Drittes Pedal am Klavier

von anbeck, 11.06.04.

  1. anbeck

    anbeck Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.06.04   #1
    Hallo,

    jetzt kann ich endlich mal die Frage loswerden, die mich seit über 10 Jahren beschäftigt: Unser Klavier hat drei Pedale: Sustain, Dämpfung und eines, das anscheinend gar keine Funktion hat...

    Kann mir jemand sagen, wofür dieses Pedal ist? Hat es wirklich keine Funktion? Oder bemerke ich sie beim Spielen nur nicht? Oder ist es nur der Ästhetik wegen?

    Danke,
    Andre
     
  2. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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  3. Tastenwolf

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    Erstellt: 04.01.05   #3
    Hi,
    nachdem du die technischen Daten bereits bekommen hast, vielleicht ein paar Tips: das 3.Pedal funktioniert ja ebenfalls als Sustain, aber nur für die Töne die man gerade niederdrückt. es spricht auch nicht so schnell an - d.h. du mußt das Pedal kurz nach dem Anschlag drücken, aber die Tasten nicht sofort loslassen, halte zuerst die Tasten recht lang und kontrolliere, wieviel Zeit es braucht, daß das Pedal funktioniert.

    Anwenden läßt es sich z.B bei Baßtönen, die man lange aushalten möchte. wenn man darüber andere Harmonien spielt, die mit Sustain pedal unschön verschwimmen würden. Also zuerst den Baßton anschlagen, ins 3.Pedal übernehmen und dann weiterspielen - das kommt in der Literatur sehr oft vor...

    Man kann dann auch das 3. Pedal mit dem Sustain kombinieren...

    bei Unklarheiten bitte sofort fragen - hoffentlich war das hilfreich...
    :great:
    lg Wolfgang
     
  4. mnutzer

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    Erstellt: 06.01.05   #4
    @bei Flügeln stimmt die Beschreibung des mittleren Pedals, auch bekannt als "Steinway"-Pedal.
    Bei Klavieren ist das mittlere Pedal eher ein "Moderator" mit Feststellraste:
    Durch Betätigen wird ein Tuch oder Schaumstoff zwischen Hämmer und Saiten geschaltet, das für "gedämpftes" Üben sorgen soll. Für meine Ohren klingt das einigermaßen scheußlich. Bei häufigem Gebrauch ist das Tuch auch schnell verschlissen.
     
  5. anbeck

    anbeck Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.01.05   #5
    Hmm, ich muß Euch leider beide enttäuschen.

    Sustained wird da gar nichts, egal wie lange ich die Tasten gedrückt halte und egal ob ich das Pedal vorher, kurz nachher oder wann auch immer trete.

    @mnutzer: Recht hast Du ja schon, aber leider gehts nicht um das mittlere Pedal, sonder um das auf der linken Seite :D

    Die einzige Auswirkung, die ich bemerke, ist, daß sich die Tasten für die ersten paar Millimeter ganz leicht drücken lassen, bis ein Widerstand zu spüren ist. Man könnte fast meinen, eine Feder, die auf díe Tasten fällt, könnte ausreichen, um sie zu senken. Wie gesagt aber nur für wenige Millimeter.

    Grüße,
    Andre
     
  6. mnutzer

    mnutzer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.01.05   #6
    @Andre,

    da geht wohl einiges mit der Zählung der Klavierpedale durcheinander:

    In der Vergangenheit besaßen die Klaviere und Flügel nur zwei Pedale, ein rechtes, das alle Dämpfer von den Saiten nimmt und ein linkes zur Lautstärkeabschwächung. Bei Flügeln wird die gesamte Tastatur leicht verschoben, so dass die Hämmer bei einsaitigen Tönen nicht mehr mit voller Wucht aus der Mitte sondern leicht seitlich anschlagen, bei den zwei- und dreisaitigen Tönen werden nicht mehr alle Saiten angeschlagen.

    Bei Klavieren werden die Hämmer in eine Position näher an den Saiten gebracht, so dass sie durch den verkürzten Anschlagweg nicht mehr die volle Kraft entwickeln können.

    Egal ob Flügel oder Klavier, das linke Pedal unterstützt nur einen selbstverständlich äußerst sensiblen Klavieranschlag, das ist kein Lautstärkeregler wie am Keyboard!
    Wenn die Tasten Deines Klaviers also bei Betätigen des linken Pedals etwas mehr Leerlaufspiel haben, liegt das genau an dem Abstand, um den sich die Hämmer übersetzt durch Hebel jetzt näher an den Saiten befinden.

    In der Klasse meines ersten Klavierlehrers - heute Klavier-Prof. an der MHS Köln - war es Ende der 60er sehr schick, den linken Fuß beim Klavierspielen nach hinten versetzt zu positionieren, um allen Eingeweihten zu demonstrieren, dass man den Gebrauch des linken Pedals nicht nötig hatte, da das Feingefühl fürs Pianissimo selbstverständlich ohne technische Hilfsmittel aus den Fingern zu kommen hatte.

    Sind die Hammerköpfe schon abgenutzt und haben bereits Riefen, verändert sich beim Flügel nicht nur die Lautstärke, sondern das Instrument bekommt einen obertonärmeren "muffigen" Klang, weshalb viele Pianisten auf den Gebrauch des linken Pedals verzichten.

    Das mittlere Pedal ist klavierbautechnisch erst in späterer Zeit als 3.Pedal hinzugekommen. Deshalb die etwas merkwürdige Zählung.
     
  7. anbeck

    anbeck Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.01.05   #7
    Na dann werde ich es morgen nochmal mit ganz gespitzen Ohren ausprobieren :rolleyes:
     
  8. Tastenwolf

    Tastenwolf Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.01.05   #8
    Ach so, sorry, ich dachte an die Pedale bei einem Flügel...
    beim linken Pedal beim Piano werden die Hammerköpfe ein wenig angehoben - haben einen kürzeren Weg zu den Saiten...daher zuerst geringerer Widerstand... wenn du den Deckel (oben) öffnest, müßtest du das sehen können...
    lg,
    Wolfgang
     
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