[Effekt] - Danelectro DC-1 Cool Cat

von distorted.guitar, 04.05.08.

  1. distorted.guitar

    distorted.guitar Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.05.08   #1
    Vorgeschichte

    Wen nur der Test an sich interessiert, der kann diesen Teil überspringen, weil es hier nur darum geht, wie ich auf den Cool Cat als Effekt kam und meine persönliche Meinung, Erfahrung und Einstellung.

    Obwohl ich mittlerweile ein Effektpedal bestellt hatte, welches auch Chorus kann, dieses jedoch mehr als lange auf sich warten läßt, schaute ich in bekannten Internetauktionshäusern immer mal wieder nach dem Cool Cat von Danelectro, in der Hoffnung, doch mal ein Schnäppchen machen zu können. Da ich nämlich auf der Suche nach dem 18 Volt-Modell war, konnte ich nicht einfach in den Laden gehen und es kaufen. Bisher war wurde immer überboten.
    Den Cool Cat wollte ich haben, weil mein Mitgitarrist den ebenfalls spielt und mir der Klang immer gut gefiel. Außerdem hatten wir schon gute Erfahrungen mit anderen Pedalen aus der Original Serie von Danelectro gemacht. Ich hatte den Cool Cat auch schon als Referenz für meinen Test des Nano Clone herangezogen. Kurz gesagt, ein Gerät, auf das ich große Stücke hielt.
    Einmal mehr fand ich ein Cool Cat, sogar mit dem passenden Netzgerät und gab ich mein Höchstgebot ab. Niemand war überraschter als ich, als ich tatsächlich den Zuschlag erhielt. Das Gerät ist etwas mitgenommen, funktioniert aber einwandfrei.

    Der nachfolgende Test handelt ausschließlich von der älteren 18 Volt-Version des Cool Cats, der nicht mehr im Handel erhältlich ist ! Allerdings kann ich nicht ausschließen, daß Gesagtes stellenweise auf die aktuelle Version ebenfalls zutrifft.

    Der Name

    Danelectro ist nie um einen guten Namen verlegen, da heißen ganze Effektserien schon mal wie ein Auszug aus der Speisekarte eines amerikanischen Fastfoodrestaurants. Aus dem Cool Cat kann man meiner Meinung nach nicht direkt ableiten, um welchen Effekt es sich handelt. Es sei denn, man findet einen Chorus jetzt besonders cool. Schön ist natürlich die Alliteration von Cool Cat Chorus. Mittlerweile gibt es von Danelectro sogar eine ganze Serie, die den Namen Cool Cat trägt. Dennoch bleibt das DC-1 unangefochten das kühlste aller Katzenwesen. Was Katzen allerdings mit Chorus zu tun haben, bleibt wohl ein Geheimnis. Vielleicht kann man die Gitarre damit auch zum Schnurren bringen.

    Das Gerät

    Wie alle Geräte aus der Original Serie von Danelectro kommt der Cool Cat in einem stabilen und bunt bedruckten Karton daher, gehalten in dem danelectrotypischen Rotbraun mit Zitronengelb erweitert um das blasse Mintgrün des Cool Cat.

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    Der Karton ist aber unwichtig, also auf damit.

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    Über die Gehäuse von Danelectro-Geräten hört man nicht mehr viel Gutes, zu klein, empfindlich, zu viel Plastik... dies gilt keineswegs für die Effekte der Original Serie. Die kommen seit eher im nahezu unzerstörbaren Metallgußgehäuse daher. Schwer, robust und in einer Form, die ihresgleichen sucht. Bilder sagen hier mehr als Worte.

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    Jedenfalls wurde viel auf das Design gegeben. Ob das jetzt schön ist oder nicht, sei jedem selbst überlassen. Ich finde die Farbe furchtbar und die Form sehr eigenwillig.

    Oben an der Oberseite befinden sich die beiden Regler des Cool Cat. Einmal Speed und einmal Chill. Mehr Regler gib es nicht. Speed regelt die Geschwindigkeit und mit Chill wird die Intensität, die "Dicke" des Chorus gesteuert. Beide Regler lassen sich stufenlos und mit angenehmen Widerstand bedienen. Etwas tiefer ist die Statusleuchtdiode, die den aktuellen Betriebszustand anzeigt. Ganz unten ist der große metallene Fußschalter angebracht. Ein Danebentreten ist hier nahezu unmöglich. Das liegt auch daran, daß die Oberseite zum Schalter hin abfällt.

    Der Fußschalter, auf den du trittst, ist nicht gleichzeitig der elektrische Schalter, wie bei Pedalen von Electro Harmonix zum Beispiel. Die Umschaltung funktioniert indirekt: der Fußschalter betätigt im Inneren des Gehäuses eine Wippe, die den elektrischen Schalter betätigt. Somit wird die mechanische Belastung auch von mehreren hundert kg Lebendgewicht nicht eins zu eins auf mehr oder weniger empfindliche elektronische Bauteile übertragen.

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    An der Unterseite ist eine Metallplatte verschraubt, welche mit einer Antirutschgummimatte beklebt ist.

    Die Anschlüsse

    Alle Anschlüsse des Cool Cat sind an der Stirnseite in der Kunststoffabdeckung eingelassen, in der auch die Regler angebracht sind.

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    Von Links nach Rechts ist dort zuerst die Inputbuchse für einen 6,3 mm Monoklinkenstecker. Dann folgt die Buchse des Stereo Out (ebenfalls 6,3 mm Monoklinkenstecker), welche das trockene Signal an einen zweiten Verstärker oder ähnliches weiter gibt. Daneben befindet sich der Anschluß für ein Netzgerät, eine Standardhohlsteckerbuchse für Stecker mit einem Innendurchmesser von 2,1 mm und Außendurchmesser von 5,5 mm, minus innen. Der Netzstecker sitzt sehr stramm in der Buchse. Wichtig: Der Cool Cat benötigt 18 Volt ! Es sei denn, man hat ein Gerät aus aktuelleren Auflagen, da reichen dann schon neun. Ganz rechts ist die Buchse für den Ausgang (ebenfalls 6,3 mm Monoklinkenstecker), aus welcher das Signal mit Effekt ausgegeben wird. Die Klinkenbuchsen sind in Ordnung. Die Stecker sitzen nicht übermäßig stramm darin.

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    An der Unterseite sitzt in einer Aussparung im Metall eine Kunststoffabdeckklappe für das Batteriefach.

    Lieferumfang

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    Neben dem Cool Cat befinden sich in dem kleinen Karton die obligatorische Garantiekarte, eine ausführliche Bedienungsanleitung mit vielen Mustereinstellungen und ein Danelectro-Aufkleber. Zwei Batterien vom Typ Danelectro Vintage Power Supply werden ebenfalls direkt mitgeliefert.

    Die Testvorbereitung

    Ich werde den Cool Cat mit meiner Ltd. EC 500 mit Ibanez V1 und V2 testen. Der Verstärker ist ein Diezel VH4. Der Diezel befeuert ein Engl Pro 212 Kabinett. Dazu benutze ich Sommer Cable mit Neutrikklinken. Das passende Originalnetzgerät von Danelectro DA-2 wird den Cool Cat mit Strom versorgen. Die Leerlaufspannung des Netzteils beträgt übrigens in der Tat über 25 Volt.
    Die Aufnahmen entstanden mit einem Sennheiser e906 (flat) und wurden über ein M-Audio Firewire 410 in einem Notebook mit Cubase SX aufgezeichnet. Eine nachträgliche Klangbearbeitung der Spur in Cubase erfolgte selbstverständlich nicht, die Spuren wurden nur passend zurecht geschnitten.

    Der Test

    Zunächst hing ich den Cool Cat vor den Verstärker. Sobald der Cool Cat mit Strom versorgt wird, leuchtet die Diode auf.

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    Das kenne ich schon von anderen Effekten von Danelectro. Wenn kein Strom anliegt, läßt der Cool Cat auch im Bypassmodus kein Signal durch. Von einem true hardwire bypass kann also nicht die Rede sein. Dennoch ist mir keine Signalbeeinflussung im Bypassmodus aufgefallen. Also, was auch immer es statt dessen ist, es funktioniert.
    Das Umschalten funktioniert absolut geräuschlos, wie es sein soll. Kein Knacken oder oder ähnliches.

    Mit beiden Reglern ganz zugedreht ist das Signal schon mit leichtem Effekt versehen. Das Signal wird ein klein wenig lauter, klingt aber gleichzeitig eine Spur beschränkter, wie zusammengedrückt. Erhöhst du die Geschwindigkeit und den Chillfaktor, wird der Ton aber schnell sehr viel größer und voluminöser. Das klingt richtig gut. Drehst du beide Regler bis zum Anschlag auf, ist es für meinen Geschmack einfach zu viel, aber dazwischen ist alles möglich. Der Chorus läßt sich mit den beiden Reglern sehr flexibel und vielseitig einstellen. Mir gefällt die Einstellung mit beiden Reglern auf elf Uhr. Das ergibt einen sehr schönen Cleanchorus und sogar vor dem Verzerrer ist diese Einstellung zu gebrauchen. Grundsätzlich halte ich einen Chorus dafür prädestiniert, im Effektweg benutzt zu werden, doch den Cool Cat kann durchaus auch davor einsetzen, weil es nicht in jeder Einstellung einfach nur kaputt klingt.

    Von anderen Choruspedalen wie dem Nano Clone war ich bei eingeschaltetem Effekt ein Rauschen gewohnt, wenn du nicht spielst. Beim Cool Cat rauscht gar nichts. Das liegt daran, daß er ein eingebautes Gate hat. Wenn du nämlich ganz genau hinhörst, rauscht der beim Spielen sehr wohl, doch wenn du nicht spielst, wird dieses Rauschen unterdrückt. Du hörst es deutlich, wenn der Ton ausklingt. Das Gate bearbeitet nicht das komplette Signal aus dem Cool Cat, sondern nur den Effektanteil, denn wenn das Gate anspringt ist der Ton nicht sofort weg sondern nur der Effekt, der trockene Ton klingt weiter aus. Das klingt trotzdem mitunter etwas seltsam und nicht sonderlich gut. Dies ist mir übrigens an meiner Combo zu Hause gar nicht aufgefallen, aber am halt Verstärker im Proberaum.

    Im Effektweg gefällt mir der Cool Cat noch besser. Du schaltest ihn ein, und es klingt einfach schön. Zu spielen macht unglaublich viel Spaß, weil es gut klingt und du dich fragst, wie du bisher ohne Chorus spielen konntest. Ich wollte gar nicht aufhören. Auch hier gefällt mir die Einstellung mit beiden Reglern auf elf Uhr am besten. Sowohl clean als auch verzerrt. Clean gibt das einen dezenten Chorus und verzerrt wird der Ton durch den Lautstärkeanstieg lauter und einfach fetter. Es klingt gar nicht so sehr nach Chorus. Dafür mußt du den Chillfaktor weiter aufdrehen.

    Eine Besonderheit des Cool Cat ist, daß du ihn falsch verkabeln kannst und dennoch einen Effekt erzielt, der jedoch mit einem Chorus nichts mehr zu tun hat. Dazu nimmst du statt der Inputbuchse die Stereo out-Buchse. Also, Gitarre in den Stereo out, dann über Out zum Verstärker. In der Tat, das klingt komisch, funktioniert aber. Du erhältst auf diese Weise einen Vibratoeffekt, welcher sich über Speed in der Geschwindigkeit und über Chill in der Tonhöhenabweichung einstellen läßt. Über den Schalter kannst du den Effekt wie gewohnt ein- und ausschalten. Benutzte man vor dem Cool Cat eine A/B-Box, könnte man zwischen beiden Effekten wechseln.

    Das erwähnte Gate ist bei falscher Verkabelung noch sehr viel deutlicher, weil es das gesamte Ausgangssignal beeinflußt. Wenn du nicht spielst, kommt aus dem Verstärker wirklich kein Laut mehr, nicht einmal das Grundrauschen des Verstärkers.

    Der Cool Cat ist ein feiner Chorus und gehört sicherlich zu den besten Pedalen von Danelectro. Der Sound ist über jeden Zweifel erhaben und gehört zu den besten, die ich bisher gehört habe. Er ist vielseitig und sehr flexibel.
    Mir gefällt die Geschichte mit dem Gate nicht so gut. Allerdings hängt das auch von dem benutzten Equipment ab, wie sehr das auffällt. Mein Mitgitarrist in der Band spielt das Teil seit fast zehn Jahren und er klang immer gut. Mir ist es nie aufgefallen, daß das Teil rauscht und deshalb ein Gate hat. An meinem Verstärker fiel mir das sofort auf. Dem Sound bringt das jedenfalls keinen Abbruch. Ich denke, der Cool Cat ist sein Geld wert. Besonders, wenn man ihn günstig gebraucht erstehen kann :-)
    Interessieren würde mich, ob es Unterschiede zur aktuellen Auflage des Cool Cat gibt, außer der Stromversorgung. Von den neuen Geräte ist mir noch keines untergekommen.

    Recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit !

    Bis dann dann

    Markus


    Klangbeispiele:

    1. Die Sache mit dem Gate und er rauscht doch
    2. Cool Cat vor clean Kanal
    3. Cool Cat vor verzerrtem Kanal
    4. Cool Cat im Effektweg nach clean Kanal
    5. Cool Cat im Effektweg nach verzerrtem Kanal
    6. Cool Cat "falsch" verkabelt vor dem Verstärker
    7. Cool Cat "falsch" verkabelt im Effektweg
     
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