"Die Klavierspielerin" von Michael Haneke (Film)

von DarkspY, 19.12.07.

  1. DarkspY

    DarkspY Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.12.07   #1
    Ich habe gerade aufgrund meines Interesses an dem Beruf "Regisseur" und "Drehbuchautor" den Film "Die Klavierspielerin" von dem berühmten Regisseur und Drehbuchautoren Michael Haneke gesehen. In dem Film geht es um eine ca. 40jährige Klavierlehrerin, die noch bei ihrer Mutter lebt und aufgrund dessen kein wirkliches Eigenleben hat. Sie zeigt keinerlei Gefühle gegenüber anderen Menschen als ihrer Mutter und ist eine extrem strenge und kleinliche Lehrerin. Andererseits geht sie zur Befriedigung ihrer sexuellen Lüste, für welche sie sich schämt, in Masturbationskabinen oder guckt Leuten im Autokino beim Sex zu. In diesem Chaos verliebt sich ein Schüler in sie und sie weist ihn ab, da sie keine Gefühle zulassen will. Dieser gibt nicht nach und sie spielt mit ihm eine Art sexuelles Machtspiel und verlangt auf einmal, dass er sie schlägt, fesselt und so weiter. Am Ende des Films dreht der Schüler quasi durch und dringt in ihre Wohnung ein, schlägt sie und vergewaltigt sie quasi. Sie sagt nur unterkühlt und leise "Bitte lass das.", obwohl sie ihm in einem Brief genau geschrieben hat, wie er mit ihr umgehen soll.
    Das Ende war zu symbolisch und abrupt, als das ich es verstanden habe.

    Nach 10 von 120 Minuten hatte ich bereits Augenschmerzen sowie Kopfweh und fühlte mich elend. Der Film ist komplett ohne Hintergrundsmusik gewesen und mir tut jeder Schüler leid, der eine ausführliche Analyse oder Intepretation darüber schreiben muss!!!
    Falls hier irgendwer den Film komplett versteht, dann wäre ich dankbar für ein paar Infos dazu, da ich ihn nicht ausreichend verstehe. Dieser Film ist wirklich beeindruckend und beängstigend, aber auf keinste Weise unterhaltsam. Ich bereue es nicht, den Film gesehen zu haben und kann ihn für Freunde von schwerer Kost oder Psychologie empfehlen.
     
  2. Abyss

    Abyss Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.12.07   #2
    Ich möcht jetzt nicht abgedroschen klingen, ich schätze den Film sehr, aber richtig betroffen macht mich der Film nicht, finde das man da einen guten Abstand zu findet, wahrscheinlich weil ich nie in Wien war und auch so das Milieu im Film gar nicht kenne.
    Klar manche Szenen "tuen weh" aber die sind bildlich, quasi skalpellscharf wie im Film analysiert werden darf. Die 40-jährige Protagonistin "kuschelt" sich gewaltvoll an die Mutter, sie schlafen im gleichen Bett, sie kann dem nicht entfliehen. Schön wie man hier symbolhaft für die spießige Wiener Kultur freud'sche (auch ein Wiener ;)) Neurosen ersinnen kann.
    Wenn du interpretieren willst, würd ich mir mal die Vorlage also das Buch von Elfriede Jelinek durchlesen, da bekommst du glaub ich auch einen guten Eindruck wie es zu den Bildern von Haneke kommt, erfährst mehr über das Zusammenspiel von Buch, Drehbuch und Film.
    Ich gucke schon viele Filme aber ich wüsste nicht wie viele ich gucken müsste um für ein Beruf wie Regisseur und Drehbuchautor gewappnet zu sein :D (ein Workaholic-Job)
     
  3. DarkspY

    DarkspY Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.12.07   #3
    Danke für die Tipps! Es ist traurig, aber wahr, was du über die Jobs schreibst. Zudem ist der Regisseur sehr häufig der Buhmann am Set.
     
  4. phi

    phi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.12.07   #4
    hm... ich finde das ist einer der besten filme überhaupt.

    einer der gründe das haneke meinen avatar ziert.

    ausserdem sagte haneke selbst (im interview auf der dvd): "es ist ja quasi eine tragikomödie..." oder so ähnlich.
     
  5. pleasure

    pleasure Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.01.08   #5
    Ohne den Film zu kennen, würde ich sagen (hab nämlich das Werk von Jelinek gelesen), dass das auch so inszeniert/verfilmt werden muss...das liegt aber an Jelinek, an ihrem oft zitierten, pessimistischen und masochistischen Weltbild!