Die NS-Zeit als eigenes Schulfach

von UncleReaper, 06.07.06.

  1. UncleReaper

    UncleReaper Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.06   #1
    http://www.spiegel.de/unispiegel/schule/0,1518,424789,00.html

    Ich selbst halte relativ wenig davon, da sich gerade der Geschichtsunterricht an vielen Schulen
    zum Großteil doch nur noch um die NS-Zeit dreht und vielerlei Dinge einfach "weggeblendet" werden.
    Ich kenne z.B. nur wenige Schulen in denen das Germanentum überhaupt behandelt wird.
    Mal abgesehen von der Varusschlacht (Schlacht am Teutoburger Wald) in der das eigentliche Thema des Geschichtsunterrichtes aber die Römer sind.
    Es gibt soviele Defizite im deutschen Geschichtsunterricht, aber die NS Zeit wird meiner Meinung nach mit Sicherheit nicht "zu knapp" behandelt.

    Also.. Was haltet ihr davon ?
    Hat die Frau einfach keinen aktuellen Lehrplan des Geschichtsunterrichts gesehen
    oder ist mein Geschichtsunterricht schon zu lange her und der NS-Zeit wird nicht mehr die meiste Zeit gewidmet ?
     
  2. Jay

    Jay HCA Piano/Spieltechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 06.07.06   #2
    Absoluter Blödsinn. Wir hatten soviel NS-Geschichte, dass die eigentlich noch zu behandelnde Zeit nach 1945 völlig unter den Tisch fiel. Wo kommen wir denn hin, wenn wir jetzt noch Geschichtsstunden in Epochen aufteilen? Dann brauchen wir extra zwei Fächer für 1945-1990 (einmal DDR, einmal BRD), denn das ist genauso wichtig. Eigentlich sollte nur noch Geschichte gelehrt werden, denn die Vergangenheit ist ja das Wichtigste überhaupt. Mathe braucht man doch nur noch um zusammenzuzählen, wieviel der türkische Schläger zwei Klassen höher von einem wieder "abgezogen" hat. Und da ist eigentlich relativ egal, ob das 12 oder 12000 Euro waren, spielt keine so große Rolle. Wichtig ist nur, dass wir wissen, was der böhse böhse Onkel Adolf gemacht hat und das bei uns in Sachsen (ja, bin von da) der (Zitat) "Horror schon Realität ist". NPD-Aufmärsche und SS-Kriegsspiele sind an der Tagesordnung, braune Propagandaplakate an jeder Hauswand. :screwy: War die gute Frau überhaupt schonmal in Sachsen?


    Ja, aus den Beiträgen hier könnte man ein 1A Wochensatiremagazin basteln. :D
     
  3. Sticks

    Sticks Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 06.07.06   #3
    Wer sich als Newcomer zu profilieren sucht, der stellt halt schon mal gewagte Forderungen auf, um ins Gespräch zu kommen. Daran kann ich nichts Unanständiges finden. Zudem funktioniert die Promo-Maschinerie. Wir reden ja über Frau Knobloch - damit hat sie, unabhängig vom Gehalt der Äußerung, ihr Ziel erreicht.
     
  4. The Outlaw Torn

    The Outlaw Torn Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.06   #4
    Servus

    Ich find es auch schwachsinning.

    Ich meine ich habs 1.5 Jahre im Gymnasium gehört und jetzt fast 3 Jahre lang in der höhereren technischen Lehranstalt die ich dieses Jahr abgeschloßen habe.

    Und um ehrlich zu sein, ich kanns nicht mehr hören!
    Klar es war ne schlimme Zeit.
    Ich verstehe ,dass man das nicht auf die leichter Schulter nehmen und es sollte sich auf keinen Fall mehr wiederholen und ich hab auch verstanden wie es dazu gekommen ist ,etc
    Aber das hab ich auch nach dem ersten mal verstanden, es war echt unnötig das Ganze noch 15 mal durchzuleiern.

    Im Gegensatz dazu weiß ich über den Rest der Geschichte NICHTS!
    wie auch...., war ja auch keine Zeit dafür da , das zu genau unterrichten.

    Ich finds halt doof, weil auf der einen Seite man nichts außer dem Wissen über die Geschehnisse der NS-Zeit mitnihmt und auf der anderen Seite dieser Stoff dafür so oft durchgenohmen wird ,dass es nach mehrmaligen Wiederholen echt kaum mehr möglich ist ,sich darauf zu konzentrieren weil man es echt nicht mehr hören kann.

    So sieht meine Meinung dazu aus.

    Gruß Patrick
     
  5. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 06.07.06   #5
    Also bei mir war es so, dass die Nazizeit ziemlich im Schweinegalopp durchgezogen wurde - und ich war auf nem Gymnasium.

    Zweitens gibt es so ein paar bequeme Deutungen, von denen ich mir gut vorstellen kann, dass die sehr verbreitet sind und als Fazit vom Unterricht rauskommen: a) das war ein Ausrutscher b) Schuld war irgendwie die Arbeitslosigkeit, der Wirrwarr der Weimarer Zeit und dass die Leute alle doof und naiv waren c) gewählt haben den sowieso nur die verdummten unteren Massen > also d) wir sind für alle Zeit drüber weg, weil wir haben jetzt Demokratie und Pressefreiheit und also brauchen uns eigentlich gar nicht damit zu beschäftigen.
    Also ich vermute, eine fundierte Auseinandersetzung mit so Themene wie: Verstrickung von Konzernen/Kapital und NS, die Zustimmung vieler Intellektueler und der breiten Mittelschicht mit NS kaum vorkommen. Genauso wie Bezüge oder Fragen wie: Wieso konnte so eine Ideologie in einer (angeblich) aufgeklärten, industrialisierten, kulturell hochstehenden, bürgerlichen Gesellschaft die Vorherrschaft ergreifen? Haben die Deutschen tatsächlich nichts gewußt? Wie viele Helfer Hitlers gab es eigentlich und was waren deren Motive? Wieso verhielten sich u.a. die Kirchen im Wesentlichen neutral oder waren dem sogar wohlgesonnen?

    Dann käme man wirklich zu Fragen wie: Welche Kontinuitäten gibt es eigentlich noch - bewußt oder unbewußt? Wie könnte man ein Aufleben verhindern? Wieso gibt es einen Prozentsatz von 5-25% Rechten/Rechtsextremisten und was kann man dagegen tun? Wie gehen wir verantwortlich mit unserem Erbe um?

    Ich denke, so wird in den seltensten Fällen die NS-Zeit in der Schule thematisiert.

    Außerdem denke ich, dass LehrerInnen, die in der DDR ausgebildet wurden, erstens ein völlig anderes Bild der NS-Zeit haben als westdeutsche LehrerInnen (wobei ich das nicht werten will) und zweitens damit auch ein anderes Bild vermitteln und drittens es auch in Bezug auf die DDR eine andere offizielle Haltung zu den eigenen Konsequenzen haben, nämlich (so im Groben): Kapitalismus führte zu NS, DDR = Arbeiterstaat, alle Arbeiter der DDR waren Kommunisten = wir waren alle im Widerstand und haben eine saubere Weste. Klappe zu - Affe tot.

    Dann füge ich - seit einiger Zeit in einem neuen Bundesland lebend - hinzu, dass mir hier in breiter Selbstverständlichkeit so Sätze entgegenfliegen wie: Andere haben bei uns generell nix zu suchen (Ausländer) oder abfällige Bemerkungen über Asamoa fallen: schick ma den Schwarzen wieder auf die Bank oder Wechsel doch mal einen deutschen ein und nicht nen Schwarzen etc.
    Ich will hier gar nicht behaupten, dass das genau NS ist. Aber es ist doch erschreckend, dass immer noch eine Vorstellung von Blut und Vererbung in Bezug auf ein gemeinsames deutsches Volk dahinter liegt und eben nicht die demokratische Vorstellung eines bürgerlichen Staates, dessen Zugehörigkeit nicht nach Abstammung geregelt wird, sondern durch den Beitritt als ein Bürger des Staates (und nicht eines Volkes).

    Also summarum denke ich schon, dass es einiges auf diesem Gebiet zu verbessern gäbe - womit ich am wenigsten die reine Schulzeit, die auf NS verwendet wird meine. Und dass ich denke, in den neuen Bundesländern wäre eine stärkere Berücksichtigung sinnvoll.

    Wichtige Teile davon können allerdings auch im Fach Ethik oder Staatsbürgerkunde oder so behandelt werden.

    x-Riff
     
  6. Jay

    Jay HCA Piano/Spieltechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 06.07.06   #6
    Das ist auch so ein Punkt. Es ist wie beim Essen. Irgendwann ist man satt, und wenn man dann trotzdem weiterisst, muss man ... na ihr wisst schon. Vor allem fehlt auch die Identifikation. Man will hier eine Generation belehren und verurteilen (diese Absicht unterstelle ich einfach), deren Großeltern zu der Zeit allenfalls Jugendliche waren, oder die überhaupt keine Zeitzeugen mehr kennen. Ich frage mich, warum die Juden immer so nachtreten müssen?

    Bevor an der Stelle der Pauschalisierungsvorwurf kommt: Frau Knobloch vertritt die Juden in Deutschland, von daher interpretiere ich ihre Aussage zumindest zum Teil als kollektive Meinung. Falls das nicht zutreffen sollte, bitte ich natürlich um Entschuldigung, stelle dann aber ihre Eignung zum Vorsitz einer solchen Organisation in Frage.

    Eigentlich würde an dieser Stelle noch hervorragend die Palästinenserproblematik passen, aber das führt glaube ich zu weit. ;)
     
  7. UncleReaper

    UncleReaper Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.06   #7
    Das ist noch ein zusätzlicher Aspekt. Er hat zwar nichts mit diesem "Vorschlag" an sich zu tun,
    zeigt mir aber, dass manche doch zuallererstmal vor ihrer eigenen Tür kehren sollten.
     
  8. Errraddicator

    Errraddicator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.06   #8
    Das hätte auch von mir kommen können.

    Naja ich glaube wenn dieser Kasperverein nich ständig zu dem Thema nachtreten könnte, wäre er ja überflüssig.
    Also versucht man das halt immer und immer wieder.
    Komisch dabei finde ich übrigens, dass die Sinti & Roma z.B. nich ständig darauf rumreiten, wie sehr sie verfolgt wurden.


    Und das mit dem heutigen Israelkonflikt wäre mal ein Thema was man mal in der Schule besprechen sollte.
    Das is wenigstens aktuell und nich schnee von gestern, der eigentlich keinen mehr interessiert (Stichwort: Übersättigung).
     
  9. iron_net

    iron_net Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.06   #9
    Ich würde sagen, die Idee ist ziemlich für die Tonne. Unser Bildungssystem hat weiß Gott größere Probleme. Außerdem wird das Thema in zwei Schulfächern bereits sehr ausführlich durchgenommen, wenn auch nicht immer ganz sachgemäß. An der Qualität sollte man arbeiten, nicht an der Quantität aber der Trend im deutschen Bildungssystem geht ja eh in die Richtung, Qualität völlig zu ignorieren und nur auf Quantität zu achten.
     
  10. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 06.07.06   #10
    zu UncleReaper und Jay:

    Was ich will, ist eine eigene Auseinandersetzung mit dem Thema. Mit dem Interesse herauszufinden, a) wie es dazu kam, b) wer wie wann warum dazu beigetragen hat, dass es so kam, c) welche Lehren man daraus ziehen kann und d) was das für mich, für Deutschland, die Gegenwart und die Zukunft bedeutet.

    Ich brauche es nicht, weil es mir irgendwie aufgedrückt wird, weil ich denke, es aus schlechtem Gewissen heraus machen zu müssen oder weil es bestimmte Leute fordern.

    Ich sehe NS nicht als Schandmal - schon gar nicht als persönliches. Das ist nicht mein Motiv. Ich will mich damit beschäftigen, weil es einfach wichtig ist und nicht wieder vorkommen soll.

    Und bitte: Weder Fr. Knobloch noch der Zentralrat der Juden fällt ein oder steht für eine "kollektive Meinung". Sie äußert als Vertreterin einer bestimmten jüdischen Vereinigung ihre Meinung. Was "die" Juden oder "die" Isrealis davon halten, kann man keinesfalls daraus schließen.

    Und bitte: Es gibt etliche jüdische und israelische Menschen, die richtig gut vor ihrer eigenen Haustür kehren.

    x-Riff
     
  11. gangstafacka

    gangstafacka Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.06   #11
    Kurz: Nein.

    Lang:
    Also auf dem Gymnasium, zu dem ich ging, hatte ich bezüglich des Themas
    eine hervorragende, detailierte Bildung genossen, was man wohl auch u.a.
    der Tatsache zu verdanken hat, dass unser Geschichtslehrer als Dr. eigentlich
    genau so gut auch an einer Uni hätte lehren können. ^^
    Dass diese intensive Annäherung an das Thema kein Standard ist, kommt
    mir ehrlich gesagt erst jetzt in den Sinn. Ich denke, dass es falsch und
    überheblich ist, dieses Kapitel deutscher Geschichte gleich als eigenes
    Schulfach zu erheben, ich denke jedoch, dass sich bezüglich des Schulwesens
    noch viel, viel ändern muss, wenn die Aussagen über die legere Behandlung
    der NS-Zeit wahr sind; meine Schule hat bewiesen, dass es auch anders
    gehen kann. Von daher müsste sich viel mehr um die schwächeren Schulen
    gekümmert werden, aber da dies als bundesweiter, umständlicher struktureller
    Eingriff sich als schwierig erweist, denk' ich mal, dass dies einfach nur ein
    medienwirksamerer, knackigerer Ansatz war, um auf die Problematik
    aufmerksam zu machen... wenn jedoch sehr ungeschickt: Wenn man
    die Aussage wörtlich nimmt, kann man nur mit dem Kopf schütteln, und
    aus dieser Position heraus werden wie wenigsten sich weiter mit dem
    Thema befassen oder gar irgendwelche indirekte Fingerzeige heraus-
    deuten... Ich denke die werte Frau den Umgang mit den Medien noch
    ein bisschen üben sollte, denn mit solchen Aussagen erzeugt sie eher
    Trotz seitens dummer Leute, und Unverständnis seitens denkenden Menschen,
    anstatt Zuspruch...
     
  12. Phobos

    Phobos Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.06   #12
    Ich bin auch der Meinung das die Zeit zwischen 1933-1945 eine ganz schlimme war und sowas sollte sich in keinem Land der Erde mehr wiederholen. Ich hoffe das die Frau Knobloch auch das gleiche in den USA einfordert, den dort laufen mit sicherheit mehr Nazis und Adolf Verehrer rum als bei uns jemals rumlaufen können. Was mich immer wundert an dem Zentralrat das er mit zweierlei mass misst, Palästinenserproblematik wurde ja schon angesprochen und wie sieht es mit der ausrottung der Ureinwohner Amerikas, den Indianer aus? Setzt sich die Frau Knobloch auch in den USA dafür ein das die Amis Ihre Indianer Geschichte aufarbeiten! Zu diesem Thema habe ich von dem Zentralrat in den Medien noch nichts gehört!

    P.S. Kann Jay auch nur zustimmen.

    Gruß
     
  13. bimbimfranzi.xx

    bimbimfranzi.xx Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.06   #13
    nix gegen dich aber wir sind hier in Deutschland ;)

    In Amerika gibts auch Politiker :) (ach,echt? :D )
     
  14. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 06.07.06   #14
    Der Zentralrat der Juden ist eine Interessensvertretung, die sich - wie alle Interessensvertretungen - zunächst auf die Vertretung der eigenen Interessen konzentriert. Daran ist nichts zu bemängeln.

    Wie gut oder geschickt eine Fr. Knobloch das macht, ist ein anderes Thema - da stimme ich Gangstafuckas Einschätzung zu.

    Du wirst aber als generelle Linie des Zentralrates die Eckwerte Demokratie, Menschenrechte - und zwar für Alle, Humanität und Interessensausgleich finden.
    Aber dass der Zentralrat der Juden in Deutschland kein Statement zu der Ausrottung der Indianer in den USA abläßt, finde ich wenig verwunderlich.

    Von der Interessensvertretung deutscher Winzer erwarte ich auch kein Statement zu dem verderblichen Treiben des Coca-Cola-Konzerns in der dritten Welt.

    x-Riff
     
  15. Sticks

    Sticks Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 06.07.06   #15
    So ist es. Lobbyisten bestimmen im wesentlichen das politische Geschehen in Deutschland. Das ist Fakt, egal wie man darüber denkt.

    Ich nicht :D . Ich finde es sehr geschickt von der Dame, eine Diskussion über Ihre Organisationsziele sogar erfolgreich in ein Musiker-Board :eek: getragen zu haben.
     
  16. Böhmorgler

    Böhmorgler Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.06   #16
    Geschichtsunterricht kann immer nur eine kleine Auswahl aus der Geschichte vermitteln. Aufgrund der Masse an Informationen ist es gar nicht möglich umfassend zu informieren. So beschränkt man sich auf "Highlights". Ein paar Infos über die Pharaonen, etwas altes Griechenland (Alexander und Co), die Römer (Caesar und die Varusschlacht), ein bischen was zur Entdeckung/Eroberung Amerikas, die Inquisition und Hexenwahn, franz. Revolution, Bismark und seine Zeit, NS-Zeit, und vielleicht etwas Aktuelles. Vielleicht gibt's noch einen Exkurs zu einem exotischen Thema (China oder Japan oder so).
    Da mit hat man aber so gut wie nix gelernt. 90% davon interessieren die Schüler sowieso nicht....

    Wenn man möglichst umfassend informieren will, müßte man 13 Schuljahre lang nix anderes machen als nur Geschichtsunterricht und selbst das würde wohl nicht reichen.

    Aber für 12 Jahre in der Weltgeschichte ein eigenes Fach einzurichten ist eher ein schlechter Scherz.
     
  17. Phobos

    Phobos Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.06   #17
    Glaub mir, ist mir auch schon aufgefallen das ich in Deutschland lebe.;)

    Entbährt trotzdem nicht der Tatsache das wenn eine gefahr von Nazis für Juden ausgeht dann ist es mir gleich wo die Nazis sitzen, ob bei uns oder sonst wo auf der Welt. Den meines wissens leben Juden nicht nur in Deutschland. Und ich gehe davon aus das Frau Knobloch mit sicherheit nicht nur die Juden in Deutschland vor Antisemitismus schützen will.
    Da wir ja in einer globalen Welt leben, hört mann ja ständig in den Medien,;) kann oder entseht Antisemitismus auch in mehreren Ländern nicht nur in Deutschland.


    Gruß
     
  18. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 06.07.06   #18
    Na ja - in Bezug auf Auffallen um jeden Preis ist das richtig.

    Aber wenn Du Dir anguckst, welche Reaktionen sie hervorgerufen hat - ob sie damit zufrieden ist oder ihrer Sache eher einen Bärendienst erwiesen hat - da weiß ich nicht so genau, ob man das unter die Rubrik Erfolgsstory verbuchen kann.

    x-Riff
     
  19. bimbimfranzi.xx

    bimbimfranzi.xx Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.06   #19
    und was willst du tun? Weltpolizei spielen? Ich glaub es gibt in anderen Ländern sehr wohl fähige Menschen die sich dessen bewusst sind :)
     
  20. Sticks

    Sticks Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 06.07.06   #20
    @ x-Riff: Nachdem unzählige Gazetten und andere Medien über Ihre Wahl als Vorsitzende berichteten, trat eine gewisse Leere ein.

    Ich gehe mit Dir jede Wette ein, daß der Friedmann-Skandal die jüdische Organisation in Deutschland, vor allem unter Jugendlichen, erst so richtig bekannt gemacht hat. Klar, daß sich der Mann damit als Kandidat zum Vorsitzenden des Zentralrats selbst ins Knie geschossen hat. Dennoch: das war alles andere als ein Bärendienst.

    Erfolg = im Gespräch bleiben.