Effekt: aus eins mach viele - gibt es das?

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An sich ist es ja so dass wenn du einen Synth String Sound mit einem Naturinstrument mischt, das Ergebnis ziemlich nah an das ran kommt, was du mit vielen Naturinstrumenten bekommst. Von daher sehe ich bei dem Electroharmonix S9 recht gute Chancen dass es funktionieren kann. Vorausgesetzt es lässt sich der Effekt auch mit einem Streichinstrument triggern.
 
murmichel
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An sich ist es ja so dass wenn du einen Synth String Sound mit einem Naturinstrument mischt, das Ergebnis ziemlich nah an das ran kommt, was du mit vielen Naturinstrumenten bekommst.
Das geht am Ziel vorbei. Ich möchte keinen zusätzlichen synthetischen Sound, sondern meinen eigenen.

Zum besseren Verständnis meiner Frage: Ich habe kein Projekt, keinen Auftritt oder sonstigen Termin, wo ich unbedingt diesen Effekt in irgendeiner halbwegs brauchbaren Form benötige. Bevor ich hier gefragt habe, hatte ich das EHX S9 entdeckt und dann auch in meiner Frage erwähnt. Am S9 gefällt mir nicht, dass es voll-synthetischen Klang hinzufügt. Ich wollte daher wissen, ob es ein ähnliches Pedal gibt, dass das Eingangssignal geeignet verändert. Wenn es das gäbe und es mir gefiele (Klang, Preis, Bauform, …), würde ich es vielleicht haben wollen.
 
suamor
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Ich kenne mich bei den Pedalen weniger aus, aber ich denke man kann so einen Effekt durch Mikrofonierung (bsp. 6 Mikrofone) erreichen und diese dann ggf. mit minimalen Delay zusammenmischen.
Durch die unterschiedlichen Positionen sollte der Klangeindruck einer Gruppe entstehen. Ob man mit Hall alleine diesen Eindruck erreichen kann bezweifle ich. Ich sehen auf Anhieb keinen Weg daran vorbei mit einer Vielzahl von Signalen zu arbeiten. Zumal mehrere Mikrofone einen besseren Sound erzeugen als Klangverfälschung durch ein Pedal.
 
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Das Ziel ist klar, aber ich sehe hier einen gewissen Widerspruch:

Ich möchte mit einem Cello (annähernd) den Klang der Cello-Stimmgruppe eines Orchesters erzeugen.
Ich möchte keinen zusätzlichen synthetischen Sound, sondern meinen eigenen.

Eine Cellogruppe verwendet Instrumente unterschiedlicher Hersteller, die von unterschiedlich ausgebildeten Spielern mit unterschiedlichen Herangehensweisen gespielt werden, die sich alle um einen homogenen Gruppenklang bemühen. Das Resultat dieses geordneten Chaos‘ ist es, was wir als Cellogruppenklang kennen.

Mit einem Bodenpedal bekommst du maximal psychoakustische Effekte hin (Hall, Delay, Detuning, EQ-Manipulationen), aber z.B. nicht leicht unterschiedliche Strichgeschwindigkeiten, unterschiedliche Dynamiken durch Bogenandruck oder allgemein die Umsetzung verschiedener Ästhetiken, wie ein Cello gebaut und gespielt wird. Das alles wäre für eine Imitation einer Cellogruppe aber nötig. Das heißt, dass du mit einer Veränderung deines eigenen Klangs keinen Gruppenklang erreichen wirst - oder nur mäßig. Wobei ich hier nur den idealen Maximalfall beschreibe - uns allen ist klar, dass man für eine praxistaugliche Lösung on stage oft eine praktikable kleinere Lösung braucht.

Ich war lange als Keyboarder in Musicals unterwegs, dort haben wir das Streichorchester z.B. aus einem echten Quartett+ein Keyboarder mit VST-Libraries imitiert. Sowas in die Richtung würde ich auch hier empfehlen: ein Laptop, der das MIDIfizierte Signal deines Cellos an Orchesterlibraries schickt. Dann könntest du neben den oben beschriebenen Parametern mit einem (Expression-)Bodenpedal z.B. die Anzahl der Spieler der Cellogruppe steuern, was deinem musikalischen Ziel wohl nahekommen dürfte.
 
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murmichel
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@suamor und @HaraldS, was ihr schreibt stimmt natürlich. Ich hoffe noch, dass die
psychoakustische[n] Effekte […] (Hall, Delay, Detuning, EQ-Manipulationen)
für manche Anwendungsfälle gut genug sind.
 
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Mir würde da ein Doubler einfallen, zum Beispiel ein Strymon Deco.
Gerade nochmal gecheckt - ich glaube, das ist nicht, was Du suchst.
Aber: wenn Deine Geige eh' schon einen Tonabnehmer hat, könntest Du auch gleich Jamorigin benutzen,
um damit andere Streicher per MIDI anzusteuern und so eine Gruppe zu erzeugen. Das könnte klappen.
 
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Du kannst ja auch ein gebrauchten Analog-Mixer mit Direkt-Out Buchsen besorgen (die alten Soundcraft-Mixer könnten passen...), dein Cello in den ersten Kanal und von der Direkt-Out-Buchse in den zweiten Kanal verbinden (und analog in beliebig viel weitere...),
dann hättest du also auf jedem Kanal dein Cello und kannst es jedesmal anders mixen (EQ (elegant wäre natürlich eine 2-fach parametrische Mittenreglung), Panning, Effekte ) und beispielsweise über Aux1 ein leichten Chorus (natürlich für jeden Kanal unterschiedlich stark) und über Aux2 ein Delay einbinden, welches ebenfalls unterschiedlich stark synchron zum Pannning ab- oder zunimmt. ...
Wäre also ein analoges manuelles doppeln bzw. vervielfachen, je nach Anzahl der Kanäle ....
:cool:
 
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Für so etwas ist ein Chorus Pedal gemacht, weswegen es auch so heißt (=Chor). Die gibt es in unterschiedlichen Qualitäten von diversen Herstellern, eventuell könnte ein Multieffektgerät nehmen, da könnte man noch extra Hall und Delay dazu nehmen. So etwas gibt es auch mit Mikroeingang (eigentlich für Sänger*innen).
 
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Aus dem Boss VE Vocal Expander ist mir zumindest bekannt, dass man diese Tonverformungen als Chor dazu holen kann.

Wie wäre es Quinten/Oktave/Terz oder so zusätzlich einzubinden

Noch ein wenig Delay dazu und es könnte dir schon reichen.

Gruß
Martin
 
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Für so etwas ist ein Chorus Pedal gemacht, weswegen es auch so heißt (=Chor). Die gibt es in unterschiedlichen Qualitäten von diversen Herstellern, eventuell könnte ein Multieffektgerät nehmen, da könnte man noch extra Hall und Delay dazu nehmen. So etwas gibt es auch mit Mikroeingang (eigentlich für Sänger*innen).
Hast Du schon mal einen Chorus verwendet? Je nach Einstellungen klingt der Ton damit voller, schwebend bis hin zu eiernd - aber niemals kann damit ein Ensemble-Klang simuliert werden, wie es hier gewünscht wird!

Auch wenn Chorus draufsteht, ist trotzdem kein Chorklang drinnen.
 
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Nun ja, ein Chorus alleine macht tatsächlich kein Chorklang.
Aber wenn du - wie ich es ja schon angedeutet hatte - viele Kanäle hast und und jede Spur einen leichten und eigenen Chorus hat, dann sieht dass schon etwas anders aus ...
 
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Aber wenn du - wie ich es ja schon angedeutet hatte - viele Kanäle hast und und jede Spur einen leichten und eigenen Chorus hat, dann sieht dass schon etwas anders aus ...
Bei vielen Kanälen könnte man dann natürlich auch gleich mehrere Mikros in unterschiedlichen Positionen verwenden. Der Klang eines einzelnen Cellos unterscheidet sich ja doch deutlich, je nach Mikrofontyp und -position. So wie in diesem Video:

 
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Ja, genau, das wäre auch eine nette Option, mal die entsprechenden Mikros vorausgesetzt.
Vielen Dank für das Beispiel.
Dann möchten wir aber auch im Ergebnis die Bach Cello Suite Nr. 1 BWV 1007 entsprechend chorig hören..... :cool:
 
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Ich habe eine Spur dreimal kopiert, dann auf den Kopien den Micropitch-Effekt angewendet und 100% "wet" ausgegeben. D.h., das Originalsignal kommt nur noch von der ersten Spur, die ich 12dB leiser gemacht habe.
  • 31ms, +12c
  • 42ms, -8c
  • 22ms, +6c
  • 33ms, -5c
  • 13ms, +2c
  • 25ms, -3c
Normalerweise spiele ich meine Geigen ja nicht über den BOSS Vocal Performer, sondern über meinen Line 6 POD HD500.
Deshalb habe ich hier zu meinem "normalen" Geigensound mal das Delay so eingestellt, dass es eventuell etwas "gedoppelt" klingen könnte.

0:00-0:15: Sound mit Hall
Hall.jpg

0:15-0:22 "Octo" dazu
Octo.jpg

0:22-1:00 "Stereo-Delay" dazu (links 50ms, 4 Wiederholungen, rechts 60ms, 3 Wiederholungen, Mix 75%)
StereoDelay.jpg


Dann habe ich auf eine Soundkopie mit anderem Delay umgeschaltet:
1:03-1:14 Sound mit Hall
Hall.jpg

1:14-1:25 "Octo" dazu:
Octo.jpg

1:25-2:01 2x"Digital Dly w/Mod" dazu (links 50ms, 4 Wiederholungen, rechts 60ms, 3 Wiederholungen, Mix jeweils 75%)
Digital Dly w Mod.jpg


Der "Digital Dly w/Mod" hat eine leichte, chorusartige modulierung der Delay-Zeit mit einstellbarer Tiefe und Frequenz.
Ich habe extra keinen Harmonizer, o.ä. eingesetzt, da du den Effekt ja auf einem "Unisono-Sound" möchtest.

Wie gefallen dir diese Beispiele @murmichel ?


Ich spiele sehr gerne mit Hall und Octo und schalte normalerweise eben das Stereo-Delay dann "Tap-synchronisiert" mit links Achtel mit 6 Wiederholungen und rechts Viertel mit 2 Wiederholungen und 25% Mix dazu.
Um es deutlicher zu machen hab ich den Mix hier mal auf 50% erhöht:
HDEdit.jpg



Ich mag es mit den "Wiederholungen" dann durch die Melodien zu spielen.

In dem Sound habe ich noch weitere Möglichkeiten, die ich aber selten nutze und hier auch nicht eingeschaltet habe:
Manchmal schalte ich noch eine Oktavierung und ganz selten nen Chorus dazu

Noch was generelles:
Ich habe für diese Aufnahmen, ohne das Lanzenmikro, nur mit meinem Piezo, gearbeitet, um deiner Soundabnahme ähnlicher zu sein.
 
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murmichel
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Um es deutlicher zu machen hab ich den Mix hier mal auf 50% erhöht:
Schöne Beispiele.
Mit 25% kommt’s sicher etwas dezenter.
Kann ich mir gut vorstellen.
Gefällt mir, gute Arbeit
 
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Dankeschön @Salty!

Der HD500 kann noch deutlich mehr! Ich habe mir gestern Abend noch als Ergänzung zum Bass-Octaver statt dem (kaum verwendeten) Tri-Chorus einen tonartabhängigen Harmonizer in meine Sounds programmiert, der eine kleine, oder große Terz mit 40% hinzufügt.
Mal sehen, ob ich das am Heiligen Abend im Gottesdienst einsetze. :unsure:
Ich weiß, dass du nur nach unisono-Effekten suchst, @murmichel, falls aber trotzdem Interesse daran besteht das zu hören, kann ich auch nochmal ne kleine Sequenz aufnehmen.
 
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Sebastian Fahrner
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Ja, so soll das auch sein. Ich will gerade nicht Intervalle oder gar Harmonien dazu bekommen. Ich möchte mit einem Cello (annähernd) den Klang der Cello-Stimmgruppe eines Orchesters erzeugen. In der DAW habe ich da einen Weg gefunden (s.o.), ich wüsste nun gerne, ob es das vielleicht auch in einem einzelnen, kleinen, spezialisierten Bodentreter gibt. Wenn nicht, dann ist das auch nicht schlimm. Falls es das tatsächlich gibt, dann möchte ich es nicht verpassen.
Vielleicht ein Chorus?
 

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