Dorisch??? Phrygisch???Mixolydisch???

von Kay, 21.04.04.

  1. Kay

    Kay Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.04.04   #1
    Erstmal Hallo an alle, ich bin neu hier und hab auch schon eine Frage.

    Ich bin gerade dabei das Buch "Die neue Harmonielehre" v. Frank Haunschild zu lesen und komme bis zu den Skalen wie dorisch usw. ganz gut zu recht.
    Ich versteh das grundsätzlich nicht so ganz. Für was braucht mann (beim Improv) diese Skalen. Ich meine, wenn da der Akkord wie z.B. Gm7 steht, dann weiß ich doch das es die Töne G, Bb, D, F sind die ich darüberspielen kann. Warum muss ich diese Töne dann nochmal anders nennen :confused: :confused:

    Klingt vielleicht etwas wirr wie ich das ganze formuliert habe, aber vielleicht versteht mich ja jemand und hat ein paar erklärende Worte (einfache)

    schon mal Danke einstweilen

    Grüße Kay
     
  2. redruM

    redruM Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.04.04   #2
    jo, die eigentliche lösung liegt schon in deiner frage!
    naemlioch weisst du zwar, dass du die 4 tone von deinem akkord dazu spielen kannst aber das ist ja dann noch keine ganze skala.
    Wenn du zum beispiel Mixolydisch nimmst, hast du hier ne ganze tonleiter also 7 verschiedene töne, und damit lässt sich viel mehr anfangen als mit den 4eren aus dem akkord.
    Diese Skalen sind modifizierte Durtonleitern.

    Mixolydisch eigenet sich hervorragend zum improviseren auf Akkorden mit kleiner Septime, weil genau diese in Mixolydisch von der grossen Septime in der normalen DUr Tonleiter abgeändert wurde..


    das kam aber auch schon in dem Amoll Thread hier im harmonie forum. der Stompboxlover kann dir da viel erzählen, aber normal sollte das au in deinem buch stehen!?

    cu
     
  3. Kay

    Kay Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.04.04   #3
    Hi redruM,

    erstmal danke für die schnelle Hilfe.

    Wenn ich also zu den 4 Tönen eines Akkordes die anderen 3 hinzufüge die ich spielen kann habe ich eine neue "Tonleiter" = Skala diese Skala hat halbton und ganzton Schritte und nach dieser "Tonleiter" benenne ich das ganze dann z.B. mixolydisch (sei dahingestellt ob das jetzt bei Gm7 zutrifft). und dann muss man nur noch zu jedem Akkord wissen welche Skala das ist und schon kanns losgehen :)
    sehe ich das ganze jetzt einigermasen richtig :confused:

    Gruß Kay
     
  4. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

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    Erstellt: 22.04.04   #4
    Siehst du richtig.

    Die Töne werden ja nicht anders genannt. Nur die über das über Akkord zu spielende Tonmaterial, zum Beispiel dorisch. (=das gesamte Tonmateral aus F-Dur über G-Moll).

    Für was braucht mann (beim Improv) diese Skalen: Damit du andere interessante Klangfärbungen erzielen kannst. Nur normales Dur und normales Moll kann auf Dauer recht eintönig sein.
     
  5. kleinershredder

    kleinershredder Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.04.04   #5
    wenn man z.B. ein lied in C-Dur hat
    Dann kann man mit folgenden Kirchtonleitern drüberspielen
    C ionisch (dur) c d e f g a h
    D dorisch d e f g a h c
    e phrygisch e f g a h c d
    f lydisch f g a h c d e
    g mixolydisch g a h c d e f
    a äolisch (moll) a h c d e f g
    h Lokrisch h c d e f g a

    (Das sind jetz nich alle aber über die anderen erweiterten Kirchtonleitern wie z.B. lokrisch b11 hab ich auch noch keinen überblick.)

    Aber wie du siest sind das immerdie Töne der C-Dur Tonleiter
    nur fangen sie halt auf anderen stufen an.

    Das benennt man dann halt so das die Stufen so heißen
    1. ionisch
    2. dorisch
    3. prygisch
    4. lydisch
    5. mixolydisch
    6. äolisch
    7. lokrisch

    wenn du noch weitere fragen hast dann melde dich bei mir
     
  6. StompBoxLover

    StompBoxLover Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.04.04   #6
    korrekt, das wäre aber 'nur' ein Gm7-Arpeggio.

    über Gm7 kannst Du G Dorisch, G Phrygisch und G Aeolisch spielen.

    oder anders ausgedrückt:
    die Tonleitern von F Dur (G Dorisch), EbDur (G Phrygisch) und BbDur (oops, deutsch/englisch Mischmasch)(G Aeolisch) beinhalten alle die Akkordtöne von Gm7

    englische Bezeichnungen, also B=H Bb=B
    Akkordtöne sind fett gekennzeichnet, das charakteristische Intervall der jeweiligen Kirchentonart ist rot markiert

    G Dorisch (F Dur)
    G
    A --- große Sekunde
    Bb
    C --- reine Quarte
    D
    E --- große Sexte
    F

    G Phrygisch (Eb Dur)
    G
    Ab --- kleine Sekunde
    Bb
    C --- reine Quarte
    D
    Eb --- kleine Sexte
    F

    G Aeolisch (Bb Dur)
    G
    A --- große Sekunde
    Bb
    C --- reine Quarte
    D
    Eb --- kleine Sexte
    F
     
  7. Kay

    Kay Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.04.04   #7
    Danke erstmal an alle für die ausführlichen infos. Ich muss das ganze erst mal sortieren :confused:

    Das habe ich soweit verstanden:

    ionisch = Halbtonschritt zwischen 3+4 und 7+8
    dorisch = Halbtonschritt zwischen 2+3 und 6+7
    .
    .
    .
    usw...

    @StompBoxLover

    verstehe ich auch soweit in jeder dieser Skalen sind die Töne G Bb D F enthalten, also genau die Töne von unserem Beispiel Gm7.
    UND es kommen einmal A+Ab, E+Eb in denen Skalen vor. Genau das ist der springende Punkt den ich nicht so ganz versteh. Kann ich hier spielen was ich WILL und was GEFÄLLT, obwohl, nehmen wir mal an das Stück in F-Dur geschrieben wäre und es ja eigentlich dann ja kein Ab und Eb gäbe. Ist das dann genau das etwas andere, interesantere????
    Ich hoffe ich überreiß das ganze jetzt einigermaßen, obwohl mir ganz schwindlig wird wenn ich idem Buch "Die neue HL" weiter hinter blätter und ich lese dann was von HM3 HM5 usw. :eek: :eek: :eek:

    Gruß+Dank Kay
     
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  8. kleinershredder

    kleinershredder Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.04.04   #8
    Übernimm dich nich mit dem lernen. :D
     
  9. Kay

    Kay Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.04.04   #9
    ich versuch's
     
  10. Hans_3

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    Erstellt: 22.04.04   #10
    Lern das bloß nicht alles gleichzeitig!!! Fang erstmal mit dorisch (moll) und mixolydisch (Dur) an und beschäftige dich damit Wochen und Monate: Wie klingt das? Was macht den Reiz aus? Wo liegen die abweichenden Töne, die den Charakter dieses Modes ausmachen und wie setze ich die am besten bewusst ein? An welchen Positionen auf dem Griffbrett bekomme ich die (für meinen Geschmack) besten Ergebnisse?

    HIer z.B. eine meiner Lieblingspositionen für mixolydisch über E (leere tiefe E-Saite anschlagen, um den Grundton im Kopf zu haben, über den sich die Melodie abspielt)

    12----14----16----------------
    12----14-15---------------
    ---13-14----16-------------
    12----14----------------
    -------------------
    ----------------------


    Fett markierte Töne sind jene, die auch in der Pentatonik vorkommen. Wenn man die Pentatonik vor Augen hat, lassen sich diese abweichenden Töne optisch einfacher merken.
     
  11. Kay

    Kay Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.04.04   #11
    ne ne, aber irgendwie muss man es ja erstmal verstehen, bevor mann es in die Praxis umsetzt.
    das ist nett von dir, aber mein "Griffbrett" hat 3 Ventile :D (siehe Avatar)
    trotzdem Danke

    Grüße Kay
     
  12. stefan64

    stefan64 HCA Tasten HCA

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    Erstellt: 23.04.04   #12
    @Hans
    das sieht ja interessant aus... und ja, ich weiss wie man Tabs in Noten umrechnet... aber kannst Du so lieb sein und das hier auch mit Noten benamsen?

    Für die (ja, ich weiss, seltene Spezies der) Nicht-Gitarristen ist das dann doch ein wenig mühsam.

    Und da wir ja hier bei Harmonielehre und nicht im Gitarrenforum sind wäre es wirklich klasse wenn zusätzlich zu Tabs die Noten (Beispiel: C,c,c',c''...) dabeistehen würden.

    Danke!

    ciao,
    Stefan
     
  13. kleinershredder

    kleinershredder Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.04.04   #13
    D,E,G#,A,H,H,C#,D,E,F#,G#.
    Die Rot markierten töne sind identisch
     
  14. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

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    Erstellt: 23.04.04   #14
    Richtig. Sollen sie auch. Denn das lässt andere Kombinationen zu. ZUm Beispiel Arpreggien-mäßiges Spiel (fette Zahlen von oben nach unten G# F# D H G# E D)


    12----14----16----------------
    12----14-15---------------
    ---13-14----16-------------
    12----14----------------
    -------------------
    ----------------------

    Muss ich eigentlich nicht, denn das Ganze hat ja System: Mixolydisch über E bedeutet, dazu das Tonmaterial von A-Dur zu spielen. Kleiner UNterschied: In E-Dur ist D# drin, in A-Dur hingegen nicht (=D - das ist dann die wiederum die kleine Septime von E und eshalb klingts eben mixoloydisch. Alles keine Hexerei).

    Na gut.... A-Dur besteht aus den Tönen A, H, C#, D, E F# G#


    Upps, hatte ich nicht realisiert. Zu deutsch: Glatt übersehen :cool:

    Die "Kunst", in verschiedenen Modi zu spielen, besteht nicht so darin, sich das alles zu merken, sondern den Charakter der Modi richtig rauszustellen. Das funktioniert jedoch nicht, wenn man einfach nur eine Tonleiter runderdaddelt. So werde ich bei z.B: bei mixolydisch

    - häufiger den Spannungston (Kleine Septime siehe oben) anspielen als andere oder ihn immer mal wieder als "Zielton" ansteuern und stehen lassen.

    Sehr kurzes Hörbeispiel für mixolydische Spannung (aus meiner Sammlung, klingt nicht berauschend, aber egal...)

    www.textdesign-meissner.de/audio/mixolyde.mp3
     
  15. Mari

    Mari Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.05.04   #15
    Hi,
    bin vor kurzem auf dieses Board gestoßen und versuch mich eon bißchen in die Harmonielehre einzuarbeiten. Ich dachte ich würde das ein bißchen verstanden haben, aber nach dem ganzen lesen, hab ich nun einen Knoten im Hirn :(

    Kurz mal zu diesem Zitat:

    Wenn ich nun ein Lied hab mit den Akkorden:
    Tonika (Grundtonart), Dominante, Subdominaten und Paralleltonart. In a-Moll also amoll, EDur (eventuell E7), d-moll und C-Dur.

    ...welche Skalen wend ich da denn dann an? Melodisch Moll über AMoll, Mixolydisch über E7? ...und dorisch über was? Verwend ich jetzt nur diese Skalen? Was mach ich über den anderen Akkorden? ..nur dorisch (moll) und mixolydisch (Dur)?
    Vielleicht kann mir einfach mal jemand einen kleinen Tipp geben.

    I'm Voraus schon mal vielen Dank

    Mari
     
  16. Hans_3

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    Erstellt: 10.05.04   #16
    Mein Vorschlag ist, dass du erstmal mit mixolydisch anfängst. Du nimmst nur 1 Akkord z.B. A7. Dann lernst du "spielend" erstmal einen einzigen Fingersatz und gut klingende Kombinationen für D-Dur (= A mixolydisch). Mit diesem experimentierst du mehrere Tage über A7 (sowie G-Dur über D7, A-Dur über E7). Wenn du kein Backing hast, spielst du immer mal wieder den Akkord an, er klingt ja eine Weile im Kopf weiter. Ich mach das auch oft so. Schließlich muss man ja nicht jedes Mal zum Üben ein Backing anwerfen. Kleines Beispiel für mixolydisch über eine Kadenz:

    http://www.textdesign-meissner.de/audio/mixokadenz96.mp3

    Wenn du dich an die Klangeigenart des Mixolydischen gewöhnt hast (spiel immer die Septime schön raus, das macht das mixol. aus) und einige Tonkombinationen beherrscht und dir eingeprägt hast, wo du was am besten auf dem Griffbrett spielst, kombinierst du erstmal eine einfache Kadenz A, D, E

    So kannst du dich im Laufe der Zeit auch an andere Modi gewöhnen. Du wirst sehen, wenn du erstmal die Klangwirkungen und Fingersätze verschiedener Modi verinnerlicht hast, wirst du nach und nach beim Improvisieren automatisch auf das eine oder andere zurückgreifen. Wie bei Fremdsprachen: Wenn man einige Sachen geübt und "intus" hat, denkt man beim Sprechen auch nicht ständig über Grammatik nach.

    Die meisten Gitarristen entwickeln im Lauf der Zeit Eigenarten, indem sie bevorzugt auf bestimmte Modi zurückgreifen. Steve Lukather z.B. nimmt oft dorisch über Moll, andere bevorzugen harmonisch oder äolisch Moll. Viele Jazzer und Fusion-Gitarristen stehen eher auf melodisch Moll, lydisch und alteriertes Tonmaterial. Andere wiederum fühlen sich mit Pentatonik und äolisch Moll am wohlsten oder kombinieren nach Belieben.

    Wie gesagt, mann muss es langsam, Schritt für Schritt für sich entdecken.
     
  17. Mari

    Mari Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.05.04   #17
    Danke für den Tipp. Werd dann mal so rangehen...
    nur noch zur Info: mein Griffbrett besteht aus 88 S/W-Tasten, bin also kein Gitarrist.

    Bis dann..
    Mari
     
  18. Hans_3

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    Erstellt: 11.05.04   #18
    Umso besser :D. Klavier im Haus tut immer gut. Da hast du die harmonischen Sachen sogar viel bessere Voraussetzung als auf Gitarre. Als ich mit den Modi angefangen habe, hab ich mir Leitern und Harmonien zum Klangeinprägen immer am Klavier vorgespielt, bzw. mach es heute noch.
     
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