sein!' - du verstehst? 4/4 Takt muss nicht regelmäßig sein (siehe 'Absprung' bei mir, weiß auch nur ich, wie das rhythmisch gehört :D), auch Reime findest du dort vergebens. Ich bin kein Mensch, der sich an Regeln beim Songwriting hält - rührt daher, dass ich mit Jus genug Regeln beim Studieren habe, aber in der Kunst kann und will ich frei sein. ;)
    Und dieser eine Satz ist so holprig und kommt so trivial rüber. Das ist kein schönes Deutsch, könnte so viel stärker sein - warum nicht einfach 'Melde dich doch bei mir?'? Dann hättest metrisch und vom Reim her auch auf einmal was genau passendes, ist doch auch nett?

    Also, ich finde deinen Text nicht so übel, dass ich nicht viel Potenzial darin sehe. Und ich glaube dir auch, dass du viel Zeit investiert hast. Genau wie du mir hoffentlich glaubst, dass es von mir nicht böse gemeint war, sondern einfach nur, dass da noch mehr geht, auch bei dem Text jetzt schon. Fairerweise will ich fragen: hast du bereits eine Melodie, oder Musik dazu im Ohr? Denn wenn ja, dann hat man es als unwissender Kritiker noch viel schwerer, weil man ja nur den Text kennt, welcher möglicherweise schon der Umsetzung angepasst ist.
     
  8. PPSpeedrock

    PPSpeedrock Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.11.09   #8
    Keine Sorge. Ich habe ja geschrieben, dass mir jegliche Form von Kritik recht ist - auch wenn so manche vielleicht etwas schwerer verdaulich ist. Aber niemand muss sich rechtfertigen. Ich bin für jeden Kommentar dankbar. Jede Anregung wird zur Kenntnis genommen und auch überdacht. Es soll hier bitte nicht der Eindruck entstehen, als fühle ich mich wie ein missverstandener Künstler, der von der Unfehlbarkeit seines Werkes ausgeht und den man dann nach geübter Kritik erstmal wieder aufpeppeln muss. Kein Meister ist vom Himmel gefallen. Also: Alles ist gut.
    Melodie und Song steht komplett. Beim Text findet man aber eigtl. immer Möglichkeiten, trotzdem noch nachzubessern.
     
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