Die Faszination "Fallout"

von Surf Solar, 24.11.07.

  1. Surf Solar

    Surf Solar Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 24.11.07   #1
    Hallo Leute, gleich als Erstes, bitte versteht diesen Thread nicht falsch, ich weiss dass das ein brisantes Thema ist. Ich bitte in diesem Thema um ernste Beiträge da das Thema ebendies ist.

    Viele von euch kennen Lieder, vor allem von Metalbands, die sich um das Thema "Apokalypse", "Weltuntergang", "Niedergang der Zivilisation" handeln.

    Es gibt (allen voran in Japan) sog. Mangas die sich durchaus ernst mit diesem Thema befassen (also nichts für Kinder)

    Einige von euch kennne vlt. Bücher, die dieses Thema beinhalten, das Beste, welches ich kenne ist "The Stand" von Stephen King.

    Andere kennen wiederum Videospiele, allen voran die "Fallout" Serie, die sich zwar durchaus ironisch, aber auch sehr ernst im krassen Gegenteil mit dem Thema befassen.
    Jetzt würde mich interessieren, woher diese Faszination der Menschen für dieses Thema kommt?

    Es ist zugleich scheußlich und unmenschlich, diese Gedanken zu tragen, doch haben sich schon seit biblischen Zeiten Menschen mit diesem Thema befasst.

    Ich spreche vor allem die älteren Boarduser an, die den kalten Krieg und damit die Schrecken und die Angst vor einem Bombenabwurf noch kennen.

    Woher rührt diese "Faszination" , die eigentlich keine ist, sondern ein Urinstinkt, eine Angst, plötzlich die gesamte Menschheit einfach ausradiert, getilgt vom Planeten zu haben (ich habe das bewusst "direkt" ausgedrückt, da diese Vorstellung in Zeiten des Internets, in denen man sogar per google Atombombenbaupläne herunterladen kann gar nicht so fiktiv ist).

    Dieser Thread soll keineswegs der Verherrlichung von Gewalt, eher dem Gegenteil dienen, ich möchte auch keineswegs diese Schrecken verharmlosen, mich interessiert wirklich brennend, warum der Mensch überhaupt auf solche Gedanken kommt.


    Angeregt wurde ich durch folgenden Post:


    Ich bitte hiernochmal um ernstgemeinte Posts und keine Provokationen/Entgleisungen des Threads, mich interessiert die Thematik und ich möchte nicht, dass der Thread wegen eines unqualifizierten Posts in einem brisanten Thema geschlossen wird.
     
  2. PissingInAction

    PissingInAction Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.11.07   #2
    Die Ursachen sind multikausaler Natur, schätze ich.
    Kulturell bekommt der christlich-abendländische Bürger jeden Sonntag gepredigt, dass der jüngste Tag, an dem wir uns vor dem "lieben" Gott für all unsere Missetaten rechtfertigen müssen, eher heute als morgen stattfinden wird.
    Historisch waren es bis in die 80er Jahre noch die Wasserstoffbomben, die über unseren Köpfen hingen, heute die schmutzigen Bomben, die über unser Zusammenleben bestimmten; gerade die Erkenntnis, dass der asymmetrische Terrorismus nicht mit materiellen Mitteln und Waffen zu besiegen ist, forciert derartige Ängste noch.
    Durch das heutige Wegfallen immer mehr moralischer und staatlicher Instanzen wird der moderne Mensch zusehens mit dieser Angst allein gelassen und beginnt, sich eine üble "Spirale abwärts"-Situation auszumalen.
    Interessant, dass du Japan ansprichst; im Land der weltweit höchsten Selbstmordrate und der Hiroshimabombe gehört es schon fast zur Vergangenheitsbewältigung, sich mit dem nuklearen Holocaust auseinanderzusetzen.
    Ein gutes Buch, dass ich dir empfehlen kann, ist Arno Schmidts "Schwaze Spiegel" bzw. "Leviathan"; noch während und kurz nach dem zweiten Weltkrieg geschrieben, sind diese Werke in meinen Augen absolut prophetisch für alles, was sich in den 50er Jahren heraufentwickelt hat.
    "Fallout" ist großartig, wunderbarer, kaputter 50er Jahre Art Decostil, zieh dir mal den Film "Dr. Strangelove oder wie ich lernte die Bombe zu lieben" rein, falls du den noch nicht kennst, ein bitterbösartiges Zeitzeugnis von damals... "Gentlemen you can't fight in here, this is the war room."
     
  3. Surf Solar

    Surf Solar Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 24.11.07   #3
    Vielen Dank, so hab ich mir das Diskussionsniveau vorgestellt :great:
    Genauso habe ich auch das Gefühl, speziell von "Fallout" ausgegangen, ist doch zu sehen, dass mit dem Thema durchaus niveauvoll auch "spaßig" umgegangen werden kann.
    Man hat aber dennoch nie das Gefühl, dass die Leute, die das Spiel schufen, respektlos an die Thematik gegangen sind. Es gab ja eine Zeit lang "Angst & Schrecken" (berechtigt), jederzeit dem Erdboden gleichgemacht zu werden. Heute fehlt irgendwie diese (berechtigte) Angst, deshalb sehe ich Werke wie Fallout durchaus sogar als "Lehrmittel" an, denn es ruft Dinge in zurück, die nicht vergessen werden dürfen.

    Es ist schon schlimm genug, dass (kalter Krieg) ganze Generationen unter der Angst leben mussten, doch gibt es trotz START Abkommen immernoch massig nukl. Sprengköpfe, die jederzeit , in falsche Hände geraten, detonieren könnten.



    Ganz davon abgesehen, wie stellt ihr euch ein Leben nach dem "Big Bang" vor (hoffen wir, dass es nie eintritt). Wenn jemand schonmal The Stand gelesen hat, dort wird ja ziemlich gut beschrieben, wie es sein KÖNNTE. Stellt ihr euch das Leben danach nur noch als Epilog der Menschheit vor , oder als Neuanfang?
     
  4. Sam Razr

    Sam Razr Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.11.07   #4
    Ich denke es liegt an genaudemselben Grund, aus dem auch Gaffer, Sozio/Psychopathen getrieben werden:

    Dem Menschlichen Ergötzen des schlimmen. Es liegt in der Menschlichen Natur von dingen fasziniert zu sein, von denen wir nichts, oder nur einen kleinen teil verstehen. Im negativen kommt dann noch der Aspekt des Angstüberwindens dazu: ICh habe insgeheim Angst vor etwas, aber ich finde es faszinierend (mir geht es da zum besispiel mit Leichen so).

    Also, der Mensch liest von etwas, was so unvorstellbar für ihn ist, wie nichts anderes. Für den einen die Apocalypse, für den anderen schreckliche Unfälle und wieder für den anderen sind es Skandale. Dann kommt der Angstaspekt dazu: Der erste hat Angst vor dem Weltuntergang und dessen Zeichen, der nächste hat Angst selber da am Boden zu verbluten und der dritte schliesslich hat vielleicht selber eine Affäre (90% der Tratschweiber haben eine).
    Um all das zu kompensieren setzt die Faszination ein, man mus in dem Moment keine Angst spüren oder das Gefühl haben es nicht zu verstehen: Es ist einfach ein Gefühl das das übtetönt.

    ----

    Meine Meinung

    Sam
     
  5. AX2Andi

    AX2Andi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.11.07   #5
    Also ich kann nur für mich sprechen, aber mich fasziniert am Falloutszenario (in Spielen etc.) weniger irgend nen Leid oder so.... Ich finde die Atmosphäre/Stimmung die das Szenario (z.b. bei guten Spielen) generiert einfach ansich sehr reizvoll.... Die Reste der vergangenen Zivilisation(en) und so.... hat einfach was sehr abenteuerliches und vielleicht irgenwie was "romantisches"...
    Also ich find z.b. auch so Wracks aus dem Pazifikkrieg irgendwie unheimlich interessant... ich möchte da keine Leichen o.ä. sehen, sondern nur die Flugzeugwracks etc. Ich find das dann auf Bildern etc. einfach atmosphärisch irgendwie... Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass sich Menschen oft so nen bisschen in die Vergangenheit sehnen bzw. diese oft interessanter finden, als die Gegenwart. Das gilt eigentlich auch für die Zukunft... also Fallout=Vergangenheit+Zukunft ohne langweilige Gegenwart=gut :D
     
  6. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.11.07   #6
    Der Fallouthumor (also bei dem Spiel) ist eigenlich eine Parodie auf das Amerika während des kalten Krieges. Duck and Cover!

    Allein der Pipboy mit seinen anschaulichen Erklährungen der Spielwelt ist so typisch klischee-amerikanisch. Ich denke eher, dass das Weltuntergangsszenario gewählt wurde, weil man dann alle gesellschaftlichen Eigenarten und Mißstände wunderbar übertrieben darstellen kann. Man muss sich allein den Slogan auf der Entwicklerseite für den dritten Teil anschauen - einfach herrlich. Ich sag ihn mal nicht, mit der Illustration dazu ist der weit lustiger.:D


    Die Faszination liegt wohl eher in der Extremität des Szenarios. Wenn plötzlich die Welt aus den Fugen gerät, ist alles möglich und es gibt viel Konfliktpotenzial - was einfach eine wunderbare Vorraussetzung für gute Dramaturgie ist.
     
  7. Abyss

    Abyss Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.11.07   #7
    Obwohl ich manchmal frage, ob es einer Überzeugung bedarf Ernesto-T's zu tragen, wenn ebendieser u.a. die Entstehung des Übermenschen aus der nuklearen Asche propagiert. Jetzt zu mir :(
    Mit Fallout assoziere ich Menschenleere, Wüsten, unfreundliche Umweltbedingung, irgendwelche Überreste die es spannend machen können, Einsamkeit, Schweigen, Minimalismus und Idealismus. Mit einem Schlag wäre auch das weg, was noch als "wichtig" galt, es würde sich vieles realtivieren, es gäbe kaum Widersprüche, weil die Gründe fehlen. Die Langweile wäre auch eine. Der Müll wäre ein zu gebrauchender. Insgesamt wäre man in einem Fallout Szenario selbst auf sich gestellt, komischerweise würde sich auch eine Art Willkür lösen, die einem vielleicht ständig im Alltag begleitet, eine neue würde sich vielleicht bilden. Aber realistisch gesehen würde ich einen Fallout wohl nicht überleben (wollen?).
     
  8. Fastel

    Fastel Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 26.11.07   #8
    ja es fasziniert mich auch :)
    im grunde ist das ja ein szenario, egal ob für musik, spiele, bücher oder filme welches sehr sehr viel möglichkeiten beinhaltet gute geschichten und stimmungen zu erschaffen. denkt mal an mad max oder ähnliche filme... man kann mit nur wenig fantasie stoff für viele geschichten entwickeln. seien es nun übers land ziehende banden, eine tankfüllung als höchstes gut auf erden, die geschichte vom einsamen kämpfer bis hin zu einer gesellschaft die versucht etwas neues aufzubauen. das szenario hat scheinbar grenzenloses potential weil die menscheit in einen neuen zustand katapultiert wurde und sich neu entwickeln muss - und dieser zustand/diese entwicklung kann in alle richtungen verlaufen. immerhin tauchen in manchen endzeitstories auch mutanten, aliens, klone, cyborgs ect. auf :)

    ich freu mich jedenfalls auf fallout 3

    [​IMG]
     
  9. Surtr

    Surtr Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.11.07   #9
    Mich fasziniert die Tatsache, daß der Menschheit genügend Sprengkraft durch Nuklearwaffen zur Verfügung steht um die Erde, oder zumindest die allermeisten ihrer Bewohner, theoretisch mehrfach zu Vernichten. Ich habe mir auch schon vorgestellt wie es wäre den Mond auf die Erde zu sprengen, ein herrlicher Gedanke finde ich... man schlüge (hmm.. Konjunktiv?!) seinem/seinen Schöpfern bzw. der Schöpfung ein ungeheures Schnippchen in dem man sich selbst auslöscht, was gebe es zugleich Schaffenderes als auch philosophischeres als die bewusste Selbstauslöschung einer ganzen Rasse?
     
  10. bobZombie

    bobZombie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.11.07   #10
    Ich finde das Thema Postapokalypse auch sehr faszinierend- die verlassenen Städte, verrostete Eisenbahnen, Autowracks etc etc.. die globale Korrosion. Ich finde auch viele Ruinen schöner als prunkvolle Schlösser und andere majestätische Bauten.
    Auch das mögliche Szenario, wie lange es dauer würde, bis sich die Natur ihren genommen Platz wieder zurückholt- es gibt da verschiedene Theorien, wie lange es dauern könnte, bis eine Großstadt allmählich wieder zum Urwald wird.

    Was den Menschen daran so reizt? - Ich kann für mich jetzt nur sagen, dass ich kein Anhänger diverser Untergangsszenarien bin; ich finde lediglich die Zeit "danach" interessant, sozusagen den "Neustart".

    Ich glaube, es liegt auch daran, dass man darauf aus ist, inmitten dieser ganzen Verwüstung Dinge zu suchen, die trotzdem schön sind und sich eine Aufgabe zu suchen, die einem hilft, die eigene Existenz auch unter den noch widrigsten Umständen "positiv" zu gestalten. Dieser Gedanke wurde ja bereits auch schon in mehrern Filmen aufgegriffen.

    Auf der anderen Seite ist die Auseinandersetzung mit solchen Themen auch ein Weg, sich mit der eigenen Furcht davor zu beschäftigen. Es fängt dort bereits bei ganz kleinen Dingen an: das Tragen von beispielsweise Totenköpfen als Symbol galt sehr lange als Zeichen dafür, dass man sich selber über den Tod stellen will und diesen nicht fürchtet. Man hat das, wovor man am meisten Angst hatte, nicht von sich gestossen, sondern es beinahe schon mit Stolz und einer gewissen gleichgültigkeit verherrlicht.
     
  11. Cornholio

    Cornholio Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.03.08   #11
    Sofern sich die Liebe zum Fallout äußert darin, die verhassten bürokratischen Strukturen mit Anarchie auszutauschen, muss ich sagen, dass mir eine Fallout-Anarchie, in der ich immer nur archaisch ums Überleben kämpfe, viel weniger sympatisch ist als der Status Quo, in der ich Zeit habe Gedanken und Vorlieben wie diese zu entwickeln :). Hier noch ein Thread.
    Fallout 2 war weiland so verbugt, dass sie in die finale Version viele Maps nicht implementierten - obwohl sie schon datenmäßig fertig im Spiel waren. Auf diesen Maps waren auch viele Quests, oder Teile von Quests, die man dann nicht beenden konnte. :eek:
    Fallout 2 hat damals mitgeholfen Interplay in den Ruin zu führen, und hat auch nie wertungsmäßig was über 79% bekommen... Ich dachte ab da jahrelang, dass Fallout neben mir keine Anhänger hat, bis ich in den letzten Jahren in Foren immer wieder auf Fallout-Avas und Kommunities traf.
    Und diese machen dann so krasse Sachen wie das hier. Ein Fallout 2 Patch, mit dem nicht nur die meisten Bugs entfernt wurden, das Spiel lauffähiger wurde unter neuen Computern, sondern auch die Maps gefixt wurden, die es "nicht ins fertige Spiel schafften." Und das ist schon sehr viel an Questmaterial. Ich habe Suliks Schwester gefunden und befreit :o
    Englische Version: In Den bestehlen einen Kinder.
    Englische Version mit Restore: Man kann die Kinder von der Straße holen, indem man ihnen ein Weisenhaus verschafft.
    Deutsche Version: Es gibt keine Kinder, die man erst von der Straße holen müsste :D (auch dieses "Problem" löst der Restore-Patch)
    Ja, Fallout 2 ist dieses Jahr 10 Jahre alt. Damals war ich ja noch selbst ein Kind... die gute alte Zeit :rolleyes:...
     
  12. cboon

    cboon Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.03.08   #12
    Ich glaube der Reiz am Endzeitkult basiert auf dem absoluten Nihilismus, quasi der totalen Freiheit in der ein Leben nichts mehr wert ist und gerade deswegen so interessant ist.

    Das Spiel ist auch genial. Ich die die Atmosphäre die dieses Spiel versprüht.
     
  13. Hein

    Hein Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.03.08   #13
    Kennt noch jemand von Euch "Burntime"?
    Das ist das erste Spiel, das ich kenne, wo die Erde nach einem Atomschlag dargestellt wird.
    Kam so ca. 1993 raus.
    Eigentlich ging es in erster Linie darum, die eigene Ernährung und (fast noch wichtiger) Wasserversorgung sicherzustellen.

    Als Kind der Zeit des kalten Krieges, hat die Möglichkeit eines Atomschlages nichts Faszinierendes als Weltuntergangsszenario für mich.
    Ich kann mich an ein Erlebnis aus den Siebzigern erinnern, in dem ich mal in einer Nacht zwei extrem grelle Blitze gesehen habe.
    Als nach einiger Zeit immer noch kein Donner zu hören war, wurde mir echt mulmig.
    Ich musste zu meiner eigenen Beruhigung das Radio anschalten, um mich so zu vergewissern, dass es keinen Atomschlag gegeben hatte. (Hört sich vielleicht krass an, war aber so!)
    Heutzutage könnte es vermutlich blitzen wie es will; ich würde es nicht mehr mit der Möglichkeit eines Atomangriffes in Verbindung bringen.
    Das war damals ganz anders!

    Der "Weltuntergang" als natürlicher Vorgang (beispielsweise durch den Ausbruch von Yellowstone) ist dagegen für mich schon faszinierend!
     
  14. -=Mantas=-

    -=Mantas=- Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.04.08   #14
    Scheußlich? Ich finde es scheußlicher wenn jemand der an die Bibel glaubt,und daran glaubt,dass nach seinem Leben ein Paradies auf ihn warte..Das ist meiner meinung nach scheußlich,in dem sinne dass er seinem und dem leben anderer die totale missachtung schenkt..
    Naja zurück zum Thema.

    Ich denke in Musik,eben besonders im Metal wo,wo das sehr oft behandelt wird,denke ich hat sich das so eingebürgert.
    Wenn ich en Songtext schreibe,schreib ich bestimmt nicht darüber wie schön die welt ist,sondern eben über die schattenseiten,über den Teufel,über den Tod und was noch alles.
    Ich denk das is ganz menschlisch dass man in der Musik der böse bube sein will^^

    Tom araya von Slayer hat dazu mal ein ziemlich guten Kommentar abgegeben:
    Vorneweg,das Interview war wegen der neuen Fanbox "Soundtrack to the Apocalypse"
    Außerdem denk ich eben dass das Thema dann immer entsteht wenn wir an die Zukunft denken.
    Ist schon lustig wenn man mal Filme aus den 50er sieht die in der Zukunft (etwa 2010) spielen,und die ganze Welt bombadiert etc zeigt. Heute würden wir dasselbe wohl von 2050 denken.;)

    Edit:
    Ich kann auch ein Filmtipp geben:
    Kennt jemand von euch Evil dead 3? auch bekannt als tanz der teufel 3.
    Von dem Film gibt es 3 verschiedene Enden (cool,wa^^)
    In deutschland wird oder darf nur diese eine,die jeder kennt (die wo der dann im supermarkt ist) ausgestrahlt.
    Dann gibt es jedoch noch ein Ende,wo er aus versehen zu weit zurück in zukunft reist,und dann aus der höhle kommt und nur noch stadtruinen sieht,wegen einem atomkrieg.
    Hier der link:
    http://youtube.com/watch?v=LuD4mi8LelE

    Soviel zu Denken zur zukunft^^
    Mantas
     
  15. Zottelviech

    Zottelviech Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.04.08   #15
    Hach ja, der Fallout :rolleyes: ich persönlich frage mich, wie wenige sich eigentlich mit dem Thema beschäftigen. Wenn ich daran denke, wie viele nukleare Sprengköpfe derzeit einsatzbereit wären, wird mit ganz anders. Dabei braucht es nicht einmal einen Sprengkopf, erst kürzlich ging doch der Defekt in einem Atomkraftwerk hierzulande durch die Presse. Das Problem ist so greifbar, aber so lange man den Reaktor nicht vor der Haustür hat, scheint es schlimmeres zu geben. Ich will jetzt keine Pro-Contra-Atomkraftdebatte auslösen, aber beschäftigen tut es mich sehr. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Menschheit sich in ihrem Entwicklungsdrang über kurz oder lang ihr eigenes Grab schaufelt. Über diese Thema kann man sich schnell in Grundsatzdiskussionen verlieren...

    Für mich macht die Faszination eben besonders diese Greifbarkeit aus. So sarkastisch das auch klingen mag: Es würde mich überhaupt nicht wundern, wenn plötzlich und unerwartet ein Atomkraftwerk in die Luft geht, was eigentlich als total sicher und unbedenklich gilt. Wir reden hier von einer Energieform, die so unvorstellbar unberechenbar ist, dass man eigentlich die Finger davon lassen sollte. Und woran scheitern erneuerbare Energiequellen? An Lobbyisten und von Windrädern gestörte Gartenbesitzer (ja, ich übertreibe ein wenig).

    Würde ich es mir aussuchen können, wäre ich lieber Tier als Mensch, denn dann müsste ich mich mit sowas erst gar nicht beschäftigen. Aber ich bin nun mal hier und versuche, das Beste daraus zu machen. Auch wenn mir die Sinnhaftigkeit manchmal ziemlich verkorkst vorkommt.
     
  16. Sam Razr

    Sam Razr Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.04.08   #16
    Aber die Wahrscheinlichkeit, dass das passiert, ist geringer als im Lotto zu gewinnen, wenn du nicht spielst. Momentan ist es eine sehr sichere Energiequelle (dazu noch sauber).

    Die Wahrscheinlichkeit an einem Herinfakt aufgrund von gestiegenen Ozonwerten (wegen anderer Energiequellen) zu sterben ist wesentlich höher. Klingt komisch, aber wir haben das für einen Vortrag sogar ausgerechnet (man kann nie alle Variablen berücksichtigen, aber es gibt genug)

    Sam

    PS: Es ging "nur" um AKWe bzgl. Energieerzeugung.
     
  17. Surf Solar

    Surf Solar Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 21.01.09   #17
    Natuerlich ist die Wahrscheinlichkeit mehr als gering, der kalte Krieg ist vorueber. Schon erschreckend, dass "West & Ost" ihr nukleares Waffenarmado damals so aufbauten, dass beidseitig (meist in Propagandevideos) immer eine hoehere Anzahl an "Warheads" oder auch "Nukes" gegeben war (auch wenn dies oft nur aus Bluffs bestand), Propaganda eben.

    Noch erschreckender ist, wie knapp die Welt damals vor einem nuklearen Holocaust stand. da wurden Fehlalarme gegeben, die der leitende Offizier (zum Glueck!) wirklich als Fehlalarm deutete und nicht als gegn. Angriff, da sind nukl. Sprengsaetze bei Routineflugeinsaetzen einfach abhanden gekommen (kann man alles bei Wikipedia nachlesen, ich weiß den genauen Link gerade leider nicht) usw usw.

    Die genauen Folgen eines internationalen nuklearen Schlagabtausches kann niemand genau vorhersehen - es waere aber verheerend. Auch jetzt noch existieren trotz START Abkommens Hunderttausende von "Nukes", der "Trend" geht ja jetzt in die Richtung, sog. "Mini Nukes" (sic!) zu bauen, die genauso wie eine A-Bombe funktionieren, aber im Vergleich zu den frueher gebauten Bomben viel weniger Schaden anrichten, dafuer aber gezielt gegen unterirdische Bunker o.Ä. eingesetzt werden koennen, ohne das Risiko eines nukl. Schlagabtausches zu riskieren, weil man damit ja "gezielt" Dinge zerstoeren kann ohne gleich das Risiko eines atomaren Weltkrieges einzugehen. Eine hoechst bedenkliche Entwicklung wie ich finde!


    JEDER sollte finde ich folgenden Film gesehen haben. In Zeiten des kalten Krieges, wurde der in jedem brit. Klassenzimmer gezeigt, zum Teil auch in (damaligen) "westdeutschen" Staaten. Lasst euch nicht von den "billigen" Effekten stoeren, der Film ist definitiv der deprimierendste , zugleich schockierendste den es imo gibt! Aber bitte, bitte, nehmt euch Zeit und schaut es euch an, ich finde es enorm wichtig dass das nicht in Vergessenheit geraet.

    Achtung, der Fim geht einem an die Nieren, ich finde aber dass es wichtig ist vor solchen Gefahren moeglichst abschreckend und realistisch zu warnen, wie es eben der Film tut. Er erschreckt eben ob seiner unglaublichen Realitaet, man kann foermlich mitfuehlen. Stellt euch einfach eine X-beliebige deutsche Stadt vor, es wuerde letztendlich genauso ablaufen.Nehmt das bitte ernst! Hier der Text zu dem Video:

    Threads is a 1984 television docudrama depicting the effects of a nuclear war on the United Kingdom and its aftermath. Written by Barry Hines and directed by Mick Jackson, Threads was filmed in late 1983 and early 1984. The premise of Threads was to hypothesize the effects of a nuclear war on the United Kingdom after an exchange between the Soviet Union and the United States escalates to include the UK


    Hier der legale Link zum Video : klick


    Ich moechte jetzt noch gerne auf das eigentliche Thema eingehen, ich hoffe jeder kann nachvollziehen dass ich ueber das ganze Thema reflektiert- und ob der Brisanz wegen vorsichtig formuliere.


    Aber wie man vlt. hier gelesen hat, empfinde ich eine unglaubliche Faszination wegen dieser absolut menschenfeindlichen Waffe, der Atombombe und wie ich hier gelesen habe, bin ich nicht der Einzige. Ich habe mir vor Kurzem wieder einmal diesen o.g. Film angesehen und kam wieder in's Gruebeln darueber. Solche Waffen existieren einfach, sie sind dafuer geschaffen Millionen von Menschenleben von einer Sekunde Zack -
















































    Zack (das war eine Sekunde, wenn ihr aufmerksam lest) zu beenden, oder selbst wenn es Ueberlebende gibt, deren Leben zu erschweren bzw. unmoeglich zu machen.
    Liegt darin die Faszination? Die erschreckende Moeglichkeit, (gewisse Macht vorrausgesetzt) jederzeit ganze Voelker auszuradieren? Die Moeglichkeit (und diese besteht jetzt noch genauso!) jederzeit mit einem vorzeitigem Tod rechnen zu muessen?
    Klar klingt das fuer viele einfach wie ein Maerchen, aber ich finde es DARF einfach nicht in Vergessenheit geraten.
     
  18. Röcktex

    Röcktex Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 21.01.09   #18
    Pfui, Studentenalarm!! :D
     
  19. Haianson

    Haianson Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.01.09   #19

    Sie existiert vor allem um nie eingesetzt zu werden. so sehr man sie auch verteufeln sollte man muss sich fragen ob es denn heute so wäre wie es ist...wäre diese angst vor totaler vernichtung nicht erschaffen worden...ein konventioneller krieg zwischen nato und sowjetunion wäre wahrscheinlich gewesen...
     
  20. Xargon

    Xargon Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.01.09   #20
    Ich mag Filme/Comics/Videospiele, die in post-apokalyptischen Szenarien angesiedelt sind sehr gerne. Es fasziniert mich zu sehen, wie die Welt die wir kennen einfach nicht mehr existiert und von etwas völlig anderem ersetzt wurde. Seien es Zombiehorde, die den letzten Menschen das Leben schwer machen oder einfach nur die totale Überbevölkerung des Planeten.

    Eine Parallele zwischen vielen Szenarien ist erkennbar: Die Menschen geraten durch etwas, das sie selbst geschaffen haben an den Rand der Vernichtung, egal ob Maschinen (Terminator, Matrix) oder neuartige Waffen. Und genau diesen Punkt finde ich so interessant. Wenn uns doch dauernd aufgezeigt wird, wohin unser Zerstörungsdrang führen kann (ich schaue nebenher den Film von Frank S. und bin erschrocken begeistert) wieso gehen wir dann immer weiter? Wir laufen doch wie die Lemminge auf einen Abgrund zu :/