DIY Bändchenmikrofon!

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Soultrash

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Hallo,

ich bin aktuell im DIY Fieber und nachdem ich einige einfache Gadgets
gebaut hatte wollte ich mal etwas schwierigeres probieren.

Die Entscheidung fiel dann auf ein Bändchenmikrofon.

Ich habe mir vor dem Bau und dem Kauf der benötigten
Teile ein ganze Weile Gedanken gemacht und viel recherchiert,
hautsächlich mit Hilfe von ChatGPT und GoogleAI.

Es war mir schnell klar das es machbar ist, ich wollte es aber so "professionell"
wie möglich machen, da es dann letztendlich doch ein finanziell nicht so lohnenswertes Vorhaben
ist wollte ich keinen Prototyp sondern etwas, das ich auch
benutzen kann...um einen Prototyp bin ich dann aber doch nicht rumgekommen, haha!

Aber gut, auch wenn ich für das investierte Geld ein gebrauchtes,
Mittelklasse Bändchenmikrofon kaufen hätte können, ist es ja nicht das gleiche,
DIY macht dann eben doch viel mehr Spaß!

Ich wollte unbedingt einen 3D gedruckten "ribbon motor" haben welcher gleichzeitig als Halterung dient.
Ein guter Arbeitskollege hat es dann realisiert (Design nach meiner Vorgabe und den Druck selbst)

Ohne diese Hilfe wäre das Projekt wohl gar nicht zustande gekommen, oder hätte das Budget gesprengt.

Das Gehäuse sollte anfangs auch anders aussehen, 8mm Bohrungen im 5mm Abstand zueinander und versenkt,
aber selbst mir Standbohrmaschine war es mir nicht möglich die Löcher so zu bohren das es Gleichmäßig
aussieht, daher das aktuelle Design.

Ein Bändchen ist ja relativ einfach, 2 starke Magnete, ein Alubändchen, ein Trafo und eine XLR Verbindung,
das alles muss in ein Gehäuse und fertig ist das Mikro, die Praxis war dann aber doch etwas komplizierter.

Den Trafo habe ich bei Aliexpress bestellt (zum Glück noch vor dem ganzen Pauschal Zoll Mist),
den Rest hauptsächlich bei Amazon, einzig die Magnete musste ich beim spezialisierten Magenethändler bestellen.

Der schwierigste part war wohl das Bändchen zu machen, ich habe dafür "Zigarettenpapier" benutzt,
in Wasser eingelegt lässt sich die Papierschicht nach einigen Sekunden abziehen, ich habe es dann auf dem Ceranfeld geglättet,
zugeschnitten und mit Hilfe von Temu Zahnrädern (wirklich mega gute Qualität) "gewellt", das hat eigentlich sehr gut funktioniert,
bin aber natürlich durch einige Stücke Folie gegangen bis es endlich zufriedenstellend war.

Heute ist es dann fertig geworden du hat tatsächlich sofort funktioniert haha.
Der Sound ist gar nicht mal so schlecht, sehr bassig, aber das kann man richten.

Ich werde mal probieren ein paar Aufnahmen zu machen.

Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht und ich bin jetzt ca. 200€ ärmer, ich finde aber das es sich trotzdem gelohnt hat.

Ach ja, ich wusste bis zum Schluss nicht wie ich das Mikro auf dem Stativ befestigen soll, dann ist mir eingefallen das ich noch einen
TRITON FET HEAD habe, das ist einerseits cool da das Mikro definitiv von der zusätzlichen Verstärkung profitiert,
dient aber auch gleichzeitig als "Hals" zur Befestigung! :D
 

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Glüchwunsch zur erfolgreichen Bastelarbeit!!! Sieht gut aus.
 
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Super, sieht gut aus :-) Auf die Sounddemos bin ich schon gespannt.
 
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Sehr beeindruckend (y) .
 
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  • #5
Vielen Dank! :)

Hier ein kurzer Schnipsel mit einem Shure* SM57. Das Ribbon klingt alleine natürlich nicht sooo gut da es sehr basslastig ist,
was ja irgendwie zu erwarten war, tatsächlich sollte es aber auch das 57 unterstützen und ich finde das passt.

Sorry fürs Riffbutchering! :D

Ach ja, ich habe NAM captures von dem Ganzen gemacht, erst mal als Mix mit dem 57, habe aber noch die Einzelspuren,
eventuell werde ich die auch "trainieren" Falls Interesse besteht kann ich diese gerne auch mal hochladen!


View: https://drive.google.com/file/d/1ur5aHqcBLQnoK_qRt3BvcZP_I36eCDvt/view?usp=sharing
:)
 
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Erstmal Glückwunsch! Sieht gut aus!

Ich hatte mich auch mal für Ribbons interessiert und beim Thema "Basslastigkeit" hat was geklingelt. Haben Dir die KIs auch was über die mechanische Spannung des Bändchens erzählt? Erste Recherche ergab z.B.:

groupdiy.com/threads/ribbon-resonant-frequency-tunning-tensioning-ribbon-microphones.76455/

gearspace.com/board/low-end-theory/356054-ribbon-retensioning.html

Im Vergleich mit anderen Fotos von Ribbons erscheint mir bei Dir die Tiefe der Wellen relativ hoch zu sein (und damit möglicherweise die mechanische Spannung relativ niedrig?)

Und dann wäre da vielleicht - soll heißen: weiß ich selbst nicht - noch die Frage nach dem Material des Bändchens. Die Idee mit dem Zigarettenpapier ist natürlich erstmal super. Nur, ist das auch Alu? Beziehungsweise warum nehmen wohl (fast?) alle Hersteller von Ribbons Alu als Material? Meine Annahme: Alu ist leicht und weich. Und weich heißt beweglich und beweglich heißt Bewegung bei weniger Schallenergie. Und Höhen haben weniger Schallenergie als tiefere Frequenzen. Und falls nun Dein Material steifer ist als Alu, dann wird es sich bei Höhen weniger bewegen = weniger Ouput.

Auch dazu habe ich was gefunden:

geistnote.com/diy-products/ribbon-microphone/foil/?srsltid=AfmBOooyiUmnDWhmfthC6JdLZg5fmAG1syWft-6JOoMKAFyQmXmZWEK1

www.reddit.com/r/audioengineering/comments/19bwyxs/where_can_i_buy_foil_for_a_ribbon_microphone/?solution=d0e0637b4981ff1bd0e0637b4981ff1b&js_challenge=1&token=7afd7253fec22262ff1c52b1703fe9ec7fd263403d6fe3f2c6d34a353a1d5be1&jsc_orig_r=
 
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  • #7
Vielen Dank! :)

Die Spannung des Bändchens wollte ich mir tatsächlich als nächstes etwas genauer ansehen,
ich weis das viele Hersteller die Spannung "tunen" bei meinem System ist das aber nicht so einfach,
einmal festgeklemmt muss man es so nehmen wie es ist, aber ich kann das Bändchen ja tauschen und verschiedene Spannungen ausprobieren.

Generell wollte ich etwas haben was in erster Linie stabil ist, da ihc hauptsächlich heavy Gitarrensounds aufnehme,
daher fiel die Wahl auf das Zigarettenpapier, wobei ich aber erst mal auch keine Alternative hatte.

Das Material ist definitiv Alu mit einer Papierschicht. Ich meinem Fall war da noch irgned eine Goldene
Beschichtung, auch elektrisch leitend. Ich habe diese aber mit Isopropanol weg bekommen, dadurch wurde das Bändchen nochmal etwas dünner.

Reguläres Bändchen Material wäre glaube ich zu fragil für meinen Einsatzzweck.

Der Standard sind glaube 1,2-2,4 micron, die Zigarettenfolie wird wohl um die 5-6 mikron liegen, ist aber nur eine Vermuting
 
Ich muss zugeben, dass ich mich noch nicht praktisch mit diesen Mikros beschäftigt habe, aber als erstes kam mir der Gedanke, ob dein Gehäuse nicht vielleicht als Resonanzraum für tiefe Töne wirkt. Vielleicht dort mal diverse offenen Hohlräume ausstopfen.
Die offene Rückseite könntest du auch noch variieren, also die Lochgröße oder das Vliesmaterial und hören was passiert
 
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  • #9
Ich habesoweit alles was ging mit schaumstoff ausgestopft, muss es aber auch mal ohne probieren, vieleicht wird es dadurch etwas "luftiger",
als nächstes werde ich aber auf jeden Fall die Spannung des Bändchens anpassen, denke da ist noch etwas mehr drin. Ich überlege gerade ob es Sinn machen würde nohc ein zweites zu bauen, eigentlich habe ich ales hier bis auf den Transformator :D
 
  • #10
Du kannst ja immer noch einen passiven Hochpass mit einlöten. Den kannst du ja schaltbar machen.
Ich nehme an, du benötigst keine Frequenzen unter 50Hz, oder für was willst du das Mikro verwenden?
Vor ein paar Wochen habe ich mir ein Engerlingmikro mit Vorverstärker gebaut. Da musste ich auch herumexperimentieren. Ich nahm eine Piezoscheibe, und deren Frequenzen gehen halt sehr tief runter, praktisch bis 0Hz. Aber dieses Rumpeln brauche ich halt nicht, und es wirkt nur verzerrend auch die Vorstufe, die dann überlastet wird.
 
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  • #12
@Hum
Das würde auch gehen, wobei ich es gerne so simpel wie möglich halten würde. Ich werde erst mal schauen welchen Effekt die Bändchenspannung ergibt,
eventuell auch mal ohne Schaumstoff probieren, aktuell ist ja das komplette Gehäuse ausgestopft, ich vermute das dies auch einges an Hhöen weg nimmt,
ich werde berichten! :D

@mix4munich
Vielen Dank! :)
 
  • Ersteller
  • #13
Ich habe vorhin das Bändchen etwas gestrafft, viel war aber nicht drin da es wohl bereits recht straff gewesen ist.
Die Schaumstoff Isolierung habe ich auch testweise entfernt, ob es nun besser klingt weis ich nicht, ich finde den Sound aber irgendwie cool.

Desmal ein kleines Akustik Schnipsel, bin mega aus der Form btw :D
Minimale Bearbeitung der Lautstärke und ein wenig Reverb...


 
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  • #14
Klingt ordentlich. (y)
 
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  • #15
Ich hatte mal ein Review zum sE Electronics VR1 geschrieben und mich in diesem Zusammenhang auch ein wenig mit Bändchen auseinander gesetzt (nicht von der "Techniker" Seite - da fehlt mir die Ahnung).


Der Schwerpunkt von sE lag darauf, der VR Serie mehr Frequenzen "beizubringen", als dies für Bändchen typisch ist. Das hat auch gut geklappt, trotzdem würde ich immer ein dynamisches Mikrofon dazu mischen.

Die dem Bändchen typische Wärme, hört man aber bei deinem Soundbeispiel sehr gut raus. Insofern => alles richtig gemacht :great:

Gruß
Martin
 
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  • #16
@Hum
Danke! :)

@hack_meck
Ich dachte eigentlich das es vor einer 4x12 eher schriller klingen würde, da doch bei High Gain recht viel an Höhen aus dem Speaker kommen,
aber es hält sich tatsächlich in Grenzen. Aktuelles Problem ist das bei hoher Lautstärke das Bändchen irgendwann wohl die Magneten berührt oder generell zu stark belastet wird, bei palm mutes knattert es dann ganz schön. Ich denke das liegt daran das da recht wenig Platz ist zwischen Bändchen und Magneten,
es soll zwar besser sein je weniger Abstand vorhanden ist, man muss aber auch schauen dass, das Bändchen komplett frei schwingen kann.
Ich werde mal versuchen das Bändchen minimal schmaler zu schneiden sodass mehr als 0,1mm Platz zum Schwingen vorhanden ist.

Ich habe heute auch die neuen Halterugen bekommen, ebenfalls aus dem 3D Drucker, allerdings mit Resin Druckverfahren,
extrem ptäzise, ich denke das wird auch nochmal helfen. Ich werde auf jeden Fall weiter berichten!
 
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  • #17
Ich habe gestern Nacht "V2" zusammengebaut und der erste Test ist vielversprechend!
Dieses Mal habe ich auch eine etwas andere Optik probiert, ich finds irgendwie cool, ich nenne es "The Beast" :D

Ich habe vorhin eine kurze Aufnahme gemacht, zuerst das dynamische Mikro (Soyuz V1) solo,
dann das DIY Bändchen solo und zuletzt die beiden gemixt.

Ich finde durch das Beimischen vom ribbon entsteht ein organischer und dreidimensionaler Sound.
Es fügt dem Ganzen auch meines Erachtens eine gewisse "Struktur" hinzu, was ich persönlich ebenfalls cool finde.

Die "Halterung" habe ich per Resin 3D Druckverfahren herstellen lassen da es um einges präziser ist als
Standard 3D Druck, es erleichtert die Montage und sieht besser aus, auch wenn man es kaum sieht :D


View: http://drive.google.com/file/d/1hEFWPhJHa9DXC793oerkbXnPLrLfwV7M/view?usp=sharing

Hier noch ein paar Fotos:

Falls der folgende Abschnitt nicht erwünscht bzw. erlaubt ist, bitte ich diesen zu streichen! :)

Ich bin auf jeden Fall angefixt und immer noch verblüfft das ich es geschafft habe ein
funktionierendes und mE cool klingendes Mikrofon zu bauen.
Natürlich werde ich noch mindestens eine oder zwei Varianten bauen,
habe schon viele Ideen, so langsam ist das Budget aber etwas mager haha.

Ich habe mir überlegt die beiden Prototypen eventuell bei Kleinanzeigen zu inserieren,
zum reinen Materialpreis natürlich, versuchen, oder lieber nicht!?

Auch wenn ich den Klang sehr cool finde würde ich es ja dennoch eher in die "Lo-Fi/Experimentell" Ecke
einstufen und habe jetzt schn bedenken das, falls ich es verkaufen würde der Käufer es eventuell nicht mögen könnte,
was mich direkt wieder dazu bewegt es gar nicht erst zu probieren.

Also bitte nicht als Marketing oder Werbung sonst was verstehen, würde nur gerne mal eure Meinung dazu hören :)
 

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  • #18
Ich hatte letztens mal so vor mich hin sinniert, was man an einem Bändchenmikro verbessern könnte. Vor allem dachte ich mir, wäre es bestimmt gut, wenn man seitliche Ablenkung des Bändchens und damit Anschlagen an die Magnete verhindern könnte.
Ich bin noch nicht fertig mit meinem Sinnieren ;) , aber vielleicht kann man die "Wellen" des Bändchens so formen, dass die Luft, die zwischen Band und Magnet durchströmt, irgendwie als Stabilisator dienen könnte. Also jeweils an den höchsten und tiefsten Stellen am Rand eine kleine Einbuchtung.
 
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  • #19
Wie sieht es denn bei Deinen Prototypen mit der Körperschallunterdrückung aus? Dazu müsste die Kapsel elastisch gelagert sein, von einem Gummiring umgeben, mit dem man es ins Gehäuse klemmt o.ä.

Schick mir gerne eine DM mit einer Preisvorstellung
 
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  • #20
@Hum
Ich hatte auch überlegt eine hauchdünne "Membran" einzubauen, quasi um die Magnete durch nicht leitendes Material von dem Bändchen zu isolieren.
Man könnte auch wahrscheinlich die Magnete mit Klarlack besprühen, aber das würde nur den "Kurzschluss" verhindern. So wie ich es beurteile
ist aktuell genügend Platz vorhanden damit das Bändchen frei schwingen kann, ich denke beim Ersten Prototyp ist das bändchen einfach etwas zu breit geschnitten,
ich werde es definitiv nochmal austauschen. Beim zweiten Modell funktijkoniert das bisher einwandfrei :)

@mix4munich
Das Mikro hat schon Handhabungsgeräusche, weis jetzt aber nicht ob das für den Typ Mikrofon normal ist oder nicht,
ich muss mir echt mal ein professionelles Bändchen bestelen und es mal testen. Die Motoraufhängung ist minimal beweglich,
federt also schon etwas mit, auf dem Stativ montiert habe ich nichts negatives feststellen können :)
 
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