Die neue Zukunft: Eine Welt ohne Arbeit?!

von scabdooBA, 10.10.05.

  1. scabdooBA

    scabdooBA Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.10.05   #1
    Hi
    [FONT=verdana,arial,helvetica, sans-serif] [/FONT] [FONT=verdana, arial, helvetica, sans-serif]hier mal, wie ich finde, eine sehr interessante Ansicht zum Thema Marktwirtschaft.
    Hab ich in einem anderen Forum gefunden, viel Spaß beim disskutieren hierüber.

    kleine Zusammenfassung von mir:
    Es geht darum Steuern abzuschaffen, dem Bürger ein Bürgergeld zu verteilen und die Mehwertsteuer auf 48 %.

    Eine interessante Utopie wie ich meinen darf, die ähnliche Ansätze wie der Sozialismus bietet:
    [/FONT]
    [FONT=verdana, arial, helvetica, sans-serif]
    [/FONT]
    [FONT=verdana, arial, helvetica, sans-serif]
    Götz Werner, der Chef der Drogeriemarktkette DM: Deutschland braucht ein Bürgergeld und nur noch eine Steuer

    Alle Politiker sind sich einig: Das wichtigste in Deutschland ist die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Die Drogeriemarktkette DM ist ein Unternehmen, bei dem seit Jahren neue Stellen geschaffen werden. Doch im Gespräch mit Sönke Iwersen überrascht der Gründer Götz Werner mit ungewohnten Ansichten.

    Herr Werner, wie wichtig ist Ihnen die Schaffung neuer Arbeitsplätze?

    Überhaupt nicht wichtig. Sonst wäre ich ja ein schlechter Unternehmer. Als solcher habe ich meine Aufgaben zu erfüllen.

    Wäre es nicht Ihre vornehmste Aufgabe, Arbeitsplätze zu schaffen?

    Ich muss wirklich sagen, dass ich dieses Gerede von der Schaffung neuer Arbeitsplätze langsam nicht mehr hören kann. Warum wird dem so wenig widersprochen? Die Wirtschaft hat nicht die Aufgabe, Arbeitsplätze zu schaffen. Im Gegenteil. Die Aufgabe der Wirtschaft ist es, die Menschen von der Arbeit zu befreien. Und das ist uns in den letzten 50 Jahren ja auch grandios gelungen.

    Sie finden Arbeitslosigkeit grandios?

    Moment. Noch keine Generation in Deutschland musste jemals so wenig arbeiten und hatte gleichzeitig einen solchen Lebensstandard wie wir heute. Als ich ins Gymnasium ging, hatten zwei Kinder in der Klasse einen Fernseher und bei zwei Kindern in der Klasse hatten die Eltern ein Auto. Bei meinen Kindern heute gibt es wahrscheinlich zwei Elternhäuser, die keine zwei Autos haben. Und vielleicht zwei Elternhäuser, die keine zwei Fernseher haben.

    Aber der Wohlstand kommt doch von Arbeit, nicht von Arbeitslosigkeit. Wie schaffen wir es, dass wieder mehr Arbeitsplätze entstehen?

    Das ist nicht die Frage, die sich ein Unternehmer stellt. Kein Unternehmer überlegt sich morgens, wenn er in den Laden kommt: Wie kann ich heute möglichst viele Menschen beschäftigen? Allein die Vorstellung ist schon absurd. Die Frage lautet umgekehrt: Wie kann ich mit einem möglichst geringen Aufwand an Zeit und Ressourcen möglichst viel für meine Kunden erreichen? Wie kann ich den Laden besser organisieren? Und besser organisieren heißt immer, Arbeit einzusparen. Das ist ein absolutes unternehmerisches Prinzip.

    Aber Herr Werner. Sie haben bei DM in den letzten Jahren doch selbst tausende von Arbeitsplätzen geschaffen.

    Ja schon. Aber unser Unternehmen ist deswegen erfolgreich, weil es produktiver ist als andere. Weil es produktiver ist, wächst es. Weil es wächst, schafft es Arbeitsplätze. Aber die gehen zu Lasten der Arbeitsplätze bei den Unternehmen, die weniger produktiv sind. Volkswirtschaftlich gesehen führt Erfolg bei gesättigten Märkten immer zum Abbau von Arbeitsplätzen.

    Sie halten fünf Millionen Arbeitslose also für einen Beweis der Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft?

    Zumindest ist es ein Ausdruck der Produktivitätsentwicklung. Und eine Produktivitätsentwicklung ist immer ein Fortschritt. Ich erinnere mich daran, dass meine Mutter 1959 einen VW-Käfer bestellt hat. Da betrug die Lieferzeit 13 Monate. Können Sie sich das heute noch vorstellen?

    Kaum.

    Sehen Sie. Und Anfang der 70er Jahre warb die Post mit dem Motto: Fasse dich kurz. Der Grund war, dass ständig die Leitungen belegt waren und die Leute sich die Finger wund wählten. Stellen Sie sich mal vor, die Telekom oder Vodafone würden heute mit solchen Werbesprüchen kommen. Das ist gar nicht denkbar.

    Sie wollen sagen, dass es uns heute besser geht als früher.

    Wir leben quasi in paradiesischen Zuständen. Denn wir sind heute in der Lage, weit mehr zu produzieren, als wir sinnvoll verbrauchen können. Ein Beispiel: Wäre die Wiedervereinigung 20 Jahre früher gekommen, hätte es in Deutschland riesige Mangelerscheinungen gegeben. 1970 war die Wirtschaft noch nicht so weit, mal eben 17 Millionen Menschen mitzuversorgen. 1990 funktionierte das doch erstaunlich glatt. Niemand im Westen musste einen Mangel erleben.

    Dafür sind heute im Osten 20 Prozent der Menschen arbeitslos.

    Ja, schlimm genug. Aber diese ganze Diskussion um die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit führt ins Nichts. Und jeder, der etwas von Wirtschaft versteht, weiß doch eines: Die Zeit der Massenarbeit ist vorbei. Ich war gerade in Island. Doch hat mir ein Fischer erzählt, dass die Isländer heute dank Fabrikschiffen mit einem Viertel der Arbeiter vier mal so viel Fisch produzieren wie vor 30 Jahren. Verstehen Sie? 75 Prozent der Leute werden einfach nicht mehr gebraucht. Solche Beispiele gibt es überall. Unsere Fähigkeit, Dinge zu produzieren, übersteigt unseren Bedarf, Dinge zu konsumieren. Das ist eine ganz einfache Tatsache, und keine Arbeitsmarktreform kann daran etwas ändern.

    Trotzdem fordern Politiker, Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften ständig bessere Rahmenbedingungen, damit mehr Arbeitsplätze entstehen können.

    Ich weiß. Aber wir müssen uns doch fragen: Was ist eigentlich die Aufgabe der Wirtschaft? Es gibt zwei Aufgaben. Die erste: Sie muss die Menschen mit Gütern und Dienstleistungen versorgen. Und nie in der Geschichte hat die Wirtschaft diese Aufgabe so gut erfüllt wie heute. Wir sehen doch den totalen Überfluss. Obwohl die meisten Fabriken längst nicht ausgelastet sind, wird alles produziert, was man sich wünschen kann.

    Produziert schon. Aber die Leute haben nicht genug Geld, es zu kaufen.

    Aha! Jetzt kommen wir zur zweiten Aufgabe: Die Wirtschaft muss die Güter nicht nur produzieren. Sie muss die Menschen auch mit ausreichend Geld ausstatten, um zu konsumieren.

    Ausstatten? Für Geld muss man arbeiten.

    Ja, ja. Und wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen, nicht wahr? Dieses Denken sitzt immer noch tief in den Köpfen. Aber damit kommen wir heute nicht mehr weiter.

    Also wollen Sie das Geld einfach verteilen? Das ist doch naiv.

    Meinen Sie? Lassen Sie mich bitte auf folgendes Phänomen hinweisen: Warum gehen in Deutschland Baufirmen zu Grunde, obwohl es im Straßenbau dringenden Bedarf gibt und wir die Leistung erbringen könnten?

    Weil der Staat kein Geld hat, die Firmen zu bezahlen.

    Ja. Aber dieser Irrtum kommt zu Stande, weil alles immer durch den Geldschleier gesehen wird. Der Lebensstandard einer Gesellschaft hängt doch davon ab, wie viele Güter sie produzieren kann. Nicht davon, wie viele sie finanzieren kann.

    Nicht?

    Nein. Nehmen Sie die frühere DDR. Dort gab es Geld im Überfluss, aber man konnte sich nur sehr wenig kaufen. Also was ist wichtiger: Das Geld? Oder die Güter?

    Was also schlagen Sie vor? Die Maschinen arbeiten, und der Staat verteilt das Geld, damit die Bürger konsumieren können?

    So ähnlich. Wir brauchen das bedingungslose Bürgergeld. Eine Lebensrente für jeden Bürger. Selbstverständlich können solche Veränderungen nur schrittweise über einen längeren Zeitraum eingeführt werden.

    Wie hoch soll dieses Bürgergeld denn sein?

    Hoch genug, um die Grundbedürfnisse zu decken. 1300 bis 1500 Euro.

    Schöne Idee. Und wie wird das finanziert? Sagen Sie jetzt bitte nicht, wir brauchen mehr Steuern.

    Keine Angst. Ich bin dafür, alle Steuern abzuschaffen. Bis auf eine: die Mehrwertsteuer.

    Und wie hoch soll die dann sein?

    Das könnten bis zu 48 Prozent sein.

    Sie machen Witze.

    Nein. Zählen Sie doch mal alle Steuern und Sozialleistungen zusammen. Da haben wir doch schon eine Staatsquote von rund 48 Prozent. Wenn die nur noch über die Mehrwertsteuer zu finanzieren wäre, hätte das riesige Vorteile.

    Welche denn?

    Die Mehrwertsteuer ist die einzige Steuer, die den Wertschöpfungsvorgang nicht behindert, nicht bremst, nicht verzerrt. Das heißt: die ganze Produktion wird steuerfrei gehalten und es kann unbehindert investiert werden.

    Also noch mehr Entlastung für die Unternehmen und noch mehr Belastung für die Verbraucher?

    Nein. Einfach mehr Klarheit und mehr Fairness. Ich weiß, dass Politiker unterschiedlichster Couleur fordern: Wir müssen die Reichen besteuern, die Unternehmen müssen wir besteuern und damit den kleinen Mann entlasten. Das ist eigentlich eine Lüge. Warum? Weil Unternehmer und Unternehmen faktisch keine Steuern bezahlen.

    Da werden Ihnen einige Unternehmerkollegen widersprechen.

    Jammern gehört zum Handwerk. Aber jeder Unternehmer weiß, was man mit Steuern macht: Man muss sie einkalkulieren. Alle Steuern, die die Unternehmen zahlen, fließen in die Preise für die Produkte ein. Letzten Endes zahlt immer der Verbraucher.

    Was wäre also der Vorteil, alle Steuern in der Mehrwertsteuer zusammenzufassen?

    Na, der ganze gewaltige Verwaltungsapparat des Staates würde zusammenschnurren. Denken Sie mal daran, wie viele Beamte ihre Zeit damit verschwenden, die Steuern zu erheben, auszurechnen und zu überprüfen. Das wäre alles überflüssig.

    Welche anderen Vorteile hätte Ihr Plan?

    Dass die Importe endlich mal richtig besteuert werden. Die billigen Textilien aus China oder Rumänien kommen doch nur so billig hier an, weil sie nur mit einer Mehrwertsteuer von 16 Prozent belastet sind. In jedem Produkt stecken Infrastrukturkosten. Aber die Infrastruktur in Deutschland ist natürlich teurer als die in China. Anders herum würden die deutschen Exporte extrem attraktiv, weil sie von Steuern völlig unbelastet wären. Außerdem würden die Arbeitskosten extrem sinken, weil ja das Bürgergeld auf die Einkommen angerechnet würde.

    Wie soll das funktionieren?

    Nehmen wir an, eine Krankenschwester verdient 2500 Euro. Nach Abzug des Bürgergeldes von 1300 Euro müsste das Krankenhaus ihr noch 1200 Euro bezahlen. Sie hätte danach gleich viel, aber ihre Arbeitsleistung wäre für das Krankenhaus viel leichter zu finanzieren. Das Bürgergeld würde die arbeitsintensiven Güter und Dienstleistungen entlasten und dadurch den Arbeitsmarkt enorm beleben. Insgesamt würden die Preise dadurch gleich bleiben, denn der Staat müsste ja das zu zahlende Bürgergeld über die Mehrwertsteuer wieder refinanzieren.

    Aber wer wird denn in Zukunft noch arbeiten, wenn er für 1500 Euro auch zu Hause bleiben kann?

    Sie unterschätzen den immateriellen Wert der Arbeit. Viele Menschen haben sehr viel Spaß an ihrer Aufgabe. Denken Sie auch an alle sozialen Berufe und die ganze Kulturarbeit. Da gibt es einen riesigen Bedarf in der Gesellschaft, der endlich finanzierbar wäre.

    Und die langweiligen, die unangenehmen Jobs?

    Die müssten dann eben höher entlohnt werden, wenn wir sie benötigen. Natürlich wird es dann zukünftig Berufe und auch Unternehmen geben, denen es schwer fallen wird, Menschen zu finden. Warum? Weil ja die Menschen dann nicht mehr arbeiten werden, weil sie müssen, sondern weil sie in ihrer Arbeit eine Sinnerfüllung erleben. Und auch, weil es ihnen Spaß macht.

    Herr Werner, alle sprechen von der Krise. Wer Ihnen zuhört, könnte denken, es geht Deutschland ausgezeichnet.

    Das stimmt ja auch. Unser Land hat noch nie so viel Wohlstand produziert wie heute. Wir haben nur Schwierigkeiten, den Wohlstand zu verteilen. Das sind wir einfach nicht gewohnt.

    Also keine Krise?

    Jedenfalls keine Wirtschaftskrise. Die Frage, die mich wirklich umtreibt, ist eine andere. Wir steuern auf eine Gesellschaft zu, in der die Arbeit verschwindet. Und die Frage ist nur, was die Menschen dann alle mit ihrer Zeit anfangen. Das ist eine Kulturfrage. Das Problem, das wir haben, liegt nicht auf dem Arbeitsmarkt sondern eigentlich in der Kultur. Leider ist dieses Thema im Bewusstsein der Gesellschaft kaum vorhanden. Aber genau hier müssen wir ansetzen. ​
    [/FONT]


    [FONT=verdana, arial, helvetica, sans-serif] hier ein weiteres Interview zum selben Thema:
    http://www.brandeins.de/home/inhalt...347610662616921
    [/FONT]
    [FONT=verdana, arial, helvetica, sans-serif]
    also ich würd auf alle fälle zu den nicht-arbeitenden gehören und den ganzen tag gitarre spielen und jeden 2ten tag nen gig ^^

    [/FONT]
    [FONT=verdana, arial, helvetica, sans-serif]gruß
    Sebastian
    [/FONT]
     
  2. Gastovski

    Gastovski Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.10.05   #2
    Hört sich echt utopisch an... Aber schon interessant. Aus dieser Sich betrachtet wird einem alles gleich optimistisch ums Herz, leider wird sowas nicht kommen. Vielelicht mal in 100 Jahren, nachdem Detschland total zugrundegerichtet ist...:rolleyes:
     
  3. scabdooBA

    scabdooBA Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.10.05   #3
    mh yo
    aba es wird defintiv zu ner gesellschaft kommen in der arbeit mangelware ist
    .....

    btw bin ich noch immer auf der suche nach dem wurm in der sachen....
     
  4. Hänschenkleinman

    Hänschenkleinman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.10.05   #4
    Interessante Thesen, wobei ich nicht genau beurteilen kann, inwiefern seine Prognosen eintreten würden. Wie schon bei Marx klingt hier alles zu wenig auf menschliche Faktoren bezogen.

    Soetwas wird uns aber in den nächsten 75 Jahren wohl kaum begegnen, da man als Mensch scheinbar eine natürliche Angst vor Veränderung hat. Fragt mal Paul Kirchhof.
     
  5. HomerS

    HomerS Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.10.05   #5
    Ich hab leider keine Zeit mir das ganze durchzulesen, aber kann mir einer folgende Frage beantworten: Wenn keiner mehr arbeitet, wo kommen dann die Güter her?
     
  6. LilyLazer

    LilyLazer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.10.05   #6
    Es arbeiten ja noch ein paar wenige Leute.
    Wie in einem Beispiel aus dem Text:

    Früher viele Arbeiter auf dem Feld, wenig Produktiv.
    Heute 1 Typ der nen riesigen Mähdrescher fährt und
    er macht die Arbeit von 20Leuten allein ganz locker.

    Das halt auf viele Branchen übertragen. Ich finde die
    Idee eigentlich sehr futuristisch positiv.
     
  7. deXta

    deXta Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.10.05   #7
    der typ hat einen an der klatsche!

    Vollkommen Realitätsfern, erinnert mich irgendwie an Gysi...
     
  8. Axolotl

    Axolotl Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.10.05   #8
    Hm, ein interessanter Ansatz.

    Meiner Meinung nach trifft er ein Kernproblem gut: Die Lüge, dass für jeden "genug" Arbeit vorhanden ist. Das wird als selbstverständlich erachtet, ist es aber nicht. Gerade einfache handwerkliche Arbeiten werden mehr und mehr von Robotern ersetzt. Und wenn Betriebe Leute entlassen, um die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu steigern, so werden sie dafür kritisiert. Doch ist eben diese Wirtschaftlichkeit mal einfach das, was ein erfolgreiches Unternehmen ausmacht. Eines, das nicht wirtschaftlich ist, geht spätestens seit der "Globalisierung" zugrunde.
    Und die Politiker unterstützen das natürlich, eine Aussage wie "Tut uns Leid, es ist eben nicht mehr für jeden Arbeit da!" käme aus Sicht von vielen einer Bankrott-Eklärung der Wirtschafts-Politik gleich. Also schafft man lieber völlig unnötige 1€-Jobs...

    Dennoch gibt es viele, vor allem "höherqualifizierte", Arbeiten, für die erst eine langjährige Ausbildung von Nöten ist. Wer würde die denn noch machen, wenn sie für einen guten Lebensstandard eigentlich nicht mehr nötig ist? Das gesamte Bildungssystem könnte zusammenbrechen. Ziel der Schule ist es ja schon längst nicht mehr, "aufs Leben vorzubereiten", sondern die Eignung der Schüler für bestimmte Tätigkeiten zu entdecken und zu fördern. Wenn dann auch der Abschluss nicht mehr wirklich interesant ist, wer würde überhaupt noch zur Schule gehn? Einige Wissbegierige oder Ehrgeizige sicher, aber gibt es genug davon?

    Es ist gut, dass wir so produktiv sind. Das sind wir jedoch nur, weil jedem die Erhaltung seines Arbeitsplatzes wichtig ist. Leistung sollte auch in Zukunft entsprechend "belohnt" werden. In der Ansicht, die Leute würden auch weiterhin arbeiten, um eine "Sinnerfüllung" zu finden, halte ich diesen Drogerieketten-Chef doch für etwas naiv. Hier muss eine Lösung gefunden werden.
    Dennoch stimme ich ihm weitestgehend zu, dass ein Umdenken schlicht notwendig ist. Ich denke, alle haben von diesem Rennen zwischen Computer-gesteuerten Autos gehört? Es wird schon bald nicht mehr viel geben, was noch von Menschen erledigt werden muss (ja, muss!).

    Leider könnte aber die Erdöl-Knappheit dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung machen, denn unser gesamter Alltag beruht nunmal auf dem Vorhandensein des "Schwarzen Goldes". Wir als Land ohne entsprechene Vorkommen könnten uns dieses bald nicht mehr leisten, und die Wirtschaft bräche zusammen... Klar, diese Gefahr droht ohnehin, aber ich fürchte eben, dass dieses eher eintreffen wird, als ein so gewaltiger System- und Denkweise-Wechsel wie der hier vorgeschlagene, der einfach seine Zeit benötigt. Und dann werden wir leider ganz andere Probleme haben, denn ist das Erdöl einmal weg (nachdem es erstmal unglaublich teuer geworden sein wird (Futur II rulez!)), ist es einfach weg.
     
  9. SpeedyMcS

    SpeedyMcS Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.10.05   #9
    Gesellschaft ohne Arbeit? Hättet ihr mal richtig gewählt... www.appd.de ;)
     
  10. scabdooBA

    scabdooBA Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.10.05   #10
    mh ok das mir der bildung ist glaub ich der ersten hacken den ich an der sache entdecken kann...aber nicht die hypothese mit der sinnerfüllung
    ich glaub dass nur ein ganz geringer teil der bewohner des betroffenen landes absolut nicht arbeiten werde. um einen gewissen standart weiter zu pflegen (hasu atuo gitarre was weis ich alles) wird wohl jeder, auch wenns nur n kleiner nebenjob ist, arbeiten gehn.....und dadurch das nun auch jeder bürger etwas geld hat wird ein dauerhafter,bzw erhöhter konsum stattfinden und die wirtschaft wird boomen auch aufgrund des genannten exportbooms...

    wobei das mit der bildung echt bedenklich ist...wobei man da ja auch auf den menschen hoffen könnte, was aber definitiv naiv wäre....
    d.h. wir haben den ersten "fehler" der aber sicher irgendwie ausgebessert werden könnte....

    glaub ich frag ma meine wirtschaftslehrerinn was die dazu sagt...

    gruß
    sebastian
     
  11. Axolotl

    Axolotl Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.10.05   #11

    Ich sehe das Problem darin, einen "teilweisen" Sinneswandel zu erzeugen. Den Leuten muss klarwerden, dass viele nicht mehr arbeiten müssen, der eine oder andere aber eben doch...
     
  12. deXta

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    Erstellt: 10.10.05   #12
    das is doch vollkommen entindividualisierend ( :screwy: )

    Wenn jeder das selbe bekommt und alle das selbe haben...
    Das hab ich irgendwo schonmal gehört, und es hat irgendwie nicht ganz so funktioniert...
     
  13. scabdooBA

    scabdooBA Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.10.05   #13
    glaubst du der 0815 deutsche bürger, der bmw fahren will, n tolles haus haben will usw..., wird darauf verzichten wollen? das sind nur ganz wenige. ob sich das auf längere zeit ändert wird weis ich nicht. kann sein. aber auf alle fälle wär dieses prinzip ne lösung für einige jahrzehnte.......^^
    mh und ich glaub einfach nicht dass sich da die gesellschaft so schnell umstellt. und den leuten is einfach langweilig die nichts tun. die sucheh isch n hobby...n hobby kostet was..und schon sind wir wieder beim konsum...oder er geht arbeiten. is ja für manche auch n hobby.
     
  14. Axolotl

    Axolotl Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.10.05   #14
    Klar. Es wird weiterhin Akademiker geben, Manager, ja sogar Altenpfleger (die weden heute schon mies bezahlt, ohne dass es einen Mangel gibt). Aber jetzt mal im Ernst, wer soll dann Spargel ernten oder Klos saubermachen? Da muss man eben hoffen, dass auch sowas von Maschinen ersetzt werden wird. Keine unrealistische Hoffnung, aber es wär eben auch notwenig.
     
  15. scabdooBA

    scabdooBA Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.10.05   #15
    nein!

    der typ erklärt es doch. die "arschlochjobs" werden einfach verdammt hoch bezahlt. und dann finden sich immer welche, weil, wie wir wissen, regiert geld die welt.
     
  16. Rockopa

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    Die Idee an sich ist nicht schlecht,könnte auch funktionieren.
    Dem steht der Mensch als solcher im Wege.:rolleyes:
    Denn solange es Neid;Missgunst,Machstreben und Dummheit gibt ist die Sache nicht durchführbar.
    Womit er Recht hat ,ist das es so etwas wie Vollbeschäftigung nie mehr geben wird,was auch nicht erstrebenswert ist.
    Ausserdem ist seine Sichtweise die eines Unternehmers,aus der Sicht des abhängig Beschäftigten sieht es schon wieder ganz anders aus.
    Die Idee mit der Mehrwert-Steuer von 48% geht auch nicht da dann die 1500€ nicht mal Ansatzweise reichen.
    Rechne mal auf alles das was Du kaufst/konsumierst verbrauchst mit einem Mehrwertsteuersatz von 48% statt 16% dann ist am 2ten Tag des Monats schon die Kohle weg.;)
     
  17. Axolotl

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    Stimmt. Aber ob das funktioniert? Vielleicht bin ich da noch zu konservativ, aber mich graust die Vorstellung, dass der Typ mit dem dicken BMW grade Exkremente beseitigt hat, und der Uni-Direktor braust mit nem Smart durch die Gegend... Wie gesagt, Erfolg muss sich auszahlen, sonst gibt es da keine Motivation.
    Aber wahrscheinlich ist das auch nur eine Sache der Verhältnismäßigkeiten, die sich dann eben ersteinmal einpendeln müssen. Es ist zumindest theoretisch denkbar, dass es mal so funktionieren könnte, also geb ich mal dir und ihm Recht.
     
  18. Rojos

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    nicht, wenn es sonst keinerlei andere steuern gibt..
     
  19. scabdooBA

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    Erstellt: 10.10.05   #19
    das würd ich nun auch wieder nicht sagen. ich steh ja dem ganzen auch noch ein bischen kritsch gegenüber und die sache mit der bildung is ja schon mal ein negativer aspekt. nur wenn ich mir vorstellte dass wenn professionelle wirtschaftsexperten usw das ganze prinzp mal durchrattern und probleme beseitigen die uns jetzt nicht offensichtlich erscheinen, hat dieses system zukunft
     
  20. clemens

    clemens Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.10.05   #20
    Die Sache mit der Bildung ist auch das erste, was mir eingefallen ist. Ein massives Problem sehe ich allerdings auch im Gesundheitssektor, weil sich dort personelle Einbrüche unmittelbar katastrophal auswirken würden. Ist ja heute schon furchtbar unterbesetzt. Natürlich kann man da auch wieder den Hebel mit der sehr viel höheren Bezahlung ansetzen, aber das Problem ist, dass solche Jobs im Gegensatz zu Kloputzer oder was weiß ich was eben nicht von jedem ausgeübt werden können, sondern zuerst jahrelange Ausbildung erfordern.

    Außerdem kann ich mir schlicht nicht vorstellen, dass sich das ganze budgetär ausgeht. 1500€ für jeden?! Schön wär's. EDIT: Woher kommen eigentlich dann Sovialversicherungsbeiträge etc? Oder muss dann, wie in den USA, jeder für seine Arztkosten selbst aufkommen?