Digitales im Musikunterricht (Smartmusic o. Tomplay)?

von Fastel, 11.09.19 um 18:17 Uhr.

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  1. Fastel

    Fastel Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 11.09.19 um 18:17 Uhr   #1
  2. Fastel

    Fastel Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 14.09.19 um 11:26 Uhr   #2
    So viele... dabei ist Digitalisierung doch die verbriefte Zukunft. Oder irrt sich unsere Politik? ;)

    ps: zum Lehrersein gehört auch eine eigene Philosophie wie der eigene Unterricht ablaufen sollte. Man darf sich hier gerne darüber Austauschen. Seid ihr skeptisch?
     
  3. startom

    startom Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 14.09.19 um 14:18 Uhr   #3
    Hoi @Fastel
    Ich gehöre ja zu beiden Welten. Einerseits habe ich über 6 Jahre, bis Ende Juli 2019, Teilzeit als Gitarrenlehrer an einer kantonalen Musikschule gearbeitet. Andererseits bin ich seit knapp 20 Jahren als Software Entwickler tätig und schlage mich auch mit Digitalisierung, Agile und DevOps herum. Da vor allem die Digitalisierung Riesenschritte macht, habe ich mein IT-Pensum wieder auf Vollzeit erhöht.

    Grundsätzlich bin ich offen gegenüber jedem neuen digitalem Hilfsmittel im Bereich Lehren und Lernen. Natürlich ersetzt dies schlussendlich nicht das Erlernen der Handwerkskunst, das Praktizieren am Instrument. Aber es soll ja unterstützen, nicht ersetzen. Während meiner Unterrichtstätigkeit habe ich sehr oft mit Guitar Pro und Anytune gearbeitet, viele meiner Schüler haben diese Tools auch installiert und damit gelernt.

    Besten Dank für die Links, ich schaue mir diese gerne in aller Ruhe an. Sieht schon mal sehr interessant aus 'at a first glance'.
     
  4. Claus

    Claus Brass/Keys Trompete Moderator HCA

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    Erstellt: 14.09.19 um 19:27 Uhr   #4
    Da ich nicht unterrichte und gut 10 Regalmeter an gedruckten Noten zu Hause habe sehe ich für mich keinen Bedarf an den genannten Programmen.

    Abgesehen davon ist meine Arbeit hochgradig computergestützt (Schreibprogramm, Email, Whatsup, Tabellen, Datenbank, Zeichenprogramm...)
    Da bin ich wirklich nicht scharf darauf, beim Hobby ebenfalls auf einen Bildschirm zu starren.

    Eine Frage aus praktischer Erfahrung: kann man denn in den genannten Programmen Anmerkungen einfügen, wie sie normalerweise von Lehrer und Schüler mit Bleistift in die Noten geschrieben werden (sollten)?

    Gruß Claus
     
  5. Fastel

    Fastel Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 14.09.19 um 22:34 Uhr   #5
    Smartmusic sollte wie ein Notationsprogramm funktionieren und Anmerkungen per Tastatureingabe ermöglichen können. Da lässt sich aber fast nichts ausdrucken an Material. :rolleyes:

    Bei Tomplay kann man angeblich auch Anmerkungen im Sinne von roten Kreisen um bestimmte Noten/Motive oder so wie mit diesen gelben Textmarker machen. Hab es nicht mehr so genau im Kopf...
     
  6. Annino

    Annino Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.09.19 um 20:10 Uhr   #6
    Also ich hab mir jetzt mal SmartMusic auf der Website bisschen angeguckt...

    Tatsächlich finde ich, dass man ein Tablet gut beim Unterrichten nutzen kann, um nicht immer Berge von Papier schleppen zu müssen. Auch Schülern würde ich das Nutzen eines Tablets ohne Probleme erlauben, allerdings niemals den Eltern sowas vorschlagen, denn die alten Systeme funktionieren ja auch und ich bin kein Fan davon Schülern unnötig teuren Kram aufzuschwatzen oder in die erzieherische Freiheit der Eltern (wie viel Medien soll das Kind?) reinzureden.

    Die Beschreibung bei SmartMusic fängt allerdings an mit:
    Schüler sehen, welche Noten sie richtig gespielt haben und erreichen einen Score -> ein guter Lehrer fragt den Schüler mit Absicht hin und wieder, ob er selbst Fehler bemerkt hat oder lässt auch Ungenauigkeiten zunächst zu, um sich erstmal einem anderen Thema zu widmen (wenn man gerade eine komplexe Technik eingeführt hat, läuft das nicht sofort perfekt, aber das ist auch okay. Sowas erkennt die Maschine nur nicht). Außerdem erreicht man beim Musizieren keine Punktzahl, sondern das Gefühl von "Flow" oder "Kunst" oder "Freude" oder wie auch immer man das nennen mag. Musikalität scheint hier keine Rolle zu spielen.

    Ein Metronom, Stimmgerät sind immer dabei -> ja, sind es bei mir auch, ganz ohne Technik. Liegt in meiner Arbeitstasche und bei den Schülern, wenn sie schon eins haben hoffentlich beim Instrument.

    Jeder sieht, was der andere in die Noten geschrieben hat -> jo, sehe ich im Unterricht auch, was bei den Schülern drin steht.

    Dann gibts da wohl nen Blattlesegenerator -> wenn der sowas generiert, wie auf dem Bild rechts daneben, ist das Quatsch. Ein guter Blatt-Leser zeichnet sich dadurch aus, viele Patterns aus dem Stil, in dem er gut ist, zu kennen und die Weiterführung der Melodielinie erraten zu können. Das ist aber bei willkürlich gestellten Aufgaben nur bedingt möglich.

    Der Lehrer kann prüfen, wie viel und wie gut der Schüler geübt hat -> Bitte was??? Ich wäre nicht durchs Leben gekommen, wenn ich nicht immer mal hätte behaupten können, dass ich geübt habe. Und ich würde es hassen, wenn mein Lehrer sehen kann, was genau ich gemacht habe, wann, mit welcher Punktzahl und nie sicher wäre, wann das kontrolliert wird. Das geht gar nicht. Und hat auch nichts mit eigenverantwortlichem Lernen zu tun.

    Also irgendwie ist mir das zutiefst suspekt. Da schlage ich doch eher Tablet vor, an dem man auch mit so nem Stift seine Eintragungen wie gehabt machen kann, dann ne PDF hat, die man, wenn man das möchte, auch dem Lehrer schicken kann. So ein Programm wie SmartMusic hat allerhöchstens Vorteile, wenn so unterrichtet wird, dass Schüler und Lehrer sich niemals treffen. Aber sorry, dann kann man auch einfach Internettutorials machen oder Bücher nutzen.

    Annino


    Hab bei Tomplay jetzt noch mal geguckt. Ja, das ist vielleicht noch etwas sinnvoller. Aber nur mal als Beispiel: 4 Sechzehntel sind von der Schriftbreite her breiter als eine Viertel. Da stoppt aber der "Lesestrich" dann kurz. So liest man aber nicht Noten, bzw. so nimmt man sie normalerweise nicht wahr, weil man nicht in einer Linie guckt. Außerdem kennt jeder Lehrer, der mal mit Playback-CDs gearbeitet hat, das Lautstärkeproblem. Mein Laptop kann nicht so laut einen schönen Klang abgeben. Ich gebe zu, er ist auch recht billig. Aber den Klang, die die da vormachen, dafür kann man nicht in einem kleinen Raum den Laptop dahinstellen, wo er gerade passt, sondern braucht wahrscheinlich am besten gleich Boxen... Das wird alles so idealisiert dargestellt, aber ich glaube nicht, dass es wirklich seinen Preis wert ist.

    Anhang zwei:

    Man merkt, dass die wissen, was sie tun. Die erste Stelle zu finden, wo der "Lesestrich" nicht gleichmäßig nach vorne geht, war schon schwer genug. Genau da wechselt die Kameraperspektive so, dass es nur noch oben rechts am Rand zu erahnen ist. Die nächste hochinteressante Stelle, nämlich diese kleine "Kadenz" bei 03:23 ist komplett so gefilmt, dass man super schlecht sieht, wie der "Lesestrich" dem Spieler aufgrund der musikalischen Zeiteinteilung davon rennt. Im übrigen finde ich das betreffende Stück unter diesen Umständen top gespielt, aber schön klingt es trotzdem nicht, und ich glaube, dass es mit dem Orchester hinter der Leinwand lebendiger werden würde.

     
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