buesing_de
Registrierter Benutzer
- 10.06.26
- 07.03.05
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- Langen
Moin zusammen!
Nach langer Zeit will ich auch mal wieder ein Review schreiben - einfach, weil ich extrem begeistert bin und viele dieses Gerät nicht unbedingt auf dem Schirm haben: es geht um den Darkglass Anagram!
Kurz zu meiner Vorgeschichte: nach vielen Jahren Röhrenamps und 4x12er bin ich vor ca. 15 Jahren auf ein Line6 Helix umgestiegen, dann kam ein HX Stomp dazu und vor 4 Jahren hat es mich zu Fractal (FM3) gezogen. Fractal Devices sind unbestritten top, aber die Bedienung am Gerät ist krude und aus heutiger Sicht fehlen auch ein paar Sachen, die man gerne noch hätte (z. B. WiFi oder Bluetooth).
Zudem wurde mir der FM3, den ich auf einem Templeboard inkl. Fractal EV2-Expression Pedal montiert habe, einfach zu groß, schwer und sperrig. Na klar, ich weiß: verglichen mit Röhrenamps und auch dem Helix ist das Jammern auf ganz hohem Niveau
Es wuchs also die Sehnsucht nach einem kleineren Gerät! Da ich einen hervorragenden Modeler hatte und wusste, was z. B. NAM als Capturing-Algorithmus kann sollte es als ein Capturing/Profiling-Gerät werden. Tonex hatte ich hier kurz im Einsatz, aber das gruselige Display und das wirklich grottige Noisegate (zumindest bei High Gain) führten dazu, dass das schnell wieder weg kam. Long Story Short: ich habe mich dann für einen Kemper Profiling Player entschieden, der 3 Monate bei mir blieb und den ich - als Ergänzung - auch sehr gelungen finde.
Tja, NAM habe ich ja schon erwähnt. Ich habe z. B. Capture Packs von Drums & Tones für NAM, Kemper und Tonex und kann damit die Unterschiede 1:1 raushören. NAM, das dürfte den meisten klar sein, ist aktuell unangefochten, was Authentizität angeht.
Daher wuchs der Wunsch in mir, ein NAM-basiertes Gerät zu besitzen. Aktuell ist die Auswahl ja noch sehr dünn, neben den billigen Chinesen (die kein natives NAM-Loading können) gibt es eigentlich nur den Dimehead NAM Player. Gesagt, getan: ausprobiert, aber das winzige Monochrom-Display aus den 90igern des letzten Jahrtausends, nicht vorhandene Endlosregler und die fehlende Konnektivität (keine Apps, nicht einmal ein Desktop-Editor) konnten mich nicht zufrieden stellen.
Und dann überfluteten die YouTube-Gitarrenkanäle plötzlich meinen Stream mit dem Darkglass Anagram. Ich kannte das Gerät grob, hatte es aber als reine Bass-Lösung abgetan. Nun kann das Ding also mit einem Marketplace erweitert werden, aha. Aber warum berichten Gitarristen darüber? OHA! Das Teil kann nativ (bis zu 3!) NAM-Files laden, ist extrem hochwertig gebaut (komplettes Aluminium-Chassis!) Und hat ein farbiges und hochauflösendes Touchdisplay, das über die gesamte Breite des Geräts geht. Im Lieferumfang versteht sich zudem noch passendes Netzteil und ein wirklich schickes Hardcase für Gerät und Netzteil mit exakt passenden Aussparungen im Inneren. Klingt alles zu gut, um wahr zu sein
OK, das Gerät kostet mit 1.079€ auch mal eben das Doppelte des NAM Players, aber die Vorzüge waren deutlich. Und die Technik entsprechend absolut dem aktuellen Stand, das war mir wichtig, weil ich auch ein kleiner Nerd bin….
Was soll ich sagen? Wenn ich in einem Traum ein eigenes Devices hätte designen können, dann wäre das vermutlich ziemlich genauso geworden wie das Darkglass Anagram!
Das Teil ist kompakt (210mm x 105mm x 62mm), extrem performant dank Hexacore-CPU und wiegt gerade mal gut 800 Gramm. An In und Outs ist alles da, was ich mir vorstellen kann (ja, auch XLR Out, was bei vielen günstigeren Geräten leider fehlt) und die Bedienung ist ein Traum: auf dem großzügigen und gut ablesbaren Display kann man per Touchbedienung seine eigene Signalkette zusammenbauen sowie Blöcke per Drag-and-drop einfach bewegen. Ich bin ein „simple Metal guy“, also sieht die Kette bei mir wie folgt aus:
Noisegate -> NAM-Loader -> IR-Loader -> Reverb -> Delay
Per Double Tap auf einen Block kann man Blöcke schnell an oder ausschalten und bei einem einfachen Tap kommt man in die Settings. Auch das hat Darkglas clever gelöst: jede Funktion wird von den exakt darüber liegenden Potis bedient. Haptisch und sehr schön und auch hochwertig umgesetzt.
Von Haus kommen schon etliche Effekte mit. Nicht so viel wie bei Kemper oder Neural DSP, aber auch für Gitarristen mehr als ausreichend. Und tatsächlich kann man weitere installieren, die es auf dem Anagram Marketplace gibt. Dort gibt es auch Dinge, die es bislang nur als Plugin für den Rechner gab, z. B. Die Bogren Ampknob-Plugins. Nett, aber wer kauft für 49€ ein Ampsim-Plugin, wenn man nativ NAM-Captures laden kann? Ich verstehe es nicht…
Das Gerät kann man im Presetmode betreiben, aber er beherrscht auch Scenes. Ich habe mir mein Preset z. B. so hingebaut, dass auf dem ersten der drei Fußschalter mein Rhythmsound ist, auf dem zweiten der Leadsound (gleiche Komponenten, aber lauter und mit Delay und mehr Zerre) und auf dem Dritten ein Spezialsound, z. B. Clean oder etwas mit Phaser. Der Phantasie sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt.
Wie von mir gewünscht gibt es hier auch einen Desktop-Editor (Darkglass Suite), der sehr gut funktioniert. An der Anbindung zur mobilen App wird aktuell gearbeitet, der sehr gute Support hat mir mitgeteilt, dass der Anagram von der iOS- und Android-App demnächst voll unterstützt wird. Man kann dann über BT also auch von der Bühne aus mal schnell was editieren, ohne sich runterbücken zu müssen.
Als nächstes werde ich mir das Press-Pedal gönnen, das mit 109€ m. E. sehr günstig ist. So kann ich dann auch Wahsounds steuern oder was auch immer mir einfällt.
Unterm Strich frage ich mich wirklich, warum das Anagram - zumindest aktuell - ziemlich alleine auf weiter Flur steht: es gibt schlicht kein Gerät, dass nativ NAM unterstützt, hochwertig konstruiert wird und einen Touchdisplay und Apps hat. Sehr schade, dass Darkglass so bassfokussiert im Marketing ist und offenbar auch bleibt. So recht verstehe ich es nicht. Am Ende ist das Anagram ein guter Konkurrent zum Neural DSP Quad Cortex Mini, kostet 300€ weniger und hat volle NAM-Kompatibilität. Und das ganze sogar „made in Finland“!
Solltet Ihr Fragen haben, schreibt sie sehr gerne in die Kommentare.








Nach langer Zeit will ich auch mal wieder ein Review schreiben - einfach, weil ich extrem begeistert bin und viele dieses Gerät nicht unbedingt auf dem Schirm haben: es geht um den Darkglass Anagram!
Kurz zu meiner Vorgeschichte: nach vielen Jahren Röhrenamps und 4x12er bin ich vor ca. 15 Jahren auf ein Line6 Helix umgestiegen, dann kam ein HX Stomp dazu und vor 4 Jahren hat es mich zu Fractal (FM3) gezogen. Fractal Devices sind unbestritten top, aber die Bedienung am Gerät ist krude und aus heutiger Sicht fehlen auch ein paar Sachen, die man gerne noch hätte (z. B. WiFi oder Bluetooth).
Zudem wurde mir der FM3, den ich auf einem Templeboard inkl. Fractal EV2-Expression Pedal montiert habe, einfach zu groß, schwer und sperrig. Na klar, ich weiß: verglichen mit Röhrenamps und auch dem Helix ist das Jammern auf ganz hohem Niveau

Es wuchs also die Sehnsucht nach einem kleineren Gerät! Da ich einen hervorragenden Modeler hatte und wusste, was z. B. NAM als Capturing-Algorithmus kann sollte es als ein Capturing/Profiling-Gerät werden. Tonex hatte ich hier kurz im Einsatz, aber das gruselige Display und das wirklich grottige Noisegate (zumindest bei High Gain) führten dazu, dass das schnell wieder weg kam. Long Story Short: ich habe mich dann für einen Kemper Profiling Player entschieden, der 3 Monate bei mir blieb und den ich - als Ergänzung - auch sehr gelungen finde.
Tja, NAM habe ich ja schon erwähnt. Ich habe z. B. Capture Packs von Drums & Tones für NAM, Kemper und Tonex und kann damit die Unterschiede 1:1 raushören. NAM, das dürfte den meisten klar sein, ist aktuell unangefochten, was Authentizität angeht.
Daher wuchs der Wunsch in mir, ein NAM-basiertes Gerät zu besitzen. Aktuell ist die Auswahl ja noch sehr dünn, neben den billigen Chinesen (die kein natives NAM-Loading können) gibt es eigentlich nur den Dimehead NAM Player. Gesagt, getan: ausprobiert, aber das winzige Monochrom-Display aus den 90igern des letzten Jahrtausends, nicht vorhandene Endlosregler und die fehlende Konnektivität (keine Apps, nicht einmal ein Desktop-Editor) konnten mich nicht zufrieden stellen.
Und dann überfluteten die YouTube-Gitarrenkanäle plötzlich meinen Stream mit dem Darkglass Anagram. Ich kannte das Gerät grob, hatte es aber als reine Bass-Lösung abgetan. Nun kann das Ding also mit einem Marketplace erweitert werden, aha. Aber warum berichten Gitarristen darüber? OHA! Das Teil kann nativ (bis zu 3!) NAM-Files laden, ist extrem hochwertig gebaut (komplettes Aluminium-Chassis!) Und hat ein farbiges und hochauflösendes Touchdisplay, das über die gesamte Breite des Geräts geht. Im Lieferumfang versteht sich zudem noch passendes Netzteil und ein wirklich schickes Hardcase für Gerät und Netzteil mit exakt passenden Aussparungen im Inneren. Klingt alles zu gut, um wahr zu sein

OK, das Gerät kostet mit 1.079€ auch mal eben das Doppelte des NAM Players, aber die Vorzüge waren deutlich. Und die Technik entsprechend absolut dem aktuellen Stand, das war mir wichtig, weil ich auch ein kleiner Nerd bin….
Was soll ich sagen? Wenn ich in einem Traum ein eigenes Devices hätte designen können, dann wäre das vermutlich ziemlich genauso geworden wie das Darkglass Anagram!
Das Teil ist kompakt (210mm x 105mm x 62mm), extrem performant dank Hexacore-CPU und wiegt gerade mal gut 800 Gramm. An In und Outs ist alles da, was ich mir vorstellen kann (ja, auch XLR Out, was bei vielen günstigeren Geräten leider fehlt) und die Bedienung ist ein Traum: auf dem großzügigen und gut ablesbaren Display kann man per Touchbedienung seine eigene Signalkette zusammenbauen sowie Blöcke per Drag-and-drop einfach bewegen. Ich bin ein „simple Metal guy“, also sieht die Kette bei mir wie folgt aus:
Noisegate -> NAM-Loader -> IR-Loader -> Reverb -> Delay
Per Double Tap auf einen Block kann man Blöcke schnell an oder ausschalten und bei einem einfachen Tap kommt man in die Settings. Auch das hat Darkglas clever gelöst: jede Funktion wird von den exakt darüber liegenden Potis bedient. Haptisch und sehr schön und auch hochwertig umgesetzt.
Von Haus kommen schon etliche Effekte mit. Nicht so viel wie bei Kemper oder Neural DSP, aber auch für Gitarristen mehr als ausreichend. Und tatsächlich kann man weitere installieren, die es auf dem Anagram Marketplace gibt. Dort gibt es auch Dinge, die es bislang nur als Plugin für den Rechner gab, z. B. Die Bogren Ampknob-Plugins. Nett, aber wer kauft für 49€ ein Ampsim-Plugin, wenn man nativ NAM-Captures laden kann? Ich verstehe es nicht…

Das Gerät kann man im Presetmode betreiben, aber er beherrscht auch Scenes. Ich habe mir mein Preset z. B. so hingebaut, dass auf dem ersten der drei Fußschalter mein Rhythmsound ist, auf dem zweiten der Leadsound (gleiche Komponenten, aber lauter und mit Delay und mehr Zerre) und auf dem Dritten ein Spezialsound, z. B. Clean oder etwas mit Phaser. Der Phantasie sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt.
Wie von mir gewünscht gibt es hier auch einen Desktop-Editor (Darkglass Suite), der sehr gut funktioniert. An der Anbindung zur mobilen App wird aktuell gearbeitet, der sehr gute Support hat mir mitgeteilt, dass der Anagram von der iOS- und Android-App demnächst voll unterstützt wird. Man kann dann über BT also auch von der Bühne aus mal schnell was editieren, ohne sich runterbücken zu müssen.
Als nächstes werde ich mir das Press-Pedal gönnen, das mit 109€ m. E. sehr günstig ist. So kann ich dann auch Wahsounds steuern oder was auch immer mir einfällt.
Unterm Strich frage ich mich wirklich, warum das Anagram - zumindest aktuell - ziemlich alleine auf weiter Flur steht: es gibt schlicht kein Gerät, dass nativ NAM unterstützt, hochwertig konstruiert wird und einen Touchdisplay und Apps hat. Sehr schade, dass Darkglass so bassfokussiert im Marketing ist und offenbar auch bleibt. So recht verstehe ich es nicht. Am Ende ist das Anagram ein guter Konkurrent zum Neural DSP Quad Cortex Mini, kostet 300€ weniger und hat volle NAM-Kompatibilität. Und das ganze sogar „made in Finland“!
Solltet Ihr Fragen haben, schreibt sie sehr gerne in die Kommentare.








Grund: Bilder eingebunden
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:




Das weiß ich auch noch nicht, aber ich habe schon entsprechende YT-Videos in meiner "Später anschauen"-Liste. Geht auf jede Fall, dafür ist es ja gebaut worden.Sieht für mich so aus, als ob es das Pedal in die „RETURN (EXP)“-Buchse kommt.